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Aufgrund der geltenden Allgemeinverordnung in Sachsen zur Eindämmung der Ausbreitung des Corona-Virus können Veranstaltungen nur unter genehmigten Hygienekonzepten und Abstandsregeln stattfinden.

Für die veranstaltungsarme Zeit informieren wir euch über Online-Alternativen, besondere kulturelle Aktivitäten und Kulturmeinungen unter www.dresdner.nu/co19

Also, macht das Beste draus und bleibt gesund!


DRESDNER Interviews / O-ton!
Endlich wieder Live-Musik! – Ein Interview zur diesjährigen Ausgabe des DAVE-Festivals
Ein Interview zur diesjährigen Ausgabe des DAVE-Festivals
■ Seit 2014 gibt das DAVE-Festival Künstlern aus der elektronischen Musikszene eine Plattform und macht die vielfältige Clublandschaft in Dresden einem größeren Publikum zugänglich. DRESDNER-Autor Gregor Hens trifft Philipp Demankowski vom DAVE-Team im Home Office in der Johannstadt. Auf seinem Balkon redet er bei Kippe und Kaffe über das 7. DAVE-Festival.

Die Hygieneauflagen machen Feiern in Clubs quasi unmöglich. Ihr macht also ein Festival für Club-Kultur ohne Parties?

Philipp Demankowski: Wir können ja nicht anders planen! Es gab eine lange Diskussion, ob wir es überhaupt stattfinden lassen. Nachdem wir Mitte Juli eine Förderzusage bekommen haben, haben wir uns dazu entschlossen, es durchzuziehen – als verkürzte Variante, mit 6 statt 10 Tagen. Außerdem besteht das DAVE ja nicht nur aus Parties, sondern auch auch Workshops, Diskussionen und Konzerten.

Unter anderem soll es einen Live-Stream des Festivals geben?

Philipp Demankowski: Da, wo es geht, soll gestreamt werden. Bei Diskussionen bietet sich das ja an. Das Ganze wird so ein bisschen DIY-mäßig laufen. Es soll wie ein Fernsehsender funktionieren, mit eigenen redaktionellen Beiträgen zwischen den Veranstaltungen. Es soll auch eine Mediathek geben, wo man sich die Veranstaltungen im Nachhinein anschauen kann. Alles For Free, auch ohne Festival-Ticket. Ein Highlight des DAVE-TV wird auf jeden Fall das »Slot Fighter«-Event im Sektor.

Man bekommt den Eindruck als hätte dieses Festival den Zweck die nächste Generation der Szene schulen … ?

Philipp Demankowski: Nachwuchsförderung gehört schon seit dem ersten Festival dazu. Wir hatten ja immer schon Workshops dabei, die das Ziel hatten, mit der Musik und wie man sie produziert, bekannt zu machen. Außerdem gibt es Diskussionen, wie man mit Corona umgehen soll. Es wird wohl niemand gerade jetzt auf die Idee kommen einen Club zu gründen, aber es ist sicher hilfreich Alternativen aufzuzeigen und Erfahrungen aus der Krise mitzunehmen.

Wie wird denn die Klubkultur gerade geschützt und von wem?

Philipp Demankowski: Na ja, es gibt Förderprogramme vom Freistaat Sachsen. Es gab auch die Crowdfunding-Aktion vom Klubnetz, die direkt nach dem Lockdown ziemlich erfolgreich war, aber im Endeffekt doch nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Die Einnahmen fehlen den Klubs, aber Miete bezahlen müssen sie ja trotzdem. Wir wollen mit dem DAVE darauf hinweisen, wie wichtig und schützenswert eine funktionierende Klubkultur für Dresden ist. Einerseits als Space für Kreative, andererseits aber auch als Tourismus-Ziel oder Anreiz nach Dresden zu ziehen, besonders für junge Leute und Studenten. Man braucht eben auch ein Lebensumfeld, in dem es sich zu leben lohnt.

Das diesjährige Motto lautet »Synthesize It«. Thema ist auch die Demokratisierung der Musik durch elektronische Instrumente. Wie könnte denn zum Beispiel ich auf dem DAVE lernen, elektronische Musik zu machen?

Philipp Demankowski: Du kannst bei unseren Workshops lernen, wie man mit so einem Synthesizer, der Ursuppe der elektronischen Musik, umgeht, oder wie man auflegt. (Anm. Der Redaktion: Es gibt auch einen Workshop extra für Leute aus der LGBTIQ-Community.) Im Rahmen der DAVE-Con kann man sich mit erfahrenen Leuten der Szene austauschen. Da gibt es viele, die jungen Produzenten Tipps geben können, außerdem kann man seine Musik auf der Anlage des oka, die wirklich zu den Besten gehört, hören und testen wie das so klingt.
Man kann auch seinen eigenen, kleinen Synthesizer bauen, den DAVE-Synthesizer! Damit kann man schon Töne machen und auf Knöpfen herumdrücken. Selbst Instrumente zu bauen gehört eben auch dazu. Außerdem steht der Synthesizer für die Verbindung der Gegensätze. Wir wollen auch Hoch- und Subkultur miteinander ins Gespräch bringen. Dafür stehen auch unsere Konzerte in der Kirche.

Worauf freust du dich dieses Jahr am meisten?

Philipp Demankowski: Auf jeden Fall auf die großen »Beyond the Club«-Konzerte. In der Kirche ist das immer ein Erlebnis. Dieses Jahr haben nicht nur ein Konzert, sondern gleich drei im Programm. Endlich wieder Live-Musik!
Vielen Dank für das Interview!

Das DAVE-Festival findet vom 23. bis 28. Oktober 2020 in diversen Locations statt; Programm s. timer bzw. www.dave-festival.de

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