Filmfest Dresden #Sofascreening

Vom 13. bis 18. April hätte das 33. Filmfest Dresden stattgefunden. Wie bereits im vergangenen Jahr, muss das Internationale Kurzfilmfestival 2021 erneut verschoben werden und hofft nun, euch vom 13. bis 18. Juli begrüßen zu können. Um die Festivalwoche nicht kurzfilmfrei verstreichen zu lassen, hat das Filmfest Dresden ein kleines „Festivalprogramm“ vorbereitet: mit digitalen Screenings von Festivalfilmen für Groß und Klein sowie Zoom Live-Gesprächen (in Englisch) mit Akteuren der diesjährigen Sonderprogramme. Außerdem wird das ursprünglich für den Kurzfilmtag (21. Dezember) geplante Filmquiz nun digital nachgeholt. Am 16. und 17. April heißt es also „Watch Shorts. Play Hard.“ in Kooperation mit der GrooveStation Dresden. Die Woche eröffnen wird zudem die Premiere des diesjährigen Festivaltrailers, gestaltet von der Animationskünstlerin Renata Gąsiorowska (u. a. CIPKA/PUSSY, Gewinnerfilm Goldener Reiter Beste Animation im Internationalen Wettbewerb & ARTE-Kurzfilmpreis beim FFDD17).

Immer um 15 Uhr präsentieren die Family Shorts einen Kinder- bzw. Jugendkurzfilm, um 20 Uhr schließt sich dann ein Kurzfilm aus dem #ffdd21 Wettbewerbs- bzw. Sonderprogramm an. Verfolgen könnt ihr das alles sowohl auf der Filmfest-Website als auch auf den Social-Media-Kanälen sowie auf youTube. #FFDDathome #sofascreening

Ab 6. April wieder gelockerte Corona-Regeln in Dresden

In Dresden sowie dem Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge wurden alle Lockerungen, die laut geltender Sächsischer Corona-Schutzverordnung möglich sind, zugelassen. Das heißt, ab Dienstag können dort wieder Botanische Gärten, Zoos, Tierparks, Museen, Galerien und Gedenkstätten mit vorheriger Terminbuchung öffnen.

Außerdem ist Click & Meet im Einzel- und Großhandel nach vorheriger Terminbuchung für einen fest begrenzten Zeitraum wieder möglich. Auch weitere körpernahe Dienstleistungen wie Kosmetik- und Tattoostudios dürfen wieder öffnen. Individualsport alleine oder zu zweit und in Gruppen von bis zu 20 Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren im Außenbereich ist ab dem 6. April ebenfalls wieder erlaubt. Fußball gehört allerdings nicht zu den erlaubten Sportarten.

Hintergrund: Seit 1. April gilt die aktuelle sächsische Corona-Schutz-Verordnung, nach der neben der vom RKI gemeldeten 7-Tage-Inzidenz auch die Anzahl der an Covid-19-Erkrankten in Normalstationen der Krankenhäuser in Sachsen relevant ist. Die Grenze liegt bei 1.300 Betten. Stand 5. April: 1.002 Betten in sächsischen Krankenhäusern sind mit Covid-19-Patienten belegt. Update: Stand 7. April: 1.100.

Inter | Trotz | Aktion mit Alwin Weber

Der Musiker und Medienkünstler Alwin Weber (CircuitCircle alias SchrägeRunde) arbeitet seit nunmehr zwei Monaten an seiner Ausstellung „Pineal Gland Studies“, die er nach seinem artist-in-residency-Aufenthalt im Medienkulturzentrum im Kraftwerk Mitte realisieren konnte. Unter dem Motto „Inter | Trotz | Aktion“ hat er an der Ausstellung geplant und gearbeitet, denn das kreative Schaffen sollte auch trotz der aktuellen kulturellen Schieflage nicht aufhören.

Auf der Webseite des Medienkulturzentrums wird die Eröffnung und eine Klangperformance am 8. April gestreamt und dokumentiert. Es gibt die Möglichkeit, sich in dieser Liste einen 1-stündigen Slot zu buchen, um die Ausstellung in „echt“ zu besuchen. Dazu ist allerdings ein negativer Schnelltest erforderlich, da es in einem öffentlichen Gebäude stattfindet. Es stehen für jeden der drei Tage 5 Slots für max. 5 Personen zur Verfügung, es wäre schön wenn sich interessierte Menschen da selbstständig und rücksichtsvoll eintragen.

Die Ausstellung ist vom 8. bis 10. April in der Zeit von 15 bis 20 Uhr im Kraftwerk Mitte 3 zu sehen.

