Finallesung der DRESDNER Miniaturen

Am 18. Juli entscheidet sich live im riesa efau, wer den Preis gewinnt

Der Sommer kommt und endlich gibt es wieder Literaturveranstaltungen – juhu! Nach der langen Dürre freue ich mich besonders, in diesem Jahr erstmalig eine sehr schöne Veranstaltung moderieren zu dürfen: Das Finale des Literaturwettbewerbs »DRESDNER Miniaturen« nebst Preisverleihung nämlich. Bereits zum viertem Mal wird der Preis für die beste Kurzgeschichte verliehen.

Mit dem Ziel, Dresdner Autoren untereinander zu vernetzen, anzuspornen und gleichzeitig stärker ins Stadtgespräch zu bringen, hat der Verein arts up e.V. im Herbst 2019 die vierte Ausschreibung des Kurzgeschichtenwettbewerbs gestartet. Aus allen Einsendungen wurden 13 Texte ausgewählt, die seither fortlaufend hier im Heft abgedruckt wurden. Aus allen veröffentlichten Miniaturen der aktuellen Wettbewerbsrunde hat unsere Jury, bestehend aus der freien Journalistin Annett Groh, Autorin Josefine Gottwald, DRESDNER-Chefredakteur Heinz K., Buchhändler Jörg Stübing und dem Vorsitzenden des Vereins Literarische Arena und Mitherausgeber der Zeitschrift »Ostragehege« Aron Koban ihre sechs Favoriten ausgewählt. Am 18. Juli, treten diese live und vor Publikum mit ihren Texten gegeneinander an – Wer sich am Ende die Miniaturenkrone auf’s vor Freude strahlende Haupt setzen darf, entscheidet das Publikum sowie die schon genannte Jury, die um den Vorjahressieger Hans-Haiko Seifert ergänzt wird.

Es lesen: Manuela Bibrach, Katharina Goetze, Elke Egger, Xaver Grimplini, Willi Hetze und Patrick Wilden. Alle Autoren haben einen Bezug zu Dresden und bereits Texte veröffentlicht. In der Finallesung präsentieren sie zunächst ihren eingereichten Text sowie neue Texte. Neben der Jury gibt das Publikum via Stimmzettel sein Votum ab. Der Preis in Höhe von 600 Euro wird gestiftet vom DRESDNER Kulturmagazin, vergeben werden außerdem Sachpreise.
Kaddi Cutz

Die Autoren der Final-Lesung:

Katharina Goetze (* 1984 in Dresden). Nach Stationen in England, Ägypten, Laos, lebt sie seit 2015 zwischen Dresden und Wien. Studium der Journalistik, Soziologie und der Modernen Nahostwissenschaften in London, Kairo, Oxford. Preisträgerin beim Bundeswettbewerb Treffen junger Autoren, Lyrik in Fahrt und zeilen.lauf-Wettbewerb 2017. Finalistin des Open Mike 2018 und unter den Top20 beim FM4-Wortlaut 2017. Veröffentlichungen in diversen Literaturzeitschriften und Anthologien (darunter Der Maulkorb, Lichtungen, Karussell). Schreibt Prosa, Lyrik und Theaterstücke. Ihr Dramolett I heart Gorbitz wurde im Juni 2019 als Teil von PPNews: Gerüchte in Kooperation mit Armada of Arts und dem Europäischen Zentrum für Künste Hellerau in Dresden-Gorbitz aufgeführt. Sie arbeitet derzeit an ihrem ersten Roman, dessen Arbeitstitel jeden Montag wechselt.

Elke Egger wurde in Geislingen an der Steige (Baden-Württemberg) geboren und zog nach dem Abitur Ende der 80er Jahre nach West-Berlin, wo sie Publizistik, Romanistik und Geschichte studierte. Persönliche, aber auch mediale Erlebnisse, die schwerer wiegen als andere, werden in ihren Geschichten verarbeitet, so auch in der vorliegenden der Amoklauf in der Albertville-Realschule in Winnenden 2009. Ganz in der Nähe hatte sie als Schülerin ihr erstes Praktikum bei einer Tageszeitung absolviert. Seit 1994 lebt und arbeitet sie als Journalistin und Malerin in Dresden.

