Down To The Beat in Porcelain City

Passend zum Jahresmotto »Meißen bewegt« findet zur Eröffnung des Meißner Kultursommers ein internationaler Breaking (Breakdance) Wettbewerb statt. Am 25. Juni erwartet die Porzellanstadt Breaker aus ganz Europa. Im tänzerischen Wettstreit werden B-Girls und B-Boys mit enormer Körperbeherrschung, Athletik und Rhythmusgefühl um den Sieg kämpfen. Eingeladen wurden die 16 Top-Crews von der Meißner Breakdance-Legende Heiko »Hahny« Hahnewald.

The Saxonz

Unter den Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus Deutschland, Tschechien, der Slowakei, Griechenland und Österreich sind auch die Publikumslieblinge von The Saxonz am Start. Das Team aus Dresden, Leipzig und Chemnitz konnte dreimal den Titel deutscher Meister im Breakdance gewinnen. Breakdance, das neuerdings auch als Breaking bezeichnet wird, um die unkommerziellen Wurzeln zu betonen, wird nach wie vor von B-Boys dominiert, jedoch tanzen mittlerweile viele erfolgreiche B-Girls in der ersten Liga mit. Acht von ihnen zeigen im Wettbewerb »7 To Smoke« ihr Können. Die Sieger der Wettbewerbe werden von einer internationalen Jury mit Tänzern aus Frankreich, der Ukraine und Deutschland gekürt. Eröffnet wird der Contest auf dem Meißner Markt von den Nachwuchstalenten der Annelie-Marie Stiftung Meißen. Zudem gibt es viele Show-Highlights auf einem Event, das alle Altersgruppen ansprechen und bestens unterhalten will.
HK

Der »Down To The Beat«-Contest findet am 25. Juni, ab 16 Uhr open air auf dem Markt in Meißen statt; mehr Infos unter downtothebeat.de

Fête de la Musique 2022 in Dresden

Die Fête ist längst weit über die französischen Landesgrenzen hinaus bekannt und beliebt. Die Musik zur Sommersonnenwende wird inzwischen in mehr als 540 Städten weltweit umsonst und draußen gefeiert – auch Dresden ist wieder mit dabei. Diesjährig leider nicht mit dem Open-Air am Neumarkt, aber dafür wieder an zahlreichen Orten auf kleineren Bühnen. So spielt zur Eröffnung um 15 Uhr im Kulturpalast der ukrainische Chor Wolja unter Leitung von Natalia Moroz. Am Institut français auf der Kreuzstraße sind u. a. Kirsten Balbig und Christoball ab 18 Uhr zu erleben, im Ladencafé aha ist um 18 Uhr der St. Pauli-Chor und um 19 Uhr das Trio der Guten Laune, im La Osteria um 19 Uhr die Banda Comunale zugange. Beim Gartenkonzert im *sowieso* auf der Angelikastraße 1 sind um 19 Uhr Zariza Gitara und in der Zentralbibliothek im Kulti um 19.30 Uhr ein Gitarrentrio aus Brasilien mit „Tapioca de Shark“ und Gästen zu erleben. Um 20 Uhr spielt in der Dreikönigskirche die Klezmer-Band Buckijit auf, im Paul Rackwitz – Neue Welt, 19.30 Uhr, Johannes Gerstengarbe, und auf dem Scheune-Vorplatz um 20 Uhr Seau Volant.
HK

Das ganze Programm zur Fête de la Musique am 21. Juni gibt es unter institutfrancais.de.

OB-Wahlbingo online

Wir haben mit unserer Juniausgabe die OB-Wahl zum Thema gemacht und möchten es euch überlassen, die 27 Statements, die wir den Programmen der neun Bewerber entnommen haben, dem jeweiligen Kandidaten beziehungsweise der Kandidatin (denn es tritt leider nur eine Frau an) zuzuordnen. Die Auflösung des Rätsels gibt es dann am 12. Juni, also am Tag der Oberbürgermeisterwahl in Dresden unter dresdner.nu/obwahl.

