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Beyonce

Renaissance

(Parkwood Entertainment LLC)


»Sexy bitch, I`m the bar – alien superstar«, singt Beyoncé auf einem Song von »Renaissance«, natürlich in Großbuchstaben. Diese ausgestellte Breitbeinigkeit, genannt Self-Empowerment, steht im Zentrum des Albums: Ich liebe mich selbst, ich bin stark, ich bin geil – oft mit Fokus auf letzterem, denn Beyoncé versteht sich vor allem als Körper, der mit anderen Körpern interagiert. Innerlichkeit existiert in ihren Texten fast nur als Selbstliebe, jegliches Zweifeln an sich selbst wird wie selbstverständlich von der Gewissheit niedergewalzt, man selbst sei die Größte – und das ist gut so! Die völlige Ironiefreiheit dieses Albums, das stetige Überhäufen des eigenen Selbst mit Superlativen, wie man es sonst nur aus dem (männlichen) Gangsterrap kennt, legt in Kombination mit den stets nach vorne orientierten Club-Instrumentals eine erstaunliche Energie frei. Wie ein Güterzug räumt Beyoncé alles und jeden aus dem Weg, der sich ihr in den Weg stellen will. Mit »Renaissance« dürfte ihr das weibliche Empowerment-Album bis dato gelungen sein – eben, weil sie es schafft, der thematischen Selbstermächtigung musikalisch und performativ eine passende Form zu geben.
Anton Schroeder
www.beyonce.com/
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