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Ab Montag, den 23. März um 00 Uhr, tritt in Sachsen eine weitere Verschärfung der Allgemeinverfügung in Kraft, nach der das Verlassen der eigenen Wohnung nur noch mit triftigem Grund möglich ist.

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Das Finale des sound of dresden 2015.
Wer rechtzeitig erschien oder das Glück hatte, nach Beginn noch Einlass zu finden, erlebte am 27. März 2015 einen wirklich außergewöhnlichen Abend in der Groove Station. Denn in musikalischer Hinsicht waren alle sechs Finalisten des bedeutendsten lokalen Music Contests bemerkenswert. Als Lotta Sleeps begann, war der Saal schon voll. Das aufmerksame Publikum registrierte deren Auftritt mit lang anhaltendem Beifall, eine Marke war also schon mal gesetzt. Dabei bot die Indiefolk-Band mit Hang zu Postrock- und Ambient-Eskapaden genügend Ecken und Kanten. Ihr mit Geige und Mandoline bereicherter Sound ist vielschichtig und eigensinnig, allenfalls der Gesang war ein wenig zurückhaltend, was ihnen aber nicht unbedingt zum Nachteil gereichte.
Ganz anders hingegen Piano Project. Deren stimmgewaltiger Frontmann tauchte bisweilen ab, um die Tasten seines tiefergelegten E-Pianos zu bedienen, während der langmähnige Gitarrist Ausflüge in Power-Metal-Gefilde unterahm und der Drummer kräftig auf die Tube drückte. Ihr Auftritt mit dem kurzfristig eingesprungenen Ersatz-Bassisten war äußerst kurzweilig, hinterließ bei Publikum und Jury allerdings so einige fragende Gesichter. Was war das denn jetzt? Green Day vs. Metal-Power vs. Piano-Elegie?
Paisley enterten danach die Bühne und waren sofort präsent. Die Dynamik und der Druck, den der Rock-Vierer mit seinen stürmisch-drängenden, orgiastischen Songs erzeugte, war so enorm, dass sich ein Großteil des Publikums davon mitreißen ließ. Bei »Changes« gar, einem extrem nach vorn gehenden Song, wurden erste Tänzer gesichtet.
Techno and the Homeless punkteten dann mit einem gestochen scharfen Bläserduo und einem richtig gut groovenden funky Sound, was unweigerlich zu rhythmischen Zuckungen verführte. Ausgelassen getanzt wurde trotzdem nicht, denn dafür war entweder die Musik der Band zu komplex oder die aufmerksamen Besucher zu cool.
Das jazzige Trio openwater wusste hingegen mit interessanten, vielschichtigen elektronischen Grooves und der Stimmgewalt ihrer Frontfrau Anja Schumann zu punkten. Ein pschedelisch-träumerischer Trip mit gelegentlichen Ausflügen auf den Mainstream-Dancefloor.
Der Schlusspunkt blieb den Votinggewinnern Chief in the Garden vorbehalten. Deren kleine, unprätentiöse Frontfrau Carina Müller erzeugte pures Gänsehautfeeling. Die ruhigen, unaufgeregten Indiefolk-Songs der Band kamen so gut beim Publikum an, dass die Band dafür mit lang anhaltendem Applaus und folgerichtig mit dem Publikumspreis belohnt wurde. Die Jury allerdings würdigte an erster Stelle Paisley, die insgesamt drei Preise einheimsten, Lotta Sleeps für deren mutig-eigenwilligen Sound, aber auch Chief in the Garden für ihren berührenden, authentischen Auftritt.

Zeit, um ein Fazit zu ziehen: JB Nutsch führte als Moderator souverän durch den Abend, zeigte sich (wie übrigens auch die Technik in der Groove Station) stets up-to-date und das auf unterhaltsam-unangestrengte Art. Allen Finalisten gemein war ein hohes musikalisches Niveau und das Bemühen um Originalität. Solch ein Finale auf qualitativ hohem Level hat es in der mittlerweile elfjährigen Geschichte des sound of dresden wohl noch nie gegeben. J. Nolting




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