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Hinweis in eigener Sache.

Aufgrund der Allgemeinverordnung zur Eindämmung der Ausbreitung des Corona-Virus sind in Sachsen ab 15. Mai wieder Veranstaltungen möglich. Theater, Musiktheater, Kinos, Konzerthäuser, Konzertveranstaltungsorte und Opernhäuser dürfen wieder öffnen, sofern ein behördlich genehmigtes Hygienekonzept vorliegt. Angebote in Literaturhäusern, Kleinkunst-Spielstätten, Soziokultur und Gästeführungen sind ebenso möglich. Größere Veranstaltungen bleiben bis auf weiteres ausgesetzt, Clubs, Bars und Diskotheken vorerst geschlossen.

Für die veranstaltungsarme Zeit möchten wir unsere Leserinnen und Leser über Online-Alternativen, Kulturmeinungen und kreative Initiativen informieren und auf dem Laufenden halten: www.dresdner.nu/co19

Also, macht das Beste draus und bleibt gesund!

Aktuelle Tonträger

Einstürzende Neubauten

Alles in Allem

(Potomak / Indigo)


Zum 40. Jubiläum machen sich die Einstürzenden Neubauten ein Geschenk in Form eines Albums, dessen zehn Songs in Interaktion mit ihren »Supportern« entstanden und dessen Texte im Großen und Ganzen um den Topos ihrer Heimatstadt kreisen. Eher zufällig fanden sie sich einst in West-Berlin zusammen, um konventionellen Hörgewohnheiten den Kampf anzusagen. Das Instrumentarium, das sie für die Einspielung ihres Debütalbums »Kollaps« verwenden, besteht u. a. mangels finanzieller Möglichkeiten aus auf Schrottplätzen »gefundenen« und selbstgebauten Objekten aus Stahlblechen, Bohrmaschinen, Hämmern, einer »Nicht-Stimme, die deutschen Wortfetzen einen Text entreißt«. Die Produktion ist professionell, die Produktionsmittel werden zweckentfremdet. Und damit schreiben sie Erfolgsgeschichte, machen die Not zur Tugend, setzen musikalische Meilensteine, werden in Fernost, Europa und Amerika als Industrial-Avantgardisten gefeiert, die beharrlich Hörgewohnheiten gegen den Strich bürsten. Alles in Allem ist das auch so geblieben. Nur auf Schrottplätzen »finden« sie nichts mehr. Blixa Bargeld, N.U. Unruh, Alexander Hacke, Jochen Arbeit und Rudi Moser wollen hier kein Resümee ziehen, und doch hat das erste Album der Neubauten nach zwölf Jahren etwas Retrospektives. In Stücken wie »Am Landwehrkanal«, »Grazer Damm« oder dem sehr lautmalerischen »Wedding« tritt dies deutlicher hervor. Auch in den anderen Stücken finden sich Kindheitserinnerungen, Wortfetzen wie Traumsequenzen, und immer wieder auch Reflexionen über eine Stadt, die es so heute nicht mehr gibt. »Ten Grand Goldie« hingegen klingt wie eine nüchterne Zustandsbeschreibung des heutigen Berlin, voller Anspielungen und Chiffren, die sich nicht leicht entschlüsseln lassen.
Heinz K.
www.neubauten.org/de
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