Willi Hetze, geboren 1985 in Dresden, studierte Soziologie und Psychologie und promovierte an der Universität Erfurt. Er arbeitet heute als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der TU Dresden. Seit 2012 ist er Vorsitzender des Schriftstellervereins Dresdner Literaturner e.V. Literarisch befasst er sich mit der Digitalisierung und modernen Lebensentwürfen. 2015 erschien sein Erzählband Das Unbegreifliche der Katzenwege und er erhielt den Jury-Preis bei den Dresdner Miniaturen. 2018 folgte sein Roman Die Schwärmer, mit dem er für den SERAPH-Preis und den Kurd-Laßwitz-Preis nominiert war.

Xaver Grimplini, 1987 geboren, wuchs in Görlitz auf. Zog nach Abitur und einer Ausbildung zum Krankenpfleger hundert Kilometer westwärts. Heute lebt er mit seiner kleinen Familie in Dresden, arbeitet seit ein paar Jahren auf einer Palliativstation und studierte nebenher Philosophie und Geschichte. Dadurch verband er Broterwerb und brotlose Kunst miteinander und weiß seither noch weniger, wo das eine aufhört und das andere beginnt. Mit dieser Ungewissheit begibt sich der Autor schreibend auf die Reise, versucht gedanklichen Neben- und Lebensgeräuschen aus Beruf und Alltag eine textliche Form zu geben.

Manuela Bibrach, geboren 1971 in Dresden, ist Diplomingenieurin für Umweltbildbildung und -psychologie. Sie hat Gedichte und Prosatexte in diversen Zeitschriften und Anthologien veröffentlicht(u.a. in Der Maulkorb, entwürfe, Krautgarten, Dreischneuß, die Novelle, Versnetze, Ostragehege, Am Erker, Dichtungsring, Ort der Augen). 2012 war sie 1. Preisträgerin des 14. Irseer Pegasus, 2018 2. Preisträgerin des Feldkircher Lyrikpreises, 2019 3. Preisträgerin der Dresdner Miniaturen, und 2020 2. Preisträgerin des Prosawettbewerbs Antho?-Logisch! 2018 erhielt sie ein Auslandsstipendium (Breslau) der Sächsischen Kulturstiftung. Sie ist Mitglied der Oberlausitzer Autorenrunde sowie Mitglied im Dresdner Literaturforum.

Patrick Wilden, geboren 1973 in Paderborn, aufgewachsen in der Region Kassel. Nach einem Studium in Tübingen und einem Verlagsvoluntariat in Stuttgart arbeitete er viele Jahre in einem Antiquariat in Dresden und ist dort heute für eine Bibliothek und ein Archiv sowie als Redakteur in einer Literaturzeitschrift tätig. Im November 2019 erschien als Raniser Debüt sein Gedichtband Alte Karten von Flandern, woraus er seitdem auch auf Lesereisen vorträgt.

Die Finallesung der DRESDNER Miniaturen findet am 18. Juli um 17.30 Uhr im riesa efau statt, bei schönem Wetter als Open Air im Hof; Schlechtwettervariante: Runde Ecke. Moderation: Kaddi Cutz, Musik: DJ Cramér. Karten können zum Preis von 8 Euro / ermäßigt 6 Euro via E-Mail an arts.up@gmx.de vorbestellt oder an der Abendkasse erworben werden.

up-cycling pick-nick

Eine Pop-up-Ausstellung des Stadtmuseums Dresden im pick-nick

Am 14. Juli 1961 wurde das pick-nick als erstes Selbstbedienungsrestaurant in Dresden eröffnet. Es besaß Einzelbuffets für kalte und warme Speisen, Getränke, Back- und Handelswaren sowie einen Tabakverkauf. Die Preise waren niedrig und das Lokal vielfrequentiert. Vielen Dresdnern ist das Lokal jedoch als „Dreckscher Löffel“ bekannt, da es viele Jahre ein Hygieneproblem gab. Nach 1990 wurde der Pavillonbau nach einer Zwischennutzung als Küchenstudio mit Bistro nur noch temporär genutzt. Seit 15 Jahren steht er leer, eine denkmalpflegerische Unterschutzstellung wurde 2013 abgelehnt, der Abriss ist beschlossen und wird demnächst umgesetzt.


pick-nick, vermutlich 1961, Stadtmuseum Dresden

Doch was hätte aus dem Picknick werden können? Umbauen, ausbauen, weiterbauen des Ostmoderne-Baus im Sinne des Upcycling? Können historische Strukturen weiterentwickelt werden, und wenn ja, wie? Diese Fragen stellten sich im Wintersemester 2020/21 Studentinnen und Studenten an der TU Dresden und entwarfen unter Nutzung des historischen pick-nick-Baus der Architekten Günter Gruner (* 1931), Gerhard Landgraf (*1931) und Herbert Löschau (1932 – 2005) ein Museum der Ostmoderne mit Ausstellungsräumen, Ateliers und Lokal.

