Neue Burgfestspiele Meißen

Nicht, dass es in Dresden an fotogenen Fassaden mangelte, aber die Albrechtsburg in Meißen ist schon etwas ganz Besonderes. Deshalb begeisterten bereits 1925 Musik, Schauspiel und Tanz im Hof der Albrechtsburg das Publikum. Anlässlich des 90. Jubiläums erfuhren die Festspiele 2015 nach langjähriger Pause und eher kleinen Formaten eine Wiederbelebung im größeren Maße. »Der Glöckner von Notre Dame« bildete den Auftakt. Sabine Eberts »Das Geheimnis der Hebamme« folgte ebenso wie Hugo von Hofmannsthals »Jedermann«, der auch bei den diesjährigen Burgfestspielen in einer Inszenierung der Landesbühnen Sachsen mit Tom Quaas in der Hauptrolle zu erleben ist.

Jedermann in der Inszenierung der Landesbühnen Sachsen

Weiter auf dem Programm steht das traditionelle Eröffnungskonzert mit dem Domchor Meißen und mit Solobläsern der Elbland Philharmonie Sachsen. Leider nur einmalig zu erleben ist am 23. Juni »Däschdlmäschdl auf Sächsisch«. In dieser Liebesrevue im Barock geben sich Tom Pauls, Beate Laaß und das Freddie-Ommitzsch-Studio-Ensemble die Ehre. Musikalisch ist das Programm der Neuen Burgfestspiele abwechslungsreich und bringt von Musik aus legendären Hollywoodfilmen, einem Musikspektakel auf dem Fluss mit Harmonic Brass und nicht zuletzt mit Axel Prahl & seinem Inselorchester Melodien für viele Geschmäcker in den malerischen Burghof.
JB

12. bis 26. Juni: Neue Burgfestspiele Meißen auf der Albrechtsburg, das komplette Programm gibt es im timer und unter neue-burgfestspiele-meissen.de

Die Ärzte im Schnelldurchlauf zum Stadion

Der »Schrei nach Liebe« brachte 1993 die Ur-Ärzte Bela B und Farin Urlaub wieder zusammen und markierte gleichsam den Beginn einer neuen Ärzte-Ära. Seitdem sind BelaFarinRod ein Erfolgsteam. In der deutschen Rockszene genießt das selbstironisch zur »besten Band der Welt« erklärte Berliner Trio ohnehin eine Sonderstellung, die sich nur mit dem unangefochtenen Status der Düsseldorfer Die Toten Hosen und des Hamburger Panikrockers Udo Lindenberg vergleichen lässt. Zu den Ärzte-Sternstunden gehört sicher »15 Jahre Netto« vor 35.000 Menschen auf dem Mariannenplatz und der Besuch der »Rock’n’Roll Realschule« 2002. Und 2011 sorgen ihre Konzerte jeweils nur für Frauen oder Männer für strikte Fan-Geschlechtertrennung.

Die Ärzte 2019 bei Rock im Park, Copyright Foto: Paul Gärtner

2013 nach dem Erscheinen des Albums »Auch«, 85 weiteren Konzerten, darunter elf »Ärztivals« schien die Luft irgendwie raus zu sein. Bela, Farin und Rod widmeten sich Soloprojekten. 2019 jedoch raffte sich die Band noch einmal zur einer Europa-Clubtour auf, um dann, von den Umständen gebeutelt, auf ihren Mobilphonen spontan »Ein Lied für Jetzt« im Lockdown aufzunehmen. Mit »Hell« und »Dunkel« im Gepäck und ihrer ausgedehnten Berlin-Tour (die wg. einer Erkrankung unterbrochen werden musste) im Rücken, sind Farin Urlaub, Bela B und Rodrigo Gonzáles nun wieder im ganzen deutschsprachigen Raum unterwegs und spielen dabei auch im Stadion in Dresden.
HK

Die Ärzte sind auf ihrer »Buffalo Bill in Rom«-Tour am 9. Juni im Rudolf-Harbig-Stadion mit Drangsal & Ruts DC als Support zu erleben; das Konzert ist ausverkauft.