Pause, aber keine Kunstpause

Tonlagen mit Auflagen: Die Dresdner Tage der zeitgenössischen Musik stehen unter dem Motto »Pause« und finden ausschließlich digital statt

Alva Noto, Photo Credit: Nikolaus Brade

Das 1987 von Udo Zimmermann als »Dresdner Tage der zeitgenössischen Musik« auf der Schevenstraße ins Leben gerufene, zwischenzeitlich in »Tonlagen« umbenannte und nach Hellerau verpflanzte Festival, erlebt eine weitere Metamorphose. Seit 2019 unter der Leitung von Moritz Lobeck, will das nunmehr als »Tonlagen – Dresdner Tage der zeitgenössischen Musik« firmierende Festival aller zwei Jahre aktuelle Entwicklungen in der Musik und zeitgenössischen Kunst präsentieren und diskutieren. Die Festivalplanung erscheint in diesem Jahr besonders schwierig unter der Prämisse von Kontaktvermeidung und dem Damoklesschwert, das mit der Orientierung an Inzidenzwerten über Präsenzveranstaltungen schwebt.

Eine echte Herausforderung in einer Zeit, in der Festivals und Musikevents eigentlich gar nicht stattfinden können. Dementsprechend passt dazu das diesjährige Motto der Tonlagen: »Pause«. Der Alltag pausiert, damit die Kunst ihren Platz finden kann. Was kann da ein Festival leisten? »Für mich wären da mehrere Punkte wichtig«, sagt Moritz Lobeck. »Ich würde gerne sichtbar machen, welche Ensembles und Initiativen für zeitgenössische Musik es hier vor Ort gibt, in Dresden, in Sachsen. Bis 2009 hieß die Veranstaltung auch ‚Dresdner Tage der zeitgenössischen Musik‘, diese Bezeichnung habe ich bewusst wieder aufgegriffen und als Untertitel zu ‚Tonlagen‘ ergänzt. Ausgehend von diesem regionalen Fokus ist ein weiterer Gedanke, weniger auf Kompositionsaufträge und die Fließbandproduktion neuer Stücke zu setzen, als vielmehr Ensembles selbst in den Fokus zu rücken.«

Der regionale Fokus eröffnet für Lobeck aber auch eine Chance, denn durch Corona »wird das Motto jetzt noch zentraler, denn wir müssen mit Tonlagen immer wieder pausieren, um alle geplanten Programmschwerpunkte zeigen zu können.«, sagt Lobeck zu denm mehrteiligen Festival. Der bewusst gewählte regionale und historische Blick spiegelt sich dann auch in Teilen des Programms wider. So sind mit AuditivVokal Dresden, Sächsische Staatskapelle, Elbland Philharmonie, Ensemble Avantgarde, Contemporary Insights, El Perro Andaluz oder ensemble courage zahlreiche lokale Ensembles im Programm vertreten.

Eröffnet werden die Tonlagen am 11. April allerdings nicht wie geplant mit dem Leipziger Ensemble »Contemporary Insights«. Die Veranstaltungen finden nun aufgrund der Corona-Verordnung, die keine Live-Veranstaltungen mehr zulässt, ausschließlich online als Video- oder Live-Streams sowie als Rundfunk-Übertragungen statt. Stattdessen zu erleben: »Podcast from HELL Episode 4 – Das Andere in der Musik?« DDR-Lieder – eine Talkrunde zu verschiedenen Perspektiven zur Aufarbeitung der Musik der DDR anlässlich des 35-jährigen Jubiläums des Dresdner Zentrums für zeitgenössische Musik.

So geht es dann mit dem Komponisten und Gitarristen Frieder Zimmermann und seinem Projekt »4 Seiten//6Saiten« am 14. April auf einen Ausflug an den Ort seiner Kindheit nach Prohlis, wo seine für 20 E-Gitarren und Verstärker entwickelte Komposition aufgeführt wird. Mit »433X22« begleitet John Cages legendäre Komposition 4‘33 in Kooperation mit der Sächsischen Staatskapelle Dresden jeden Morgen des Festivals. »An Invitation to« von Julian Charrière wird sich als installative Rave-Performance an jedem Abend des Festivals weiterentwickeln. Robert Lippok und Maryvonne Riedelsheimer werden das Festival mit einer spekulativen musikalischen Studie am 2. Mai beschließen. Außerdem präsentiert Ensemble Modern »XERROX 4« von und mit Carsten Nicolai alias Alva Noto, und das Berliner Trickster Orchestra veröffentlicht im Rahmen des invasiven Projektes »Disturbing the Universal« sein neues ECM-Album.