Im Reich der Narren

Das 1. Zirkustheater-Festival »Empire of Fools« widmet sich dem zeitgenössischen Zirkus

Das öffentliche Bild vom Zirkus ist in von traditionellen Zirkusunternehmen geprägt: Man sitzt im Kreis um eine Arena herum, Clowns fallen über ihre eigenen Füße, Pferde laufen im Kreis, eine einsame Akrobatin dreht sich an einem Seil in der Luft, und alles wird von Marschmusik untermalt. So zünftig wird es beim 1. Zirkustheater-Festival »Empire Of Fools« jedoch nicht zugehen: der zeitgenössische Zirkus – oder »Cirque Nouveau« – konzentriert sich auf Akrobatik und Ästhetik, statt einer Nummernparade erzählt er Geschichten, und auf Tierdressuren verzichtet er gänzlich. Eingeladen sind Künstler und Compagnies aus Frankreich, der Schweiz, Belgien, Italien und Deutschland. Sie zeigen an verschiedenen Orten in ganz Dresden, was Zirkus heute kann: Zum Beispiel das Teatro Necessario aus Italien, das mit seiner Mischung aus Akrobatik, Spaß und Musik begeistert. Oder »RAUM 305«, die Trapezartistik, Puppenspiel, Tanz und Schauspiel verbinden. Ein besonderes Highlight sind auch die Vorstellungen der Cie. Roikkuva (Schweiz) im Zirkuszelt auf dem Alaunpark, deren Inszenierung mit den klassischen Zirkusmotiven spielt und sie doch gänzlich anders umsetzt.

Raum 305: Wir wollen nie nie nie … (Foto: Foto René Ehrhardt)

Das Festival ist Herzstück und Höhepunkt des Theaterjahres für das Team vom Societaetstheater, die alles auf die Beine stellen und halb Dresden kapern: Veranstaltungen finden nicht nur im Zentralwerk statt, sondern auch in der St. Pauli Ruine, in Hoppes Hoftheater und im Kulturbahnhof Radebeul. Im Alaunpark wird ein großes Theaterzelt aufgebaut, auf der Hauptstraße wird es an mehreren Stellen Performances geben, und in Prohlis sind die Theaterleute zu Gast. Neben dem Performance-Programm findet vom 20. bis 23. Juni im Zentralwerk die »Conference of Fools« mit Gesprächen rund um den zeitgenössischen Zirkus statt. Alle Interessierten, ob Fachpublikum oder nicht, sind dazu eingeladen, sich bis 1. Juni anzumelden.
Annett Groh

»Empire of Fools« findet vom 17. bis 26. Juni im Zentralwerk, im Alaunpark, auf der Hauptstraße, in der St. Pauli Ruine und weiteren Orten statt; Genaues Programm und Tickets unter zirkustheater-festival.de/
Anmeldungen für die Conference of Fools bis 1. Juni 2022 unter:
fools@societaetstheater.de

Neue Burgfestspiele Meißen

Nicht, dass es in Dresden an fotogenen Fassaden mangelte, aber die Albrechtsburg in Meißen ist schon etwas ganz Besonderes. Deshalb begeisterten bereits 1925 Musik, Schauspiel und Tanz im Hof der Albrechtsburg das Publikum. Anlässlich des 90. Jubiläums erfuhren die Festspiele 2015 nach langjähriger Pause und eher kleinen Formaten eine Wiederbelebung im größeren Maße. »Der Glöckner von Notre Dame« bildete den Auftakt. Sabine Eberts »Das Geheimnis der Hebamme« folgte ebenso wie Hugo von Hofmannsthals »Jedermann«, der auch bei den diesjährigen Burgfestspielen in einer Inszenierung der Landesbühnen Sachsen mit Tom Quaas in der Hauptrolle zu erleben ist.

Jedermann in der Inszenierung der Landesbühnen Sachsen

Weiter auf dem Programm steht das traditionelle Eröffnungskonzert mit dem Domchor Meißen und mit Solobläsern der Elbland Philharmonie Sachsen. Leider nur einmalig zu erleben ist am 23. Juni »Däschdlmäschdl auf Sächsisch«. In dieser Liebesrevue im Barock geben sich Tom Pauls, Beate Laaß und das Freddie-Ommitzsch-Studio-Ensemble die Ehre. Musikalisch ist das Programm der Neuen Burgfestspiele abwechslungsreich und bringt von Musik aus legendären Hollywoodfilmen, einem Musikspektakel auf dem Fluss mit Harmonic Brass und nicht zuletzt mit Axel Prahl & seinem Inselorchester Melodien für viele Geschmäcker in den malerischen Burghof.
JB

12. bis 26. Juni: Neue Burgfestspiele Meißen auf der Albrechtsburg, das komplette Programm gibt es im timer und unter neue-burgfestspiele-meissen.de

