»Leonce und Lena« am 14. Oktober im Kleinen Haus (Foto: Sebastian Hoppe)
»Mein Kopf ist ein leerer Tanzsaal« – Prinz Leonce hat alles und doch nichts. Des Lebens überdrüssig, schleppt er sich ohne Ziel und Motivation durch die Tage. Erst wegen der von seinem Vater arrangierten Heirat beschließt er, seinem Schicksal zu entfliehen, nur um ihm direkt wieder zu begegnen: Prinzessin Lena, in die er sich auf seiner Reise – auf Gegenseitigkeit beruhend – verliebt, entpuppt sich als die für ihn vorgesehene Gattin. Zwischen romantischem Märchen, Satire und vielerlei Anleihen und Bezügen auf andere Genres angesiedelt, verschließt sich Georg Büchners Lustspiel aus dem Jahr 1836 einer eindeutigen Interpretation und lässt das Drama bisweilen als rätselhaft gelten. Grund genug, dass es zehn Jugendliche zusammen mit Joanna Praml wagen, sich mit den auch im Originalstück vorkommenden Themen wie Melancholie, erstem Verliebtsein und dem Suchen nach dem eigenen Platz in einer vorgeschriebenen Gesellschaftsstruktur auseinanderzusetzen. Die Inszenierung wirft einige Fragen auf: Was wird von einem jungen Menschen erwartet? Was bedeutet Freiheit, und wie weit reicht sie wirklich?

DRESDNER Kulturmagazin verlost 1 x 2 Freikarten für die Aufführung von »Leonce und Lena« am 14. Oktober, 19.30 Uhr, im Kleinen Haus1 des Staatsschauspiel Dresden. Online teilnehmen


»Leonce und Lena« am 14. Oktober im Kleinen Haus (Foto: Sebastian Hoppe)

Steve Jones »Meine Sex Pistols Geschichte«
Sid Vicious und Johnny Rotten: Aushängeschilder der Sex Pistols und Brandmarken im kollektiven Kulturgedächtnis des Punk. Jener Musik- und Lebensform, die in den Siebzigern zunächst in den Vereinigten Staaten, später in England und schließlich international für Furore sorgt. Steve Jones, seines Zeichens Gründer und Gitarrist der Sex Pistols, blieb das Ikonenhafte verwehrt. Posterboys sind die anderen. Dabei hat der Mann eine Geschichte zu erzählen – und die hat es in sich. 360 Seiten, samt Bilderstrecke. Jones schont niemanden. Brutal ehrlich beschreibt er zusammen mit dem Journalisten Ben Thompson ärmliche Zustände in Londoner Vierteln wie Shepherd’s Bush oder Hammersmith. Eine raue Kindheit ohne leiblichen Vater und Missbrauch durch den Stiefvater, der ihn nach draußen treibt. Erzählt wird schnell und ungeschönt. Zusammen mit der auf dem im Hannibal Verlag erschienenen Buch basierenden, Ende Mai gestarteten Miniserie »Pistol« sowie der im gleichen Zeitraum erscheinenden Compilation »The Original Recordings«, einer Sammlung von 20 Sex-Pistols-Aufnahmen aus den Jahren 1976 bis 1978, sollte einem erneuten Hype um die Band nichts im Wege stehen.

DRESDNER Kulturmagazin verlost 2 Exemplare des Buches von Steve Jones und Ben Thompson »Meine Sex Pistols Geschichte« (Hannibal Verlag 2022, 360 Seiten für 25 Euro). Online teilnehmen


Steve Jones »Meine Sex Pistols Geschichte«