Déjà-vu

Der kulturelle Lockdown wäre vermeidbar gewesen – ein Kommentar von Heinz K.

Als ich neulich im Oktober eine Veranstaltung besuchte, da stand die Corona-Ampel noch auf Grün – mit Tendenz zu Gelb. Noch bevor ich das Stadtmuseum betrat, setzte ich (angesichts des gleich am Eingang präsenten Museumspersonals) automatisch den Mund-Nasen-Schutz auf und behielt diesen auch an, bis ich einen Platz gefunden hatte. Es war eine nicht sonderlich gut besuchte Literaturveranstaltung, die Erscheinung einer eben nicht gerade unbedeutenden Lyrik-Anthologie sollte gefeiert werden. Wirklich gefeiert wurde natürlich nicht. Das Museumscafé war aus Hygieneschutzgründen nicht zugänglich, also wurde die Lesung kurzerhand in einen großen Ausstellungsraum verlegt, in dem die überdimensionierte Lüftung unentwegt Störgeräusche produzierte, was der Konzentration auf das Eigentliche abträglich war. Nun steht die Ampel auf Rot. Sogar auf Dunkelrot, wie uns der altersgrüne Ministerpräsident Baden-Württembergs, Winfried Kretzschmann, warnend versicherte.

Lesung mit Abstand

Irgendwie hatte man sich ja schon gewöhnt ans Maske tragen und Abstand halten. Und ans hinsetzen auch bei Stehveranstaltungen. Ein erneuter Lockdown, so wie im März geschehen, wurde vollmundig und fast einhellig von der Politik ausgeschlossen (außer natürlich vom ewig um die Bevölkerungsgesundheit besorgten Gesundheitsexperten der SPD, Karl Lauterbach). Eigentlich.

Und nun ist er da, verharmlosend als Lockdown Light oder Teil-Lockdown bezeichnet. Was bedeutet das für die Kultur? Die Einschränkungen mögen vielleicht gar nicht so drastisch erscheinen, wenn man weder an Kunst noch an Kultur oder gar an Subkultur irgendein Interesse zeigt. Aber mal ehrlich, wer möchte sich zu solch einem kulturlosen Typus zählen? Offensichtlich sind die Repräsentanten der 16 Bundesländer und die Bundesregierung einer Meinung, dass Kultur nicht systemrelevant und daher am ehesten verzichtbar ist.

Anders ist es nicht zu erklären, dass eine ganze Branche, die immerhin 1,5 bis 1,7 Mio. Menschen beschäftigt (die Schätzungen gehen je nach Lesart auseinander) stigmatisiert, seit acht Monaten an der Arbeit gehindert und mit Almosen wie Hartz4 für Soloselbständige oder Krediten abgespeist wird. Zugegeben, die Kultur-Lobby ist bei weitem nicht so einflussreich auf die Politik wie die Auto-, Pharma- und Ärzte-Lobby oder die großen Wirtschaftsverbände, aber immerhin ein nicht zu unterschätzender Bereich, in dem personalintensiv gearbeitet wird, um Menschen Freude zu bereiten und geistige Anregungen zu bieten.

Nicht ganz zufällig ist dies auch der Bereich, der mir am meisten Freude bereitet, weswegen ich mich auch dazu entschlossen habe, meine Berufung darin zu sehen, kulturelles Erleben im lokalen und regionalen Umfeld zu begleiten und zu befördern. Die Geringschätzung, die derzeit Künstlerinnen und Künstlern entgegenschlägt, schlägt auch auf die Kulturvermittler zurück. Auf Medien, Agenturen, Management, technischen Support. Jeder und jede im künstlerischen Bereich Kreative muss sich davon wie vor den Kopf gestoßen fühlen, weder systemrelevant noch irgend relevant zu sein. Sind die Stimmen aus der Kunst- und Kulturszene nicht laut genug, um da ein Umdenken zu bewirken? Leider nein. Die Kunst erneuert sich ja bekanntlich irgendwie von selbst, sie stirbt bestimmt nicht aus wegen eines Virus. Um die großen Institutionen machen sich anscheinend die wenigsten Sorgen. Tenor: die werden schon nicht fallengelassen, so hofft man. Aber was ist mit den vielen anderen? Hat die angeschlagene Kulturwirtschaft nicht auch ein Recht darauf, die Krise zu überleben?

