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Electronic Beats Festival
am 10. November 2013 im Alten Schlachthof. Dieser Sonntagabend sollte ein akustischer, aber ebenso ein visueller Leckerbissen werden. Das deutet sich bereits außerhalb des Schlachthofs an: Bunte Visuals flackern auf einem LED-Screen, dazu erstrahlt das alte Gemäuer in Magenta. Die Marke, die hinter dem kleinen, feinen Festival namens »Electronic Beats« steckt, bleibt dann auch den gesamten Abend omnipräsent. Sei es drum, dafür dürfen sich die Dresdner über drei der derzeit angesagtesten Electro-Acts freuen.

Das deutsche Trio Sizarr eröffnet den Live-Reigen. Während ihr Debütalbum »Psycho Boy Happy« bei der Musikpresse für Lobeshymnen gesorgt hat, bleibt die Performance auf der Bühne hinter den Erwartungen zurück. Es liegt sicher auch am dürftigen Sound, dass der Funke auf das Publikum nicht so recht überspringen will.

Mit den Briten von Mount Kimbie macht der Klang einen Qualitätssprung. Am Ende ihres Sets hämmern die Bässe derart, dass die inneren Organe einen wilden Tanz hinlegen. Für die Bühne haben sich Kai Campos und Dom Maker mit einem Drummer verstärkt, der allerdings nicht nur optisch zu sehr im Hintergrund bleibt. Wie auf Platte, klingt der Mix aus Dubstep und Minimal aber dennoch frisch und abwechslungsreich.

Unbestrittener Headliner des Abends ist Woodkid. Seine monumentalen Sounds werden live u.a. von zwei Drummern und drei Bläsern zelebriert. Aus dem Schlachthof wird eine Kathedrale, in deren Mitte der Hohepriester mit seiner Gänsehautstimme steht. Yoann Lemoine, so der bürgerliche Name des kleinen Franzosen mit dem Rauschebart, weiß das Publikum in seinen Bann zu ziehen. Mal wirbelt er von links nach rechts über die Bühne, mal steht er regungslos mit dem Gesicht zur XXL-Leinwand. Auf dieser zeigt Woodkid, warum Moby, Lana Del Ray und Katy Perry ihn als Musikvideo-Regisseur engagierten. Atemberaubende, dreidimensionale Videosequenzen lassen die gleißende Sonne hinter einem Berg aufgehen oder erinnern an Metropolis. Dazu passt das ausgefeilte Weiß-Licht-Konzept. Wirklich großes Kino, das die Magenta-Marke da auf die Bühne gestellt hat. Stefan Bast/ Fotos: Cordelia Grebler




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