Drum & Bass Festival am 17./18. September im objekt klein a

Annika Nilles

Kulisse des Rhythmus-Spektakels ist in diesem Jahr erstmals der Elektro-Club im Dresdner Industriegelände. Die große Außenfläche des objekt klein a bildet mit zwei Bühnen den Hot Spot des Festivals. Zwei weitere Bühnen und ausreichend Platz für Aussteller und spontane Events gibt es obendrein. Zu erleben sind an zwei Tagen Workshops und Soloauftritte namhafter Drummer wie Anika Nilles, Jost Nickel, Gergo Borlai, Lada Obradović, Oli Rubow, Daniel Schild, Oded Kafri, Bassisten wie Kinga Głyk, Claus Fischer, Benjamin Jud sowie abendliche Konzerte mit Bands wie der Martin Miller Session Band, Jost Nickel Band, Komfortrauschen, Juraj Griglak Trio und Subact.

Drum & Bass Festival, am 17. und 18. September im objekt klein a. Empfehlenswert ist es, sich einen Festivalpass zu besorgen; mehr Infos, Zeitplan, Hygiene-Infos (3G + Maske im Indoorbereich) & Tickets unter dresdner-drum-bass-festival.de

Auf Abstand und Tuchfühlung

Die 22. dresdner schmalfilmtage haben ein besonders wandelbares Thema gefunden

Live-Vertonungs-Wettbewerb bei den dresdner schmalfilmtagen

Es rattert wieder im riesa efau. Doch auch an Europas bedeutendstem Festival für Schmalfilm geht die derzeitige Situation nicht spurlos vorbei. Mit dem Festivalthema »Abstand + Nähe« scheint es sogar so, als hätte das von Verschiebungen und Einschränkungen im letzten Jahr ordentlich gebeutelte Programmteam nur noch die Pandemie im Kopf. Aber weit gefehlt, denn auf »Nah« und »Fern« ist man in der Filmkunst schon immer angewiesen. Schließlich will die Leinwand ja mit monumentalen Landschaftsaufnahmen gefüllt werden. Und gerade mit den handlichen 8mm- und 16mm-Filmkameras lässt es sich zudem so richtig schön auf Tuchfühlung gehen. Ein wirklich wandelbares Thema also.

Aus nächster Nähe kann man zum Beispiel die beliebten Wettbewerbe »Found Footage« und »Live-Vertonung« erleben, die gleich an den ersten beiden Festivaltagen vor (hoffentlich ganz viel) Publikum ihre Spontanität beweisen dürfen. Wie weit in die Ferne der internationale Super8/16-Wettbewerb in diesem Jahr schweift, bleibt noch ein Geheimnis, doch es hat sich wieder preiswürdiges Filmmaterial aus der ganzen Welt angefunden. Abstand und Nähe kann man auch aus historischer und geopolitischer Sicht betrachten, wie das Festivalteam am Festivalsamstag mit der spannenden Gegenüberstellung von BRD-Archivmaterial und DDR-Arbeiterfilmkunst zeigt.

Gar nicht weit entfernt und durch die geschlossenen Grenzen dennoch unerreichbar, waren in letzter Zeit unsere tschechischen Nachbarn. Dort erlebt der Schmalfilm aktuell eine Rennaissance an den Kunsthochschulen. Einen Abriss davon und eine kleine Retrospektive der Underground-Künstlerin Irena Gosmanová alias »Pigi« zeigt die »Länderreihe Tschechien«. Wer dem ganzen Medium so richtig nah kommen möchte, hat bei den kostenfreien, von renommierten französischen Filmkünstlern in englischer Sprache geführten Filmworkshops zu den Themen »B&W Homemade Copies« und »Image Dance« die Gelegenheit dazu. Wirklich komplett auf Sicherheitsabstand kann man übrigens ebenfalls bei allen Programmen im heimischen Livestream gehen.

