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Das Heft für den SEPTEMBER ist da und ist hier kostenlos zu haben.
Die aktuelle Ausgabe des DRESDNER Kulturmagazins im Themen-Überblick. Alle Artikel, Service und den kompletten Programm-Überblick über den laufenden Monat gibt's kostenfrei im Heft.


Aus dem Inhalt
KULTURMAGAZIN
Clubkultur in Bedrängnis – Felix Buchta und Christoph Töpfer zu Veränderungen in der Dresdner Clubszene
Karat und Glasperlenspiel beim Radeberger Brauereifest
Gemeinsam grün – Im Porträt: Das Projekt »Mein Baum, Mein Dresden« (auch online)
Appia Stage Reloaded in Hellerau
»Literatur Jetzt!« Im Zentralwerk
Poetry Slam »Suchtfaktor« auf dem Alaunplatz
Rap for Refugees im Beatpol
Die Hauptsache ist, es bleibt ein Wohnzimmer – Die Chemiefabrik im Gespräch zum 18. Geburtstag (auch online)
KULTURREPORT
Kann Kunst Politik? – Kunst für Humanismus oder: Mieten Sie einen Künstler!
FILM
Eine Geschichte der Opfer – Interview mit François Ozon zu seinem neuen Film »Gelobt sei Gott« (auch online)
aktuelle Besprechungen: Midsommar, Ein leichtes Mädchen, Shaun das Schaf – Ufo-Alarm, Und der Zukunft zugewandt, Hot Air
shorts&cuts
BÜHNE
Ach, diese russische Seele … – Andreas Kriegenburg inszeniert am Schauspielhaus Tschechows »Kirschgarten«
aktuelle Besprechungen: »Schuld und Sühne« im Schauspielhaus
»Frankenstein« in der St. Pauli Ruine
kurz&bü(h)ndig
KUNST
Gelbwesten mit Vision – Im Gespräch mit der Dresdner Künstlergruppe Gap Group zu ihrer Rauminstallation »Lückenglück« (auch online)
Schwarz, Rot, Colt: Wende und Umbruch – Ostdeutsche Malerei in Leipzig
art&news
LITERATUR
Erinnerung ist eine Entscheidung – Zu Ocean Vuongs außergewöhnlichem Roman »Auf Erden sind wir kurz grandios«
aktuelle Besprechungen: Zu PM Hoffmanns und Bernd Lindners Comic »Anders sein oder Der Punk im Schrank«
Zu Kristin Höllers Debütroman »Schöner als überall«
kurz&knapp
MUSIK
Barfuß die Vibrationen wahrnehmen – Mit zahlreichen Innovationen kehrt das Drum & Bass Festival zurück (auch online)
Vor »Captain Jack« sind alle Menschen gleich: Die Mitsingzentrale lädt zum Open Air hinter die Scheune
Zu neuen Ufern: Mit Marek Janowski als Chefdirigent startet die Dresdner Philharmonie in die neue Saison
Tonträger: Jack Oblivian & The Dream Killers »Lost Weekend«
DRESDNER MINIATUREN
Willi Hetze – Risiko
SERVICE
Adressen
Film
Freikarten
Galerien & Museen
Impressum
Kleinanzeigen
Kleinanzeigen-Coupon
Konzert-Vorschau
Literatur Live
Neu im Theater
PartyZone


