Rundkino feiert 50. Geburtstag

Am Freitag, 7. Oktober, um 17 Uhr heißt es in einer von Peter Ufer moderierten Podiumsdiskussion: »Wer rettet die Ostmoderne?«. Gezeigt werden im Rundkino Filme zur Architektur in Dresden in den 1970er und 80er Jahren von Ernst Hirsch und ein Interview mit dem Rundkino-Architekten Gerhard Landgraf. Gezeigt wir auch der einzige 3D-Film von 1985 »Dresden und die Prager Straße«, aufgenommen mit Spezialtechnik von Günter und Verena Peschke. Musikalisch geht es am Samstag, 8. Oktober, weiter. Um 20 Uhr erwartet euch im großen Saal mit »How To Hear A Painting« ein Konzertfilm der besonderen Art. Zudem gibt die Dresdner Band Woods of Birnam nach der Premiere des Films ein kleines Akustik-Set. Für »How To Hear A Painting« hatte die Band um Sänger und Schauspieler Christian Friedel eine Kooperationsanfrage der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD) angenommen und im Frühjahr 2020 Hauptwerke der Gemäldegalerie Galerie Alte Meister imposant und mit großem Orchester vertont.

Die Mauer fällt im Kulturpalast

Die Dresdner Sinfoniker führen »Drüben. Eine deutsche Zeitreise« am 3. Oktober auf

Schon beim Einlass kann das Publikum mit- oder nachempfinden, was es heißt, getrennt zu sein. Das Schicksal (beziehungsweise der Zufall in Form eines Loses) entscheidet – so wie man sich seine Herkunft im echten Leben ja nun auch nicht aussuchen kann – wer auf der östlichen und wer auf der westlichen Seite des Konzertsaals Platz nehmen darf. Dazwischen eine Schneise, die den einst schwer bewachten Grenzstreifen nebst Mauer zwischen den beiden Systemblöcken symbolisiert. Auf einem Wachturm über der Mauer bezieht der Dirigent (Jonathan Stockhammer) Position, um von dort aus das geteilte Orchester zu leiten. Und während man noch seinen Platz in der Reihe sucht, beginnt auf der Bühne bereits das Programm. Projizierte, schnell geschnittene Fernsehbilder, Werbeclips der 1960er bis 80er Jahre, zeigen auf zwei großen Screens das Leben, die Träume und Versprechungen auf beiden Seiten der Mauer. Eine große Selbstbau-Antenne, so wie sie einst im Osten gang und gäbe war, um Westempfang zu haben, komplettiert das Bühnenbild auf der Ostseite. Während das Publikum noch in die Röhre schaut, nimmt ein Trupp Schauspielerinnen und Schauspieler Aufstellung. Auf beiden Seiten der Trennlinie, aber mitten im Publikum, präsentieren sie in einer Art Liederwettstreit bekannte Popsongs aus Ost und West, von Silly oder Lindenberg, Gundermann oder Grönemeyer in einer reduziert-deklamierten Fassung und jeweils begleitet vom West- oder Ostorchester.

Während der Feierlichkeiten zum 40. Gründungstag der DDR haben die Grenztruppen der DDR den Grenzkontrollpunkt Checkpoint Charlie mit Absperrgittern abgeriegelt. Foto: Ein DDR-Grenzposten hinter der Absperrung; Copyright: Christoph Püschner.

Für Markus Rindt, Intendant der Dresdner Sinfoniker, ist die in Kooperation mit der Dresdner Philharmonie mit Mitteln der Musik und des Theaters von Tom Quaas inszenierte Zeitreise eine Herzensangelegenheit, gehörte er doch schließlich zu jenen DDR-Flüchtlingen, die am 4. Oktober 1989 als »zweite Welle« aus der bundesdeutschen Botschaft in Prag über das Gebiet der DDR per Zug in die BRD »ausgewiesen« und so zum Auslöser für die Massenproteste gegen das SED-Regime wurden. Für »Drüben«, 33 Jahre nach dem historischen Ereignis, haben die Dresdner Sinfoniker nun unter anderem ein Werk in Auftrag gegeben, das der Münchner Komponist Markus Lehmann-Horn »Utopian Melodies (yelling at me!)« nennt und worüber er sagt: »Dieses Werk wurde komponiert in Gedenken an gefallene (oder doch noch nicht gefallene) Mauern – zwischen uns als Einzelpersonen, innerhalb der deutschen Bevölkerung oder zwischen Nationalstaaten.« Dementsprechend werden diverse Hymnen und bekannte Lieder zitiert oder als Allusion benutzt, so wie auch Nationalhymnen tradierte Musik benutzen, um Identität oder Ideologie zum Ausdruck zu bringen. Und gegen Ende des Werkes für geteiltes Orchester fällt die Mauer …

