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Hinweis in eigener Sache.

Aufgrund der Allgemeinverordnung zur Eindämmung der Ausbreitung des Corona-Virus sind in Sachsen ab 15. Mai wieder Veranstaltungen möglich. Theater, Musiktheater, Kinos, Konzerthäuser, Konzertveranstaltungsorte und Opernhäuser dürfen wieder öffnen, sofern ein behördlich genehmigtes Hygienekonzept vorliegt. Angebote in Literaturhäusern, Kleinkunst-Spielstätten, Soziokultur und Gästeführungen sind ebenso möglich. Größere Veranstaltungen bleiben bis auf weiteres ausgesetzt, Clubs, Bars und Diskotheken vorerst geschlossen.

Für die veranstaltungsarme Zeit möchten wir unsere Leserinnen und Leser über Online-Alternativen, Kulturmeinungen und kreative Initiativen informieren und auf dem Laufenden halten: www.dresdner.nu/co19

Also, macht das Beste draus und bleibt gesund!




You can win if you want? – Shot AG mit »Ich wollte doch nur…« im Societaetstheater
Cindy Hammer und Dennis Dietrich sind Hase und Wolf. Zwar nicht den ganzen Abend lang, aber ein stückweit schon. Bis sie wieder sie selbst sind. Zumindest irgendwer in dieser Richtung. Bühne und Kostüme sind knallbunt für ein ungleiches Paar in doppelter Hinsicht. Die unterschiedlichen Körpergrößen der beiden werden kreativ genutzt; die unterschiedlichen Ausdrucksfähigkeiten der beiden Tänzer bilden Reibungsflächen. Die Geschmeidige gegen den Schlaksigen. Die urbane Sprache des choreographischen Vokabulars ist deutlich die bekannte der Shot AG. In pulsierender Neurose wird Optimierungszwang durchbuchstabiert. Schneller, höher, weiter. Verblüffend, wie man Akkordeon spielend tanzen kann. Wolfgang Boos als Darsteller bildet eine geschickte Ergänzung. Mal stottert er sich durch verbale Unfähigkeit, mal zettelt er eine Gruppenkeilerei an, bei der keiner geschont wird. Jeder klammert sich an den Nächsten, nur um besser zuschlagen zu können.
Kakophonische Momente und eine ätherische Traumsequenz, in der Rotkäppchen ihre eigenen Probleme mit dem »richtigen« Weg durchleidet. Und über allem liegt eine subtile Form bissigen Humors. »Ich habe heute leider kein Foto für Dich«. Nur ein einziger Satz, mehr nicht. Und schon stimmt die ganze Sache. Überhaupt bildet Sprache hier eine besondere Komponente. Reduziert, verknappt, geschreddert. Ein bunter Strauß gesammelter DSDS-Dieter-Bohlen-Sprüche. Und dann einfach der alte Modern-Talking-Schinken »You can win if you want«, trocken von der Bühne geschmettert. So simpel wie effektiv. Dieter Jaenicke, Intendant des Festspielhauses Hellerau, meinte im Anschluss mit breitem Grinsen: »Herrlich trashig. Herrlich nostalgisch.« Tatsache. S.R./ Fotos: Franziska Pilz

Nächste Vorstellungen: 25.1., 20 Uhr & 28./29.3.2013 im Societaetstheater



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