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Babyface oder Heel – Robert Kaiser und Laurance Roman von Next Step Wrestling im Interview
Robert Kaiser und Laurance Roman von Next Step Wrestling im Interview
■ Next Step Wrestling hat sich vom Geheimtipp zu einer erfolgreichen Junior Promotion gemausert. Interessierte können in der Wrestling-Schule in Dresden trainieren oder einem der vielen Events beiwohnen. Am 15. September findet mit Gold Rush das nächste Event statt. Ein Grund für DRESDNER-Autorin Marlen Hobrack, sich mit Robert Kaiser und Laurance Roman alias »Der Waschbär« zu treffen und über den Reiz der Ring-Action zu sprechen.

Bei eurem Event im Alten Heizwerk habt ihr zuletzt vor hunderten Zuschauern gekämpft. Warum begeistert Next Step Wrestling so sehr?

Robert Kaiser: Man hat viele Charaktere, mit denen man sich identifizieren kann. Manche stehen halt auf den Bösewicht. Die Kids mögen den komischen Waschbären (lacht). Es ist für alle was dabei. Außerdem sind wir ja auch sehr volksnah.
Laurance Roman: Wrestling wird im Endeffekt nicht so oft live gesehen. Viele kennen es aus dem TV, aber live vor der Haustür und dann auch noch in Dresden – das ist eben ein Eyecatcher. Und nichts Gewöhnliches. Breakdance hat man schon mal auf der Straße gesehen, Wrestling nicht.

Für diejenigen, die es gar nicht kennen: Um was geht es im Wrestling?

Robert Kaiser: Wrestling ist, ganz einfach runtergebrochen, der Kampf Gut gegen Böse. Bei uns gibt es zum Beispiel T-Knox – ganz böse! – und dann gibt es natürlich Helden wie Lauri oder Rick Baxxter. Tja, und irgendwann gibt es die finale Schlacht. Alles baut sich über mehrere Kämpfe und Events auf. Wenn dann mal der Böse gewinnen sollte, bist du beim nächsten Mal dafür, dass der so richtig eins auf die Backe bekommt. Quasi eine Art Soap Opera.

Steht von Anfang an fest, ob man gut oder böse, Babyface oder Heel wird?

Laurance Roman: Du hast Leute, die es lieben, eine Reaktion zu fordern. Eine Reaktion kannst du fordern, indem du unfair bist, an den Haaren ziehst, die Regeln brichst. Aber es ist nicht so, dass man sagt: »Mensch XY spielt jetzt den und den Charakter.« Natürlich hast du gewisse Charakterzüge an dir, die du nutzt. Mir zum Beispiel wird immer nachgesagt, dass ich sehr höflich und lieb bin – und warum sollte ich da was anderes erzwingen?
Robert Kaiser: Es wäre auch Quatsch, wenn du einen Charakter spielst, der du gar nicht bist. Das merkt das Publikum. So ein Gimmick, ein Charakter ist immer auch eine Übertreibung des eigenen Ichs. Wenn Lauri den Megabösewicht spielt, würde man ihm das nicht abnehmen.
Laurance Roman: Es wäre eben aufgesetzt. Man darf keinen Charakter spielen, man muss der Charakter sein.
Robert Kaiser: Darum war es bei mir auch keine Frage, ob ich als der Gute oder Böse herauskomme...
Laurence Roman: ... du hast halt ein Gesicht, das man einfach nicht mögen kann.
Robert Kaiser: (lacht) Genau!

Wie entwickelt man sein Gimmick, den Ringcharakter?

Laurence Roman: Es ist ein Prozess, man steht nicht einfach auf und ist der Waschbär. Im Training siehst du: Was hat er für Stärken? Was hat er für Schwächen? Was würde zu ihm passen? Bei mir war es am Ende etwas Animalisches. Man hat quasi diesen Animal Spirit, der dem normalen Menschen die Kraft gibt, mehr zu leisten.
Robert Kaiser: Ich habe ja in Berlin angefangen, jahrelang dort gecatcht und trainiert. Ich bin Cottbuser, der mit ganz vielen Muslimen kämpft, da war es quasi vorprogrammiert, dass ich diesen Pegida-Einschlag einbaue. Es sollte so ein Metagimmick werden, das die Pegida-Situation aufgreift. Den Bösewicht darf man halt nicht anfeuern wollen. Aber mit meinem Kind und meiner Arbeit war dann irgendwann der Gedanke: Nee, das ist falsch!
Laurence Roman: Wrestling muss provozieren! Es muss in-your-face sein! Die Leute müssen abgeholt werden, von Charakteren, die eben eine positive oder negative Reaktion erzeugen.

Was dürfen die Fans bei der nächsten Veranstaltung, Gold Rush, erwarten?

Robert Kaiser: Bei Gold Rush – wie der Name schon sagt – steht das Titelgold im Fokus. Jeder Titel wird ausgekämpft. Wir haben Titelträger, die sehr polarisieren. Mit Rick Baxxter, der Next Step gemeinsam mit Axel Tischer (alias Alexander Wolfe, Anm. d. Red.)), der jetzt in den USA seine Karriere vorantreibt, aufgebaut hat, ist jemand dabei, der nochmal Gold abfassen kann. Es gibt aber auch viele aufstrebende, junge Wrestler zu sehen. Wir haben da eine megacoole Location, die durch Wrestling noch nie bespielt wurde. Im Eventwerk selbst sind wir zwar schon aufgetreten, aber noch nicht im Studio One. Das ist ein kleiner Club – wir werden so an die 250 Zuschauer haben.
Da hast du so ein Clubfeeling, nicht so wie in einer größeren Halle, die wir bespielen könnten, aber nicht unserem Flair entspricht. Denn wir leben von kleinen Live-Veranstaltungen.
Vielen Dank für das Gespräch!

»Gold Rush«, am 15. September, 19 Uhr im Studio One/ Eventwerk. Das Event: www.facebook.com/events/2042385775780945/ mehr zu Next Step Wrestling: www.facebook.com/nextstepwrestling/

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