MK

Die 22. dresdner schmalfilmtage finden vom 16. bis 19. September in der Motorenhalle des riesa efau statt. Das gesamte Festivalprogramm, die Anmeldung für die Workshops und den jeweiligen Livestream der Programme gibt es unter schmalfilmtage.de

Den Abriss feiern

Die Scheune feiert ihr 70-jähriges Jubiläum aufgrund der anstehenden Sanierung als Abriss und zieht ins Blechschloss

Die Tafel mit dem wöchentlichen Programm thront schon seit gefühlten Ewigkeiten am Eingang und kündigt Konzerte, Lesungen und Festivals an. Die nächste Zeit wird sie die Baustelle rahmen, die nötig ist, um überhaupt den Veranstaltungsbetrieb in naher Zukunft zu ermöglichen.

Der Scheune-Saal

Nach 70 Jahren als Jugendklubhaus und später dann als Kulturzentrum für die Neustadt braucht das Haus aufgrund von Brandschutz- und statischen Mängeln sowie Nutzungsdefiziten einen Umbau. Der Stadtrat beschloss 2018 eine Sanierung und eine Umsetzung der »großen Variante«, die eine Erweiterung des Gebäudes einschließt. Somit wird der Veranstaltungssaal im 1. Obergeschoss vergrößert, ein weiterer Saal konzipiert und die Barrierefreiheit ist Teil des Umbau-Planes. Für das Kulturzentrum heißt es deshalb für die nächste Zeit von mindestens zwei Jahren: Die Scheune wird zur Baustelle. Die Sanierung des Gebäudes verschiebt sich nun auf den Herbst 2022, teilte das Amt für Hochbau und Immobilienverwaltung mit. Trotzdem verlässt der Verein schon im September für den Zeitraum des Umbaus das Gebäude, das Scheunecafé bleibt so lange im Haus, wie eine Außengastronomie noch möglich ist, später zieht die Gastronomie ersatzweise auf die Görlitzer Straße um.

Während die Veranstaltungen der Scheune teilweise in andere Spielstätten wie GrooveStation, Chemiefabrik oder Schauburg verlegt werden, entsteht auf dem Scheune-Vorplatz ein Interims-Sitz in Form eines Blechschlosses. Die Container-Konstruktion beinhaltet neben Büro- und Lagerfläche einen Veranstaltungsraum. Als letzterer dient der Container, der bisher auf der Louisenstraße 32 schon für verschiedene Initiativen Raum bot. Einigen wird er noch als »Lenins Kulturpalast« in Erinnerung sein. Der Raum soll als Teil des Blechschlosses für verschiedenste Initiativen, Workshops oder kleinere Veranstaltungsformate offen stehen. Auf dem Container ist eine Terrasse geplant, die auch außerhalb von Veranstaltungen zugänglich ist. Mit dieser Lösung soll die Scheune auch während der Sanierung vor Ort sichtbar und repräsentativ bleiben.

Während das Haus gegenwärtig ausgeräumt wird, folgt im September noch ein verlängertes kreatives Abrisswochenende. Zwischen dem 15. und 19. September steht das gesamte Gebäude Künstlern und Kollektiven zur Verfügung, die die Räume zu einem temporären Gesamtkunstwerk umgestalten. Das Programm zur langen Abrisswoche klingt auf jeden Fall sehr massiv: Ein Raum wird zum »Dicktator Universe«, die Ausstellung des Labels Dicktator Soundz vereint Plakate, Sounds und täglich auch Live-Acts. Musikalisch wird es auch in der Garderobe, wenn unter dem Titel »The Party is Over!« Bands wie Baumarkt oder Wrackspurts das Untergeschoss beschallen. Für die Unterhaltung der Kleinen wird im Hinterhof der Alleinunterhalter Luis La Metta mit einer Kinder-Disco-Karaoke-Show aufwarten. Nebenan im Garten wird ein Livepainting-Turnier, die vom Kotburschi Kollektiv initiierte MalJam, ausgetragen. Literatur wird es in Form des Leseclubfestivals mit Julius Fischer und Anna Mayr geben, sowie ein Best-Of der Lesebühne »Sax Royal« aus 16 Jahren. Darüber hinaus gibt es eine Reverberation Festival Stage und den Drum-Roboter MR-808 zu erleben. Distilled & Bottled werden im Obergeschoss einen Kreativraum gestalten und daneben gibt es noch so vieles mehr: Theater, Konzerte, Kino, Disco, Museum, Kindergarten und Labor. Das Haus wird noch einmal bis in die kleinste Ecke genutzt und dabei sind nicht nur die üblichen öffentlichen Orte begehbar, sondern das gesamte Gebäude bis zur Dachspitze. Das wird ein Fest!