Die Ärzte im Schnelldurchlauf zum Stadion

Der »Schrei nach Liebe« brachte 1993 die Ur-Ärzte Bela B und Farin Urlaub wieder zusammen und markierte gleichsam den Beginn einer neuen Ärzte-Ära. Seitdem sind BelaFarinRod ein Erfolgsteam. In der deutschen Rockszene genießt das selbstironisch zur »besten Band der Welt« erklärte Berliner Trio ohnehin eine Sonderstellung, die sich nur mit dem unangefochtenen Status der Düsseldorfer Die Toten Hosen und des Hamburger Panikrockers Udo Lindenberg vergleichen lässt. Zu den Ärzte-Sternstunden gehört sicher »15 Jahre Netto« vor 35.000 Menschen auf dem Mariannenplatz und der Besuch der »Rock’n’Roll Realschule« 2002. Und 2011 sorgen ihre Konzerte jeweils nur für Frauen oder Männer für strikte Fan-Geschlechtertrennung.

Die Ärzte 2019 bei Rock im Park, Copyright Foto: Paul Gärtner

2013 nach dem Erscheinen des Albums »Auch«, 85 weiteren Konzerten, darunter elf »Ärztivals« schien die Luft irgendwie raus zu sein. Bela, Farin und Rod widmeten sich Soloprojekten. 2019 jedoch raffte sich die Band noch einmal zur einer Europa-Clubtour auf, um dann, von den Umständen gebeutelt, auf ihren Mobilphonen spontan »Ein Lied für Jetzt« im Lockdown aufzunehmen. Mit »Hell« und »Dunkel« im Gepäck und ihrer ausgedehnten Berlin-Tour (die wg. einer Erkrankung unterbrochen werden musste) im Rücken, sind Farin Urlaub, Bela B und Rodrigo Gonzáles nun wieder im ganzen deutschsprachigen Raum unterwegs und spielen dabei auch im Stadion in Dresden.
HK

Die Ärzte sind auf ihrer »Buffalo Bill in Rom«-Tour am 9. Juni im Rudolf-Harbig-Stadion mit Drangsal & Ruts DC als Support zu erleben; das Konzert ist ausverkauft.

Kinder.Bücher!

Das lesestarke Kinderliteraturfestival

Das erste lesestarke Kinderliteraturfestival der Städtischen Bibliotheken lädt Familien mit Kindern im Vorschul- und Grundschulalter herzlich dazu ein, hautnah spannende Lesungen, tolle Musik und lustige Aktionen rund um Kinder.Bücher! in allen teilnehmenden Bibliotheken zu erleben. Die Festivaleröffnung findet am 9. Juni, 14 Uhr in der Bibliothek Gruna statt und am 11. Juni gibt es in der Zentralbibliothek den gesamten Tag über ein großes Come-Together aller Gäste mit ihren Lesungen sowie ein vielfältiges Rahmenprogramm.

Frauke Angel

Folgende Künstlerinnen und Künstler haben ihr Kommen zugesagt: Frauke Angel, Nadia Budde, Sybille Hein und Rafat Muhammad, Jörg Hilbert, Ole Könnecke und Johannes Till, Eric Mayer, Kai Pannen sowie Hans-Christian Schmidt und Andreas Német.
AG

Das lesestarke Kinderliteraturfestival findet vom 9. bis 11. Juni in Dresden statt. Das ausführliche Festivalprogramm findet sich unter www.bibo-dresden.de sowie auf einem separaten Festivalflyer, der in der Stadt verteilt wird.

Start der Felsenbühnen Festspiele 2022

Nach zweijähriger Umbauphase steht die Wiedereröffnung der Felsenbühne Rathen bevor: Mit einer feierlichen Eröffnungsgala beginnen am 5./6. Juni die »Felsenbühnen Festspiele 2022« im Kurort Rathen, die von Juni bis September erstmals stattfinden. Geplant sind 52 Vorstellungen unter denen sich neben vier Premieren (»West Side Story« 24. Juni, »Das kalte Herz« 15. Juli, »Jedermann« 4. August, »Der fliegende Holländer« 21. August) auch drei Gastspiele befinden. Noch vor dem offiziellen Start ermöglicht ein Preview-Programm ab dem 27. Mai den exklusiven Besuch von Europas schönstem Naturtheater.
HK

Felsenbühne Rathen, Copyright Foto: Martin Förster

Gala zur Spielzeiteröffnung in Rathen am 5. Juni, 19 Uhr, und am 6. Juni, 18 Uhr. Mehr dazu unter Landesbühnen Sachsen/ Felsenbühnen Festspiele.

