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Orlando FitzGerald

PT

(Slugworld Sound)


Hat der in New York lebende Ire Orlando FitzGerald seine ersten Gehversuche noch im Umfeld tanzbarer Elektronik unternommen, sind nun binnen eines halben Jahres zwei Veröffentlichungen erschienen, die den Kurs seines musikalischen Schaffens in eine neue Richtung lenken. Wie schon das September-Release »Slow Drift« ist also auch »PT« von einem freejazzig angehauchten Vibe umgeben, wobei sich im Zentrum in beiden Fällen ein oft verfremdetes Cello findet. Vieles wirkt intuitiv, was sich auch daraus ergibt, dass Fitzgerald kein ausgebildeter Cellist ist und so schon grundsätzlich eher eine experimentierfreudige und klangforschende Herangehensweise wählt. Im Gegensatz zu »Slow Drift«, wo der Name Programm war und ein Sound entstand, der sich mit tektonischen Plattenverschiebungen versinnbildlichen lässt, wirken die klanglichen Bewegungen auf »PT« weniger monolithisch, sondern deutlich kleinteiliger und ineinandergreifender. Das zeigt sich exemplarisch im Post-Jazz von »Octo«, wo Spuren unter gestreuter Bläser auf Fragmente verschiedener anderer klassischer Instrumente treffen. Auf diese Weise und vor allem durch die sich durch das ganze Album ziehenden Drone-Elemente entsteht ein Soundensemble, das integrierter wirkt und »PT« zu Orlando FitzGeralds bisher stärkster Veröffentlichung macht, und das mit dem an Daniel Bachman erinnernden Ambient Americana von »Club God« obendrein ein echtes Highlight bereit hält.
Peter Zeipert
www.last.fm/music/Orlando+FitzGerald
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