Neben einem Fokus auf experimentelle Musikfilme in der DDR sind (kuratiert von Gisela Nauck und Jens Schubbe und in Kooperation mit dem Deutschlandfunk) Uraufführungen u.a. von Paul-Heinz Dittrich und Helmut Oehring geplant. In einem Podcast diskutiert der Musikwissenschaftler Jakob Auenmüller verschiedene Perspektiven zur Aufarbeitung der ostdeutschen Kunst in der Nachwendezeit.
Heinz K.

Tonlagen – Dresdner Tage der zeitgenössischen Musik, 11. April bis 2. Mai; aktualisiertes Programm und Tickets unter hellerau.org

Quarantäne

Neues Onlinespiel des Erlebnislandes Mathematik ermöglicht Pandemieverläufe spielerisch zu verstehen

Aktuell sind Statistikerinnen und Statistiker sehr gefragt. Sie berechnen Inzidenzen und erstellen Prognosen über den weiteren Verlauf der Corona-Pandemie. Ein neues Onlinespiel des Erlebnislandes Mathematik in den Technischen Sammlungen Dresden greift diese Punkte auf. Die Spielerinnen und Spieler versuchen, die pandemische Ausbreitung eines Virus durch Maßnahmen, wie sie aktuell auch in der Realität zu finden sind, einzudämmen. Das Ziel ist dabei simpel: Die Zahl der Erkrankten soll so klein wie möglich ausfallen.

Ähnlich wie auf einer Karte stellen verschiedenfarbige Punkte den aktuellen Gesundheitsstatus dar. Nach dem Ausbruch des Virus kann man die weitere Verbreitung ausbremsen, in dem Schutzmaßnahmen ergriffen werden. Hier ist jedoch Vorsicht geboten. Je mehr Punkte geschützt sind, desto kleiner die allgemeine Vorsicht und das Pandemiegeschehen nimmt Tempo auf. Größere Infektionsherde können unter Quarantäne gesetzt werden. Irgendwann ist auch der Impfstoff bereit, um die Pandemie zu stoppen.

Nach Aussage der beteiligten Mathematiker der TU Dresden ist das Spiel keine Modellierung einer realen Pandemie, denn diese ist viel komplexer, als ein Spiel es darstellen kann. Die Version 1.0 von „Quarantäne“ ist auch eine Aufforderung an alle Interessierten mit Programmierkenntnissen, das Spiel weiterzuentwickeln und ihre Ideen einfließen zu lassen. Die Quelldaten stehen auf der Plattform github offen zur Verfügung.

beuteLkunst – die Kunst, die du mitnehmen darfst

Ferienangebote zum Mitnehmen aus der JugendKunstschule Dresden

Thea Kirchhof ist eine von drei Freiwilligendienstleistenden an der JugendKunstschule Dresden. Alle drei bereiteten zuerst das Osterferienprogramm und nun die Aktion „beuteLkunst“ mit vor.

Weil die Osterferienangebote nicht stattfinden können, startet die JugendKunstschule Dresden die Aktion „beuteLkunst – Kunst, die Du mitnehmen darfst“. Kinder und Jugendliche aus Dresden dürfen sich am 6. und 7. April von 10 bis 12 Uhr Materialpakete mit Anleitungen an drei verschiedenen Standorten der JugendKunstschule Dresden abholen: Am Schloss Albrechtsberg, Bautzner Straße 130 in Loschwitz, im Palitzschhof, Gamigstraße 24 in Prohlis und im Club Passage, Leutewitzer Ring 5 in Gorbitz. Für alle, die mit den Ferienprojekten „to go“ alleine nicht weiterkommen, gibt es zudem Video-Sprechstunden, die man über einen QR-Code auf der Anleitung öffnen kann. Bei der Abholung wird darum gebeten, einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen. Die Kunstbeutel werden verteilt, solange der Vorrat reicht. Mehr Informationen gibt es unter jks-dresden.de.

Abflug Terminal Sofa

Familienurlaub mit dem tjg. in den Osterferien

Sicher verreisen in den Osterferien? Und auch noch schön weit weg? Das tjg. theater junge generation hat für sein beliebtes digitales Begegnungsformat „Abflug Terminal Sofa“, das Familien einlädt, mit Mitgliedern des Ensembles auf virtuelle Reise zu gehen, kurzfristig zusätzliche Ferientermine angesetzt. Die Möglichkeiten reichen etwa von Dschungelerkundung über Safari in der afrikanischen Steppe bis hin zu einer Wandertour am Polarkreis. Gereist wird vom Sofa aus über den Videokonferenzdienst Zoom, unterwegs warten kleine Abenteuer und Interaktionen an verschiedensten Zielen.

