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Das Heft für den MAi ist da und ist hier kostenlos zu haben.
Die aktuelle Ausgabe des DRESDNER Kulturmagazins im Themen-Überblick. Alle Artikel, Service und den kompletten Programm-Überblick über den laufenden Monat gibt's kostenfrei im Heft.


Aus dem Inhalt
KULTURMAGAZIN
»Es wird Zeit, dass der Begriff der Kulturhauptstadt eine weitere Adaption erfährt« – Michael Schindhelm soll als Kurator Dresdens Bewerbung 2025 glänzen lassen (auch online)
kostenlose »Kinokaraoke« auf dem Neumarkt
Plaste-Recycling in der Kunststoffschmiede
Im Porträt: People of Dresden (auch online)
das Jane’s Walk Festival
das Neiße Filmfestival im Dreiländereck
KULTURREPORT
An Räume kommt man nur mit Vitamin B oder Vitamin Cash – Die Krise der Freiräume für Kunst, Kultur und Kreative
Im Gespräch: Stadtrat Torsten Schulze (auch online)
FILM
»Ich will Blut sehen« – Im Interview mit Oskar Roehler, der in seinem neuen Film »HERRliche Zeiten« die Sklavenhaltergesellschaft wieder aufleben lässt (auch online)
Isle of Dogs
No Way Out – Gegen die Flamme
7 Tage in Entebbe
Wohne lieber ungewöhnlich
In den Gängen
shorts&cuts
MUSIK
Buddha Passion und Cellomania – Die Dresdner Musikfestspiele präsentieren sich vielfältig und experimentierfreudig
Sleaford Mods im Interview (auch online)
Isolation Berlin mit neuem Album
Tonträger:
Stephen Malkmus & The Jicks: »Sparkle Hard«
Lombego Surfers: »Heading Out«
schall&rausch
BÜHNE
Werkschau der Theater im ganzen Land – 10. Sächsische Theatertreffen
»Azzurro – Wie zähme ich einen Italiener?« im Boulevardtheater
Tanzfestival »Me, Myself and I« im Festspielhaus Hellerau
»Crashtest – Spekulationen über die Zukunft unter Anleitung der Jugend« im Kleinen Haus
kurz&bü(h)ndig
KUNST
Wie Szenen aus einem Film Noir – ein Blick auf Leben und Werk des Dresdner Ausnahmefotografen Fred Stein
Die Fotoausstellung »In einem anderen Land« versammelt 13 zeitgenössische Positionen vor und nach dem Umbruch der Wendejahre in der Motorenhalle
art&news
LITERATUR
Wenn Dietrich auf der Buchmesse keine Bücher klaut, muss es wirklich schlecht um die DDR stehen – zu Thorsten Palzhoffs Roman »Nebentage«
zu Antonia Baums biografischem Roman »Stillleben«
zu Michaels Lüders Sachbuch »Wer den Wind sät.«
kurz&knapp
DRESDNER MINIATUREN
Michael Zschech: Ping-Pong-Poesie
SERVICE
Adressen
Film
Freikarten
Galerien & Museen
Impressum
Kleinanzeigen
Kleinanzeigen-Coupon
Konzert-Vorschau
Literatur Live
PartyZone
Souffleur


