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DRESDNER Interviews / O-ton!
Ich wähle die Band! – Ansa Sauermann im Interview zu seinem Auftritt mit Wanda in der Garde
Ansa Sauermann im Interview zu seinem Auftritt mit Wanda in der Garde
■ Der poetische Barmann und Singer/Songwriter aus Dresden hat im vergangenen Herbst sein Debütalbum »Weiße Liebe« veröffentlicht. Es ist reich angefüllt mit sturmgebrauster Sehnsucht, die ihr Heil in ungewöhnlicher und unerzwungener Sprache sucht. Man nimmt ihm leicht ab, was er singt, man hört das Herz, das dahinter steckt. Mit Wanda war Ansa Sauermann bereits auf Tour, im September eröffnet er nun den Konzertabend der fünf Wiener Rock‘n‘Roller in der Jungen Garde. DRESDNER-Autor René Seim hat sich anlässlich dessen mit Ansa unterhalten.

Dein erstes Album »Weiße Liebe« hatte einen langen Anlauf, bis es dann endlich auf den Markt kam. Wie zufrieden bist du mit der Zeit, die darauf folgte?

Ansa: Ziemlich zufrieden sogar! Wir waren auf Tour, sowohl in großen Hallen als Support, als auch als Headliner auf der Weiße-Liebe-Club-Tour. Das sind für mich die schönsten Momente. Dass das Album so lange gebraucht hat um endlich geboren zu werden, da es zweimal verschoben wurde, hatte für mich letztendlich ein paar weniger erfreuliche Begleiterscheinungen. Aber so ist das manchmal: nicht meckern, weitermachen.

Du schreibst ja bereits an neuen Songs. Wie muss man sich das genau vorstellen? Schreibst du alles allein und stellst dann deine Band vor vollendete Tatsachen, oder bringen sie auch Ideen mit ein?

Ansa: Das läuft mal so, mal so. Jetzt beim 2. Album schreibe ich meistens einen Song, gehe damit dann zu Gustav (meinem Keyboarder) und nehme mit ihm dann ein Demo auf. Wir versuchen das schon so fertig wie möglich vorzuproduzieren, inklusive aller Instrumente. Aber auch Adi hat Ideen, die dann mit in die Demos einfließen. Er hat sogar ein paar komplette Songs geschrieben, bei denen wir uns beide vorstellen können sie mit aufs Album zu packen. Allerdings ist da die Herausforderung, unser beider Vorstellungen unter einen Hut zu bringen.

Am 15. September spielst du wieder mit Wanda in Dresden. Verbindet euch mehr als eine Kollegenschaft im Business?

Ansa: Das kann man so sagen. Während meiner Zeit in Wien waren wir oft zusammen unterwegs, wobei ich Marco eher mehr im Studio getroffen habe und mit Manu mehr um die Häuser gezogen bin. Immer wenn wir uns jetzt wieder sehen, wie im Haus Auensee oder bald in der Jungen Garde, landen wir am Ende wieder in einem der Backstageräume, erzählen uns den neuesten Scheiß und lassen’s ordentlich krachen. Da stehen wir uns alle in nichts nach. Leider müssen die Wandas meistens schon 1 oder 2 Uhr weiter in die nächste Stadt. Wenn dann mal beide Haufen am nächsten Tag einen Offday haben, dann sollte man sich anschnallen und sich nichts für morgen vornehmen!

Du trittst auch hin und wieder solo auf. Worin liegt für dich der größere Reiz, die Zusammenarbeit mit der Band auf der Bühne, oder das Publikum alleine zu reißen?

Ansa: Ich bevorzuge ganz klar das große Besteck mit der Band. Es muss schon scheppern und ich liebe so hypnotischen Wiederholungen wie am Ende in der 8-Minuten-Liveversion von »So Weit«. Allein würde das so nie funktionieren. Trotzdem genieße ich es ab und an auch mal ruhiger, alleine und völlig unabhängig zu spielen. Da kann ich Tempo und Dynamik jederzeit verändern, etwas experimentieren, den Song voranpeitschen oder alles etwas fallen lassen. Müsste ich mich auf Gedeih und Verderb entscheiden, dann wähle ich die Band!
Besten Dank!

Ansa Sauermann & Band eröffnet das Konzert von Wanda am 15. September in der Jungen Garde; Mehr zum Künstler: http://ansasauermann.de/

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