Eine Reise für Familien mit Kindern ab 4 Jahren dauert ca. 40 Min., Abflugtermine sind am 5./9./10. April jeweils 16 Uhr. Familien mit Kindern ab 8 Jahren reisen ca. 50 Min., Termine dafür: 6.April, 18 Uhr sowie 7./8./11. April, jeweils 16 Uhr. Kostenlose Tickets für den digitalen Familien-Überraschungstrip sollten zeitnah im tjg.- Reisebüro per E-Mail (theaterkasse@tjg-dresden.de) oder telefonisch (Mo-Fr 12 – 18 Uhr, 0351. 32042777) gebucht werden. Für die virtuelle Reise wird ein Computer/Laptop mit Mikrofon und Webcam sowie eine stabile Internetverbindung benötigt. Angemeldete Mitreisende bekommen im Vorfeld weitere Instruktionen sowie Material zum Mitmachen per Mail zugesandt.

Neben „Abflug Terminal Sofa“ bietet das tjg. übrigens aktuell mit #tjgliest eine digitale Lesereihe für den Schulunterricht sowie das kreativ-analoge Aktionsformat „Kunstmonat“ für Kitas, Grund- und Oberschulen sowie Gymnasien. Alle aktuellen Informationen dazu unter tjg-dresden.de

»Wir lassen uns nicht entmutigen«

Die Tanzwoche Dresden steckt in ihrem 30. Jubiläumsjahr in finanziellen Schwierigkeiten

Postherioca von der Compagnie Tanzwerke Vanek Preuß, Copyright: Günter Krämmer

Die Tanzwoche begeht im April ihr 30. Jubiläum. Eigentlich, muss man sagen. Noch steht in den Sternen, wann die Türen der Theater wieder geöffnet werden dürfen. Was bedeutet das für die Planung des Festivals? René Rothe, freier Regisseur und seit einigen Jahren Künstlerischer Leiter der Tanzwoche, hat dazu die Fakten. Das Interview für DRESDNER Kulturmagazin führte Rico Stehfest.

Wie plant man unter den aktuellen Umständen ein Festival, das eigentlich einen enormen organisatorischen Vorlauf benötigt, den man jetzt aber nicht hat?

Wir haben momentan tatsächlich ein ganz anderes Problem. Uns ist die institutionelle Förderung durch die Stadt gestrichen worden, was mir, gelinde gesagt, unverständlich ist. Die Tanzwoche Dresden ist das größte Projekt des Vereins zur Förderung der Tanzbühne Dresden e.V. und eins des größten beständigen Tanzfestivals für zeitgenössischen Tanz in Europa mit nationalen und internationalen Künstlerinnen und Künstlern. Das ist schon ein Schlag ins Gesicht aller Beteiligten.

Wie kam es zu dieser Entscheidung?

Die Entscheidung erscheint uns widersprüchlich. Die Facharbeitsgruppe Darstellende Kunst kritisiert in ihrer Erklärung das Ausbleiben eines Generationswechsels innerhalb der künstlerischen Weiterentwicklung der Tanzwoche. Dieser Generationswechsel in der Projektleitung ist aber in den laufenden Vorbereitungen des Festivals 2019 durch mich vollzogen worden. Auch ist dieser Wechsel langfristig vorbereitet, da ich über mehrere Jahre durch die mir übertragenen Aufgaben in das Festival hineingewachsen bin. Im Bereich der Pressearbeit haben wir Jelena Ivanovic seit 2019 mit im Team und mit Daniela Backhaus eine Tanzpädagogin für den Bereich der Inklusion. Durch dieses Team entstand das neue Konzept für das Festival 2020. Auch mit Blick auf die künstlerischen Inhalte sind in diesen Jahren neue Compagnien und Künstlerinnen und Künstler dabei, die frische, zeitgenössische Konzepte verfolgen. Die offizielle Begründung ist für uns also nicht nachvollziehbar.

Wie wurde denn das Konzept bewertet?