Kunststücke

Das Festival »Off Europa« zieht ins Zentralwerk und kommt in seiner 31. Ausgabe länderübergreifend daher

Das Festival, das bisher im Societaetstheater seine Dresdner Bühne fand, zieht es infolge der Sanierung nun in seiner 31. Ausgabe ins Zentralwerk. Die Werkschau für Tanz, Theater, Performance und Musik bespielt neben Dresden auch wieder Orte in Chemnitz und Leipzig. Wie schon im letzten Jahr wird durch Reisebeschränkungen kein einzelnes Land im Mittelpunkt stehen, sondern der Fokus liegt auf ausgewählten »Kunststücken«, die an die »Meisterstücke« im letzten Jahr anknüpfen. So versammeln sich aktuelle internationale Positionen des experimentellen Theaters, die in den umfassenden Sichtungen der letzten Jahre herausragten und die Experten überzeugten.

„Together“ von und mit Marko Mandič und Leja Jurišić

Fünf Stücke aus Israel, Polen, der Slowakei und Slowenien sind im Festivalzeitraum zu sehen. Am Mittwoch setzen sich die zwei Tanzstücke »Ani-Ma« mit »Me, and all of that body« mit Bewegung zur Erneuerung, Entwindung und Entfesselung sowie mit Veränderungen und Neukombinationen von Abfolgen auseinander. Während die Aufführung von Roni Chadash immanent den Körper erforscht und austestet, forcieren Leja Jurišić und Marko Mandič in einer sechsstündigen Aufführung das Zusammenspiel zweier Körper. Die Performance kann als einer der Höhepunkte des diesjährigen Festivals gesehen werden. Durch Improvisation loten sie aus, was Körperlichkeit in all seinen Facetten bedeutet. Der Dialog erfordert Grenzen zu sprengen und intensive Momente auszuhalten, wenn in diesem Fragen des Zusammenseins in Hierarchie und Wechselseitigkeit verhandelt werden.

Ein Teil des Duos ist dabei kein Unbekannter auf der Bühne und vor dem Bildschirm: Der slowenische Schauspieler Marko Mandič ist einerseits langjähriges Ensemblemitglied des Slowenischen Nationaltheaters in Ljubljana, zum anderen taucht er in zahlreichen deutschen Filmproduktionen (»Gold«, 2013 / »Alarm für Cobra 11«) auf. Sein körperbetonter Stil trifft auf die kraftvolle und radikale Performance der Choreografin und Tänzerin Leja Jurišićs. Die Konzentration auf Bewegungen zwischen zwei Körpern zeichnet der preisgekrönte Beitrag aus. Ob nach sechs Stunden des Kampfes und der Verschmelzung ein Endstadium erreicht wird, welche Reaktionen noch möglich sind, darf an diesem Abend herausgefunden werden – aber natürlich nur, wenn auch die Körper und die Aufmerksamkeit des Publikums bis zum Ende durchhalten.
Jenny Mehlhorn

Off Europa findet vom 18. bis 21. Mai im Zentralwerk statt; genaues Programm unter offeuropa.de/

Klöster im Kino

Im Kino im Kasten (KiK) wird es ab Mai geistlich. Die Forschungsstelle für vergleichende Ordensgeschichte der TU Dresden lädt zu kostenfreien Vorstellungen von Filmklassikern, die sich mit dem Phänomen Kloster beschäftigen. Neben dem 1966er Klassiker »Die Nonne« (2. Mai) mit der 2019 verstorbenen Nouvelle-Vague-Ikone Anna Karina sind auch Mickey Rourke in »Franziskus« (16. Mai) und der Cannes-Gewinner von 2010, »Von Menschen und Göttern« (30. Mai), zu sehen. Wem das einen Tick zu religiös ist, der kann sich mit Dennis Villeneuves bildgewaltiger Neuinterpretation von »Dune« (12./17. Mai), der tollen Naturdoku »Magie der Moore« (9. Mai) oder bei »Melancholia« (19./24. Mai), dem wohl ungewöhnlichstem Werk des dänischen Regisseurs Lars von Trier, in ganz andere Welten entführen lassen.
MK

Die Nonne (1966)

Kino im Kasten, jeweils 20 bzw. 20.30 Uhr.