Haushalt 2021/2022: Euer Ernst? Unser Einwand!

Protestaktion vor dem Rathaus

Foto: Gregor Hens

Am Dienstag, den 13. Oktober versammelten sich ca. 50 Vertreterinnen und Vertreter aus dem Jugend-, Kultur- und Gleichstellungsbereich vor dem Rathaus, um gegen die geplanten Kürzungen der Landeshauptstadt Dresden im Kultur- sowie Gleichstellungs-, Kinder- und Jugendbereich Einspruch zu erheben. Gabriele Sieg vom sowieso* Frauen für Frauen e. V. : »Mühsam seit den 90er Jahren errichtete Strukturen für Frauen und z.B. die LGBTQ-Community stehen in Gefahr nicht mal mehr ihre Mieten bezahlen zu können. Diese Strukturen werden durch den Haushaltsplan, sofern er weitere Kürzungen nach denen von 2019 beinhaltet, aufs Spiel gesetzt.«

Einwände gegen den Haushaltsentwurf sind noch bis 14. Oktober online möglich: https://www.dresden.de/de/rathaus/aktuelles/haushalt/aktuell/140-einwendungen-zum-haushaltsplan.php

Kunst trotzt Corona geht in die zweite Runde

„Kunst trotzt Corona“ geht in die zweite Förderrunde! Ab dem 7. Oktober können Dresdner Crowdfundingprojekte über die Plattform startnext über den Kunst-trotzt-Corona-Matchingfonds Zuschüsse für ihre Vorhaben erhalten. Verdoppelt wird dabei jeder über die Crowd eingeworbene Euro (1:1 Prinzip). Pro Projekt werden dabei max. 2.500 Euro bezuschusst.

Das Programm richtet sich an Dresdner Kulturbetriebe und die Kultur- und Kreativwirtschaft und ermöglicht es, Projekte und Veranstaltungen trotz der durch Corona entstehenden finanziellen Mehraufwände umzusetzen. Dafür stehen insgesamt 225.000 Euro zur Verfügung, von denen nun in der 2. Förderrunde 45.000 Euro in einem Startnext-Machtingfonds bereitgestellt werden.

Näheres unter wirgestaltendresden.de

Der Himmel über Prohlis – Die Doku

In dem Projekt „Zuhause in Prohlis“ begegneten die Dresdner Sinfoniker am 12. September 2020 den Herausforderungen der Corona-Pandemie mit einem bislang beispiellosen Konzert: Zahlreiche Alphörner und Blechblasinstrumente spielten von den höchsten Dächern Dresdens und verwandeln den Stadtteil Prohlis in einen urbanen Konzertsaal. Das Publikum konnte sich frei im Stadtteil bewegen oder saß auf dem eigenen Balkon quasi in der Loge.

Jetzt gibt es die Kurzdoku zum Ereignis. Die Veröffentlichung des gesamten Konzertmitschnittes und einer Behind the Scenes Doku erfolgt am 28. Oktober 2020 online und auf Sachsen Fernsehen.

Großveranstaltungen mit mehr als 1.000 Personen ab sofort untersagt

Dresden, 9. Oktober. Alle Groß- und Sportveranstaltungen in Dresden mit einer Besucherzahl von mehr als 1.000 Personen – darunter auch Veranstaltungen und Einrichtungen mit genehmigten Hygienekonzepten wie Bäderbetriebe, Sportwettkämpfe mit Publikum, Volksfeste, Jahrmärkte, Messen und Konferenzen sowie Theater-, Kino- und Konzertveranstaltungen – sind ab sofort ohne weitere behördliche Entscheidung untersagt. Grund des Erlasses: Die innerhalb der letzten sieben Tage auf 26 gestiegene Zahl der Corona-Infizierten pro 100.000 Einwohner. Damit steht die Corona-Ampel auf Gelb.

Das Verbot tritt automatisch ein und gilt solange, bis die Anzahl der Coronavirus-Neuinfektionen die Schwelle von 20 pro 100.000 Einwohner während mehr als sieben Tagen unterschritten hat. Das Verbot gilt nach derzeitigem Stand mindestens bis zum Ablauf des 16. Oktober 2020. Genehmigte Veranstaltungen, die die Besucherzahl auf bis zu 1.000 Personen beschränken, dürfen stattfinden.

Freie Träger im Kulturbereich fordern: Dresdner Gemeinwohl fair finanzieren!

Wie wird es ab 2021 um den sozialen Frieden und den Ruf Dresdens bestellt sein, wenn tausende von wöchentlichen Kurs- und Unterhaltungsangeboten nicht mehr existieren? Wenn die Stadtteile nicht mehr mit Musik, Clubkultur, Literatur, Bildender Kunst, Theater, Film und Erinnerungskultur bespielt werden? Oder wenn Feste und Festivals, auf die man sich das ganze Jahr gefreut hat, nicht mehr stattfinden?