Auch hier ist für uns einiges unklar. Für 2020 war unser neues Konzept angenommen worden, mit dem wir ja den Generationswechsel vollzogen hatten. Wir hatten entsprechend eine institutionelle Förderung zugesagt bekommen. Nachdem letztes Jahr die Tanzwoche situationsbedingt ausfallen musste, haben wir das bestehende Konzept modifiziert. Wir haben also ganz selbstverständlich auf dem bestätigten Konzept aufgebaut und die weitere Entwicklung vorangetrieben. Auf Anraten der Stadt haben wir eine Projektförderung beantragt, weil sich abzuzeichnen begann, dass eine institutionelle Förderung nicht gewährt werden würde, wobei die Gründe dafür offenblieben. Aber diese Projektförderung haben wir auch nicht erhalten. Das wirkt auf uns zwangsläufig etwas intransparent.

Was bedeutet das für die nächsten Pläne?

Wir lassen uns auf jeden Fall nicht entmutigen. Wir sind in Widerspruch gegangen; allerdings ist das Procedere hier sehr langwierig. Wir wollen natürlich das Gespräch mit der Stadt suchen, sehen aber hier Mühlen malen, deren Arbeit wir weder mitgestalten noch beschleunigen können. Dank der Gastspielförderung der Kulturstiftung des Freistaates haben wir jetzt erstmal den Plan, ein kleines Festival im projekttheater und im öffentlichen Raum stattfinden zu lassen, sofern es die Umstände ermöglichen. Wir haben neben anderen die Compagnie »Tanzwerke Vanek Preuß« aus Bonn eingeladen. Sie zeigen ihre Performance »Postheroica – Abschied vom Heldenmythos Beethoven«. Das wird hoffentlich die Eröffnung des Festivals am 21. und 22. April werden.

Vielen Dank!

Update 19. April: Ursprünglich sollte die Tanzwoche Dresden verkürzt vom 21. bis 29. April im projekttheater sowie im Alaunpark stattfinden, aufgrund der Corona-Situation sind jedoch Präsenzveranstaltungen nicht möglich.

Die lange Durststrecke des Einzelhandels

Ein Blick in Läden der Neustadt

Das Stadtbild steht mit seinen Plakaten zu längst vergangenen Veranstaltungen an Wänden, Säulen und Tafeln, geschlossenen Läden und hochgestellten Sitzgelegenheiten in der Gastronomie still und befindet sich im andauernden Winterschlaf. Wer die letzten Wochen durch die Dresdner Straßen spaziert und in die Schaufenster der geschlossenen Geschäfte schaut, dem blickt hier und da noch die Winterware und die Weihnachtsdekoration an, immer wieder tauchen aber auch vereinsamte Glasfronten auf mit Schildern über leer stehenden Gewerberäumen, die zu vermieten sind. Laut dem Statistischen Bundesamt brach beispielsweise der Umsatz im Handel mit Textilien, Bekleidung, Schuhen und Lederwaren sowie der Einzelhandel mit Waren verschiedener Art im Januar 2021 gegenüber deb Umsatzzahlen von Januar 2020 um 76,6 Prozent ein. Dafür profitierte der Internet- und Versandhandel mit einem Umsatzanstieg von real 31,7 Prozent. Konsumiert wird also noch, nur verlagert sich der Einkauf vermehrt in den Online-Bereich, zum Leidwesen der regionalen Läden. Natürlich laden auch diese mit zahlreichen Zetteln und Hinweisen an den Türen der vorüber geschlossenen Geschäfte und laden zum Online-Shopping oder Anrufen ein. Seit 15. Februar ist der click&collect-Service wieder möglich, mit dem Ware, die zuvor online oder telefonisch bestellt wurde, im oder vor dem Ladenraum abgeholt werden kann. Durchgehend zu regulären Öffnungszeiten geöffnet und verfügbar ist übrigens auch das Neustadt-Original »Eisenfeustel«. Das Traditionsunternehmen auf der Bautzner Straße musste nicht schließen, da diese als »einschlägige Ersatzteilverkaufstelle« gilt. Doch gerade die Kommunikation über die Öffnung trotz Lockdown gestaltet sich schwierig. Deshalb hat der Mini-Baumarkt seit März letzten Jahres ein gut gepflegtes Instagram-Profil, welches liebevoll die breite Produktpalette vorstellt.

Anfang März stellte die Bundesregierung den Fünf-Stufenplan zur Öffnung vor. Je nach Inzidenzwert kann eine schrittweise Lockerung erfolgen. Schritt 2 lässt die teilweise Öffnung des Einzelhandels zu, darunter zählen Buchhandlungen, Blumengeschäfte und Gartenmärkte, die inzwischen als systemrelevant eingestuft werden. Schritt 3 schließt dann auch den restlichen Einzelhandel in die Öffnungen mit ein, alles verbunden mit Personen- und Zeitregelungen und einer stabilen Inzidenz von 50. Ein ausgelassenes und spontanes Einkaufserlebnis lässt also weiterhin auf sich warten, und von den Einzelhändlern wird organisatorisch viel abverlangt. Man kann nicht oft genug betonen, dass es sich lohnt, die regional ansässigen kleinen Shops zu unterstützen, anstatt weltweit Waren über Online-Giganten zu ordern.

