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DRESDNER Interviews / O-ton!
Barfuß die Vibrationen wahrnehmen – Mit zahlreichen Innovationen kehrt das Drum & Bass Festival zurück
Mit zahlreichen Innovationen kehrt das Drum & Bass Festival zurück
■ Unter neuer Leitung und mit einigen Neuerungen im Programm findet vom 20. bis zum 22. September das 13. Dresdner Drum & Bass Festival statt. DRESDNER-Autor Martin Schüler sprach mit Karoline Müller, die erstmalig gemeinsam mit Philip Brehmer das Festival leitet.

Was unterscheidet das Drum & Bass Festival von herkömmlichen Festivals?

Karoline Müller: Der Kerngedanke ist, einen Input für Bassisten und Schlagzeuger herzustellen. Deswegen sind die Basis die Workshops, die von den jeweiligen Künstlerinnen und Künstlern gehalten werden. Um einen Festival-Charakter zu schaffen, wird das Ganze dann angereichert mit Konzerten und Kinderprogrammen, weil wir hoffen, dass auch Familien kommen.

Der Bass hat in der klassischen Bandbesetzung einen eher stiefmütterlichen Ruf. Nun bis du erst neu dabei, aber war das ein Grund, das Festival zu gründen?

Karoline Müller: Definitiv. Vor 13 Jahren, als Robert Eisfeldt und Matthias Barthel das Festival gestartet haben, war der Grundgedanke, erst einmal den Fokus auf das Schlagzeug zu legen. Bis sie sich irgendwann fragten: Wo sind denn eigentlich die Basser vertreten? Und somit entstand die Idee, die Rhythmusgruppe als den Part einer Band, der sonst ein Schattendasein fristet, in den Vordergrund zu rücken.

Wo wird auf Bewährtes zurückgegriffen und welche Neuerungen gibt es in diesem Jahr?

Karoline Müller: Seit mehreren Jahren werden die Veranstaltungen in der Scheune, in Katy’s Garage und in der GrooveStation ausgetragen. Weil die Scheune aber in zwei Jahren renoviert wird, schauen wir uns auch bereits nach neuen Locations um. Außerdem haben wir das Festival auf drei Tage ausgeweitet, weil Philip und ich zu dem Schluss gekommen sind, dass es in den vergangenen Jahren zu viel Input, zu viele Möglichkeiten an einem Tag gab, die man ausschöpfen konnte. Desweiteren wird eine Talk-Runde stattfinden: Da sich in diesem Jahr der Mauerfall zum 30. Mal jährt, wollen wir den Wandel der Musikindustrie, aber auch das Künstlerdasein in der Branche beleuchten. Ein interessanter Aspekt, der dabei eine Rolle spielt: In der DDR durfte der Künstler meist nur hinter vorgehaltener Hand arbeiten, heute ist es durch Social Media viel einfacher geworden, tätig zu werden. Eine weitere Neuerung ist, dass wir das Thema Barrierefreiheit in den Vordergrund rücken wollen, beispielsweise für Gehörlose. Klingt verrückt, aber wir arbeiten dabei mit dem Verband der Gehörlosen zusammen – und die waren ganz begeistert. Mit Hilfe von Luftballons oder Barfuß-Laufen können auch Gehörlose Vibrationen wahrnehmen und an der Musik beteiligt werden.

Welchen Programmpunkt kannst du den Lesern besonders empfehlen?

Karoline Müller: Es gibt einen Wahnsinns-Multi-Instrumentalisten namens Nate Wood (Foto, Anm. d. Red.), der Bass, Schlagzeug, Synths spielt und dabei noch singt. Das wird mit Sicherheit sehr spannend werden! Ein weiteres Highlight wird die Festival-Party am Samstag, auf der alle Musiker und Festival-Besucher zusammenkommen und feiern. Für Familien ist sicherlich Uli Moritz empfehlenswert, der Body Percussion betreibt (Anm. d. Red.: Klangerzeugung mit dem eigenen Körper). Im Workshop können dann Kinder wie auch Erwachsene lernen, was der eigene Körper eigentlich an Rhythmus produzieren kann. Zudem wird es am Freitagabend eine After-Jam-Party geben. Dafür stellen wir ein Schlagzeug und einen Bass zur Verfügung und schauen einfach, was passiert.
Vielen Dank für das Gespräch!

13. Dresdner Drum & Bass Festival vom 20. bis 22. September in Scheune, GrooveStation und Katy’s Garage, mehr Infos und Tickets unter www.dresdner-drum-bass-festival.de

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