Leuchtreklame des pick-nick, Zustand nach Abnahme 2013, Stadtmuseum Dresden

Letztmalig öffnet das pick-nick nun seine Türen: Im Format der Pop-Up-Ausstellung präsentiert das Stadtmuseum anhand historischer Fotografien, aktueller Modelle und Pläne sowie mit der Original-Leuchtreklame „pick-nick“ und dem Schriftzug „Gastronom“ die Entstehung des Baus, dessen Nutzung, die Entwürfe der Studenten sowie die Pläne des Werkstattverfahrens des Eigentümers Immvest Wolf GmbH. Hinzu kommt ein Interview mit dem Architekten Günter Gruner zum Hintergrund des Baus und der Durchführung des Projektes. Das Picknick zeigt sich damit im Wandel des Zeitgeschmacks und aus ganz unterschiedlichen Blickwinkeln.

Geöffnet ist die Pop-Up-Ausstellung im pick-nick, Grunaer Straße 28, vom 4. Juli bis 8. August 2021, mittwochs von 14 bis 18 Uhr, sowie samstags & sonntags von 10 bis 18 Uhr. Mehr unter stmd.de.

Ein Highlight des Dresdner Filmsommers

Am 1. Juli starten die Filmnächte am Elbufer

Szene aus dem Eröffnungsfilm »Der Rausch«

Die Filmnächte am Elbufer können wie letztes Jahr erneut mit begrenzten Plätzen stattfinden. Auf Europas größter mobiler Kinoleinwand werden ab 1. Juli die 90er wiederbelebt und das im vergangenen Jahr steckengebliebene Kinoprogramm endlich ins Jahr 2021 geholt. Arthouse-Highlights wie »Der Rausch« (1. Juli), ein nachmittägliches Familienprogramm auf der kleineren LED-Leinwand mit etwa »Findet Nemo« (5. Juli) und Blockbusterkino à la »Tenet« (2. Juli) werden die Veranstalter wie gewohnt auffahren. Im Juli-Programm sind genauso Filmperlen wie »Forrest Gump« (am 21.) und »Der König der Löwen (1994)« (am 7.) zu entdecken, wie die jährlichen Filmnächte-Kultklassiker. Besonders gespannt kann man auf den Trickfilmworkshop »Mal mit, mal nach, mal’s besser« am 17. Juli sein. Außerdem haben die Filmnächte nun auch stadthistorische (»Das alte Dresden im Film«, 23. Juli) und Live-Reise-Dokus mit Reinhold Messner (5. August) sowie Joey Kelly (19. August) für sich entdeckt. Helge Schneider ist diesjährig übrigens auch wieder live am Königsufer zu erleben, und zwar am 16. Juli. Mitte Juli wird dann das restliche August-Programm verraten.

Freiluftkino, neue Kooperationen und Monster

6. Dresdner Stummfilmtage ab 14. Juli und Filmreihe »Wer ist das Monster« ab 30. Juli in den Technischen Sammlungen

Beim Museumskino werden der Museumshof der Technischen Sammlung und die Versöhnungskirche in Striesen schließlich nach langen Wochen des stillstehenden antiken 35mm-Filmprojektors Ernemann VII B endlich wieder zum Ausgangspunkt für eine Reise in die Kinovergangenheit. Den Beginn machen die 6. Dresdner Stummfilmtage, die damit erstmalig open air stattfinden werden. Gezeigt werden vom 14. bis 18. Juli echte Klassiker der Stummfilmgeschichte wie »Der Mann mit dem schiefen Mund/Sherlock Jr.« am 15., Fritz Langs 100 Jahre altes Werk »Der müde Tod« am 16. oder »Das neue Babylon« am 18. Juli. Das Besondere: Alle Filme werden von unterschiedlichen Künstlern oder Musikgruppen passend erzählerisch oder musikalisch vertont. So ist gleich der Eröffnungsfilm »Der Kampf mit dem Berge«, ein Dokumentarfilm von Arnold Fanck, ein musikalischer Paukenschlag. Matthias Hirth, Musiker und Künstlerischer Leiter der Stummfilmtage, hat ein Spezial-Soundtrack zwischen Elektronik und Akustik komponiert, der auf die Originalfilmmusik von Paul Hindemith Bezug nimmt.