Jenny Mehlhorn

Aufgrund des 70-jährigen Bestehens der Scheune sucht der scheune e.V. noch Bildmaterial, Erlebnisse und Geschichten rund um das Gebäude. Wer also noch ein Erinnerungsstück preisgeben möchte, kann dies gerne unter presse@scheune.org teilen. Abriss-Programm unter scheune.org.

1. Lange Nacht der Frauen* – Jetzt erst recht!

Der Equal Pay Day markiert symbolisch den Tag im Jahr, bis zu dem Frauen rein rechnerisch umsonst arbeiten. Das Bündnis Equal Pay Day Dresden will auf das Thema Lohnungleichheit und die Benachteiligung von Frauen auf dem Arbeitsmarkt aufmerksam machen. Deshalb gibt es am 10. September die „1. Lange Nacht der Frauen*“. Über den ganzen Stadtraum verteilt bieten Einrichtungen, die sich im engeren und weiteren Sinn mit Frauenthemen beschäftigen, ab 16 Uhr verschiedene Veranstaltungen zum Thema an. Am Tag darauf (11. September) soll ebenfalls ab 16 Uhr im Außengelände der Kreativen Werkstatt im Galvanohof in Pieschen mit einem Picknick, versüßt mit Kunst, Kultur und Raum für Gespräche, die Lange Nacht der Frauen ausklingen. Erwartet werden dazu Poetry Slam, Musik von Still Moving und Ciboulette, die Clownin von Yaelle Dorison und zwei Open-Air-Ausstellungen. Die Veranstaltung ist für alle Interessierten offen, der Eintritt ist frei.
JB

Mehr Infos unter frauen-ev-sowieso.de sowie im Programmheft.

Political Art Days im objekt klein a

Von Freitag, 10. September, bis Sonntag, 12. September, finden unter dem Fokus „Inklusive Territorien“ die Political Art Days auf dem Gelände des objekt klein a statt. Der Cambio e.V. veranstaltet bereits zum sechsten Mal zusammen mit dem Palais Palett das politische Kunst- und Menschenrechts-Festival, welches Workshops, Diskussionsrunden, Performances, Filmvorführungen und eine Ausstellung umfasst. In dieser Ausgabe soll der Begriff des Territoriums, im westlichen Zusammenhang zumeist als politisch besetztes Gebiet und Abgrenzung für ein Machtgebiet, mit einer anderen Sichtweise betrachtet werden. Diese Öffnung hin zur Inklusivität des Territorien-Begriffs soll in den verschiedenen Formaten des Festivals hinterfragt und diskutiert werden. Wie solche solidarischen Territorien entstehen und anti-hierarchische Strukturen umgesetzt werden können, ist Schwerpunkt des Programms. Das Format nutzt die Kunst als Spielfeld für politische Visionen – das ganze Programm zum Nachschlagen gibt es unter cambio-aktionswerkstatt.de.

Hinweis: Unabhängig von Impf- oder Genesenen-Status ist ein Testnachweis (entweder tageaktueller Schnelltest eines offiziellen Testzentrums oder PCR-Test max. 48h alt) vorzuweisen. Ein Schnelltestzentrum gibt es vor Ort. Auf dem Gelände gilt teilweise trotzdem Maskenpflicht.

Kulturschaufenster

Vielfältiges Ausstellungs- und Veranstaltungsprogramm in leerstehenden Läden

Mit dem Kulturschaufenster wird im Rahmen des Dresdner Kultursommers 2021 vom 26. August bis 21. Oktober in der Dresdner Innenstadt eine leerstehende Ladenfläche erschlossen und durch Kreative wieder zu neuem Leben erweckt. Das Schaufenster-Projekt des Kreativ-Branchenverbandes Wir gestalten Dresden (WGD) ermöglicht Künstlerinnen und Künstlern die Chance, ihre Werke zu präsentieren und so den Ideenreichtum und die Vitalität der lokalen Kultur auch einem touristischen Publikum zu zeigen.

