#nurmitKultur

Positionspapier der Freien Kultur- und Kreativszene Sachsens zur Bundesnotbremse veröffentlicht

Das Landesnetzwerk LISA – Live Initiative Sachsen, die Leipziger Club- und Kulturstiftung, das Kulturbündnis „Hand in Hand“ Chemnitz, das KLUBNETZ Dresden, der Runde Tisch Leipziger Spielstätten, das vak – Initiative Leipziger Veranstaltungskollektive, sowie das Bündnis #DASistLEIPZIG und die darin organisierten Vereine LiveKommbinat Leipzig e.V., die Initiative Leipzig + Kultur e. V. sowie das Branchennetzwerk Kreatives Leipzig e.V. sehen den aktuellen Entwurf der Bundesregierung zur Novelle des Infektionsschutzgesetzes als einen folgenschweren Schritt in die falsche Richtung. Die Initiativen und Vereine der freien Kultur- und Kreativszene fordern daher die Öffnung für regionale Modellprojekte im Kulturbereich und für Kulturveranstaltungen unter freiem Himmel (Open-Airs) bei Einhaltung von genehmigten Hygienekonzepten.

„Die Tatsache, dass sich Menschen mit den steigenden Temperaturen draußen unkontrolliert und unkontrollierbar versammeln, ist in den Maßnahmen der Pandemiebekämpfung zwingend zu berücksichtigen.“, heißt es u. a. in dem Papier. Reglementierte und unter maximalen Schutzvorkehrungen stattfindende Kulturangebote und Veranstaltungen seien hierbei nicht als das Problem zu betrachten, sondern als „essentieller Teil der Lösung.“ Die Erfahrungen, die 2020 mit kontrollierten und funktionierenden Hygienekonzepten gemacht wurden, wiesen nach, dass Open Airs mit zusätzlichen Testungen realisierbar sind, ohne ein erhöhtes Infektionsrisiko dazustellen. Abgesicherte Veranstaltungen, so heißt es weiter, „sind ein wesentlicher Baustein zur weitgehenden Verhinderung von illegalen Zusammenkünften und Partys in privaten Innenräumen, die von der Wissenschaft als wesentliche Pandemietreiber identifiziert wurden.“ Da das Infektionsrisiko unter freiem Himmel wissenschaftlich seitens der Gesellschaft für Aerosolforschung als sehr gering eingestuft wurde, müssten die politischen Maßnahmen primär darauf abzielen, „das soziale Leben unter freiem Himmel zu ermöglichen.“

Das Positionspapier im Wortlaut: https://klubnetzdresden.de/wp-content/uploads/2021/04/Positionspapier_Saechsische-Kultur-und-Kreativszene_zum_Gesetzentwurf_Infektionsschut_21-04-21.pdf

Landesverbände starten gemeinsames Modellprojekt

Die Landesverbände der Freien Darstellenden Künste in Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen starten erstmalig ein gemeinsames Kooperationsprojekt, finanziert durch die #TakeNote-Förderung im Bundesprogramm „Neustart Kultur“, um eine Sichtbarkeit der Freien Szenen Ostdeutschlands zu erzeugen und neue Möglichkeiten der Zusammenarbeit der Kunstschaffenden zu entwickeln.

Mithilfe dieser Unterstützung werden die Landesverbände die überregionale Zusammenarbeit beleben und die Vernetzung zwischen Künstlern, Spielstätten und den Verbänden über die eigenen Landesgrenzen hinaus verstetigen. Ebenso sollen neben dem fachlichen Austausch im Rahmen der Kooperation auch Netzwerke der Freien Darstellenden Künste in den ländlichen Regionen gestärkt werden. Einen ersten Aufschlag bildet die Konferenz der Visionen, die im September 2021 stattfinden wird. Im Rahmen dieser Konferenz werden in Werkstattgesprächen Bedarfe und Bedürfnisse an ein Gastspielnetzwerk mit Fokus aufs Produzieren erarbeitet.

“Es geht um die Entwicklung zukunftsfähiger nachhaltiger Produktionsstrukturen und eine größtmögliche Resonanz für Kunstschaffende und Rezipient*innen. Es ist uns ein besonderes Anliegen mit dem Projekt, Mitteldeutschland als Ort produktiver, interdisziplinärer, professioneller wie auch vielfältiger freier Kunstproduktionen sichtbarer zu machen, denn die Freien Darstellenden Künste sind eine wesentliche Säule der Theaterlandschaften in den beteiligten Bundesländern.” resümiert Anne-Cathrin Lessel, Vorstandsmitglied im Landesverband der Freien Theater in Sachsen. Das Modellprojekt ist der Kick Off für das Vorhaben: Gründung des mitteldeutschen Spielstättenverbundes.
Mehr dazu unter freie-theater-sachsen.de

Testzentrum im Theater

Am 23. April öffnet ein Corona-Testzentrum im Deutsch-Sorbischen Volkstheater Bautzen.
Termine für Testungen stehen freitags bis sonntags sowie nach Vereinbarung zur Verfügung. Das Testzentrum sollte die Grundlage für ein Modellprojekt mit Kultur- und Freizeitangeboten in Bautzen sein. Ein diesbezüglicher Antrag wird gegenwärtig in den zuständigen Ministerien in Dresden bearbeitet. In der Sozietät auf der Bauerngasse (Zugang über den Hof) können sich alle kostenlos auf Corona testen lassen (bitte unbedingt Chipkarte der Krankenkasse mitbringen!). Mit der App Schnelltest.click ist das Testergebnis einfach und schnell abrufbar.