Akteure des Netzwerk Kultur Dresden

Im Doppelhaushalt 2021/2022 der Stadt Dresden sind aktuell Einschnitte von 12 % für die Kultur und ihre Institutionen geplant. Für die Kulturbetriebe der Freien Szene, die ohnehin unter prekären Verhältnissen arbeiten und schon während des Corona-Lockdowns erhebliche Einnahmeverluste verzeichnen mussten, birgt die drohende Kürzung schwere bis existenzielle Risiken. Für viele Einrichtungen bedeutet dies den Verlust von Personalstellen, Künstlerhonoraren und Arbeitsstrukturen, einhergehend mit Einschränkungen im Programm und Kursangebot. Auch die Möglichkeit, das eigene Haus krisenfest und zukunftsfähig weiterzuentwickeln, eigene Einnahmen und Drittmittel zu generieren, wird mit den Kürzungen zerschlagen.

Die Einschnitte haben auf lange Sicht jedoch nicht nur die betroffenen Einrichtungen und Mitarbeiter zu tragen. Ein reichhaltiges kulturelles Angebot trägt zur Außenwirkung und Lebensqualität einer Stadt bei. Neben Touristen, die wiederum zusätzliche Umsätze in Betrieben der Gastronomie und Hotellerie generieren, ist es besonders jungen, qualifizierten Menschen bei der Wahl des Wohnortes immer wichtiger, welche kulturelle Vielfalt eine Stadt zu bieten hat. Darüber hinaus sind es zumeist Einrichtungen der freien Szene, die für junge Leute einen wichtigen Schutz-, Erlebnis- und Erfahrungsraum darstellen. All diese Möglichkeiten des Sich-Auslebens und Sich-Ausprobierens tragen positiv zum sozialen Klima einer Stadt bei und sind durch die Kürzungen bedroht. Deshalb fordert das Netzwerk Kultur: Kulturelle Obdachlosigkeit verhindern!

PS: Über die Auswirkungen der geplanten Kürzungen im neuen Doppelhaushalt für die Freie Szene in Dresden informierten am 23. September 2020 Sprecherinnen und Sprecher des Netzwerks Kultur Dresden im Rahmen einer Pressekonferenz im Erich Kästner Haus für Literatur. Für den 27. September lädt des Bündnis #WOD und das Netzwerk Kultur Dresden um 11 Uhr zur Matinee ins Schauspielhaus, um Perspektiven für die Zukunft der Kultur in Dresden zu diskutieren (Aufgrund begrenzter Platzzahl Anmeldung erforderlich).

Mikro Saloppe SeifenKistenRennen: Neuauflage nicht ausgeschlossen

Foto: © 2020 Michael Schmidt – www.schmidt.fm

Gelungene Premiere der Spezialauflage des traditionsreichen Saloppe SeifenKistenRennens: Am 13. September begaben sich tollkühne Männer und Frauen mit ihren mobilen Kisten an den einstigen Höllenhang der Dresdner Saloppe. Im Vergleich zu den vergangenen Auflagen des beliebten Events gab es in diesem Jahr eine grundsätzliche Änderung: Coronabedingt traten die SeifenKistenTeams mit Mikro-Seifenkisten in einer 45 Meter langen Modell-Strecke gegeneinander an. Die Seifenkisten durften dabei eine Größe von 10 Zentimeter Breite, 25 Zentimeter Länge und 20 Zentimeter Höhe nicht überschreiten und maximal 1,5 Kilogramm wiegen.

Nach zwei Durchläufen sicherte sich das Team Waterloo Wild Pandemic Wastecats aka “I can get no desinfection” Racing Team feat. Ivan the Virus mit der Zeit von 1:05 Minuten den Sieg vor „Gare de la Lune Lulatsch“ (1:11 Minuten) und „Karambolager Aladdin“ (1:21 Minuten).

2021 soll das Saloppe SeifenKistenRennen am Wochenende des 11. September über die Bühne gehen. Die Anmeldung ist ab sofort bei saloppe.de/seifenkistenrennen möglich. 

Ab 1. September gilt neue Corona-Schutz-Verordnung in Sachsen

 Es gelten weiterhin die drei wesentlichen Grundlagen zur Verhinderung von Infektionen: Kontaktbeschränkungen, Abstandsgebot von 1,50 Metern im öffentlichen Raum sowie die Pflicht zur Mund-Nase-Bedeckung in öffentlichen Verkehrsmitteln, Geschäften und Läden. Ein Verstoß gegen die Maskenpflicht wird künftig mit einem Bußgeld in Höhe von 60 Euro geahndet. 

