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DRESDNER Interviews / O-ton!
Ein glitzerndes Funkeln, das auch mal dunkel zischt – Polimagie Festival in Ostpol und Beatpol
Polimagie Festival in Ostpol und Beatpol
■ Dresden ist zum Glück an Musikevents nicht arm. Neben normalen Konzerten und Clubevents, haben sich über die Jahre auch verschiedene innerstädtische Festivals etabliert, wie etwa das Umsonst und Draußen, Music Match, das Dresdner Drum & Bass oder DAVE. Seit 2016 organisieren das Bookingbüro Dynamite Booking und der Beatpol das gemeinsam erdachte Polimagie Festival. Das findet namensgebend parallel in beiden Clubs statt. Genretechnisch wird da auch ganz schön auf die bunt bemalte Pauke gehauen. Von melancholisch zarten über hedonistisch-swingig bis zu düsterrockigen Klängen ist von nah und fern ein ganzes Potpourri verschiedener Lebensgefühle eingeladen. Die Spannbreite reicht vom theatralischen Deutschpop à la Tristan Busch, über den melancholischen Art-Pop einer Vera Solo und augenzwinkernden Schmährock des Österreichers Voodoo Jürgens, bis hin zum psychedelischen Folkpop von Alice Phoebe Lu. Zudem fehlt auch das recht sichere Eisen des Balkan-Swing aus Berlin mit Django Lassi (Foto) nicht. Mit Saint Agnes gibt es aber auch sehr sinister angerichteten knisternd-dunklen Noiserock. So sind es vier Abende, an denen man erkenntnisreich und gut unterhalten sehr viele musikalische Grenzgewässer durchschwimmt. Zumal Dj !mauf dazu auch noch erstmalig im Ostpol auflegt. Ein ähnlich bunter Kopf wie das Programm ist Björn Reinemer, der für das Booking des Festivals mitverantwortlich zeichnet und DRESDNER-Autor René Seim ein paar Fragen beantwortet hat.

Gab es einen konkreten Impuls, das Festival so verschieden in den Genres aufzuziehen?

Björn Reinemer: Wir wollten von Anfang an die Vielfarbigkeit der Musik aufzeigen. Durch den Beatpol entsteht eine wunderbare Vernetzung. Wir umspannen die Stadt mit Musik. Auch die Künstler fangen an, sich an den Abenden zu vernetzen, ein kultureller Austausch auch mit dem Publikum steht im Fokus.

Bewerben sich die Bands um das Festival, oder geht nur ihr auf Bands zu, die ihr von selbst ins Auge gefasst habt?

Björn Reinemer: Inzwischen ist es eine Mischung, wir suchen natürlich intensiv aus und fragen an; gemeinsam mit Carsten Becker vom Beatpol. Langsam bekommen auch die Bands und Agenten mit, dass in Dresden etwas wächst, sodass auch da allmählich die Anfragen zunehmen.

Wirst du selber Schwierigkeiten haben, aufgrund der Gleichzeitigkeit der Darbietungen, dich für eine Location pro Abend zu entscheiden? Welche Acts schaust du dir unbedingt an?

Björn Reinemer: Oh ja, ich habe Schwierigkeiten, kann leider viele der tollen Acts im Beatpol nicht sehen. Nur sonntags lasse ich da das Festival im Beatpol ausklingen. Unbedingt anschauen würde ich am liebsten alle. Da dies nicht geht, freue ich mich auf Django Lassi, Caroussel, Ilken Nur und Malena Zavala besonders im Ostpol. Wäre ich im Beatpol, wären das My Baby, Bukahara, Alice Phoebe Lou, Hanna Williams und zum Abschluss Charlotte Brandi. Aber die vielen anderen Acts kann ich auch wärmstens ans Herz legen.

Woran merkt ihr, dass ihr im vierten Jahr dem Status eines Geheimtipps entwachsen seid?

Björn Reinemer: Zum einen spürt man langsam, dass mehr Leute sich für ein Festival-Ticket entscheiden. Das ist wunderbar und zeigt, dass sowohl der Preis von 42 Euro als auch das Line-Up und die Kooperation zwischen den zwei Clubs an den vier Tagen Früchte tragen. Es ist schön, dass das Publikum beide Pole in verschiedenen Stadtteilen am Wochenende bereist.

Gab es ein Festival-Erlebnis, das dir besonders im Gedächtnis blieb?

Björn Reinemer: Am meisten bleibt mir immer im Gedächtnis, was für ein tolles Team hinter dem Festival steht. Häufig sitzen wir noch mit den Bands nach dem Konzertabend zusammen und lassen alles auf uns wirken. Es wird viel gelacht und eine Vielzahl von Anekdoten schwirrt durch den Raum. Ohne die Crews der beiden Häuser und jede Menge Unterstützer wäre es nicht zu bewältigen. Die Magie entsteht durch die Teamleistung.
Besten Dank für das Gespräch!

Das Polimagie Festival findet vom 11. bis 14. April im Ostpol und im Beatpol statt; genaues Line-Up im timer sowie unter www.polimagie-festival.de

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