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Gregor

Destiny

(Chapter Music)


Mit »Destiny« veröffentlicht der australische Bedroom-Pop-Titan Gregor sein drittes Album, das schon in seinem Paratext naturalistisches Flair annimmt. Titelnamen wie »The Rock (and the Stars)«, »That’s the Sky«, »Mother of Spring«, »The Morning Light« wollen offenbar auf eine gewisse existentielle Tiefe verweisen. Tatsächlich beschwört die Musik in ihren erhabensten Momenten schön malerische Bilder und Gefühle, so als projiziere sie sich etwa an den klaren, nächtlichen Sternenhimmel als eine übergeordnet waltende Gesetzmäßigkeit wie das Prinzip Schicksal selbst. Gregor himself dazu: »The sky trying to reach you is a romanticised way of speaking about fate, or destiny, about the feeling that positivity and love comes to you in the air and in the stillness of time.« Na dann! Soundtechnisch zeigt sich Destiny in jedem Fall äußerst neugierig, geräumig und immer mit ordentlich (nicht nur stimmlicher) Schräglage, ohne dabei allerdings auf große Gesten zu verzichten, wie die proggigen Ausflüge in »The Morning Light« oder dem Schlusstrack »A Night in Neptune« fabelhaft verdeutlichen. Wie auf jeder bisherigen Gregor-Platte geht es also vielseitig zu, ein gniedelig-kitschiges 80s-Gitarrensolo kann hier jederzeit von noisigem Schreddern weggegrätscht werden, in angesäuselten Synthipop münden oder – wie in »Shimmering Feeling« – Beach-Boys-Vibes imitieren.
Peter Zeipert
www.6regor.bandcamp.com/album/destiny
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