Von jubelnden Menschenmassen werden knapp 800 DDR-Übersiedler auf dem Bahnhof im bayerischen Hof empfangen. Mit Sonderzügen der Deutschen Reichsbahn trafen sie am 5. Oktober 1989 aus Prag kommend, wo sie teilweise wochenlang auf dem Gelände der Bundesdeutschen Botschaft auf eine Einreisemöglichkeit in die Bundesrepublik gewartet hatten, ein. Viele fuhren noch am gleichen Tag in die Aufnahmelager weiter. Unter den Ausgereisten: Markus Rindt, der heutige Intendant der Dresdner Sinfoniker.

Nach der Pause geht es im nunmehr wieder vereinten Konzertsaal mit einer Uraufführung der britischen Komponistin Charlotte Bray (*1982) weiter. Sie weitet in ihrer Komposition »Landmark« die Perspektive über die deutsche Sicht hinaus, transportiert darin auch eigene biografische Momente und sucht den Bezug zur beängstigend unsicher gewordenen geopolitischen Situation der Gegenwart hörbar zu machen. Am Schluss steht die Frage im Raum: »Was haben wir gelernt?«

Zum Finale erklingt nicht etwa die Nationalhymne oder die Ode an die Freude, sondern das Konzert für Klavier und Bläser von Igor Strawinsky. Das 1923/24 in Paris entstandene Werk ist im Ergebnis ein farbiges Meisterwerk von virtuoser Leichtigkeit, das Pianist Andreas Boyde spielen wird. Ob es dann wohl spontan zu Verbrüderungen und Verschwesterungen kommen wird, so wie beim unverhofften Fall der Mauer am 9. November 1989, bleibt offen.

Heinz K.

»Drüben. Eine deutsche Zeitreise« ist am 3. Oktober, 18 Uhr, im Kulturpalast zu erleben.

Kunstmesse »Neue ArT« nach zwei Jahren wieder am Start

Ein facettenreiches Spektrum zeitgenössischer Kunst verschiedener Genres kennzeichnet die Kunstmesse »Neue ArT«, die die Messe Dresden vom 30. September bis 2. Oktober 2022 nach zweijähriger Pause neuerlich präsentiert. Kunst aus anderer Perspektive zu erleben, die dem Betrachter eine persönliche Sichtweise offenlässt, ist das Anliegen dieser Messe. Fernab jeglicher Bewertungen, hat der Besucher die Möglichkeit, sich hier aktiv mit Kunst auseinanderzusetzen.

Neue ArT in der Messe Dresden, Foto: Frank Grätz

110 Künstlerinnen und Künstler aus Deutschland, Polen, Litauen, Österreich, Frankreich, Italien und der Ukraine werden als Aussteller nach Dresden kommen und auf ca. 1.800 qm Fläche ihr Kunstschaffen präsentieren. Unter dem Motto »Kunst für den Frieden« sind diesjährig ukrainische Künstler geladen. Die Arbeiten dieser Künstler werden am Sonntag, 2. Oktober, 17 Uhr, im Rahmen einer Auktion versteigert, der Erlös wird einem gemeinnützigen Zweck in der Ukraine zugutekommen. Den Auftakt der Neuen ArT bildet die Vernissage am Freitag, 30. September, 19 Uhr, zu der der bekannte Dresdner Schauspieler Ahmad Mesgarha einen Auszug aus seinem Otto-Reuter-Programm geben wird. Parallel zur Kunstmesse Neue ArT findet die Hochzeitsmesse JAwort statt. Beide Messen sind über getrennte Eingänge mit separaten Tickets erreichbar, wobei das Ticket zur JAwort auch zum Eintritt in die Neue ArT berechtigt.

HK

Die Gas-Trilogie von Georg Kaiser im Schauspielhaus

In drei Teilen erzählt die Tragödie die Geschichte einer Familie über mehrere Generationen hinweg. Im Mittelpunkt und verantwortlich für den Reichtum, die Arbeit und die Konflikte: der Rohstoff Gas. Im Schauspielhaus inszeniert Sebastian Hartmann das expressionistische Werk von Kaiser, danach komplettiert nach einer kurzen Pause ein Podiumsgespräch die Geschichte ums Gas. Die Diskussion um den aktuellen Zustand der Gasversorgung gliedert sich so wie ein vierter, gegenwärtiger Teil in die Aufführung ein – Applaus wird erst danach eingefordert.