Die wichtigste Neuerung: Weihnachtsmärkte werden wie Jahrmärkte und Volksfeste mit einem genehmigten Hygienekonzept erlaubt. Großveranstaltungen und Sportveranstaltungen mit mehr als 1.000 Besuchern dürfen stattfinden, sofern eine datenschutzkonforme und datensparsame Kontaktverfolgung möglich ist und ein genehmigtes, auf die Veranstaltungsart bezogenes Hygienekonzept vorliegt.

Betretungsverbot und Informationspflicht gelten für:

  • nachweislichCorona-Infizierte
  • Personen mit mindestens einem Symptom (Fieber, Husten, Durchfall, Erbrechen, allgemeines Krankheitsgefühl)
  • Personen, die sich in den vergangenen 14 Tagen in Risikogebieten aufgehalten haben
  • Personen, die in den vergangenen 14 Tagen Kontakt zu Infizierten hatten

Die Verordnung ist im Wortlaut hier nachzulesen: https://www.coronavirus.sachsen.de/download/SMS-Corona-Schutz-Verordnung-2020-08-25.pdf

Kunstwerke beim Crowdfunding erstehen

OSTRALE – Zentrum für zeitgenössische Kunst – wirbt bei startnext.com um kleine und große Sponsoren

Die Corona-Krise hat die OSTRALE mitten in der Wiedergeburt getroffen: Anfang des Jahres hatte das Team gerade mit dem Umzug an den neuen Standort in der Rethelstraße in Dresden-Übigau begonnen. Genau da hat die Corona-Krise einige Unsicherheiten gebracht: Private Sponsoren fielen aus, Programme (wie u. a. die Gestaltung von Ausstellungen zeitgenössischer Kunst im Rahmen der Europäischen Kulturhauptstadt Rijeka 2020) mussten drastisch verkleinert werden oder fielen aus und die öffentliche Förderung droht zu sinken. Hilfe ist nötig, soll dazu dienen, den Aufbau des neuen Standortes abzuschließen und die Vorbereitung der OSTRALE Biennale 2021 weiterführen zu können.

„Mit dem durch Crowdfunding erzielten Geld wollen wir unsere Ausstellungswerkstätten, Depots, Büros und vor allem unseren öffentlichen Veranstaltungsraum bis zum Ende der Shutdown-Zeit barrierefrei, voll funktionsfähig und nach den neuen Hygienemaßnahmen öffnen können. Dadurch wäre es uns wieder möglich, Besucher mit spannenden und qualitativ hochwertigen Programmen zu empfangen. So wollen wir die Kulturstadt Dresden weiterhin durch zeitgenössische Kunst bereichern und wichtige Impulse in den gesellschaftlichen Diskurs einbringen.“ so Direktorin Andrea Hilger.

Zur Kampagne: https://www.startnext.com/ostrale-dresden-neuer-kunstort

Kunst trotzt Corona

In der 1. Runde vergibt die Jury 150.350 Euro an die Dresdner Kultur- und Kreativwirtschaft

Im Rahmen des Projektes „Kunst trotzt Corona“, das mit den Mitteln der Landeshauptstadt Dresden lokale Kreative mit insgesamt 500.000 Euro unterstützt (davon 50.000 für Kleinprojekte), stehen nun die ersten Geförderten fest: 26 der insgesamt 78 förderfähigen Bewerbungen können mit einer Summe von 150.350 Euro unterstützt werden. Die Anträge markieren dabei einen Fehlbedarf von ca. 760.000 Euro in den geplanten Projekten und Veranstaltungen.

Mit dem Projekt will Dresden ein Zeichen für Kultur als wichtiges Medium für gesellschaftlichen Zusammenhalt in der Krise setzen. In diesem Jahr mussten sowohl Veranstalter wie Kulturschaffende als auch das Publikum umdenken und sich neu orientieren. Mit den durch den Stadtrat beschlossenen Zusatzmitteln werden in einem ersten Schritt Unternehmen der Kultur- und Kreativwirtschaft sowie Kulturvereine direkt bezuschusst. Gefördert werden dabei sowohl Veranstaltungen, die bisher nicht stattfinden konnten als auch neue Projekte, die aufgrund der Corona-Verordnung und Auflagen einen Mehrbedarf in ihrer Finanzierung aufweisen.

„Die Höchstsummen der Förderung betragen im Einzelfall bis zu 10.000 Euro. Davon konnten vor allem die größeren Spielstätten und Eventreihen profitieren, die massive Umsatzeinbußen durch Corona erlitten haben.“, so WGD-Vorständin Anika Jankowski.