Wer bei der Kunden-Kommunikation helfen will, ist der Gewerbe- und Kulturverein Dresden Neustadt. Darunter versammelt sich ein Netzwerk aus Gewerbetreibenden, das Interessen von ansässigen inhabergeführten Läden und Bewohnern des Viertels wahrnimmt, bündelt und in Maßnahmen umsetzt. So entstand im letzten Jahr das Projekt »Neustadt bringt’s«. Auf der gleichnamigen Website, die durch den Gewerbe- und Kulturverein Dresden Neustadt mit Unterstützung von »Neustadt-Geflüster« entstanden ist, veranschaulicht eine interaktive Karte welche Einzelhändler, Initiativen und Gastronomie- und Unterhaltungsangebote rund um die Neustadt ansässig sind, und ob diese ein Liefer- oder Abholangebot anbieten. Neben den gebündelten Kontaktinformationen sind zudem noch eine Kalenderfunktion geplant, die über aktuelle Aktionen hinweisen soll. Zudem wird darüber nachgedacht, so Torsten Wiesener vom Gewerbe- und Kulturverein, ob es möglich ist über die Website eine Lieferfunktion anzubieten, die im nahen Dresdner Raum einen Shuttle für Händler über ein Logistikunternehmen anbietet. Diese Idee ist durch die Schließungen und Kontaktbeschränkungen entstanden, sie soll und darf jedoch auch über die Corona-Maßnahmen hinaus den Service zur Verfügung stellen, Ware schnell und direkt ins Haus zu liefern.

Blume Salomé (Copyright: Annett Zollfeldt Fotografie)

Aber wie ergeht es denn nun regionalen Händlern seit dem Lockdown, und wie schauen sie auf das Geschäftsjahr 2021? Dazu war DRESDNER-Autorin Jenny Mehlhorn im Gespräch mit Torsten Daae vom Catapult, Remo Dudek von art+form, Maria Bernhardt von Blume Salomé und Steve Kupke vom Unipolar, die stellvertretend für den Einzelhandel ein gegenwärtiges Stimmungsbild wiedergeben, das zeigt, wie viel Mühe und Herzblut in die einzelnen Ladenprojekte gerade gesteckt wird.

Was habt ihr während der Schließung gemacht, gestaltet, verbessert, verwirklicht?

Catapult: Zunächst ist durch die zwangsweise Schließung der normalerweise umsatzstärksten Wochen vor Weihnachten unser Ladenumsatz seit dem 14. Dezember 2020 komplett eingebrochen. Wie auch im Frühjahrs-Lockdown haben wir neben der Inventur im Januar weiter verstärkt an unserem Onlineshop-Angebot catapult.de gearbeitet und die erfolgreichen Corona-Care-Pakete durch weitere Geschenkboxen sowie den weiteren Aufbau des Gesamt-Onlinesortiments deutlich erweitert.

art+form: Tatsächlich waren wir auf den zweiten Lockdown besser vorbereitet als beim ersten Mal im März, wo es uns ziemlich unerwartet getroffen hatte. Nach kurzem Verschnaufen, so mitten im Weihnachtsgeschäft ausgebremst zu werden, haben wir viele Kapazitäten in unseren Onlineshop gesteckt. Viele Stammkunden und Dresdner haben die Chance genutzt, sich darüber mit letzten Weihnachtsgeschenken zu versorgen. Wir haben Anfang Januar unsere Inventur etwas verlängert, einmal alles gezählt und auf Hochglanz poliert. Wir haben die Zeit genutzt, neben einem neuen Kassensystem auch eine neue Warenwirtschaft für den Laden zu installieren – nun sind wir ganz gespannt auf die Feuertaufe zur Ladenöffnung. Wir haben gestrichen, gefliest, und nun bekommt noch unser Parkett einen neuen Schliff und eine neue Versiegelung – wird sind also rundum bestens vorbereitet auf den Neustart.