43 durch eine Jury ausgewählte Ausstellungsobjekte aus den Bereichen bildende Kunst, Design, Medienkunst und Literatur sowie 36 Auftritte von Künstlern aus den Sparten Tanz, Theater, Medien-Performance, Literatur und Musik werden über acht Wochen hinweg in der Centrum Galerie Dresden präsentiert. Ergänzt wird das Programm durch Talks, Führungen, Sonderausstellungen und Workshops aus weiteren Branchen der Dresdner Kultur- und Kreativwirtschaft. Ab 1. September 2021 öffnet in der Hauptstraße 44 ein zweites Schaufenster, in dem Künstlerkollektive aktiv werden. Eine interaktive Karte weist auf weitere Schauplätze der kreativen Szene in Dresden hin. Veranstaltungen und Ausstellungen auf der Schaufensterwebseite, der Eintritt ist frei.

HK

Into the Great Wide Open

Koma & Ko laden mit »brach und wild« zu einer audiovisuellen Tour durch Niemandsland

Mut zur Lücke. Das ist der Kern der neuen Arbeit von Magdalena Weniger (Performance) und ihrer Schwester Maren Wickwire (Film), die sich erstmalig zu einem gemeinsamen künstlerischen Projekt zusammengetan haben. Anfang September zeigen sie auf der riesigen Brache in der Heidestraße, gleich um die Ecke vom Zentralwerk, was Leerstellen, brach Liegendes, vielleicht Vernachlässigtes ist. Das ist in doppelter Hinsicht zu verstehen. Zum einen steht für die Künstlerinnen die Frage im Raum, welche Ungewissheiten für jeden Einzelnen in den vergangenen zwölf Monaten entstanden sind, in einer Zeit, in der vieles überall brach lag. Was lässt sich daraus machen? Sinnlich wahrnehmbar wird das eben auf der wunderbar verwilderten Freifläche, auf der, so kann man sagen, das menschliche Kultivierungsbestreben brach liegt. Ist das nur ein angehaltener Augenblick? Sieht so der Tod aus? Was war dort, was wird sein? Solche Zwischenstellen, blinde Unorte finden sich auch in jeder Biografie.

Vor Ort werden die Besucher sich selbst überlassen. Das heißt nicht nur, dass sich jeder das Gelände und die künstlerische Arbeit ganz nach Belieben erschließen kann. Das heißt eben auch, die Leere zu ertragen. »Dafür gibt es eine etwa 25-minütige Tonspur auf die Ohren, die man sich per QR-Code aus dem Netz wird ziehen und über eigene Kopfhörer genießen können wird. Wir haben aber auch mp3-Player mit Kopfhörern. Wer also einfach so spontan vorbeikommen will, ist mit dabei«, so Magdalena Weniger.

Zu hören gibt es Interviewschnipsel mit Leuten, die über ihre ganz eigenen Fehlstellen sprechen. Da kommt ein Botaniker genauso zu Wort wie ein Arbeitsloser. Daneben stehen filmische Installationen von Super-8-Aufnahmen, die Teile des menschlichen Körpers durch Nahaufnahmen zu Landschaften werden lassen. Zwischendrin gibt es vereinzelte, kleine Performances, die sich aber nicht in den Vordergrund drängen. Genau so zurückhaltend sind einige installative Objekte auf dem Areal verteilt. Wer Glück hat, stolpert drüber. Vielleicht bleibt der Eine oder Andere ja dann gleich im Gras liegen und findet so den Vorteil angeblicher »Lücken«.

Rico Stehfest

»brach und wild« vom 2. bis 4. September, jeweils 16 bis 19 Uhr an der Heidestraße 36.