Kinder.Bücher!

Das lesestarke Kinderliteraturfestival

Das erste lesestarke Kinderliteraturfestival der Städtischen Bibliotheken lädt Familien mit Kindern im Vorschul- und Grundschulalter herzlich dazu ein, hautnah spannende Lesungen, tolle Musik und lustige Aktionen rund um Kinder.Bücher! in allen teilnehmenden Bibliotheken zu erleben. Die Festivaleröffnung findet am 9. Juni, 14 Uhr in der Bibliothek Gruna statt und am 11. Juni gibt es in der Zentralbibliothek den gesamten Tag über ein großes Come-Together aller Gäste mit ihren Lesungen sowie ein vielfältiges Rahmenprogramm.

Frauke Angel

Folgende Künstlerinnen und Künstler haben ihr Kommen zugesagt: Frauke Angel, Nadia Budde, Sybille Hein und Rafat Muhammad, Jörg Hilbert, Ole Könnecke und Johannes Till, Eric Mayer, Kai Pannen sowie Hans-Christian Schmidt und Andreas Német.
AG

Das lesestarke Kinderliteraturfestival findet vom 9. bis 11. Juni in Dresden statt. Das ausführliche Festivalprogramm findet sich unter www.bibo-dresden.de sowie auf einem separaten Festivalflyer, der in der Stadt verteilt wird.

Start der Felsenbühnen Festspiele 2022

Nach zweijähriger Umbauphase steht die Wiedereröffnung der Felsenbühne Rathen bevor: Mit einer feierlichen Eröffnungsgala beginnen am 5./6. Juni die »Felsenbühnen Festspiele 2022« im Kurort Rathen, die von Juni bis September erstmals stattfinden. Geplant sind 52 Vorstellungen unter denen sich neben vier Premieren (»West Side Story« 24. Juni, »Das kalte Herz« 15. Juli, »Jedermann« 4. August, »Der fliegende Holländer« 21. August) auch drei Gastspiele befinden. Noch vor dem offiziellen Start ermöglicht ein Preview-Programm ab dem 27. Mai den exklusiven Besuch von Europas schönstem Naturtheater.
HK

Felsenbühne Rathen, Copyright Foto: Martin Förster

Gala zur Spielzeiteröffnung in Rathen am 5. Juni, 19 Uhr, und am 6. Juni, 18 Uhr. Mehr dazu unter Landesbühnen Sachsen/ Felsenbühnen Festspiele.

Kunststücke

Das Festival »Off Europa« zieht ins Zentralwerk und kommt in seiner 31. Ausgabe länderübergreifend daher

Das Festival, das bisher im Societaetstheater seine Dresdner Bühne fand, zieht es infolge der Sanierung nun in seiner 31. Ausgabe ins Zentralwerk. Die Werkschau für Tanz, Theater, Performance und Musik bespielt neben Dresden auch wieder Orte in Chemnitz und Leipzig. Wie schon im letzten Jahr wird durch Reisebeschränkungen kein einzelnes Land im Mittelpunkt stehen, sondern der Fokus liegt auf ausgewählten »Kunststücken«, die an die »Meisterstücke« im letzten Jahr anknüpfen. So versammeln sich aktuelle internationale Positionen des experimentellen Theaters, die in den umfassenden Sichtungen der letzten Jahre herausragten und die Experten überzeugten.