Ich will hier gar nicht aufrechnen, wie sinnlos oder sinnvoll eine Schließung beispielsweise von Museen oder Theatern ist, wenn zugleich unter zumeist schlechteren Hygiene-Bedingungen der Besuch eines Baumarktes, x-beliebigen Ladengeschäfts oder Friseurs möglich ist. Um mal vom Gedränge im öffentlichen Nahverkehr ganz zu schweigen. Ich habe noch keine Politikerin, keinen Politiker gehört, der dafür eine plausible Erklärung parat hätte. Die Kontaktvermeidung, die sich Bundesregierung und Länderchefs jetzt angesichts steigender Fallzahlen auf die Fahne geschrieben haben, ist bei einem Museums- oder Theaterbesuchs unter der peniblen Beachtung behördlich genehmigter Hygiene-Auflagen obligatorisch. Trotzdem müssen Theater und Museen im November schließen. Wer da nach Logik sucht, wird sie nicht finden.

Andererseits sieht sich die Politik außerstande, die beschlossenen Maßnahmen wirksam zu kontrollieren. Auf Dresden heruntergebrochen, spielte sich am sogenannten Assi-Eck in der Neustadt (und punktuell auch am Elbufer) aus infektiöser Sicht über den Sommer hin monatelang Unbeschreibliches ab. Die Behörden schritten allenfalls ein, wenn die Situation alkoholisierter Partygänger zu eskalieren drohte. In einem demokratisch verfassten Rechtsstaat wie der Bundesrepublik muss eigentlich niemand befürchten, dass seine Privatsphäre ohne triftigen Grund ausgespäht und sanktioniert wird. Und genau das erscheint nun in der Politik im Bereich des Möglichen zu sein. Stichwort: Infektionsketten verfolgen. Die Exekutive ist offenbar nicht in der Lage, öffentliche Plätze in deutschen Großstädten zu kontrollieren. Wie sollte sie denn dann in der Lage sein, die privaten Rückzugsräume zu kontrollieren? Also bleibt im Grunde nur der Appell an die Vernunft oder die Ermunterung zum Denunziantentum. Der Appell an die Vernunft erscheint irgendwie auch notwendig. Nicht notwendig sind jedoch die drastischen Einschränkungen des Kulturlebens, die die Bundesregierung und die Repräsentanten der Bundesländer unter Umgehung lästiger Debatten in Bundestag und Länderparlamenten am Mittwoch dieser Woche beschlossen haben.

Ab 2. November gilt neue Corona-Schutz-Verordnung in Sachsen

Nachdem am 28. Oktober nach den Beratungen von Bundesregierung und Ministerpräsidenten verschärfte Maßnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus beschlossen wurden, hat am 30. Oktober das sächsische Kabinett die Coronaschutzverordnung für den Freistaat angepasst.

Demnach werden ab 2. November öffentliche Einrichtungen wie Theater, Konzertsäle, Museen, Zoos und Sportstätten ebenso geschlossen wie Hallenbäder, Saunen, Fitnessstudios, Diskotheken, Opernhäuser und Weihnachtsmärkte. Restaurants und Kneipen dürfen nur noch Speisen außer Haus anbieten. Im Handel darf sich nur ein Kunde pro zehn Quadratmeter aufhalten. Ausgenommen ist der Individualsport sowie Profivereine.

Volksfeste, Jahrmärkte, Messen und Kongresse sind untersagt. Außerdem werde empfohlen, auf private Reisen und Besuche, auch von Verwandten (außer aus triftigen Gründen) zu verzichten. Dies gilt auch für das Inland und für überregionale touristische Ausflüge. Bibliotheken und Schulen (Maskenpflicht für Oberstufe!) bleiben hingegen weiterhin geöffnet.