Gas-Trilogie von Georg Kaiser, Spielfassung von Jörg Bochow und Sebastian Baumgarten, Regie: Sebastian Baumgarten; im Bild: Yassin Trabelsi, Franziskus Claus; Copyright Foto: Sebastian Hoppe

Das Publikum wird an diesem Abend in den Bühnenraum des Schauspielhauses geführt – auf diesem rahmen die Plätze das Bühnenbild aus grauem, dunklen Formationen, alles zusammen ist in graue Wolken, Neonröhren und dunkles Nichts gehüllt. Die expressionistische Reise beginnt mit dem schizophrenen Kapitalisten, der durch Ausbeutung seiner Arbeiter und der industriellen Produktion zum Milliardär aufgestiegen ist. Die nächste Generation bringt einen Systemwechsel mit sich. Ein sozialistisches Paradies herrscht in der Fabrik, Arbeitszeiten und -einsatz sind frei wählbar und es gilt eine Gewinnbeteiligung, so laufen die Maschinen auf Hochtouren. Bis eine Explosion den geordneten Zustand zerstört. Während der Fabrikbetreiber neue utopische Visionen anpreist, wollen die Arbeiter den schnellen Wiederaufbau des Werkes – Gas ist ein wirtschaftlicher Garant, es bringt Profit. Neue Ideen abseits des Gewohnten bringen keine ökonomischen Sicherheiten mit sich und deshalb lebt auch die dritte Generation von der verstaatlichten Gasproduktion als Teil der Rüstungswirtschaft, indem sie Kriegsgas erzeugen.

Systeme streben physikalisch in eine immer größer werdende Unordnung, die Entropie. Die im Universum wachsende Unordnung versucht der Mensch durch Prozesse und Dinge zu kultivieren und durch Strukturen handhabbar zu gestalten. Politische und wirtschaftliche Systeme nehmen sich diesen Ordnungsprozessen an, drei misslungene Versuche anhand der Ressource Gas erleben wir im Stück mit. Diese Zerstörungsprozesse sind mit einer dunklen und dystopischen Kulisse hinterlegt, auf ihnen die hetzenden Gestalten, hinter ihr die nachdenklichen Schatten, umrahmt von Maschinen, Technik und Explosion. Die Inszenierung lebt von der stark verdichteten Handlung im Zusammenspiel mit projizierten Grafiken und collagiertem Bildmaterial sowie dem trockenen Rauch aus der Nebelmaschine, der durch die Konzentration aller auf den Bühnenraum bis in die hintersten Reihen des Publikums zieht. Wir sitzen nicht nur metaphorisch unter einer Kuppel, zum Aufführungsabend befinden sich Publikum und Darstellende tatsächlich unter dieser – gefüllt mit dem aktuell problematischsten Rohstoff. Das Stück gestaltet sich als ein Gang von der Fiktion in die Realität. Die Aufnahme dieses Diskurses und aktueller politischer Positionen, das Aufzeigen von Lösungsmöglichkeiten zum aufgeladenen Thema im Nachgang – diese Kombination aus Theater und Politik stellt das innovative der Vorstellung dar.

Jenny Mehlhorn

Die Gas-Trilogie feierte am 17. September seine Premiere. Nächste Vorstellungen: 19./ 20./ 21. Oktober 2022 im Schauspielhaus

Reverberation Fest im Ostpol und in der Chemiefabrik

Die Dresden Psych Family lädt zu einem farbenfrohen Musik- und Kunst-Spektakel ein, bei dem der gemeinsame Nenner aller Beteiligten die Freude an der psychedelischen Ausgestaltung der jeweiligen Kunst ist. So eröffnen am Freitag im Ostpol 13 Year Cicada aus Berlin. Zooey Agro (Voice, Synthesizer) und ihre Band beschreiben ihre Musik als »Experimental-Electro-Math-Pop«. Darauf folgen Glue Trip aus Brasilien, die uns mit ihrem Mix aus Latin, Dreampop, Brazil-Psych in das innere eines Strandcocktails beamen.