„Together“ von und mit Marko Mandič und Leja Jurišić

Fünf Stücke aus Israel, Polen, der Slowakei und Slowenien sind im Festivalzeitraum zu sehen. Am Mittwoch setzen sich die zwei Tanzstücke »Ani-Ma« mit »Me, and all of that body« mit Bewegung zur Erneuerung, Entwindung und Entfesselung sowie mit Veränderungen und Neukombinationen von Abfolgen auseinander. Während die Aufführung von Roni Chadash immanent den Körper erforscht und austestet, forcieren Leja Jurišić und Marko Mandič in einer sechsstündigen Aufführung das Zusammenspiel zweier Körper. Die Performance kann als einer der Höhepunkte des diesjährigen Festivals gesehen werden. Durch Improvisation loten sie aus, was Körperlichkeit in all seinen Facetten bedeutet. Der Dialog erfordert Grenzen zu sprengen und intensive Momente auszuhalten, wenn in diesem Fragen des Zusammenseins in Hierarchie und Wechselseitigkeit verhandelt werden.

Ein Teil des Duos ist dabei kein Unbekannter auf der Bühne und vor dem Bildschirm: Der slowenische Schauspieler Marko Mandič ist einerseits langjähriges Ensemblemitglied des Slowenischen Nationaltheaters in Ljubljana, zum anderen taucht er in zahlreichen deutschen Filmproduktionen (»Gold«, 2013 / »Alarm für Cobra 11«) auf. Sein körperbetonter Stil trifft auf die kraftvolle und radikale Performance der Choreografin und Tänzerin Leja Jurišićs. Die Konzentration auf Bewegungen zwischen zwei Körpern zeichnet der preisgekrönte Beitrag aus. Ob nach sechs Stunden des Kampfes und der Verschmelzung ein Endstadium erreicht wird, welche Reaktionen noch möglich sind, darf an diesem Abend herausgefunden werden – aber natürlich nur, wenn auch die Körper und die Aufmerksamkeit des Publikums bis zum Ende durchhalten.
Jenny Mehlhorn

Off Europa findet vom 18. bis 21. Mai im Zentralwerk statt; genaues Programm unter offeuropa.de/

Klöster im Kino

Im Kino im Kasten (KiK) wird es ab Mai geistlich. Die Forschungsstelle für vergleichende Ordensgeschichte der TU Dresden lädt zu kostenfreien Vorstellungen von Filmklassikern, die sich mit dem Phänomen Kloster beschäftigen. Neben dem 1966er Klassiker »Die Nonne« (2. Mai) mit der 2019 verstorbenen Nouvelle-Vague-Ikone Anna Karina sind auch Mickey Rourke in »Franziskus« (16. Mai) und der Cannes-Gewinner von 2010, »Von Menschen und Göttern« (30. Mai), zu sehen. Wem das einen Tick zu religiös ist, der kann sich mit Dennis Villeneuves bildgewaltiger Neuinterpretation von »Dune« (12./17. Mai), der tollen Naturdoku »Magie der Moore« (9. Mai) oder bei »Melancholia« (19./24. Mai), dem wohl ungewöhnlichstem Werk des dänischen Regisseurs Lars von Trier, in ganz andere Welten entführen lassen.
MK

Die Nonne (1966)

Kino im Kasten, jeweils 20 bzw. 20.30 Uhr.

Zauberhaft

Die 45. Dresdner Musikfestspiele im Schnelldurchlauf

Die Musikfestspiele starten und enden mit einem Jubilar des Jahres 2020, dessen 250. Geburtstag aufgrund der weltweit grassierenden Pandemie nicht gebührend gefeiert werden konnte. So markiert also diesjährig Ludwig van Beethovens Fünfte, die »Schicksalssinfonie«, im Eröffnungskonzert mit dem Festivalorchester unter Jean Christophe Spinosi den Anfang. Als Solist wird zum ersten Mal in seiner Karriere auf einem historischen Hammerklavier der junge, gefeierte und den Festspielen eng verbundene Pianist Jan Lisiecki zu erleben sein. Den Schlusspunkt setzt erneut das Dresdner Festspielorchester, diesmal unter dem Dirigat von David Robertson, mit Beethovens Neunter – ein Zeichen der Hoffnung in dunkler Zeit, denn nichts ist wohl derzeit europaweit populärer und einigender als Schillers Dichtung »Ode an die Freude«, der Beethoven ein musikalisches Denkmal gesetzt hat. »Im Gegensatz zu den Befürchtungen, dass wir im Beethovenjahr 2020 zu viel Beethoven hören könnten, haben wir am Ende viel zu wenig von ihm gehört«, sagt dazu Jan Vogler, Intendant der Dresdner Musikfestspiele.