Musiktreideln

Die »Elbkarawane« mit den Dresdner Sinfonikern

Pillnitz Raddampfer, Foto: Weiße Flotte Dresden

Die Dresdner Sinfoniker sind nicht nur ein auf Neue Musik spezialisiertes Orchester, sondern auch weltweit bekannt für ihre visionären, sozial wie politisch engagierten Projekte. Erinnert sei hier nur an ihre Zusammenarbeit für den »Panzerkreuzer Potemkin« als Hochhaussinfonie mit den Pet Shop Boys oder zuletzt den »Himmel über Prohlis« (2020). Auch ihr neuestes Projekt »Elbkarawane« ist spektakulär, obwohl die Sinfoniker dafür nicht einmal ihre Heimatstadt verlassen müssen. Am 4. September folgen sie der Elbe flussaufwärts und stechen von Pillnitz aus in kleiner Besetzung auf fünf Schiffen in See. Entlang der Route zur Altstadt machen sie an Fähr- und Anlegestellen sowie an Kieselstränden Station und geben dort kleine Konzerte. Wer mag, kann der Elbkarawane mit dem Fahrrad oder im Faltboot von Haltepunkt zu Haltepunkt folgen.

In der Altstadt angekommen, wechseln die Musikerinnen und Musiker das Transportmittel, um den Höhepunkt der Elbkarawane zu präsentieren. Am Terrassenufer liegt – direkt neben fünf historischen Dampfschiffen der Weißen Flotte, die auch ihre Rolle spielen werden – ein Stelzenponton. Verankert wird das Ponton an der Neustädter Elbseite, wo sich auch die Zuschauer bequem platzieren können. Alle sind nun bereit für Musik in großer Besetzung, denn auf dem Programm steht zuerst ein Concerto Grosso für fünf Schaufelraddampfer und Orchester. Das Eröffnungsstück wurde von Andreas Gundlach speziell für diesen Anlass geschrieben. In seiner Komposition setzt Gundlach neben Bläsern, Schlagwerk, Klavieren und einem Streichquintett auch die Dampfpfeifen von fünf Passagierschiffen ein und behandelt sie dabei wie Solisten. Der noch im Kessel verbliebene Druck wird in einem 15-minütigen Stück virtuos genutzt. Auch die räumliche Weite wird beim Auftakt mit ins Kalkül gezogen, denn die Dampfer reihen sich mehrere hundert Meter entlang am Altstädter Ufer, vor diesen mittig das Orchester auf der Pontonbühne.

Wie zuvor schon beim erfolgreichen Open-Air-Projekt »Himmel über Prohlis« wird es eine Abnahme der akustischen Instrumente mit Mikrofonen und eine austarierte elektrische Verstärkung geben. Hinzu kommen Funksignale für die Bedienung der Dampfpfeifen. Auf dieses neue Stück folgt die Uraufführung eines Werks von Michael Torke, der als Vertreter des Post-Minimalismus zu den führenden US-amerikanischen Komponisten seiner Generation zählt. Das Stück für 24 Instrumentalisten »Being« wird in Dresden zum ersten Mal öffentlich aufgeführt. Das Tempo schwankt hierbei keinen Deut: Exakt 126 Beats pro Minute lassen einen unweigerlich in den Fluss der Musik gleiten.

Die Elbkarawane der Dresdner Sinfoniker entstand in Kooperation mit »Seebühne« und der Weißen Flotte Dresden. Die Langsamkeit der Annäherung an den eigentlichen Konzertort, lasse spontane Begegnungen, Gespräche auf dem Weg und genaues musikalisches Hinhören zu, so Intendant Markus Rindt. Für das umzäunte Konzertgelände am Neustädter Ufer wird Eintritt erhoben, um die nicht unerheblichen Kosten zu decken. Wer die Elbkarawane per Rad oder Boot begleitet oder sich rechtzeitig um Karten für die Schiffe ab Pillnitz bemüht, ist natürlich näher dran.

Heinz K.

Die Elbkarawane mit den Dresdner Sinfonikern startet am 4. September gegen 12 Uhr in Pillnitz und kommt gegen 15 Uhr in der Innenstadt an. Konzertbeginn ist 18.30 Uhr (zwischen Carola- und Augustusbrücke); Tickets für das Konzertgelände (limitiert auf max. 1.000) nur im Vorverkauf über dresdner-sinfoniker.de

Lötspektakel hoch zehn

»Circuit-Control« feiert 10-jähriges Jubiläum

Das Festival für kreativen Umgang mit dem Lötkolben »Circuit-Control« feiert diesjährig sein Jubiläum im Medienkulturzentrum im Kraftwerk Mitte (ehemalige Alte Reaktanz). Alle, die schon immer mal ein Musikinstrument, einen Mini-Roboter oder eine Lichtskulptur bauen, Löten lernen, oder anderen dabei zusehen wollten, sind herzlich dazu eingeladen.