Blume Salomé: Ich habe Mitte November aufgemacht und hatte einen sehr guten Start. Die Umsätze sind dann mit dem Lockdown von heute auf morgen um ca. 60 Prozent eingebrochen. Zu Weihnachten kamen noch einige Bestellungen rein, das hat noch etwas Geld in die Kasse gebracht. Im Januar konnte ich mit den Einnahmen nicht mal ansatzweise die Fixkosten decken. Seit Februar geht es wieder etwas aufwärts. Ich bin angewiesen auf Laufkundschaft, wie fast jedes Geschäft in der Äußeren Neustadt. Da ich erst im November aufgemacht habe, habe ich leider kaum Stammkunden und es dauert auch ohne Lockdown lange, bis sich ein neuer Blumenladen herumgesprochen hat. Mit der Schließung habe ich erst mal Pause gemacht, geputzt, letzte Babykrankheiten des Online-Shops behoben, im Laden umgestellt. Ich verkaufe neben Blumen, Vasen und Töpfen auch Prints und Grußkarten von ausgesuchten Designern und Illustratoren. Hier hatte ich endlich mal Zeit, mich um neue Kooperationen zu kümmern.

Unipolar: Es war erst mal ein Schock, aber wir haben das Beste daraus gemacht. In der Weihnachtszeit waren es erfreulicherweise viele Onlineshop-Bestellungen, mit denen wir gut beschäftigt waren. Im Januar wurde es wie erwartet ruhiger. Wir haben im neuen Jahr mit der Inventur angefangen. Als klar wurde, dass die Wiederöffnung verschoben wird, haben wir uns Gedanken gemacht wie wir den Laden aufhübschen können. Dann haben wir mit der Renovierung begonnen. Parallel arbeiten wir an dem Ausbau unseres Onlineshops und möchten die Benutzerfreundlichkeit zum Beispiel durch Filtermöglichkeiten verbessern. Wir haben die Zeit auch genutzt, um unsere Arbeitsabläufe zu optimieren und ein Arbeitshandbuch für alle zu verfassen.

Catapult auf der Rothenburger/ Ecke Böhmische Straße

Was sind eure Erfahrungen mit click&collect, und welchen Service könnt ihr noch anbieten?

Catapult: Click&collect war in Sachsen seit dem Lockdown im Dezember behördlich untersagt, erst seit dem 15. Februar können wir es wieder unseren Kunden anbieten. Bislang wird diese Einkaufsmöglichkeit jedoch sehr zaghaft genutzt. Über unseren Onlineshop www.catapult.de versenden wir europaweit per DHL unsere beliebten Geschenkpakete.

art+form: Endlich ist es nun wieder möglich, vorab bestellte Waren direkt bei uns abzuholen. Bestellen kann man bequem im Onlineshop, aber auch telefonische Anfragen und Wünsche per E-Mail versuchen wir alle zu erfüllen. Natürlich ist es auch weiterhin möglich, sich die Waren einfach nach Hause liefern zu lassen – ab 40 Euro Bestellwert versenden wir deutschlandweit sogar ohne Versandkosten.

Blume Salomé: Ja klar, click&collect läuft. Leute bestellen Vasen, Pflanzen, Keramik, Prints und Grußkarten im Online-Shop und Schnittblumen via Google Maps (Chatfunktion), Telefon, Instagram und Mail. Es zieht sehr langsam an, aber es zieht.

Unipolar: Ja, man kann über unseren Onlineshop bestellen und die Bestellung täglich bei uns in der Neustadt abholen. Zusätzlich kann man sich per Telefon kompetent zu seinem Einkauf beraten lassen. Wir freuen uns durch die Abholung vor Ort über jedes freundliche Gesicht (hinter der Maske), das fühlt sich nach ein bisschen Normalität an, wenn man ansonsten nur Pakete packt. Wir merken definitiv einen Umsatzanstieg in unserem Onlineshop, der hauptsächlich von unseren Stammkunden genutzt wird.

Im Unipolar

Werdet ihr finanziell unterstützt, gibt es Hilfen vom Staat?

Catapult: Finanzielle Unterstützung von staatlicher Seite haben wir bislang nicht erhalten. Einzige Hilfe ist die Beantragung des Kurzarbeitergeldes, welches jedoch erst nach zwei Monaten von der Bundesagentur an uns ausgezahlt wurde.

art+form: Das größte Problem ist die fehlende Planbarkeit. Entscheidungen zu Verlängerungen von Maßnahmen, neuen Vorschriften etc. werden immer sehr kurzfristig beschlossen, der Handel ist nicht einbezogen und es fehlt eine Perspektive, womit wann zu rechnen ist. Man kann da immer nur mutmaßen und das macht es schwierig, Warenbestände, Aktionen im Jahr aber auch Personal zu planen. Von allen vollmundig angepriesenen Unterstützungen von Land oder Bund ist bei uns nichts angekommen. Es deprimiert schon gewaltig, dass hier viel geredet und versprochen wird, aber real am Ende nichts ankommt. Da fühlen wir uns schon allein gelassen.