Die neuen Regeln sehen verschärfte Kontaktbeschränkungen vor. Private Zusammenkünfte in der eigenen Wohnung sind nur noch mit Angehörigen des eigenen und eines weiteren Hausstandes bis maximal zehn Personen gestattet. Auch in der Öffentlichkeit ist der Aufenthalt nur mit den Angehörigen des eigenen und eines weiteren Hausstandes erlaubt. Wo immer möglich soll ein Mindestabstand von 1,5 Metern eingehalten und auch bei Kontakten im öffentlichen Raum wird empfohlen, einen Mund-Nase-Schutz zu tragen.  Quelle: MDR

Medienfestival Dresden / Preisverleihung des Deutschen Multimediapreises mb21

Digitales Medienfestival für digitale Projekte

Jährlich lädt das Medienfestival Kinder, Jugendliche, junge Erwachsene und ihre Familien dazu ein, digitale Welten auf spielerischem Wege zu entdecken und gleichzeitig das Bewusstsein für einen verantwortungsvollen Umgang mit neuen Technologien zu schärfen. In diesem Jahr können die zahlreichen Festivalstationen, Installationen, Workshops und Panels aufgrund der Corona-Pandemie aber nicht wie sonst in den Technischen Sammlungen stattfinden. Mit viel Kreativität und Organisationstalent wurden virtuelle Alternativen für die verschiedenen Programmpunkte entwickelt, die dadurch auch bundesweit allen Interessierten offen stehen, die bislang nicht die Möglichkeit hatten, vor Ort in Dresden dabei zu sein. Höhepunkt ist die Preisverleihung des Deutschen Multimediapreises am 14. November, die ab 18 Uhr in einem Live-Stream übertragen wird.

Das Festival selbst startet aber schon in der Woche zuvor, wenn am 9. November um 18 Uhr nicht nur das Festival, sondern auch die Ausstellung der Nominierten des Deutschen Multimediapreises eröffnet wird. In virtueller Umgebung ist es dann möglich, alle Exponate genauestens unter die Lupe zu nehmen. Die Ausstellung wird auch über das Festival hinaus einen Monat lang zugänglich sein und kann sowohl auf eigene Faust, als auch mithilfe einer geführten Videovariante erkundet werden. Die Nominierten melden sich mit Videobotschaften zu Wort und bieten so die Möglichkeit, die Kreativen hinter den Projekten kennenzulernen.

Zusätzlich wird es ein vielfältiges Rahmenprogramm aus Workshops, Panels und dem beliebten IndieGameForum geben. So stehen von Montag bis Freitag in den Nachmittags- und Abendstunden jeweils Informationsveranstaltungen auf dem Plan, die über Themen wie Big Data, pädagogisch empfehlenswerte Apps für Kinder, den Einsatz von digitalen Spielen im Unterricht und faire IT informieren. Jeweils ab 20 Uhr stellen unabhängige Spieleentwicklerinnen und -Entwickler gemeinsam mit den „Indiestrolchen“ ihre Computerspiele auf der Streamingplattform Twitch vor. Das Festival-Wochenende wartet mit einer Vielfalt von Informations- und Mitmachangeboten wie „Smartphone Google-frei einrichten“ und “Wie uns soziale Netzwerke beeinflussen“ auf.

Infos zum Wettbewerb und zur Teilnahme unter: www.deutscher-multimediapreis.de

Bundesregierung und Ministerpräsidenten der Länder beschließen faktisch einen Kultur-Lockdown

Die beschlossenen Maßnahmen und die Reaktionen darauf

Bund und Länder haben angesichts der rasant steigenden Corona-Infektionszahlen massive Einschränkungen für den November beschlossen. Das bestätigte Kanzlerin Angela Merkel auf einer Pressekonferenz nach den Beratungen mit den Ministerpräsidenten. Vor allem mit scharfen Kontaktauflagen wollen sie die Ausbreitung des Virus eindämmen. Deutschlandweit sollen die Maßnahmen vom 2. November an bis 30. November gelten.

