»Ab jetzt« im Schauspielhaus (Foto: Sebastian Hoppe)
Der einst erfolgreiche Komponist Jerome ist arbeitsunfähig, seit ihn seine Frau Corinna und Tochter Geain verlassen haben. Um seine geliebte Tochter Geain zurückzubekommen, muss Jerome seiner Exfrau und dem Sozialamt nachweisen, einen ordentlichen Haushalt zu führen. Er engagiert die Schauspielerin Zoe, um mit ihr ein perfektes Paar präsentieren zu können. Doch Zoe verlässt Jerome ebenfalls, nachdem sie herausgefunden hat, dass er die gesamte Wohnung abhört, um Material für seine Kompositionen zu gewinnen. Da greift der Komponist auf Gou zurück, ein Roboter-Kindermädchen, das zwar für die Kinderbetreuung konstruiert wurde, aber nie zum Einsatz kam. Gou hatte zunächst große Ähnlichkeit mit Exfrau Corinna, nun wird sie von Jerome so umgestaltet, dass sie wie Zoe aussieht und für diese gehalten wird. Die Täuschung gelingt, und das maschinelle Wesen, welches die der männlichen Phantasie entsprungenen Rollenbilder einer idealen Ehefrau und Mutter scheinbar perfekt erfüllt, funktioniert nahezu unfallfrei... Die Spiegelung menschlichen Versagens durch die Maschine ist der Clou in Ayckbourns turbulenter Komödie, die das Mechanische im menschlichen Zusammenleben aufs Korn nimmt und die vom Ensemble mit vollem körperlichen Einsatz und ansteckendem Spielwitz umgesetzt wird.

DRESDNER Kulturmagazin verlost 1 x 2 Freikarten für die Aufführung von »Ab jetzt« am 2. Juli, 19.30 Uhr, im Schauspielhaus. Online teilnehmen


»Ab jetzt« im Schauspielhaus (Foto: Sebastian Hoppe)

Oxo Oho am 2. Juli live im Ostpol (Foto: Paolo Lafratta)
Oxo Oho, das ist Indietronic aus Berlin/Dresden, bestehend aus Richie Nachtwei und PasTek. Über dieses doppelköpfige Liveact-Spektakel kann man sich nur wundern. In eklektischer Kostümierung traumtänzeln die beiden Elektrogremlins vom Kaffeekränzchen bis zum Morgengrauen auf den Brettern, die die Welt bedeuten. Akustisch und optisch schmeichelhaft, mit ihrem originär kawummsigen Glamour-Konfekt aus Beats, Gesang, Trompete und Synthesizern. Hochgradiger Ohrwurmbefall im Endstadium höchster Gefühlsexplosionen und garantierte Abgehgarantie irgendwo zwischen Erobique, Sleaford Mods und Hotchip verspricht auch ihr Auftritt am 2. Juli im Ostpol. Sie stellen dabei ihre neuen Songs vor, die Ende des Jahres auf ihrem zweiten Album erscheinen werden. Einige Singleauskopplungen sind bereits auf Spotify zu hören. Dazu gehört der Ohrwurm »Kellerkinder« und der Song »Wenn`s Dir Nicht Gefällt«. Mehr zur Band: www.oxooho.de/

DRESDNER Kulturmagazin verlost für die Show von Oxo Oho am 2. Juli im Ostpol 2 x 2 Freikarten. Einlass ist 20 Uhr, Beginn: 22 Uhr. Online teilnehmen


Oxo Oho am 2. Juli live im Ostpol (Foto: Paolo Lafratta)

»Leben nach der Kunst« im Kleinen Haus (Foto: Sebastian Hoppe)
Irgendwann ist er da: der Moment, in dem der letzte Vorhang fällt. Bis dahin war das Leben vom Lampenfieber, von den Aufführungsterminen auf den großen und kleinen Bühnen, von der künstlerischen Meisterleistung geprägt. Ob als Sängerin, Tischler oder Leiterin des Künstlerischen Betriebsbüros, der ganze Tagesablauf war von Proben und Aufführungen bestimmt, von den Vorbereitungen auf und hinter der Bühne. Und nun? Die Rente stellt in jeder Biografie eine Zäsur dar. Für manche bedeutet sie gewonnene Freiheit, für einige beängstigende Leere, doch auf jeden Fall krempelt sie den kompletten Alltag um. Was uns allen bevorsteht, wenn wir alt werden, stellt sich bei Bühnenkünstlerinnen und -künstlern eines bedeutenden Opernhauses wie der Semperoper als Frage besonders prägnant: Wer ist man eigentlich, wenn man nicht mehr zu einer so durchaus identitätsstiftenden Institution gehört? Ehemalige Mitarbeiter der Semperoper treffen an diesem Abend noch einmal aufeinander und erzählen von ihrer Arbeit auf und hinter der Bühne als eine heitermelancholische Arie auf vergangenen Ruhm sowie von ihrer persönlichen Neuerfindung, nachdem die Scheinwerfer erloschen sind. Ihre Berichte sind aufs Engste verknüpft mit den politischen Turbulenzen der letzten Jahrzehnte und spiegeln deutsche und ganz konkret Dresdner Zeitgeschichte.

DRESDNER Kulturmagazin verlost 1 x 2 Freikarten für die Aufführung von »Leben nach der Kunst« am 7. Juli, 20 Uhr, im Kleinen Haus des Staatsschauspiel Dresden. Online teilnehmen


»Leben nach der Kunst« im Kleinen Haus (Foto: Sebastian Hoppe)

Steve Jones »Meine Sex Pistols Geschichte«
Sid Vicious und Johnny Rotten: Aushängeschilder der Sex Pistols und Brandmarken im kollektiven Kulturgedächtnis des Punk. Jener Musik- und Lebensform, die in den Siebzigern zunächst in den Vereinigten Staaten, später in England und schließlich international für Furore sorgt. Steve Jones, seines Zeichens Gründer und Gitarrist der Sex Pistols, blieb das Ikonenhafte verwehrt. Posterboys sind die anderen. Dabei hat der Mann eine Geschichte zu erzählen und die hat es in sich. 360 Seiten, samt Bilderstrecke. Jones schont niemanden. Brutal ehrlich beschreibt er zusammen mit dem Journalisten Ben Thompson ärmliche Zustände in Londoner Vierteln wie Shepherds Bush oder Hammersmith. Eine raue Kindheit ohne leiblichen Vater und Missbrauch durch den Stiefvater, der ihn nach draußen treibt. Erzählt wird schnell und ungeschönt. Zusammen mit der auf dem im Hannibal Verlag erschienenen Buch basierenden, Ende Mai gestarteten Miniserie »Pistol« sowie der im gleichen Zeitraum erscheinenden Compilation »The Original Recordings«, einer Sammlung von 20 Sex-Pistols-Aufnahmen aus den Jahren 1976 bis 1978, sollte einem erneuten Hype um die Band nichts im Wege stehen.

DRESDNER Kulturmagazin verlost 2 Exemplare des Buches von Steve Jones und Ben Thompson »Meine Sex Pistols Geschichte« (Hannibal Verlag 2022, 360 Seiten für 25 Euro). Online teilnehmen


Steve Jones »Meine Sex Pistols Geschichte«