Glue Trip aus Brasilien sind zum Reverberation-Auftakt am Freitagabend im Ostpol zu erleben

Am Samstag steht ein Umzug des Festivals auf das Gelände der Chemiefabrik an. Der Außenbereich lädt bereits ab 15 Uhr ein, den zweiten Festivaltag zu beginnen. Drinnen werden sich dann auf zwei sich gegenüber stehenden Bühnen internationale Acts die Klinken zuwerfen, moderiert von Festival-Host Flux Wildly. Von den Bühnen erklingt Die Wilde Jagd (Krautrock/Pop), orientalische Psych-Musik spielen Sabba 5 (Israel), Love ‚N‘ Joy aus der Ukraine liefern Psychedelic-Indie-Rock mit Einflüssen aus den 60s und 70s, aber ohne Garage-Rock-Touch, Außerdem noch Warm Graves (Dark Ambient, Leipzig) und The Big Idea (Garage/Indierock aus Frankreich).

Am Festivalsonntag im Ostpol wird das Sphere Collective (Modern Dance) zu dem Liveauftritt des Argentiniers (Cumbia Surf Trash) eine einmalige Tanzperformance liefern. Außerdem spielen Mitsune (J/AUS/D) Japanase-Folk-Fusion, deren Klang ganz viel Platz im Kopf schafft.
RS

DRESDNER Kulturmagazin präsentiert: Reverberation Festival, vom 16. bis 18. September im Ostpol (Freitag & Sonntag, Einlass 20 Uhr, Beginn 21 Uhr) und der Chemiefabrik (am Samstag ab 15 Uhr); Tickets (Tagestickets + Festivaltickets), Timeline und mehr unter reverberationfest.com.

Pussy Riot lebt!

Die russische Aktivistinnengruppe sammelt auf ihrer Europatournee Spenden für die Ukraine

Als die Aktivistinnen vor zehn Jahren in ihrem Punk-Gebet »Heilige Jungfrau schmeiß Putin raus« auf der Kanzel der Christ-Erlöser-Kathedrale in Moskau performten, wurden sie weltweit berühmt. Das Kollektiv besteht aus etwa zehn Frauen, die in wechselnden Konstellationen auftreten. Sie kritisieren seit ihrer Gründung auf öffentlichen Plätzen und Bühnen Putin und sein autoritäres Regime. Schon 2014 verurteilten sie in Interviews die Annexion der Halbinsel Krim öffentlich, im Mai 2022 sind sie aus Russland nach Europa geflohen; Maria Aljochina entkam ihren Überwachern – sie steht unter Hausarrest – verkleidet als Essenslieferantin. Seitdem treten drei Frauen der Gruppe auf den Bühnen Europas auf, um solidarisch für die Ukraine einzustehen und Spenden zu sammeln. Zudem fordern sie mit ihren Auftritten und in einem Interview in der Tagesschau im Mai, dass kein Öl und Gas von Russland gekauft werden soll, weil durch diese Gelder die Repressionen im Land und der Krieg in der Ukraine finanziert werden. Zudem verlangen sie die Auslieferung Putins als Kriegsverbrecher vor das Tribunal des Internationalen Strafgerichtshofes in Den Haag. Dieser Protest, der durch die Hausarreste und radikalen Äußerungen gegenüber Putin außerhalb Russlands stattfindet, soll zudem nach der Tour auch in Russland weitergeführt werden, ein dauerhaftes Exil schließen die Russinnen aus.

Die aktuelle Tour »Riot Days« ist eine Konzert-Performance mit Marija Aljochina, Diana Burkot und Olga Borisova. Sie vereint Musik, Kundgebung und Theater, indem die Künstlerinnen mit aggressivem Sprechgesang unerschrocken gegen Putin und seine repressive Politik anschreien. Gleichzeitig neben den Auftritten veröffentlichen die Riot Grrrls ihr neustes Album »Matriarchy now« und ordnen sich damit musikalisch zwischen Pop und Punk ein. Textlich arbeitet es mit viel Ironie und Gegenentwürfen – der Albumtitel steht als Kontrast zu Putins Patriarchat, und sexistische Klischees werden umgedreht. Die künstlerischen Positionen stehen als Zeichen für einen Protest aus der Zivilgesellschaft, für den sie im eigenen Land strafrechtlich verfolgt werden und mit dem sie der Willkür des repressiven Systems ausgesetzt wären. Abweichende Meinungen darf es nicht geben, dort, wo schon das Zeigen eines weißen Papiers ohne Aufschrift oder friedliche öffentliche Gegenproteste zu Festnahmen führen. Diese aggressive Gegenstimme in einem Land, in dem man noch nicht einmal gegen nichts protestieren darf, vereint all jene Kriegs- und Putin-Gegner, die teilweise als politische Gefangene in Russland aufgrund ihrer kritischen Stimme in Gefängnissen ausharren müssen.
Jenny Mehlhorn

Pussy Riot sind am 10. September, 20 Uhr, im Kleinen Haus des Staatsschauspiel Dresden zu erleben.