Pressekonferenz der Bundesregierung vom 28.10.2020 (Quelle: Die Bundesregierung)

Folgende Maßnahmen sind beschlossen worden:
Kontakte werden auf maximal 10 Personen aus zwei Haushalten reduziert. Feiern in Gruppen sind verboten. Die Gastronomie muss schließen, ein Abhol- und Lieferservice ist jedoch weiterhin möglich. Freizeiteinrichtungen wie Kinos, Theater und Clubs müssen schließen, Veranstaltungen sind untersagt. Es sind keine Übernachtungen in Hotels und Pensionen für Touristen mehr möglich. Ebenso wird ein organisierter Amateur- und Freizeitsport nicht mehr möglich sein. Profisport gibt es nur ohne Zuschauer. Verstöße gegen diese Kontaktbeschränkungen würden von den Ordnungsbehörden sanktioniert, heißt es in den Beschlüssen. Betriebe im Bereich der Körperpflege wie Kosmetikstudios, Massagepraxen oder Tattoostudios sollen im November schließen. Friseursalons bleiben aber unter den bestehenden Hygienevorgaben geöffnet. Auch medizinisch notwendige Behandlungen sollen weiter möglich sein. Der Bund plant laut dpa offenbar »milliardenschwere Nothilfen« für Unternehmen, die von den vorübergehenden Schließungen betroffen sind.
Die Erklärung ist hier zu finden.

Erste Reaktionen:

Laut sächsischem Ministerpräsidenten Michael Kretschmer haben Wissenschaftler den Regierungschefs empfohlen, die Kontakte um 75 Prozent zu reduzieren. »Für Sachsen sei immer klar gewesen, dass Schulen und Kitas offen bleiben«, so Kretschmer. »Die Kulturkreise, die Gastronomie und viele andere Bereiche haben meine größte Achtung für die Anstrengungen, die sie in den vergangenen Monaten unternommen haben.« (Quelle: MDR Sachsen)

Nach Einschätzung des Handelsverbands Deutschland (HDE) kommen die Maßnahmen einem Lockdown gleich. Zwar dürften die Geschäfte geöffnet bleiben, erklärte der Verband, »aber es werden voraussichtlich nur wenige Kunden den Weg in die Stadtzentren finden« (ARD)

Der Bundesverband Groß- und Außenhandel (BGA) kritisierte die Schließungen der Gastronomie als »völlig unangemessen«. Für viele mittelständischen Betriebe könne das in der jetzigen Lage den Todesstoß bedeuten, sagte BGA-Präsident Anton Börner. (ARD)

Sachsens Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) sieht den Bund in der Pflicht, bei weiteren Einschränkungen in der Corona-Pandemie Firmen und Kulturbetrieben finanzielle Entschädigungen zu gewähren. »Das schließt eine finanzielle Unterstützung für Soloselbstständige ein«. (dpa)

Mehrere Kulturverbände kritisierten die geplanten Schließungen von Kinos, Theatern oder Opern. »Wir haben überhaupt kein Verständnis mehr für das ständige Auf und Ab der ergriffenen Maßnahmen«, teilte der Hauptverband Deutscher Filmtheater (HDF Kino) mit. Seit Monaten arbeiteten die Kinos mit detaillierten Sicherheitskonzepten, großen Räumen, modernen Belüftungsanlagen und einer geringeren Auslastung. Kinos übernähmen eine große Verantwortung für ihre Besucher, dennoch nütze ihnen das nichts. »Wir sind fassungslos«, teilte HDF-Vorstand Christine Berg mit. (ARD)

Es gebe bisher »keine gemeldeten Fälle von Museen als Infektions-Hotspots«, hatte etwa der Deutsche Museumsbund vor den Beratungen mitgeteilt. Ähnlich argumentieren die Kinoverbände, die Deutsche Orchestervereinigung, der Deutsche Bühnenverein und die Spitzenorganisation der Filmwirtschaft SPIO. (ARD)

Kulturstaatsministerin Monika Grütters forderte ein Hilfspaket für die Kultur- und Veranstaltungsbranche. »Es geht für die Branche um Leben und Tod. Die Künstler und Kreativen haben sich in der ganzen Krise ungeheuer fair verhalten, obwohl es an ihren Lebensnerv geht«, sagte sie gegenüber Bild. Sie erwarte, dass die Branche nun dieselben Hilfen bekomme, wie sie der Gastronomie zugesagt worden seien.