Eine Woche lang wird ein buntgemischtes Programm aus Workshops, Kursen und fachspezifischen Vorträgen rund um die Themen Löten und Elektronik angeboten. Die Workshops stehen allen Interessierten offen (einfach zwischen 13 und 21 Uhr ins Medienkulturhaus kommen). Neben Lötkolben stehen dafür auch Ätz-Equipment, Lasercutter und 3D-Drucker zur Verfügung. Parallel dazu finden zahlreiche Konzerte und Happenings mit internationalen Acts statt. Über das Medienkulturhaus werden außerdem ein Podcast und Video-Material zum Festival gezeigt. Den Abschluss bildet eine öffentliche Veranstaltung, bei der Workshopteilnehmer, lokale und internationale Gäste den Abend mit einem audiovisuellen Konzert mit ihren selbstgebauten Instrumenten und Geräten gestalten. Zusätzlich wird bis eine Woche nach dem Festival noch eine Abschlussausstellung zu sehen sein. Zeitgleich findet übrigens das Sommerfest vom Kraftwerk Mitte statt – also gleich noch ein Grund, sich das nicht entgehen zu lassen!

10 Jahre Circuit-Control, vom 30. August bis 4. September, jeweils 13 bis 21 Uhr, im Medienkulturzentrum im Kraftwerk Mitte; mehr unter: circuit-control.de

Hintergrund:

»Circuit-Control« wurde von Alwin Weber gegründet, der seit elf Jahren regional und international Elektronik-Workshops gibt. Seit 2011 tourt er mit »Circuit-Control« (fast) jedes Jahr durch spannende Locations in Dresden (wie etwa Fischladen, Hole Of Fame, Communardo, Rosenwerk, Zentralwerk, Blaue Fabrik, Sektor Evolution). Teilnehmer und Kursleiter aus Deutschland, Spanien, der Schweiz, Österreich, den Niederlanden und Großbritannien setzen sich ganz praktisch auseinander mit Klangschaltungen, Robotern, Installationen, kynetischen Objekten, Mikrocontroller-Steuerungen u.v.m. Mit dem 10-jährigen Jubiläum geht die Gründung des Metaknoten e.V. einher. Dieser soll auch unabhängig von »der Löterei« europaweit die Vernetzung der multimedialen Kunstszene voranbringen.
Marvin

Unsterblicher Winnetou

Multimediale Hommage an Karl May

Am 4. September findet zu Ehren Karl Mays und seines Helden Winnetous ein ganz besonderes Event im Karl-May-Museum statt. Winnetous fiktiver Todestag (2. September 1874) ist Anlass für die multimediale Hommage. Die Fassade zum Park der Villa Shatterhand verwandelt sich dabei in eine große Leinwand. Dank Videomapping werden Karl May und seine Helden zu neuem Leben erweckt. Im Mittelpunkt des Geschehens steht eine Szene aus Karl Mays letztem Werk „Winnetous Erben“. Darin steigt Winnetou auf einem Wasserfall am fiktiven Mount Winnetou zum Himmel auf. Die bewegende Szene hat sich Karl May 1909 hinter den Mauern seines Wohnhauses der Villa Shatterhand ausgedacht.

Musikalisch begleitet wird das Videomapping durch Mays Ave Maria, live performt vom Chor Collegium Canticum Dresden. Bereits vor der multimedialen Hommage an Karl May nimmt der Opernchor der Landesbühnen Sachsen die Gäste mit auf eine musikalische Weltreise von Russland über Ägypten bis nach Brasilien. Dabei werden alle Stücke in ihrer Originalsprache vorgetragen.

4. September, 19 Uhr, Karl-May-Museum Radebeul. Tickets für das Ereignis kosten 15 €/ Kinder 10 €.