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Travis Scott

Utopia

(Cactus Jack Records)


»Utopia« von Travis Scott fühlt sich ein wenig an wie ein Besuch im örtlichen Saturn als Kind. Da stehen die ganzen teuren Flachbildfernseher (HD-ready!) herum, ich selbst mit großen Augen und offenerem Mund – wow, so scharfe Bilder. Nach ein paar Minuten aber verpufft der Reiz. Was da eigentlich auf den Bildschirmen läuft, ist obendrein völlig egal, irgendwelche teuren Aufnahmen von teuren Fischen im Wasser, Technikdemo eben. So dominiert auch bei Travis Scott zunächst das Staunen über die immerzu teuer klingende Produktion, über die Giga-Stars, die da auf diesem und jenem Song aus dem Hut gezaubert werden, Drake hier, Beyoncé da. Auch hier jedoch bald die Ernüchterung: Spaß macht das eine Weile, gut gemacht ist es allemal. Allerdings fehlt dann auf vielen Songs die zündende Idee. So ist »Utopia« vor allem eine Zusammenwürfelung der teuren Hochglanzsounds. Das ist schon in Ordnung, am Ende klingt dann aber doch vieles nach einer Mischung diverser Kanye-West-Alben. Als dessen Album »808s & Heartbreak« damals im Saturn zwei Gänge weiter erschien, wurden die Fernseher schnell langweilig. Das waren nämlich nicht (nur) teure Sounds, sondern neue.
Anton Schroeder
www.travisscott.com/
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