Lange Nacht des Cellos 2018 (Copyright: Oliver Killig)

Zwischen Auftakt und Finale aber haben Jan Vogler und sein Festspiel-Team ein so dichtes und solides Programm-Netz an Ereignissen geknüpft, dass es nicht gerade leicht fallen wird, sich daraus die Rosinen herauszupicken. 66 Konzerte stehen auf dem Plan, darunter auch die spannenden Reihen »Classical Beats« in der Reithalle sowie »Sound & Silence« als moderiertes Wandelkonzert im Hygiene-Museum. Ein Wermutstropfen: Die ursprünglich als multimediale Aufführung geplante aufwendige Neuinszenierung von Mozarts Zauberflöte muss auf 2023 verschoben werden. Dafür darf das Violoncello in all seinen Facetten bei der 45. Festivalausgabe seinen »Zauber«, so das diesjährige Motto, entfalten. Cellist Jan Vogler hat mehr als 40 seiner Kollegen eingeladen, die in insgesamt 19 Konzerten verschiedener Formate und Genres auch die klangliche Vielfalt der Musikfestspiele widerspiegeln sollen. So bringt das Festival im Festival, »Cellomania 2.0«, ganz klassisch mit Sol Gabetta & Bertrand Chamayou Mendelssohn-Bartholdys Sonaten für Violoncello und Klavier, mit Kian Soltani & dem Ensemble Shiraz eine exotische Klangfarbe, mit Apocalyptica gestrichene Rock-Power, mit Jan Vogler und dem hr-Sinfonieorchester unter Paavo Järvi die sinfonische Dimension, sowie mit der Langen Nacht des Cellos am 26. Mai die gesamte Bandbreite der Spielweisen dieses Instruments zu Gehör.

Natürlich dürfen auch Weltstars wie Jamie Cullum, Angelique Kidjo, Kamaal Williams, Raul Midón, Martin Grubinger oder der isländische Pianist Vikingur Ólafsson nicht fehlen. Letzterer wird mit dem London Philharmonic Orchestra das diesjährige Auftragswerk der Musikfestspiele am 30. Mai als Solist bestreiten. Komponist Thomas Adès ist zugleich der Dirigent des Abends im Kulturpalast und wird neben der Uraufführung seiner Suite nach der Oper »The Tempest« auch sein Werk »In Seven Days« am Pult leiten.

Auch Dresdens Klangkultur kommt nicht zu kurz: Die Klingende Stadt wird es wieder als Mitmach-Projekt geben, die Staatskapelle wie die Philharmonie sind als die beiden großen Dresdner Klangkörper mit internationaler Strahlkraft ebenso geladen, wie der Dresdner Kammerchor, die Jüdische Kammerphilharmonie oder Popmusiker Felix Räuber, der auf Spurensuche in seiner sächsischen Heimat war und am 7. Juni »Wie klingt Heimat?« als »Sinfonie der Kulturen« aufführen wird. Es gibt also gar keine Ausrede mehr, weshalb man den Musikfestspielen keinen Besuch abstatten sollte.

Heinz K.

Die Dresdner Musikfestspiele finden vom 11. Mai bis 10. Juni statt; Programm, Tickets und mehr Infos unter musikfestspiele.com
Programm-Update: Jamie Cullum kommt am 7. Juni zu einem Zusatzkonzert in die Gläserne Manufaktur.

