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Nachdem in Sachsen am 23. März sowie am 1. April weitere Verschärfungen der Allgemeinverfügung in Kraft traten, ist das Verlassen der eigenen Wohnung bis 19. April nur noch mit triftigem Grund möglich.

Für die veranstaltungsfreie Zeit möchten wir unsere Leserinnen und Leser über Online-Alternativen und kreative Initiativen informieren und auf dem Laufenden halten: www.dresdner.nu/co19

Also, bleibt zuhause, macht das Beste draus und bleibt gesund!




Spannung, Spiel und Schock – Der Wettbewerbsbeitrag »Accidence« beim Filmfest Dresden
Wimmelbilder erfreuen sich seit vielen Jahren großer Beliebtheit. Angefangen beim Klassiker »Wo ist Walter« sind es heutzutage nicht selten gigantische Panoramen mit unzähligen Details, die zum Suchen bestimmter Gegenstände oder Personen aufrufen und den geneigten Betrachter stundenlang beschäftigen können. In Computerspielen wird das Format perfektioniert, im Film ist der Spaß noch selten vorzufinden, was sicher auch am dafür eher ungeeigneten Medium liegt. Die kanadischen Regisseure Guy Maddin, Avan Johnson und Galen Johnson versuchen sich nun in Ihrem Fimfest-Wettbewerbsfilm »Accidence« trotzdem daran und kreieren aus Spannung, Spiel und schockierenden Begebenheiten das Überraschungsei unter den Kurzfilmen.

Ein Mann mit bandagiertem Gesicht sitzt auf seinem Balkon. Die Brüstung vor ihm ist kaputt und mit einem Sicherheitsband der Polizei abgesperrt. Zwei Detectives versuchen herauszufinden was passiert ist. Ihre Suche nach Erkenntnissen erstreckt sich dabei über den gesamten Wohnkomplex, auf dem so einiges los ist. Das Ergebnis ist jedoch erschreckend. Was ist passiert?

Zunächst ein Tipp: Bloß nicht die Inhaltsangabe im Programmheft durchlesen, da diese bereits viel zu viel verrät. Denn genau mit dieser Frage spielt der Film während seiner gesamten Laufzeit von 10 Minuten. Der Zuschauer erhält nach dem anfänglichen Fokus auf den Balkon des bandagierten Mannes nämlich einen Blick auf das gesamte Haus. Die Kamera fährt zurück und wie auf einem Wimmelbild gibt es plötzlich enorm viel zu entdecken, denn auf jedem Balkon bzw. in jeder Wohnung passiert irgendwas. Mal was Skurriles, mal was Komisches, mal was Geheimnisvolles aber durchgehend immer irgendetwas Interessantes. Es ist nahezu unmöglich bei der ersten Sichtung wirklich alles entdecken zu können, was »Accidence« hergibt.

Zudem lässt die Handlung dennoch nie die Kernfrage aus dem Auge, was nun eigentlich auf eben jenem Balkon geschehen ist, der offenbar der Platz eines Verbrechens wurde. Die Auflösung überrascht und verblüfft den Zuschauer zugleich, der von dem »Drumherum« wahrscheinlich mehr mitbekommen hat, als gut für die Antwort der gestellten Aufgabe wäre. Doch je mehr man sich hat ablenken lassen, um so mehr erschließt sich dann auch der ganze Spaß, der »Accidence« zu einem der bisher empfehlenswertesten Beiträge des diesjährigen Filmfest macht. David Hilbert

»Accidence«, 10 Minuten, Kanada 2018, läuft im Programmpunkt »Internationaler Wettbewerb 5« noch am Samstag, den 13. April um 22 Uhr in der Schauburg, sowie, bei eventuellem Gewinn eines Preises auch in einem der Gewinnerblöcke am Sonntag.



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