Über die Bewerbungen entschied eine Jury von sechs Experten, die sich aus Vertretern des Kulturamtes und der Wirtschaftsförderung Dresden sowie des Branchenverbandes Wir gestalten Dresden zusammensetzte.

In Kürze wird es dann die Möglichkeit geben, in einer zweiten Förderrunde, Mittel für Projekte über die Crowdfunding-Plattform startnext zu generieren. Hierbei wird jeder Euro, der im Rahmen einer Kunst-trotzt-Corona-Crowdfunding-Kampagne eingeworben wird, verdoppelt werden. Mehr Informationen dazu werden demnächst folgen.

Die Liste der Geförderten:

 – Sommertheater Dresden, Förderverein Kammerspiele Dresden und Sommertheater Dresden e.V. (www.sommertheater-dresden.de)
– Konzerte im Park/ Palais Sommer, Palais Sommer Festival GmbH (www.palaissommer.de)
– Dresdner Comedy & Theater Club (www.comedytheaterclub-dresden.de)
– Carte Blanche Theater GmbH
– Boulevardtheater Dresden, TW.O GmbH (www.boulevardtheater.de)
– Junge Garde Dresden, Bernd Aust Kulturmanagement GmbH (www.junge-garde.com)
– Puppen- und Pantomimetheater, AUGUST Theater Dresden e.V. (www.august-theater.de) 

Herbstkonzert der Banda Internationale, Banda Internationale (www.bandacomunale.de)
LA STRADA – Saloppe StraßenmusikFestival 2020 Corona Edition, Saloppe (www.saloppe.de)
Clubgarten, Objekt klein a UG (www.objektkleina.com)
Konzertreihe, GrooveStation (www.groovestation.de)
Tagesprogramm, SektorEvolution (www.sektor-evolution.de)
–  Cello & Co Wohnzimmerkonzerte, Juliane Gilbert
Geschichten übern Gartenzaun, Kathrin Gennies (Kaddi Cutz, www.kaddicutz.de)
Doppelkonzert und Releasekonzert, Sunset Mission / Oh my music management UG (www.sunsetmission.de)
Konzert und Live-Performances im öffentlichen Raum, Mea Mara Entertainment (www.meamaraentertainment.com)
Musik auf Rädern, tristan Production Management Event UG (www.tristan.agency)
Closed Club, Palais Palett e.V. (www.palaispalett.de)
Fahrradtouren mit Aufführungen, Konzert & Lesung, Morning glory concerts e.V. (www.morning-glory-concerts.com)
RauschKörper, Michaela Mehl (www.getanztes.de)
Transitraum, missingdots e.V. (www.missingdots.de)
Premiere Filmprojekt ‚Effata’, 3. Etage Filmproduktion GbR (www.dritte-etage-film.de)
Bits&Pieces Market, Blossom Out (www.facebook.com/bitsandpiecesmarket/)
20. SaloppeSeifenkistenRennen – PANDEMICRennen, Waterloo Produktion GmbH & Co. KG (www.saloppe.de/seifenkistenrennen)
UTM Beergarden, FRIMAR Solutions GbR
Freilichtausstellung, Galerie & Kunsthandlung „ART-ICALS“ (www.art-icals.com)

Antragsstart für Denkzeit-Stipendien

Ab 15. Juli können sich freiberuflich tätige Kunst- und Kulturschaffende um ein Denkzeit-Stipendium bei der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen bewerben. Die Stipendien sind mit je 2.000 Euro dotiert und sollen in der gegenwärtigen Corona-Pandemie dabei unterstützen, zukunftsweisende Konzepte und Formate zu entwickeln. Insgesamt stehen für das Programm 5 Millionen Euro zur Verfügung.

Antragsberechtigt sind neben freiberuflich tätigen Künstlerinnen und Künstlern erstmalig auch freiberuflich tätige Kulturbeschäftigte wie Kulturmanager, Kuratoren, Musikproduzenten, Dramaturgen, Designer, Maskenbildner, Illustratoren, Übersetzer, Lektoren, Musik-, Kunst-, und Theaterpädagogen sowie vergleichbare freiberuflich tätige Kulturproduzenten.

Obacht! Antragstellerinnen und Antragsteller, die bereits in der ersten Programmphase zwischen 23. April und 26. Mai 2020 einen Antrag eingereicht haben, aber aufgrund der frühzeitigen Überzeichnung des Programmes noch keine Benachrichtigung erhalten hatten, brauchen keinen neuen Antrag stellen. Diese Anträge werden automatisch in das aktuelle Förderverfahren überführt. Personen, die in diesem Jahr bereits ein Denkzeit-Stipendium erhalten haben, sind nicht antragsberechtigt.

Weitere Informationen: http://www.kdfs.de/foerderung/programme/denkzeit/