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Beim Filmfest Dresden die Magie des Kinos erleben mit »Por primera vez - The First Time«

Wer regelmäßig ins Kino geht, kennt die Reihe »Leuchtspuren«, welche in den meisten Dresdner Kinos im Werbeblock gezeigt wird. In dieser Reihe erzählen Filmschaffende und Filmtreibende, was für sie ein ganz besonderes Erlebnis, in Verbindung mit Kino war. In einer der Epsioden sprach Berlinale Chef Dieter Kosslick von einem Film, in dem es um ein mobiles Kino geht, dass durch abgelegene Orte reist, wo es Menschen gibt, die in ihrem Leben noch nie einen Film gesehen haben. Sie konnten sich unter dem Begriff »Film« nichts vorstellen. Bei Anblick von Charlie Chaplins "Moderne Zeiten" lachten Sie jedoch alle aus vollem Halse, was für Kosslick einen Beweis für die Magie des Kinos darstelle. Und genau diesen Film »Por primera vez - The First Time« zeigt das Filmfest Dresden in diesem Jahr in seinem Programmblock »Schwerpunkt Kuba 4«.

Für Cineasten ist es kaum vorstellbar, doch das es Bevölkerungen gibt, die wirklich noch nie etwas vom Medium Film gehört haben, ist selbst heute, im Jahr 2019, noch Tatsache. Im Jahre 1967 allerdings dürfte dies noch weit mehr der Fall gewesen sein. Vor allem in einem Staat wie Kuba. Regisseur Octavio Cortazar begleitete daher ein sogenanntes »Cine Movil«, einen von Maultieren gezogenen Fuhrwagen, der in die entlegensten Gegenden von Kuba fuhr, um dort die Menschen erstmalig mit Kino bekannt zu machen. Er befragt die Bevölkerung zum Begriff "Film" und erfasste dabei, wie sie einen Stummfilm sehen und ihre Reaktionen auf diesen einzigartigen Ersteindruck.

Das Ergebnis ist vor allem für Cineasten ein hochinteressantes Kleinod einer Kurzfilmdokumentation. Man muss unweigerlich schmunzeln wenn man hört, was sich die Dorfbewohner alles unter Film vorstellen und man ertappt sich, als jemand der tagtäglich das Medium Film nutzt, dabei zu verstehen, wie eine Welt ohne Film aussieht, auch wenn es einem selbst vielleicht nicht wirklich gefällt. Und die Magie des Kinos wird einem unweigerlich bewusst, wenn dann wirklich bei einer der großartigsten Filmszenen aller Zeiten ein ganzes Dorf johlt und gröhlt, als Charlie Chaplin sich der modernen Technik ergeben muss, weil ihm diese einen Maiskolben immer wieder auf die Lippen presst.

Auch wenn das ganze Werk nur 9 Minuten geht und nicht ganz erkennbar ist, ob es sich dabei nur um einen Ausschnitt handelt oder doch um den ganzen Film, so sei einem allein schon wegen »Por primera vez« der Programmschwerpunkt Kuba sehr ans Herz gelegt. Dieter Kosslicks euphorischen Bericht kann man dann jedenfalls vollends zustimmen.
David Hilbert

Kuba 1967, 9 Min., der Filmfest-Programmpunkt "Schwerpunkt Kuba 4" läuft am Freitag um 19:30 Uhr in der Schauburg



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