Szene aus dem Eröffnungsfilm der Stummfilmtage »Der Kampf mit dem Berge«

Ab 30. Juli hingegen stellt das Team des Museumskinos den Zuschauern die Frage »Wer ist das Monster?«. Die Filmreihe beinhaltet neben dem wohl bekanntesten Monster der Filmgeschichte »Godzilla (1954)« (30. Juli) auch die Filmexperimente »Stalker« am 13. und »Koyaanisqatsi« am 6. August, die noch einmal auf ganz eigene Art herausstellen, wie monströs der Mensch selbst sein kann.
MK

Alles zum Museumskino in den Technischen Sammlungen unter tsd.de

Food for Future

Literarische Rezepte für die Welt von Morgen gibt es am 22. Juni im Hygiene-Museum

Die Frage, wie wir in Zukunft leben und essen werden, treibt auch die Literatur der Gegenwart um. Welche Möglichkeiten hat die Politik, die Ernährung der Zukunft zum Wohle aller zu steuern? Könnten Steuern auf Zucker, Fett, Salz, Junkfood oder Fleisch eine Lösung sein? Werden wir bald in einer Öko-Diktatur leben? Wohin führen aktuelle Food Trends wie das Foraging, bei dem nur wilde Pflanzen gegessen werden dürfen? Diesen und ähnlichen Fragen gehen die Schriftsteller Eckhart Nickel* und Ingo Niermann** in der Begleitpublikation zur Ausstellung Future Food. Essen für die Welt von morgen nach. Am 22. Juni um 19 Uhr lesen beide aus ihren Werken, diskutieren über die kulinarischen Obsessionen der Gegenwart und die Macht der Literatur, alternative Essenszukünfte zu imaginieren.

Eckhart Nickel


*Eckhart Nickel veröffentlichte u. a. den Erzählungsband „Was ich davon halte“ (2000) und den Reiseklassiker „Ferien für immer“ (gemeinsam mit Christian Kracht, 1998). Für seinen ersten Roman „Hysteria“ (2018) wurde er mit dem Friedrich-Hölderlin-Förderpreis der Stadt Bad Homburg ausgezeichnet.

Ingo Niermann

**Ingo Niermann hat zahlreiche Romane und Essays veröffentlicht, ist Herausgeber der „SolutionReihe“ bei Sternberg Press und hat die Army of Love gegründet, die sich für eine solidarische Umverteilung der Liebe einsetzt.

Stadion Sommer 2021 startet am 19. Juni im Rudolf-Harbig-Stadion

Lesung Frank Goldammer 2020, Foto: RHS Dresden

Am 19. Juni beginnt im Dresdner Rudolf-Harbig-Stadion die Veranstaltungsreihe Stadion Sommer 2021. Bis 20. Juli stehen Lesungen, Konzerte und Shows ebenso auf dem abwechslungsreichen Programm wie die Live-Übertragung verschiedener Fußballspiele der UEFA EURO 2020. Unter dem Motto „Kultur im Stadion“ ist u.a. am 1. Juli der Dresdner Krimiautor Frank Goldammer zum zweiten Mal im Dynamo-Stadion zu Gast, diesmal mit seinem neuen Buch „Verlorene Engel“. Am 26. Juni ist Puppenspielerin Cornelia Fritzsche mit ihrer Rattendiva Ursula von Rätin und dem Programm „6, Drugs und Ratt’n’Roll“ zu erleben. Und in der neuen Reihe „Dynamo-Kult“ liest Uwe Leuthold am 11. Juli aus seinem Buch „Auswärts alle asozial“. Alle Veranstaltungen finden im VIP-Außenbereich des Dynamo-Stadions statt. Dank eines ausgeklügelten Hygienekonzepts haben bis zu 500 Gäste Platz. 