Bei allem Verständnis für die notwendigen Maßnahmen sehen Die Grünen »ein nicht zu vernachlässigendes Problem in der Akzeptanz der Bevölkerung für die schweren Einschnitte durch die neuen Coroanbestimmungen des Bundes«, sagte Fraktionsvorsitzende Franziska Schubert. (MDR)

SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach bezeichnete die Beschlüsse hingegen als einen Sieg der Vernunft. »Die Beschlüsse von heute sind ein großer Erfolg und ein Meilenstein gegen das Coronavirus in Deutschland«, schrieb Lauterbach auf Twitter.

Ein weiterführender Artikel des Redaktionsnetzwerks Deutschland ist hier nachzulesen.

Weitere Beschränkungen: Dresden führt Maskenpflicht in Bereichen der Innenstadt ein

Aufgrund steigender Infektionszahlen hat die Landeshauptstadt Dresden eine neue Allgemeinverfügung erlassen. Der Inzidenzwert auf 100.000 Einwohner liegt aktuell bei 57 (Stand: 23. Oktober, 12 Uhr). Die Allgemeinverfügung gilt ab 27. Oktober. Man habe den Zeitpunkt bewusst gewählt, um den Einwohnern eine Übergangsfrist und Nachfragen zu ermöglichen, so die Stadtverwaltung.

Neben einer erweiterten Maskenpflicht innerhalb von Gebäuden wird es an belebten Innenstadtplätzen (vom Hauptbahnhof über Prager Straße, Altmarkt, Postplatz, Augustusbrücke, Hauptstraße bis in die Äußere Neustadt) auch eine Maskenpflicht unter freiem Himmel geben. Diese gilt von Montag bis einschließlich Samstag in der Zeit von 7:30 Uhr bis 4 Uhr am Folgetag. Ausgenommen ist die Fortbewegung per Fahrrad oder beim Joggen.

Ab 27. Oktober gilt:

  • Private Zusammenkünfte und Feiern sowie Familienfeiern in Gaststätten sowie Betriebsfeiern sind auf maximal zehn Personen begrenzt
  • Groß- und Sportveranstaltungen dürfen mit höchstens 100 Personen stattfinden

Für Einrichtungen mit genehmigtem Hygienekonzept gelten die Einschränkungen der Personenzahl nicht. Hier sind das Hygienekonzept und die darin benannten Schutzmaßnahmen anzuwenden (z. B. auf Konzertveranstaltungen, Kinos, Theater). Bereits genehmigte Hygienekonzepte behalten ohne erneute Einreichung beim Gesundheitsamt ihre Gültigkeit, wenn zusätzlich folgende Auflagen beachtet werden:

  • Datenerhebung zur Kontaktnachverfolgung
  • Maskenpflicht für die gesamte Dauer des Aufenthalts, einschließlich Aufführung
  • verpflichtende Einhaltung eines Mindestabstandes

Sperrstunde und Alkohol-Ausschankverbot:

  • Schank- und Speisewirtschaften sind von 22 Uhr bis 5 Uhr am Folgetag zu schließen
  • Alkoholhaltige Getränke dürfen von 22 Uhr bis 5 Uhr des Folgetages nicht abgegeben werden. Dies gilt für alle Einrichtungen, auch für Gastronomie oder den Einzelhandel.

Der genaue Wortlaut der Verfügung ist hier nachzulesen.

Neue Allgemeinverfügung in Dresden

Mit dem 21. Oktober 2020 überschreitet die Landeshauptstadt Dresden die Zahl von 35 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen. Zum Stand 12 Uhr lag der Wert bereits bei 38, wobei aufgrund weiterer Fallmeldungen im Verlauf des Tages mit einem Anstieg der Neuinfektionsrate zu rechnen ist. Nach der Sächsischen Corona-Schutz-Verordnung ist die Landeshauptstadt Dresden damit gehalten, entsprechende Maßnahmen zu ergreifen. Ziel ist es, das Infektionsgeschehen in der Stadt zu verlangsamen und die Nachverfolgung von Kontaktpersonen weiterhin zu gewährleisten.

