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Handschriftenkunde – Die Villa Wigman hat mit »SOLOhoch2« in kleinem Rahmen das 100-jährige Jubiläum der ehemaligen Wigman-Schule gefeiert


7. September 2020 – Geschichte geschieht nicht, sie wird geschrieben. Und Orte verändern sich auch nicht von allein. Das hat sich gestern wieder in der Villa Wigman in der Bautzner Straße gezeigt, die langsam aber beständig ein neues und damit wieder eigenes Gesicht entwickelt. Die freie Szene Dresdens, hauptsächlich Performerinnen und Performer, Produzenten und Artverwandte, sind bereits vor geraumer Zeit in das Haus eingezogen und entwickeln es weiter hin zu einem Produktionsort, den vor allem eben die freie Szene in Dresden dringend gebrauchen kann. Den Stand der Dinge konnte man gestern in Augenschein nehmen. Geplant war ursprünglich ein langes Wochenende, mit dem das 100-jährige Jubiläum der ehemaligen Tanzschule Mary Wigmans gefeiert werden sollte, für die die alte Villa dazumal großzügig erweitert worden war. Coronabedingt gab es nur ein reduziertes Programm; die eigentliche Feier ist auf Ende April nächsten Jahres verschoben worden.


Zwar werden seit Jahrzehnten weder der Gelbe Saal noch der Rote ihrem Namen noch gerecht, aber die Zeit bleibt eben nicht stehen. Im positiven Sinn. Im gelben Saal ist mittlerweile die Tür zum Garten hin eingebaut worden, was nicht nur einen geeigneten Fluchtweg darstellt, sondern tatsächlich den Garten mit dem wichtigsten Raum im Haus verbindet. Holm Pinkert, seines Zeichens Architekt, der die Sanierungsarbeiten unter den strengen Auflagen des Denkmalschutzes für den Verein begleitet, zeigte sich sichtlich erfreut darüber, dass laut Plan in zwei Wochen der Gelbe Saal ein neues Dach erhalten wird.


Unter dem alten gab es gestern einen ganzen Nachmittag lang die Gelegenheit, in viertelstündigen Sequenzen verschiedenste tänzerische Ansätze zu verfolgen. Die Performerinnen, tatsächlich waren es abgesehen von Florian Mayer an der Violine ausschließlich Frauen, stellten Ausschnitte, Arbeitsstände und damit verschiedenste individuelle Handschriften nebeneinander. Diese seltene Gelegenheit, zum einen den Stand der Sanierungsarbeiten und zum anderen derart viele Künstlerinnen auf einmal erleben zu können, wird nur selten geboten. Entsprechend hoch war auch dieses Mal das Interesse unter den Gästen, was dazu geführt hat, dass, unter Beachtung gebotener Sicherheitsabstände, nicht immer jeder einen Platz gefunden hat. Dank mehrfacher Durchläufe war es aber problemlos möglich, jede der Arbeiten sehen zu können. Und solche kleinen Appetithappen machen auf jeden Fall Lust auf mehr.

Rico Stehfest / Fotos: André Wirsig




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