Los geht’s am 19. Juni mit der Live-Übertragung der EM-Begegnung zwischen der deutschen Nationalmannschaft und dem amtierenden Europameister Portugal. Zu sehen ist das Spiel auf einer fünf mal drei Meter großen LED-Wand. Einlass ist ab 17 Uhr, Anpfiff um 18 Uhr. Auch das dritte Gruppenspiel Deutschlands gegen Ungarn am 23. Juni können Fußballfans im Dynamo-Stadion live miterleben. Einlass ist ab 20 Uhr, das Spiel beginnt 21 Uhr. Darüber hinaus werden ausgewählte Achtelfinal- und Viertelfinalpartien sowie die beiden Halbfinals und natürlich das Finale der Fußball-EM zu sehen sein. Der Eintritt ist zu allen Public Viewing-Veranstaltungen frei.

Stadion Sommer, 19. Juni bis 20. Juli 2021, alle Events unter event-stadion.de

Passat

Ein Kunstprojekt im Auto fährt über Land

Ein Passat Baujahr 1997 wird zum mobilen Ausstellungsraum umfunktioniert

Am Wochenende (12. und 13. Juni) startet ein ungewöhnliches Kunstprojekt in Dresden: Ein Auto wird zum mobilen Ausstellungsraum umfunktioniert. Die von der Dresdner Künstlerin Ina Weise und dem Leipziger Gestalter Christian Göthner entwickelte Ausstellung widmet sich mit Hingabe einem schon nicht mehr ganz zeitgenmäßen Mobilitätskonzept, und einem Kulturraum – dem Auto. Kaum ein anderer Raum hat das Leben der vergangenen Jahrzehnte so geprägt und verändert wie das Auto. Es hat unseren Alltag radikal verändert, aber auch neue Vorstellungen von persönlicher Freiheit und ein neues Verhältnis zur Landschaft hervorgebracht. Sechs Künstlerinnen und Künstler aus Rotterdam, Tel Aviv, Athen und Deutschland wurden von Weise und Göthner eingeladen und zeigen im „Passat“ eine Ausstellung, die unser gespaltenes Verhältnis zum Auto thematisiert: Ein intimer Raum, der mit persönlicher Freiheit und Beweglichkeit in der Welt verbunden ist – und zugleich eine Bedrohung für die natürliche Umwelt.

Das Kunstprojekt fährt über Land, bietet an verschiedenen Orten eine „one-to-one“ Begegnung mit den Kunstwerken in dem intimen Raum des „Passat“ und thematisiert in kleinen, auf den Raum des Autos angepassten, Arbeiten Beschleunigung, Stillstand und Veränderung. Ein Kunstprojekt im Rahmen von 30 Jahre Kunsthaus Dresden. Der umfunktionierte Passat (Baujahr 1997), der die Kunst in die Stadt und auf die Dörfer bringen soll, fährt am Samstag und Sonntag seine ersten Ziele in Dresden an: Das Gartenrestaurant „El Horst“ in der Kleingartenanlage Flora 1 in Striesen (Sa, 16 – 22 Uhr) und das Elbufer unweit des Körnergartens (So, 14 – 18 Uhr).

Weitere Stationen sind:
Sa, 19. Juni Lorenzkirch
So, 20. Juni Espenhain
Sa, 3. Juli Meißen / Kunstverein und Stadtmuseum

Internationale Schostakowitsch Tage Gohrisch 2021 zu Gast in Hellerau

Die 12. Internationalen Schostakowitsch Tage Gohrisch sind diesjährig zu Gast im Festspielhaus Hellerau. Nach Abwägung aller denkbaren Szenarien erwies sich die Verlegung ins Europäische Zentrum der Künste Hellerau als sichere Alternative, um das Festival 2021 stattfinden lassen zu können. Der Umbau der Konzertscheune in Gohrisch ist mit erheblichen finanziellen Aufwendungen verbunden, denen in diesem Jahr bei coronabedingt eingeschränkter Platzkapazität, ein großes finanzielles Defizit gegenüber gestanden hätte. Zudem sind die Hotels in der Sächsischen Schweiz noch immer nicht geöffnet. Dies sei ein schöner, aber einmaliger Ausflug nach Hellerau, betont der künstlerische Leiter der Schostakowitsch Tage, Tobias Niederschlag.

Ungeachtet dessen ist die Schar der Solisten und Ensembles, die für das Festival gewonnen werden konnten, erneut prominent besetzt. Die Geiger Gideon Kremer und Dmitry Sitkovetsky werden ebenso erwartet wie die Pianisten Yulainna Avdeeva und Dmitry Masleev, die Formationen Quatuor Danel und das Borodin Quartet sowie kapelle21 unter der Leitung von Petr Popelka.