Auf WeinBergKulTour am 1. Mai

Ein Beispiel dafür, dass die lange Zeit des Kulturlockdowns auch kreative Ideen hervorgbracht hat, auf die man sonst vielleicht gar nicht gekommen wäre, ist zweifellos die »WeinBergKulTour« des Radebeuler Kultur e.V. Der Verein, in dem auch Björn Reinemer mitwirkt, kam auf die Idee, den Kulturhunger mit einer Wanderung kreuz und quer durch die Natur der Ebenberge zu stillen und so nebenbei den Winzern der Stadt und deren Weingütern am Elbhang Gäste zu bescheren. Die geführten Wanderungen sind grundsätzlich kostenfrei, die Einnahmen, um die engagierten Künstler bezahlen zu können, werden, so Björn Reinemer, über Spenden, Radebeuler Winzer und neuerdings auch über Fördergelder aufgebracht. Und da diese besonderen Wandertouren in den Vorjahren so gut angenommen wurden, werden sie auch 2022 fortgeführt.

Im Bild: Frederic Bouchon (copyright Photo: Josefine Lippmann) im Weingut Grosse

So warten auf die Teilnehmerinnen und Teilnehmer am 1. Mai insgesamt zehn künstlerische Darbietungen an neun verschiedenen Orten – von der Breaking-Performance à la The Saxonz bis zum Konzert mit dem isländischen Songwriter Svavar Knútur. Jede Performance ist auf 30 Minuten limitiert, die genaue Route der Tour kann natürlich auch selbst je nach Vorlieben und Ausdauer gewählt werden. Gestartet wird um 13.30 Uhr in der Weinwirtschaft am Neufriedstein auf den Ebenbergen. Und da inzwischen auch viele Dresden die Kulturwanderung durch die Radebeuler Weinberge für sich entdeckt haben, sind in Kooperation mit morning glory concerts e. V. mittlerweile auch FahrradKulTouren zwischen den Orten möglich und buchbar bei fahrradkultour.com.
HK

Die WeinBergKulTour startet am 1. Mai in die Saison und wird am 26. Juni fortgesetzt; mehr dazu unter radebeuler-kultur.de/kultour/

Lasst euch überraschen!

Swutscher freuen sich auf eine volle GrooveStation

Der kaputt hymnische und deutschsprachige Indie-Rock der Hamburger Swutscher vermengt sich mit Einflüssen aus den Sixties und weirdo Psychedelic-Countrypunk. DRESDNER-Autor DJ Cramér nahm sich die Zeit, um bei Trommler Martin und Sänger und Texter Sascha nachzufragen, in welcher Stimmung sie sich denn auf den Weg nach Dresden machen.

Swutscher

Wie steht es denn um eure Stimmung, wenn ihr in dieser Zeit auf Tour geht? Ist es momentan eine Flucht aus der Welt und dem Wahnsinn, oder doch eher eine Therapie mit Gleichgesinnten?

Martin: Auf Tour gehen ist immer eine Art Flucht vor dem Alltag, doch den Wahnsinn der Welt behalten wir stets im Auge und vergessen wir ganz bestimmt nicht. Als eine Art Gruppentherapie kann man die Konzerte bestimmt betiteln, da wir und hoffentlich alle, die mit uns im Raum sind, für diese Zeit mal ein bisschen den Kopf ausschalten können und zusammen die Texte, Klänge und Stimmung genießen können.

Man hört bei euch so diverse Einflüsse und Verweise wie Brecht und Eisler (»Alle Guten Dinge sind Drei«), Rio Reiser, Messer, Ty Segall, Gunter Gabriel, Black Lips und Sid Vicious heraus. Wie entstehen bei euch die teils sehr verschiedenen Songs?