Liebe Leserinnen, liebe Leser, am 1. September wird der Sächsische Landtag gewählt und im Vorfeld leuchten von jedem Laternenmast die Wahlplakate unterschiedlichster Optik, Coleurs und Inhalts. Das reicht von Schlagworten aus der Mottenkiste der Befindlichkeiten (bei der Gelegenheit lässt sich erfahren, dass sich die Linken neuerdings auch behutsam der Natur annehmen wollen) über eine aufwendig inszenierte One-Man-Show (die Liberalen) bis hin zu den gestanzten Versprechen der bislang regierenden Parteien, bei denen sich allerdings fast automatisch die Frage stellt, was die eigentlich die letzten fünf Jahre getrieben haben. Die zweite Welle der Plakatiererei zeigt die Gesichter der Kandidaten. Irritierend im ersten Moment ist, dass nicht wenige dabei sind, die wir ja gerade eben in den Stadtrat gewählt haben. Ob diese Doppelmandatiererei der Personalnot der Parteien oder der Bedeutungs- und Diätenbegehrlichkeit der Protagonisten geschuldet ist, darüber kann an anderer Stelle spekuliert werden – aber so richtig glaubhaft wirkt es nicht mehr, dass sie ihre Rolle im Stadtrat ernst nehmen. Aber es gibt auch schöne Beispiele: So wirbt der SPD-Mann für den Dresdner Süden mit Argumenten statt Schlagworten und formuliert durchaus bodenständige Ziele seiner Landtagsmitgliedschaft. Würde ich wählen, wenn ich dürfte. Darf ich aber nicht. Auf meiner Liste steht zum Beispiel für die CDU ein Christian Piwarz. Das Nachgucken im Netz ergab: Es handelt sich um den aktuellen Kultusminister. Der Mann war mir bis dahin völlig unbekannt, obwohl ich mich eigentlich für einen durchschnittlich informierten und interessierten Menschen halte. Eine Blitzumfrage im Bekanntenkreis mit der Bitte, ad hoc drei Sächsische Staatsminister zu nennen, fiel ähnlich lückenhaft aus, zwei hat man mit Mühe und Not zusammenbekommen, dann musste gepasst werden. Unsere Staatsregierung scheint ja wirklich ziemlich geräuschlos zu arbeiten. Aber zum Glück können ja auch die Künstler ihre Finger nicht vom Wahlkampf lassen und bringen ein wenig Farbe und Ironie ins Spiel. Im Dresdner Umland fanden sich ästhetisch doch recht gelungene Übermalungen, wenn auch handwerklich ein wenig fahrig ausgeführt. Sie hingen erstaunlich lange und wurden erst vor wenigen Tagen entfernt, um für eine Partei Platz zu machen, die ihre politischen Gegner »in die Produktion« wünscht.
JANA BETSCHER
Kann Kunst Politik? Von Warnwesten und Mietkünstlern. Neu ist das Thema nicht, und doch immer wieder aktuell. Ende Mai wurde die Frage, ob die parteilose Bibliothekarin der HfBK als Kandidatin der AfD bei den Kreistagswahlen in Wahlen kandidieren darf, von Studenten mit der Besetzung der Kunsthochschule und Bannern wie »HfBK oder AfD – Beides geht nicht« beantwortet. Dabei ist die Kontroverse um die Bibliothekarin nur ein Symbol für eine größere Debatte. DRESDNER-Autor Martin Schüler hat sich mit Lisa Maria Baier, die im Schulterschluss mit weiteren HfBK-Studenten, die Anfang August im Lipsiusbau durchgeführte Aktionswoche »Kunst für Humanismus« organisierte, und mit Aktionskünstler David Adam, der als HfBK-Meisterschüler unter seinem Alter Ego Dada Vadim seit 2015 mit seinen Aktionen in Dresden für Aufsehen sorgt, über politisch motivierte Kunst unterhalten und ein Resümee gezogen; ab Seite 8.


Clubkultur in Bedrängnis. Alternative elektronische Clubkultur bereichert eine Stadt und sollte über die Szene hinaus als gleichwertiger Faktor in einer vielfältigen Kulturlandschaft behandelt werden. Liegt der Stadt etwas daran, junge Menschen auch nach dem Studium zu halten, muss deren subkultureller Raum respektiert und erhalten werden. Und genau hier klafft die Schere zwischen Anspruch und Wirklichkeit auseinander. Die Schließung des TBA im Neustädter Bahnhofskeller sollte als ein Warnzeichen gesehen und als Signal zum Umdenken verstanden werden. DRESDNER-Autorin Jenny Mehlhorn und -Autor Anton Schroeder haben sich mit Felix Buchta von der Crew des objekt klein a im Industrieglände und mit Christoph Töpfer (ehemals Sabotage und TBA) über die Veränderungen, die Vernetzung und die Perspektiven alternativer Partykultur unterhalten; auf Seite 4.
An die Printausgabe kommen:
Eine Übersicht der Verteilungsstellen, bei denen es den aktuellen DRESDNER kostenfrei für Euch gibt, findet Ihr hier.