Schostakowitsch vor Beethoven-Büste in seinem Moskauer Arbeitszimmer; Copyright Foto: DSCH Publishers Moscow

„Bei der Zusammenstellung des Programms war es uns wichtig, den Fokus in besonderer Weise auf den Namensgeber des Festivals zu richten“, so Tobias Niederschlag. „Deshalb stehen etliche Werke von Dmitri Schostakowitsch auf dem Programm, die bislang nie bei den Schostakowitsch Tagen erklungen sind.“ Zudem werden erneut mehrere Uraufführungen und deutsche Erstaufführungen von Schostakowitsch präsentiert. Das Eröffnungskonzert am 24. Juni wird vom Quatuor Danel mit den Streichquartetten Nr. 2 und Nr. 5 gestaltet. Weiterhin auf dem Programm stehen u.a. am 26. Juni um 11 Uhr ein Wandelkonzert im Umfeld des Festspielhauses, eine Kammermatinee mit Buchpräsentation (25. Juni, 11 Uhr), der Dokumentarfilm „A Journey of Dmitry Shostakovich“ (26. Juni, 16 Uhr), der Schostakowitschs letzte große Reise von Moskau nach New York 1973 zum Thema hat, sowie eine Aufführung mit Beethoven-Bearbeitungen von Schostakowitsch (27. Juni, 11 Uhr) mit der kapelle21.

12. Internationale Schostakowitsch Tage Gohrisch zu Gast in Hellerau, 24. bis 27. Juni; genaues Programm und Tickets unter schostakowitsch-tage.de

Modellprojekt Kultur Leipzig

Deutschlands erste Tanzveranstaltung mit PCR-Testung und ohne AHA-Regeln

Nachdem das Modellprojekt Kultur in Leipzig zunächst im Reallabor mit Formaten verschiedener Akteure startete, die laut Sächsischer Corona-Schutz-Verordnung keiner Genehmigung mehr bedürfen, folgte nun auch das Einvernehmen der Fachkommission vom Freistaat Sachsen für die Erprobung von Veranstaltungen im Clubbetrieb. Am 12. und 19. Juni können somit Tanzveranstaltungen ohne AHA-Regeln für 200 Gäste im Club Distillery ausgerichtet werden. Ohne Masken und ohne Abstandsregeln darf dann der Musik gefrönt und dazu auch im Club getanzt werden. Voraussetzung dafür sind jeweils negative Testergebnisse bei einem Antigentest sowie einem PCR-Pooltest. Bis spätestens 15 Uhr geben die Teilnehmenden am Tag der Veranstaltung ihre Gurgelprobe in der Distillery ab, bereits 19 Uhr liegt das Ergebnis digital vor.

Ermöglicht wird das durch spezielle PCR-Pooltests in Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern und Ärzten am Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie, dem Klinikum St. Georg in Leipzig und dem Universitätsklinikum Leipzig. Durch die Anwendung der Corona-Warn-App sowie dem THEED Corona E-Register ist ein sicherer Zugang zur Veranstaltung sowie eine digitale Kontaktnachverfolgung gewährleistet. Sieben Tage nach der Tanzveranstaltung sollen die Teilnehmenden erneut einen PCR-Pooltest durchführen lassen, um so mögliche Auswirkungen auf das Infektionsgeschehen untersuchen zu können. Die Besonderheit an den PCR-Pooltests: sie sind günstiger und schneller als einzelne PCR-Tests für alle Gäste, weil immer zehn Proben auf einmal getestet werden. Sollte eine Mischung positiv getestet werden, dann müssen die einzelnen Proben noch einmal getestet werden, um den positiven Fall identifizieren zu können. Damit wird in diesem Modellprojekt eine Methode erprobt, die der Veranstaltungsbranche eine Perspektive für die kommende Herbst- und Wintersaison liefern kann.

Mehr zu dem Modellprojekt Kultur unter modellprojekt.dasistleipzig.de

Im Wandel beständig

Die Verbrauchergemeinschaft feiert 30. Geburtstag

Mit drei Mitgliedern fing alles an: Die Idee, gesunde Lebensmittel aus der Region anzubieten und damit auch in den wilden Zeiten nach der Wende so manchem Erzeuger Preiskontinuität oder einfach eine (Über-)Lebensperspektive zu bieten. Nun hat sich die Verbrauchergemeinschaft (VG) seit 2005 zu einer Genossenschaft mit 11.000 Mitgliedern und bislang sechs Märkten plus einem Naturwarenladen hingearbeitet, und das Interesse ist ungebrochen.