Es muss gefeiert werden

Spielzeiteröffnungsfeste

Schöne lange Theaternächte sind zum Auftakt der neuen Spielzeit zu erwarten. So eröffnet die Semperoper mit »chasing waterfalls« am 3. September innovativ und progressiv die Saison. Auch im und vor dem Schauspielhaus wird der Beginn des neuen Theaterjahres gefeiert. Ab 16 Uhr gibt es auf dem Postplatz Kinderbespaßung, den Auftritt der Jazz-Folk-Band Leléka und im Anschluss Tangotanzen für alle – mit Anleitung und Live-Band. Im Haus besteht die Möglichkeit, sich über die Bereiche hinter der Bühne zu informieren. Und auch diese Jahr gibt die große Saisonvorschau Einblicke in die Vorhaben der neuen Spielzeit. Und abgerundet wird der Abend mit Live-Musik und Tanz bis in die frühen Morgenstunden.

Die Staatsoperette bietet in ihrem 75. Bestehungsjahr beim Kraftwerk Mitte-Fest, ebenfalls am 3. September, die Gelegenheit, sich um 16 Uhr im Theaterfoyer einen musikalischen Einblick in die kommenden fünf Premieren der Saison zu verschaffen. In einer rasanten Show stellen sich unter dem diesjährigen Motto »Wir entfachen Magie« einzelne Künstlerinnen und Künstler mit mit spektakulären Nummern vor. Und ab ca. 21 Uhr startet dann die Party.

Pan – Lost in Neverland (Foto: Marco Prill) erlebt am 23. September seine Uraufführung am tjg.

Das tjg. greift eine Woche später ins Geschehen ein. Am 11. September sind zum Picknick zum Saisonauftakt ab 12 Uhr alle interessierten Kinder, Jugendliche und Familien eingeladen, sich über die Pläne für die neue Saison und die Möglichkeiten bei der Theaterakademie zu informieren. Zugleich findet der erste von vier Familien-Sonntagen statt: Im Kranfoyer und auch in den Außenanlagen wartet eine riesige Anzahl von Gesellschaftsspielen und und anderen Spielmöglichkeiten wie auch der tjg.-Tischkicker-Cup. Die erste Premiere in der neuen Spielzeit bestreitet am 23. September dann »Pan – Lost in Neverland«
JB

Drei auf einen Streich

Die Dresdner Musikfestspiele laden zum »September-Festival« in den Kulturpalast

Aufgrund des großen Erfolges – die Jubiläumsausgabe der Dresdner Musikfestspiele zählte 42.000 Besucher, die Ticket-Einnahmen lagen mit 1,4 Mio. Euro erstaunlich hoch und die Auslastung lag bei ebenso erstaunlichen 85 Prozent – verlängern Jan Vogler und das Festival-Team die Musikfestspiel-Saison um ein hochkarätiges »September-Festival«, das Anfang des Monats gleich drei herausragende amerikanische Klangkörper in die Stadt bringt. Den Auftakt gibt das Pittsburgh Symphony Orchestra unter der Leitung von Manfred Honeck mit der Pianistin Hélène Grimaud als Solistin. Das Orchester begeistert nicht nur in seiner Heimat, sondern auch auf zahlreichen Tourneen in aller Welt und geht unter seinem Chefdirigenten in die 14. gemeinsame Spielzeit. Zum Auftakt des Konzerts erklingen die von Tanzmusik inspirierten »Fünf Stücke für Streichquartett« des Tschechen Erwin Schulhoff.