Liebe Leserinnen, liebe Leser, Untergangsfantasien sind fester Bestandteil unser christlich-abendländischen Kultur. Sehnsüchtig wartet das Christentum seit 2.000 Jahren auf den Tag des Jüngsten Gerichts. Denn die Angst vor dem Ende aller Tage ist auch eng verwoben mit dem Heilsgedanken eines darauf folgenden Friedensreiches; von einer Zeitenwende, die auch die weltlichen Mächte neu verteilt. Wie die sächsische Variante dieser Angst, die gleichzeitig auch Sehnsucht ist, in Form gegossen aussieht, konnte man im April vorm Kulturpalast bestaunen. Der Styropor-Nachbau des trojanischen Pferdes der Initiative »Kunst ist frei«, die sich aus einer Gruppe besorgter Bürger zusammensetzt, solle als »eine bildhafte Parallele zu unserer besorgniserregenden Gegenwart« verstanden werden. Darin spiegelt sich die ideologische Sichtweise wider, dass Flüchtlinge Invasoren seien, die, von der Bundesregierung sorglos ins Land gelassen, nur auf den richtigen Moment warten, um die deutsche Bevölkerung in einer Welle brutaler Gewalt niederzustrecken. So stellte es zumindest die Hymne dar, die etwa aller zehn Minuten vor der Installation abgespielt wurde – mit heroischer Musik unterlegt, energisch eingesprochen von DJ Happy Vibes. Das Bild der Invasion durch eine islamistische Eroberungsarmee ist ein beliebtes Motiv, um Angst vorm Untergang des Abendlandes zu schüren. Die Identitäre Bewegung etwa hat sich wohl daher auch den griechischen Buchstaben Lambda als Logo gewählt. Dieses ziert die Schilder der Spartaner in dem Film »300«, die sich der übermächtigen Invasionsarmee des Perserkönigs Xerxes entgegenstellen. Belege dafür, dass die Spartaner dieses Zeichen wirklich trugen, gibt es nicht. Aber wen interessiert schon die Geschichte, wenn man sie eh nur für seine politischen Zwecke nutzen will? Notfalls muss da auch mal auf die Kunstfreiheit zurückgegriffen werden, die dieselben Kreise zuvor noch kritisierten, weil die darin getroffenen Aussagen nicht der eigenen Meinung entsprachen. Kunst im öffentlichen Raum scheint also nur dann akzeptiert zu werden, wenn damit Angst geschürt wird. In diesem Sinne: Apokalypse, nu!
STEPHAN ZWERENZ
Kulturhauptstadt-Update – Kurator Michael Schindhelm im Interview. Zur Leipziger Buchmesse 2018 teilte Dresdens OB Dirk Hilbert feierlich mit, dass der Schrifststeller Michael Schindhelm die Kulturhauptstadtbewerbung Dresdens 2025 als Kurator begleiten wird. Schindhelm wurde bereits ein paar Tage davor von einem kurzfristig berufenen Kuratorium, bestehend aus etwa 30 Persönlichkeiten aus Kunst, Kultur, Lehre und Forschung sowie Wissenschaft und Wirtschaft für diese Aufgabe ausgewählt. Hilbert sieht Schindhelm mit seiner vielfältigen internationalen Erfahrung und Expertise als kräftigen Zugewinn für den Bewerbungsprozess der kommenden Monate. Um genauer zu erfahren, wie Schindhelm seine Arbeit in Dresden und damit auch seine neue Wahlheimat sieht, hat DRESDNER-Autor René Seim das Gespräch mit dem frisch berufenen Kurator der Kulturhauptstadtbewerbung 2015 gesucht; auf Seite 4 und online.


Vitamin Cash – Die Krise der Freiräume. Wer derzeit auf der Suche nach Atelierräumen, Vereinsbüros, Arbeitsräumen oder Werkstätten ist, hat es deutlich schwerer in Dresden als noch vor ein paar Jahren. Selbst bei der temporären Nutzung stellt einen die Raumsuche vor Schwierigkeiten, die kaum überwindbar sind oder nicht mehr rentabel für die Umsetzung des Projekts. Entweder man greift tief in die Tasche oder wendet seinen Blick an die Ränder der Stadt. Nun verschwinden langsam die letzten innerstädtischen Kreativfreiräume. Nach dem Aus von Freiraum Elbtal, Lustgarten und Kö25, müssen nun auch die Gestalter und Organisatoren von Ostrale, eau42 und LÖ14 ihre Grundstücke verlassen. Was zur Krise der Freiräume für Kultur- und Kreativwirtschaft führte und welche Auswege es daraus gibt, hat DRESDNER-Autor Hagen Lippmann u.a. im Gespräch mit Stadtrat Torsten Schulze (Die Grünen) sowie bei Vorortrecherchen herauszufinden versucht; ab Seite 8. Interview auch online.
An die Printausgabe kommen:
Eine Übersicht der Verteilungsstellen, bei denen es den aktuellen DRESDNER kostenfrei für Euch gibt, findet Ihr hier.