Blume Salomé: Natürlich ist Geld das größte Problem. Als Neugründerin sind für mich keinerlei Corona-Hilfen vorgesehen. Ich zehre von meinem Ersparten. Wenn ich nicht bald aufmachen darf, muss ich einen Kredit aufnehmen. Auch die Motivation leidet. Aber Aufgeben kommt momentan nicht in Frage.

Unipolar: Dadurch, dass unser Onlineshop einen gewissen Umsatz abwirft, sind wir für die Überbrückungshilfen nicht berechtigt. Trotzdem haben wir die monatliche Ladenmiete und weitere Fixkosten zu stemmen. Wir möchten gar keinen Ausgleich für den fehlenden Umsatz, aber eine Beteiligung an den Fixkosten wäre wünschenswert. Einiges an Winterware ist übrig geblieben, wobei wir hoffen, diese noch im nächsten Winter verkaufen zu können. In den kommenden Wochen erreicht uns die Frühlings- und Sommerkollektion, die wir stets vorfinanzieren müssen. Dadurch ergibt sich ein Liquiditätsengpass, welcher nur durch ein Darlehen gepuffert werden konnte. Bei regulärem Betrieb der Läden hätten wir es aus eigener Tasche stemmen können.

Wie plant ihr dieses Jahr?

Catapult: Die Planbarkeit ist tatsächlich sehr schwierig, da wir etwa für unser Oster-Sortiment einen Vorlauf von ca. einem halben Jahr haben, um Saisonware gezielt auf Messen einzukaufen. Die Messebesuche sind nun komplett weggefallen und eine Akquise neuer Artikel funktioniert nur über Online-Kanäle der vertrauten Lieferanten. Da derzeit noch unklar ist, ab wann unser Laden geöffnet werden kann, ist ein Einkauf an saisonaler Frühlingsware bislang im Vergleich zu den Vorjahren nur sehr zaghaft und vorsichtig erfolgt. Insgesamt sind wir jedoch optimistisch, dass mit Ladenöffnung wieder viele Kunden zu uns kommen werden.

art+form im Februar

art+form: Wir versuchen das Bestmögliche – mit Herz und Bauch und ordentlich Optimismus. Zum Start ins neue Jahr haben wir gesagt: »Es kann ja nur besser werden.«

Blume Salomé: Ich habe die wenigen Rücklagen, die ich für Investitionen hatte, aufgebraucht. Eigentlich wäre Anfang des Jahres der richtige Zeitpunkt, um Osterware zu bestellen. Hier werde ich einige Abstriche machen müssen, da ich nicht weiß, ob ich die Ware absetzen kann.

Unipolar:Wir haben gerade die Herbst/Winterkollektion bestellt, waren aber sehr zurückhaltend, da wir noch Lagerbestände haben und wir nicht wissen wie viele Monate im Jahr wir überhaupt öffnen können. Unseren Laden in Dresden-Mitte schließen wir zum 31. März dauerhaft. Wir wollten diesen eigentlich zum Abschluss noch gebührend mit Aktionen feiern, aber leider ist dies nicht möglich.

Vielen Dank!

Mozarts »Die Zauberflöte« ab 5. April im Stream

Am Ostermontag lädt die Semperoper mit Mozarts »Die Zauberflöte« ihr Publikum zum digitalen Opernbesuch ein. Ab 5. April 2021 steht die Aufzeichnung der aktuellsten Dresdner Opernproduktion auf semperoper.de und arte.tv/opera ticketfrei zur Verfügung.  Die erfolgreiche Premiere der Zauberflöte am 1. November 2020 markiert den seither letzten Vorstellungsabend der Semperoper vor Zuschauern in der laufenden Spielzeit. Ab Ostermontag, 15 Uhr, wird nun Josef E. Köpplingers fantasievolle Inszenierung europaweit im Stream zu erleben sein. Für die Aufzeichnung in hochkarätiger Besetzung mit u. a. René Pape, Klaus Florian Vogt und Nikola Hillebrand, die in der Premierenvorstellung ihr Rollendebüt als Königin der Nacht gab, steht Kapellmeister Christoph Gedschold am Pult der Sächsischen Staatskapelle Dresden. Regisseur und Gärtnerplatztheater-Intendant Josef E. Köpplinger deutet das auf vielen Ebenen facettenreiche Singspiel in seiner Dresdner Interpretation als Coming-of-Age-Story.