Das Heft für den FEBRUAR ist da und ist hier kostenlos zu haben.
Die aktuelle Ausgabe des DRESDNER Kulturmagazins im Themen-Überblick. Alle Artikel, Service und den kompletten Programm-Überblick über den laufenden Monat gibt's kostenfrei im Heft.


Aus dem Inhalt
MAGAZIN
Reduziert und unmittelbar – Der kulturelle Jahresrückblick auf 2020
Der lange Arm des Weltraums - Von der Gründung des Stanisław-Lem-Klubs zur Lem-Klub-Affäre – Science Fiction in Dresden
Im Portrait – Schmuckdesignerin Beate Pfefferkorn
Blaue Fabrik und parablau bespielen den digitalen Raum
Verständigung hat viele Ebenen – Als Manager für Diversitätsprojekte entwickelt Maher Farkouh das tjg weiter in eine kulturübergreifende Richtung
Digitales Clubbing im Global Cyber Club des Downtown
Virtual Routine im objekt klein a
KULTURREPORT 1
Der Hunger auf Kultur – Wie Künstler, Kulturinstitutionen und die ganze Veranstaltungsbranche ums Überleben kämpfen
KULTURMAGAZIN
Im Zeichen des Runden – 30 Jahre ZentralOhrgan; »Lieblingsplätze rund um Dresden« – eine Reiseverführung
Der erste Dresdner Zeitungsmagnat – Geschichtsquiz
Erinnerungsbotschaften – Aktionen zum 13. Februar
Aus dem Monitor zurück ins Real Life: Das Dresdner Start-Up Evomo nutzt für sein Videogame die Körperbewegung
KULTURREPORT 2
Tagging vs. Urban Art – Steht die Graffitiszene vor der Radikalisierung?
Im Gespräch mit Andreas Schanzenbach: »Man sollte seine Energie für ein Miteinander einsetzen, nie für ein Gegeneinander«
MUSIK
Die Bilder aus dem Kopf bekommen – Amy Macdonald im Interview
Experiment zwischen Lo-Fi und Lärm – Hellerau Bandstand feiert die Rückkehr des Musikvideos
Erfrischend unmoderner Rock mit scharfen Texten – Im Gespräch mit Bonnie & Die Scotts
aktuelle Tonträger: Sleaford Mods – »Spare Ribs«; Milliarden – »Schuldig«; Buck Meek – »Two Saviors«; Jack Oblivian & The Sheiks – »The Lone Ranger Of Love«; Iris Romen – »Late Bloomer«; Molchat Doma – »Monument«
FILM
The Outpost – Überleben ist alles: Heimkinostart des wohl authentischsten Afghanistankrieg-Actiondramas
Besprechungen: Pieces of a Woman – Folgen einer Totgeburt; Run – Du kannst ihr nicht entkommen – Grob gestricktes Kammerspiel über obsessive Mutterliebe
KUNST
Blick aus dem Bild – Raffael und die Madonna virtuell
LITERATUR
Die Märchenwelt des Verwahrlosten – Zu Lorenz Justs Roman »Am Rand der Dächer«
Zu dem Gedichtband »Phänomenale Frauen« von Maya Angelou
Zu Wolfgang Welts Textsammlung »Kein Schlaf bis Hammersmith«
SERVICE
Adressen – Notruf und Hilfe
Galerien & Museen
Corona-Teststation
Impressum
Kleinanzeigen
Radiotipps
timer