Die Landeshauptstadt Dresden setzt eine Allgemeinverfügung in Kraft, die schon bestehende Regelungen der Sächsischen Corona-Schutz-Verordnung erweitert.
Ab 22. Oktober 2020, 0.00 Uhr gelten bis auf Weiteres für die Landeshauptstadt Dresden folgende verschärfenden Regelungen:

Datenerhebung: Veranstalter und Betreiber von Groß- und Sportveranstaltungen sowie Betrieben, Sportstätten, Gastronomie, Hotels, Beherbergungsstätten und Ansammlungen im öffentlichen Raum müssen von den Besuchern und Gästen den Namen, Telefonnummer oder E-Mail-Adresse und den Zeitraum des Besuchs erheben. Die Daten dürfen nur zum Zweck der Nachverfolgung von Kontakten erhoben und nur auf Anforderung an das Gesundheitsamt übergeben werden. Sie sind nach einem Monat zu vernichten.

Mund-Nasen-Bedeckung: Neben der schon bestehenden Verpflichtung, eine Mund-Nasen-Bedeckung u. a. im ÖPNV, in Geschäften und Läden sowie in Reisebussen zu tragen, ist diese auch für folgende Bereiche verpflichtend:
In allen für die Öffentlichkeit zugänglichen Räumen und Einrichtungen. Dazu zählen z.B. Einkaufszentren, Beherbergungsbetriebe, Museen und öffentliche Verwaltungen sowie alle gastronomischen Einrichtungen. Verfügt die Einrichtung über Sitzmöglichkeiten, muss die Mund-Nasen-Bedeckung bis zum Erreichen des Platzes getragen werden. Am Platz selbst darf die Mund-Nasen-Bedeckung abgenommen werden. Das gilt auch in Kirchen und Räumen von Religionsgemeinschaften sowie in kulturellen Veranstaltungsorten. Beim Singen im Gottesdienst muss immer eine Mund-Nasen-Bedeckung getragen werden.

Beschränkung der Personenzahl:
Private Zusammenkünfte und Feiern: maximal 25 Personen;
Familienfeiern in Gaststätten oder von Dritten überlassenen Räumen: maximal 50 Personen; Betriebs- und Vereinsfeiern: maximal 25 Personen;
Groß- und Sportveranstaltungen: maximal 500 Personen;
Zusammenkünfte und Ansammlungen im öffentlichen Raum: maximal 250 Personen unter freiem Himmel und maximal 150 Personen in geschlossenen Räumen. Für Versammlungen nach dem Versammlungsrecht gilt dies nicht. Hier gibt es gesonderte Regelungen.

Für Einrichtungen mit genehmigtem Hygienekonzept gelten die Einschränkungen der Personenzahl nicht. Hier sind das Hygienekonzept und die darin benannten Schutzmaßnahmen anzuwenden. Dies trifft z. B. auf Konzertveranstaltungsorte, Kinos und Theater zu.

Alkohol-Ausschankverbot: Alkoholika und alkoholhaltige Getränke dürfen von 23 Uhr bis 5 Uhr des Folgetages nicht abgegeben werden. Dies gilt für alle Einrichtungen, auch für Gastronomie und Einzelhandel.

Versammlungen im Sinne des Versammlungsrechtes: Es wird das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung für alle Versammlungsteilnehmer und ordnenden Kräfte angeordnet. Außerdem sind nur ortsfeste Versammlung zulässig und Aufzüge untersagt. Zudem gilt als Obergrenze für die Zahl der Versammlungsteilnehmer ein Flächenansatz von vier Quadratmeter pro Person, um die Abstände zwischen den Teilnehmenden besser zu gewährleisten.

Einrichtungen des Gesundheits- und Sozialwesens: Einrichtungen, wie Altenpflegeheime, Krankenhäuser und Einrichtungen der Behindertenhilfe, sind angehalten, strikte Besuchszeiten und Regelungen zur Reduzierung der Besuchszahlen einzuführen, soweit dies nicht schon praktiziert wird. Ziel ist es, einen Eintrag in Einrichtungen mit schutzbedürftigen Personengruppen zu vermeiden.

dresden.de/corona

Haushalt 2021/2022: Euer Ernst? Unser Einwand!