Copyright Foto: Verbrauchergemeinschaft

Denn das Geschäftsprinzip ist ebenso schlicht wie bestechend. Die Genossenschaftsmitglieder erwerben mit der Zahlung einer monatlichen (familienfreundlichen) Pauschale das Recht, zu vergünstigten Preisen einzukaufen. Dies sichert der Verbrauchergemeinschaft ein Stück Liquidität und macht sich für die Kundschaft bei häufigem Einkauf im Geldbeutel bemerkbar, weil sich die Preise im Vergleich zum Einkauf konventioneller Produkte relativieren. Und wer sich für regionale Produkte entscheidet, sorgt auch dafür, dass das erwirtschaftete Geld im Lande bleibt. Die Entwicklung von einem Verein mit 25 Enthusiasten im ersten »Wohnzimmer«-Laden in der Schützengasse zu mehr als 200 sicheren eigenen Arbeitsplätzen und einer Vielzahl davon bei den Erzeugern ist auch eine mittelständische Erfolgsgeschichte.

Die Regionalität ist nicht nur der Ur-, sondern auch der Markenkern der VG. Mit einigem Stolz verweist Barbara Rische, eine der Genossenschafts-Vorstände, auf etwa 90 Lieferanten in einem selbstgesteckten Umkreis von 150 Kilometern, der inzwischen auch nach Tschechien und Polen hineinreicht. »Um dies zu zeigen, entwickelten wir bereits vor 15 Jahren eine Kennzeichnung für Regionalprodukte, auch um klarzumachen, dass mit dem Kauf dieser Waren die Wirtschaftskreisläufe in der Region gestützt werden«, so Barbara Rische. Dieses Anliegen ist seit diesem Jahr auch im Stadtraum sichtbar, gemeinsam mit 31 regionalen und überregionalen Erzeugern finanziert, fährt eine Straßenbahn im Dienste der Sache.

»Natürlich müssen wir auch bei Großhändlern international hinzukaufen, um bedarfsorientiert wirtschaften zu können. Aber auch da kennen wir die meisten Erzeuger. Wir versuchen mit unserer Informationsangeboten unter dem Titel »Bio in aller Munde« die Verbraucher zu ermuntern, saisonal einzukaufen«, sagt Barbara Rische und verweist darauf, dass auch bei der veganen Ernährung weniger auf Fertigprodukte und kleine Abpackungen zurückgegriffen werden kann. Denn auch Müllvermeidung ist ein wichtiger Aspekt für die VG. So wurden in mehreren Läden »Unverpackt-Strecken« aufgestellt, wo es möglich ist, sich Linsen Erbsen, Gummibärchen etc. in Pfandgläser abzufüllen. Auch in den angeschlossenen Bistros, die zur Zeit im »To-Go«-Modus laufen, ist es möglich, sich eigene Behälter füllen zu lassen oder sich welche auszuleihen.

Die Festivitäten zu 30 Jahre Verbrauchergemeinschaft werden schwerpunktmäßig im Herbst stattfinden. Geplant sind die bewährten Regionalmärkte mit Spiel, Spaß und Musik, ebenso die beliebten Busfahrten auf die Erzeugerhöfe. Um regionale Musiker zu unterstützen, werden in einigen Märkten in den nächsten Wochen CD-Regale aufgestellt. Reizvoll wäre es auch, dieses Engagement mit Konzerten zu komplettieren, schildert Barbara Rische die derzeitigen Überlegungen. Und noch weiteres ist in Planung: »Durch die Mehrwertsteuersenkung im letzten Jahr konnten wir etwa 4.000 Euro erwirtschaften, mit denen wir gerne ein Projekt, eine Initiative unterstützen möchten. Es sollte natürlich mit ökologischem Landbau und Ernährung zu tun haben. Eine Ausschreibung ist derzeit in Vorbereitung«, so Barbara Rische. Sich regional und nachhaltig zu engagieren muss sich also nicht nur auf den Handel mit Lebensmitteln beschränken.
JB

Man muss nicht zwangsläufig Genossenschaftsmitglied sein, um in den VG-Märkten einkaufen zu können; in den meisten gibt es ein Zwei-Preis-System. Viele weitere Informationen und in Bälde auch das Festprogramm gibt es unter: vg-dresden.de