Liebe Leserinnen, liebe Leser, hallo, da sind wir wieder. Nach der Agonie des Winters sind nun alle Hoffnungen auf den Frühling gerichtet. Im März könnte es schon weitergehen mit einer Ahnung von normalem Leben. Selbst die Gutwilligsten unter den Kulturveranstaltern haben es inzwischen richtig satt, an der Zitze der staatlichen Wohlfahrt zu hängen (so sie denn hängen), oder sich von Dezemberhilfe zu Überbrückungsgeld I, II oder III zu hangeln und beginnen merklich mit den Hufen zu scharren. So plädieren die Museen darauf, bald wieder ihre Türen öffnen zu können, ist es dort im Normalfall doch so, dass sich die Leute nicht unbedingt auf die Füße treten, und leistungsstarke Klimanalagen sind gewöhnlich auch vorhanden. Den Kulturinteressierten wird es zunehmend egal, was zuerst öffnet, Hauptsache, man kommt wieder einmal raus aus seinem Bau. Nichtsdestotrotz hat sich auch in den letzten Wochen das Rad weitergedreht und wir wollen mit diesem Heft darüber berichten. Einer der großen Aufreger im Dezember war, dass der stadtbekannte Graffiti-Künstler Jens Besser bei einer Malaktion tätlich angegangen wurde. Grund genug für uns nachzufragen, welche unterschiedlichen Interessenlagen es da gibt und was die Hintergründe für den Streit und die gegenseitigen Angriffe in der Szene sind. Es gelang uns sogar, aus dem dürren letzten Kulturjahr noch einmal die Ereignisse Revue passieren zu lassen und natürlich darf auch der Bericht über die aktuelle Stimmungslage in der Veranstalterszene nicht fehlen. Mit einer ganzen Reihe an Lesegeschichten aus und über die Stadt hoffen wir, euch die Langeweile ein wenig zu vertreiben und auch ein wenig Mut und Vorgeschmack auf ein baldiges, wieder erwachtes Kulturleben in Dresden zu geben.
JANA BETSCHER
Tagging vs. Urban Art – Steht die Graffitiszene vor der Radikalisierung? Dem »Tanz der Lebenden« an der Mauer des Inneren Neustädter Friedhofs war nur eine kurze Dauer beschieden: Kurz nach der Fertigstellung war das Wandbild von Jens Besser schon wieder übersprüht und mit Beleidigungen versehen. Dazu wurde der stadtbekannte Graffiti-Künstler von Vermummten tätlich angegriffen. Den Hintergrund für diesen Angriff sieht Besser in einer teilweisen Radikalisierung der Graffiti-Szene. Schließlich scheint gewollte Hässlichkeit durch simple Tags ein probates Mittel gegen die Aufwertung der Wohnviertel zu sein. DRESDNER-Autorin Annett Groh war im Gespräch mit Jens Besser, Ellen Demnitz-Schmidt vom Spike e.V. sowie Ellen Hönl von der Friedhofsverwaltung und fasst die Strömungen und Entwicklungen in der Graffitiszene zusammen. Zudem hat DRESDNER-Redakteur Heinz K. auch ein Gespräch mit Andreas Schanzenbach geführt, der mit der Agentur CROMATICS genau an der Schnittstelle von Subkultur und Kommerz agiert; ab Seite 15.


Der Hunger auf Kultur – Wie Künstler, Kulturinstitutionen und die ganze Veranstaltungsbranche ums Überleben kämpft. Die Kulturwirtschaft hatte es zuerst getroffen, damals beim ersten Lockdown im März 2020, und es wird wohl die letzte Branche sein, die sich wieder regen und frei entfalten kann, wenn wir das Corona-Virus und dessen Mutationen endgültig besiegt haben werden. Aber wann wird das sein? Die nur schleppend angelaufenen Impfungen machen jedenfalls wenig Hoffnung, dass wir im Juni oder Juli wieder unbeschwert Festivals und kulturelle Großereignisse ohne Sicherheitsabstand genießen werden. Digitale Angebote, so ambitioniert sie auch sein mögen, können aber das physische Erlebnis nicht ersetzen. Je länger das Kulturleben brachliegt, umso größer wird der Hilfsbedarf und die Sorge, dass danach, wenn alles wieder hochgefahren werden kann, einigen Kulturträgern – ob privatwirtschaftlich organisiert oder öffentlich gefördert – inzwischen die Puste ausgegangen ist. DRESDNER-Redakteur Heinz K. über den Hunger auf Kultur und den Überlebenskampf einer ganzen Branche; ab Seite 10.
An die Printausgabe kommen:
Eine Übersicht der Verteilungsstellen, bei denen es den aktuellen DRESDNER kostenfrei für Euch gibt, findet Ihr hier.