Protestaktion vor dem Rathaus

Foto: Gregor Hens

Am Dienstag, den 13. Oktober versammelten sich ca. 50 Vertreterinnen und Vertreter aus dem Jugend-, Kultur- und Gleichstellungsbereich vor dem Rathaus, um gegen die geplanten Kürzungen der Landeshauptstadt Dresden im Kultur- sowie Gleichstellungs-, Kinder- und Jugendbereich Einspruch zu erheben. Gabriele Sieg vom sowieso* Frauen für Frauen e. V. : »Mühsam seit den 90er Jahren errichtete Strukturen für Frauen und z.B. die LGBTQ-Community stehen in Gefahr nicht mal mehr ihre Mieten bezahlen zu können. Diese Strukturen werden durch den Haushaltsplan, sofern er weitere Kürzungen nach denen von 2019 beinhaltet, aufs Spiel gesetzt.«

Einwände gegen den Haushaltsentwurf sind noch bis 14. Oktober online möglich: https://www.dresden.de/de/rathaus/aktuelles/haushalt/aktuell/140-einwendungen-zum-haushaltsplan.php

Kunst trotzt Corona geht in die zweite Runde

„Kunst trotzt Corona“ geht in die zweite Förderrunde! Ab dem 7. Oktober können Dresdner Crowdfundingprojekte über die Plattform startnext über den Kunst-trotzt-Corona-Matchingfonds Zuschüsse für ihre Vorhaben erhalten. Verdoppelt wird dabei jeder über die Crowd eingeworbene Euro (1:1 Prinzip). Pro Projekt werden dabei max. 2.500 Euro bezuschusst.

Das Programm richtet sich an Dresdner Kulturbetriebe und die Kultur- und Kreativwirtschaft und ermöglicht es, Projekte und Veranstaltungen trotz der durch Corona entstehenden finanziellen Mehraufwände umzusetzen. Dafür stehen insgesamt 225.000 Euro zur Verfügung, von denen nun in der 2. Förderrunde 45.000 Euro in einem Startnext-Machtingfonds bereitgestellt werden.

Näheres unter wirgestaltendresden.de

Der Himmel über Prohlis – Die Doku

In dem Projekt „Zuhause in Prohlis“ begegneten die Dresdner Sinfoniker am 12. September 2020 den Herausforderungen der Corona-Pandemie mit einem bislang beispiellosen Konzert: Zahlreiche Alphörner und Blechblasinstrumente spielten von den höchsten Dächern Dresdens und verwandeln den Stadtteil Prohlis in einen urbanen Konzertsaal. Das Publikum konnte sich frei im Stadtteil bewegen oder saß auf dem eigenen Balkon quasi in der Loge.

Jetzt gibt es die Kurzdoku zum Ereignis. Die Veröffentlichung des gesamten Konzertmitschnittes und einer Behind the Scenes Doku erfolgt am 28. Oktober 2020 online und auf Sachsen Fernsehen.

Großveranstaltungen mit mehr als 1.000 Personen ab sofort untersagt

Dresden, 9. Oktober. Alle Groß- und Sportveranstaltungen in Dresden mit einer Besucherzahl von mehr als 1.000 Personen – darunter auch Veranstaltungen und Einrichtungen mit genehmigten Hygienekonzepten wie Bäderbetriebe, Sportwettkämpfe mit Publikum, Volksfeste, Jahrmärkte, Messen und Konferenzen sowie Theater-, Kino- und Konzertveranstaltungen – sind ab sofort ohne weitere behördliche Entscheidung untersagt. Grund des Erlasses: Die innerhalb der letzten sieben Tage auf 26 gestiegene Zahl der Corona-Infizierten pro 100.000 Einwohner. Damit steht die Corona-Ampel auf Gelb.

Das Verbot tritt automatisch ein und gilt solange, bis die Anzahl der Coronavirus-Neuinfektionen die Schwelle von 20 pro 100.000 Einwohner während mehr als sieben Tagen unterschritten hat. Das Verbot gilt nach derzeitigem Stand mindestens bis zum Ablauf des 16. Oktober 2020. Genehmigte Veranstaltungen, die die Besucherzahl auf bis zu 1.000 Personen beschränken, dürfen stattfinden.