Martin: Die Songs entstehen meistens sehr natürlich, ohne große Uneinigkeit. Sascha kommt mit einem Text und der Rest findet den passenden Sound, oder die Band kommt mit ner Songidee und Sascha hat den passenden Text. Da wir alle verschiedene musikalische Backgrounds haben, aber auch viele Schnittstellen, was uns gefällt, kommen diese schon zum Teil verschiedenen Songs zustande.

Sascha, als Sänger deckst du vom müden Tresenphilosophen bis zum theatralisch wachen Politdichter (»Im Westen«) ein markantes wie interessantes Spektrum ab. Sind das Früchte einer Gesangsausbildung oder doch eher gelebtes Naturtalent?

Sascha: Vielen Dank für die Blumen, aber eine klassische Gesangsausbildung habe ich nie genossen, also dann doch eher das gelebte Naturtalent.

Ihr habt zusammen mit dem Material der neuen, selbst betitelten Platte doch genügend Songs beisammen, um live ein komplettes und weit gefasstes Rockbrett zu spielen. Bleibt da trotzdem Platz für atmosphärische Songs wie »Im Suhlenkamp« oder »Bodo«?

Sascha: Lasst euch überraschen und kommt zu unseren Shows! Am 20. Mai sehen wir uns in der GrooveStation!

Wie ist denn die Sicht von draußen auf die (Sub-)Kultur Dresdens? Oft wird Dresden ja lediglich politisch zweifelhaft in der überregionalen Öffentlichkeit abgebildet. Zudem nörgelt der Dresdner auch noch gern selbst an sich und der Stadt herum. Was ist euer Eindruck?

Sascha: Ich glaube, ich kann hier für uns alle sprechen: Wir stehen auf Dresden! Alle Gigs, die wir bisher gespielt haben waren wunderbar. Unser letztes Konzert im Ostpol war pure Freude, und die Neustadt im Sommer hat viel für uns zu bieten. Dies sollten sich die Dresdner von diesen verdammten rechten Idioten nicht kaputt machen lassen.

Vielen Dank für das Interview!

Swutscher spielen am 20. Mai, 20 Uhr, live in der GrooveStation.

Sachsen verlängert Corona-Regeln

Sachsen verlängert die derzeit gültigen Corona-Regeln bis 28. Mai. Die bisherigen Basisschutzmaßnahmen mit den Test- und FFP2-Maskenpflichten gelten somit weiterhin. In medizinischen Bereichen, in Pflegeheimen und im öffentlichen Nahverkehr gilt weiterhin eine FFP2-Maskenpflicht. Bei Schülern und Schülerinnen sind in Bus und Bahn OP-Masken ausreichend. Die Testpflicht für Angestellte und Besucher in medizinischen Einrichtungen, Pflegeheimen, Hospizen, Werkstätten für behinderte Menschen, in JVAs und Flüchtlingsunterkünften bleibt bestehen. Geimpfte oder genesene Arbeitgeber und Beschäftigte müssen mindestens zweimal pro Woche einen aktuellen Testnachweis vorlegen. In stationären und ambulanten Pflegeeinrichtungen sind drei Tests in der Woche vorgeschrieben. Darüber hinaus wird „dringend empfohlen“ weiterhin eine FFP2-Maske in Innenräumen zu tragen, den Mindestabstand und Hygieneregeln einzuhalten sowie die Kontakte auf ein notwendiges Maß zu reduzieren. Die neue Verordnung gilt vom 1. bis 28. Mai.

Hintergrund: Am 3. April entfiel aufgrund des Auslaufens der epidemischen Notlage auch in Sachsen die Maskenpflicht in Innenräumen und im Einzelhandel, bei Veranstaltungen oder beim Friseur. Es müssen auch keine Nachweise mehr für den Zugang zu Kultur- und Freizeiteinrichtungen, Veranstaltungen, Gastronomie oder körpernahen Dienstleistungen vorgelegt werden. Sämtliche 3G- und 2G-Regeln sind seitdem entfallen, werden aber im Einzelfall von diversen Betreibern derzeit noch verlangt.
HK