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Faber

I Fucking Love My Life

(Irrsinn Tonträger / Vertigo Berlin / Universal)


Nach »Sei ein Faber im Wind« nun also »I Fucking Love My Life«. Nun gut, Albumtitel sind sicher Geschmackssache. Faber macht auch auf Album zwei Musik für Leute, die eigentlich gerne Rap hören würden, aber dafür zu viel Wert auf echte Instrumente und Gefühle legen. Erstere findet man zweifelsohne, so setzt der Schweizer auch auf seinem zweiten Album auf viel Balkan-TamTam, zu dem man dann sehr gefühlig und gleichzeitig wild vor der Bühne herumhopsen und -wackeln kann. Wie bei AnnenMayKantereit werden Gefühle jedoch lediglich dadurch simuliert, dass die Stimme so total emotional bricht oder kratzt, inhaltlich sucht man leider vergeblich nach Wahrhaftigem, das Wort Poetik traut man sich fast gar nicht in den Mund zu nehmen. Dabei ist die Idee hinter dem Album gar nicht mal so übel, versetzt sich Faber doch in vielen Songs in irgendeinen Stereotypen hinein (Muskelpumper, Groupie etc.). Die dabei entstehenden Beobachtungen lassen jedoch jegliche Empathie vermissen. Sie wirken ein wenig so, als hätte Faber zu jedem Thema einen Spiegel-Online-Beitrag gelesen und dann losgetippt. I don‘t fucking love it.
Anton Schroeder
Faber live am 27.11.2019 in der Scheune.
www.fabermusik.de
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