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Wanda

Niente

(Universal)


»Mein Herz aus Marzipan fängt zu brennen an.« Eine Zeile, exemplarisch für das dritte Werk der Wiener Fundamental-Lebemänner. »Niente« als Abrieb einer exzessiven Zeit, so ganz anders als der mitunter fast schon rummelhafte Vorgänger »Bussi«. Statt Schnaps aus Pistolenläufen, steht man jetzt halb schüchtern händchenhaltend vorm Café Kreisky. Dunkel kommen sie daher die zwölf Stücke: Vergänglichkeit im Nacken, nostalgisch im Rückspiegel. Kokonisierung auf nacktem Bauch als Flucht vor der Welt da draußen. Der Exzess scheint auf einem Höhepunkt inne zu halten – nachdenklich, unruhig, wie es weiter geht. So konstatiert Marco M. Wanda anhand der uns umgebenden, nervösen Zeiten: »Immer weiter brauch ich mehr und mehr und immer leichter wird es schwer und schwer und alles wirft mich aus der Bahn.« Die Ruhe im Auge des Sturms. Auch musikalisch hat die akustische Fraktion öfters Oberwasser – tragen sich Klavier, Streicher und Gitarren ohne Strom gegenseitig durch scheinbar ineinander übergehende Stücke. Alles anders also? Durchatmen. Den klassischen Wanda-Schmäh übertüncht das alles nicht, unterstreicht vielmehr den Rausch aus Schönheit und Wahnsinn, Ästhetik und Morbidität. Getrieben vom eigenen Werk wird die Band gemeinsam mit ihren Fans also auch weiterhin auf einer Welle namens Wanda reiten – und das völlig zu Recht. So antwortet Marco auf die Frage, wie es ihm am ersten Tag in der Ruhe nach einer Tour geht folgerichtig: »Der Switch ist schwer.« Man glaubt es ihm.
M.Hufnagl
niente.wandamusik.com/
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