September-Festival im Kulturpalast, Foto: Oliver Killig

Mit Ravels Klavierkonzert folgt ein Publikumsliebling in den Konzertsälen, bevor es dann romantisch und melancholisch wird im Finale mit Tschaikowskys Fünfter Sinfonie. Einen Abend später sind die Geigerin Lisa Batiashvili und das Philadelphia Orchestra unter der Leitung von Yannick Nézet-Séguin im Kulturpalast zu erleben. Damit gastiert ein weiteres US-Spitzenorchester bei den Musikfestspielen, das neben Karol Szymanowskis virtuosen Violinkonzert mit dem »Poème« für Violine und Orchester die wohl bekannteste Komposition des Franzosen Ernest Chausson erklingen lässt. Das Finale bildet Antonin Dvořáks 1885 in London uraufgeführte Siebte Sinfonie, die mit Beethovens Neunter die Tonart und den poetisch-erhabenen Charakter teilt. Zum Abschluss des September-Festivals ist das Cleveland Orchestra unter der Leitung von Franz Welser-Möst am 4. September zu Gast. Auch hier bleiben musikalisch keine Wünsche offen, wenn das als eines der weltbesten Klangkörper gepriesene Orchester und sein Dirigent mit Richard Strauss` Meisterwerken »Macbeth« und »Till Eulenspiegels lustigen Streichen« aufwarten. Wer will, kann diese drei Konzertabende mit US-amerikanischen Orchestern als Epilog des 45-jährigen Jubiläums der Musikfestspiele sehen, die unter dem Motto »Zauber« standen.
HK

Dresdner Musikfestspiele: »September-Festival« mit Grimaud – Pittsburgh Symphony Orchestra – Honeck am 1. September, Batiashvili – Philadelphia Orchestra – Nézet-Séguin am 2. September sowie The Cleveland Orchestra & Welser-Möst am 4. September im Kulturpalast; Konzertbeginn ist jeweils 19.30 Uhr.

Dresden is(s)t bunt

Geboren wurde die Idee zum Gastmahl »Dresden is(s)t bunt« 2015. Gemeinsam zu essen, sich an Speisen und Kulturen aus aller Welt zu erfreuen sowie miteinander ins Gespräch zu kommen, war das simple Konzept der Veranstaltung. Und dank eines regen Zuspruchs ist es das bis heute geblieben. Nun geht das Gastmahl in die 6. Auflage: Dieses Jahr findet das große Picknick am 5. September an einem besonderen Ort statt: Auf der Augustusbrücke und dem Schlossplatz wird eine lange Festtafel aufgebaut. Alle gastfreundlichen Menschen Dresdens sind eingeladen, daran Platz zu nehmen, Essen und Getränke zu teilen und miteinander ins Gespräch zu kommen. Der Einladung zur Mitwirkung sind in diesem Jahr 100 Kulturpartner gefolgt, die für Musik, Tanz, Gesang und andere Unterhaltung sorgen. Mit knapp 240 Tischen, die zum Verweilen und zur Verkostung einladen, stellt die Veranstaltung 2022 einen neuen Rekord in Sachen Dresdner Gastlichkeit auf.
JB

Gastmahl für Alle 2021 auf der Hauptstraße; Foto: Anja Schneider

5. September, 16-20 Uhr, Augustusbrücke und Schlossplatz.

Die Lange Nacht der falschen Wahrheit

am 2. September im Hygiene-Museum

Am Freitag um 19 Uhr startet mit der Langen Nacht der falschen Wahrheit eines der Höhepunkte im Begleitprogramm der Sonderausstellung FAKE. DIE GANZE WAHRHEIT. Der gewohnte Blick auf die Dinge wird an diesem Abend auf eine harte Probe gestellt: was ist Realität, was Fiktion? Um diese Irritation zu einem künstlerischen Ereignis werden zu lassen, hat das Hygiene-Museum Künstler und Künstlerinnen der Freien Szene aus ganz Deutschland eingeladen. Performances, kurze Theaterszenen, Filme oder ein Radioballett machen die unterschiedlichsten Räume des Museums zu einer großen Bühne. Einige der Aufführungen sind rein zum Zusehen und Zuhören gedacht, bei anderen seid ihr selbst gefragt, zu einem Teil der Show zu werden. Da die Aufführungen parallel und mehrfach stattfinden, kann sich hier jede und jeder nach dem Einchecken seinen individuellen Programmablauf zusammenstellen. Und für alle, die die Lange Nacht noch länger machen möchten, beginnt um 23 Uhr die queere After-Show My body, my truth, my party mit Dance, Rap & Lipsync serviert von Cointreau on Ice aus Berlin.
HK

Drag-Show © Cointreau On Ice

Für die Gäste der Langen Nacht am 2. September ist die Fake-Ausstellung durchgängig von 18 bis 22 Uhr geöffnet. Es gibt keinen Dresscode, aber wer falsche Wimpern anlegt oder das viel zu selten getragene, extravagante Kleidungsstück, ist besonders herzlich willkommen. Tickets und mehr Infos unter dhmd.de