Logo DRESDNER




»Over the Top« und Boulevardtheater pur: »Maxe Baumann und Olga die Straffe«


Maxe Baumann dürfte jedem ehemaligen DDR-Bürger ein Begriff sein. Das zwischen 1976 und 1982 entstandene Original war ein Klassiker des DDR-Fernsehen und jahrelang fester Bestandteil des Silvesterprogramms. Der rüstige Rentner Maxe Baummann, damals gespielt von Gerd E. Schäfer, sorgte in seiner liebenswerten Art damals für allerlei Verwirrungen.

Im Jahre 2006 erlebte dann mit »Maxe Baumann wird Hoteldirektor« nicht nur Baumann, sondern auch das »Ferienheim Bergkristall«, ein weiterer Silvesterklassiker der DDR, eine Wiederbelebung in der Komödie Dresden (damals noch mit K). Und heute, 12 Jahre später, bringt Mai unter dem Titel »Maxe Baumann und Olga die Straffe«, das Stück erneut auf die Bühne, leicht abgewandelt und beim Nachbar nebenan, dem Boulevardtheater. Herausgekommen ist erneut ein herrlicher Spaß, im typischen Stil des Hauses.

Die Grundgeschichte behält Mai so bei, wie in der Ausgabe von 2006. Sprich neben Baumann gibt es noch drei bzw. vier liebenswerte, wenn auch etwas unfähige Hotelangestellte, zwei Gäste und einen Hotelprüfer, der dem Hotel möglichst 4 Sterne geben soll. Und um genau diesen zu beeindrucken, denkt sich Maxe allerlei aus, was natürlich in einem gewissen Chaos endet.

Etwas anders ist dagegen sicherlich der Humor. Denn auch wenn sowohl (C/K)omödie als auch Boulevardtheater ähnlich gelagerte Spaßstücke zeigen, so sind die Feinheiten doch durchaus verschieden. Und natürlich gehen auch die 12 Jahre zwischen den beiden Stücken nicht spurlos an diesem Werk vorbei: Gäste mit Smartphones, ein ziemlich homosexueller Koch und eine 20-minütige finale Silvesterparty, die alles auffährt, was im Showbusiness sowohl damals (Herbert Roth) als auch heute (Helene Fischer) Rang und Namen hat, machen »Maxe Baumann« einfach zu Boulevardtheater pur.

Zudem ist das Ensemble natürlich ein Anderes. Jürgen Mai gibt selbst den Baumann und möchte diesen so nah am Original von E. Schäfer darstellen, wie nur möglich. Seine Frau Ulrike Mai ist als leicht tüttelige Hotelangestellte mit an Bord. Und wenn Publikumsliebling Andreas »Lilly« Köhler die Bühne betritt, dann sind Lachtränen garantiert. Nur stellenweise ist dessen Darstellung des Ur-Bayers Dr. Brenner etwas »Over the Top«. Doch die unverwechselbare Art Köhlers, seinen Figuren Leben einzuhauchen, ist und bleibt einfach erstaunlich.

Mit dem neuen »Maxe Baumann« wird vielleicht insgesamt nicht ganz so viel Neues geboten, doch allein aufgrund von Mai und Köhler ist auch diese Neuauflage mehr als nur einen Blick wert. Wem jedoch sowohl das DDR-Original als auch die Theater-Version von 2006 gefallen hat, der ist hier goldrichtig.

David Hilbert

Nächste Vorstellungen am 07.-10., 12. und 29.-31. Dezember sowie am 01., 05., 07. und 12.-13. Januar



« zurück