Das Testzentrum ist Fr von 17.30 bis 20 Uhr sowie Sa und So von 15 bis 20 Uhr
geöffnet.
Terminvergabe unter etermin.net

Kurswechsel bei Corona-Maßnahmen gefordert

Führende deutsche Aerosolforscher fordern von der Politik einen Kurswechsel bei den Maßnahmen zur Eindämmung von Corona. „Wenn wir die Pandemie in den Griff bekommen wollen, müssen wir die Menschen sensibilisieren, dass drinnen die Gefahr lauert“, heißt es in einem Brief an die Bundesregierung und an die Landesregierungen. Dabei gilt es als sicher, dass sich das Coronavirus vor allem über die Luft verbreitet. Das kann über die Tröpfchen geschehen, die beim Husten und Niesen entstehen und beim Gegenüber über die Schleimhäute aufgenommen werden. Oder über Aerosole, Gemische aus festen oder flüssigen Schwebeteilchen in der Luft, die Sars-CoV-2-Partikel enthalten.

 „Leider werden bis heute wesentliche Erkenntnisse unserer Forschungsarbeit nicht in praktisches Handeln übersetzt“, kritisieren die Verfasser. In Wohnungen, Büros, Klassenräumen, Wohnanlagen und Betreuungseinrichtungen müssten Maßnahmen ergriffen werden. Sars-CoV-2-Erreger würden fast ausnahmslos in Innenräumen übertragen. Im Freien sei das äußerst selten, im Promille-Bereich. Hierauf sollten die begrenzten Ressourcen nicht verschwendet werden, heißt es in dem Brief. 

Statt geplanter nächtlicher Ausgangssperren empfehlen die Autoren des Briefes Maßnahmen, wie etwa Treffen in Innenräumen so kurz wie möglich zu gestalten, mit häufigem Stoß- oder Querlüften Bedingungen wie im Freien zu schaffen, effektive Masken in Innenräumen zu tragen und Raumluftreiniger und Filter überall dort zu installieren, wo Menschen sich länger in geschlossenen Räumen aufhalten müssen. In großen Hallen und Räumen ist die Ansteckungsgefahr viel geringer als in kleinen Versammlungsräumen. Wenn man also wieder Theater und Konzerte stattfinden lassen will, sollte das in großen gut gelüfteten Hallen stattfinden oder wenn möglich ins Freie ausgewichen werden. Die Kombination dieser Maßnahmen führe zum Erfolg.

 „Wird das entsprechend kommuniziert, gewinnen damit die Menschen in dieser schweren Zeit zugleich ein Stück ihrer Bewegungsfreiheit zurück.“ Zu den Unterzeichnern zählen der Präsident der Gesellschaft für Aerosolforschung, Christof Asbach, Generalsekretärin Birgit Wehner und der frühere Präsident der Internationalen Gesellschaft für Aerosole in der Medizin, Gerhard Scheuch.

Testpol – erste Zahlen und erweiterte Öffnungszeiten

Im Bild: Tester Oskar, Copyright: Morning Glory Concerts

Mit Hilfe von Tests erhoffen sich u. a. Morning Glory Concerts, Ostpol und Dynamite Konzerte eine Rückkehr zum kulturellen Spielbetrieb. Im Zuge dessen, haben sie sich zusammengetan, um euch zu testen und dies möglichst lange kostenlos. Die zertifizierten Testerinnen und Tester bekommen einen normalen Stundenlohn und nach Abzug der Kosten für die Tests sowie das Material, wandert jeder weitere Euro zurück in kulturelle Veranstaltungen der Zukunft. Ihr tut also damit in doppelter Hinsicht etwas Gutes. Natürlich geschieht dies alles nach geltenden hygienischen Standards und in Abstimmung mit den Behörden, sowie unter Einhaltung der Datenschutzrichtlinien. Über 2.500 Tests wurden bereits seit Eröffnung des Testzentrums mit dem Popeltest von Abbott (Jena) im Ostpol durchgeführt und 3.500 Euro Spenden eingesammelt. Ein motiviertes Team freut sich auf euch. Terminvergabe über: test-pol.de

Öffnungszeiten Phase 4: 12. bis 18.4.21, Mo-So 10 bis 14 Uhr sowie Mo-Fr 17 bis 20 Uhr. Die Tests sind kostenlos, aber ihr könnt gern auch SOLIDARITÄsTen. Diese Tests kosten 5 Euro, können vor Ort einem Soziokulturellem oder Hilfsprojekt zugeordnet werden, oder in einen Coupon für die Ostpolbar im Wert von 6 Euro, sobald diese wieder offen hat, getauscht werden.

Ab 6. April wieder gelockerte Corona-Regeln in Dresden

In Dresden sowie dem Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge wurden alle Lockerungen, die laut geltender Sächsischer Corona-Schutzverordnung möglich sind, zugelassen. Das heißt, ab Dienstag können dort wieder Botanische Gärten, Zoos, Tierparks, Museen, Galerien und Gedenkstätten mit vorheriger Terminbuchung öffnen.

Außerdem ist Click & Meet im Einzel- und Großhandel nach vorheriger Terminbuchung für einen fest begrenzten Zeitraum wieder möglich. Auch weitere körpernahe Dienstleistungen wie Kosmetik- und Tattoostudios dürfen wieder öffnen. Individualsport alleine oder zu zweit und in Gruppen von bis zu 20 Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren im Außenbereich ist ab dem 6. April ebenfalls wieder erlaubt. Fußball gehört allerdings nicht zu den erlaubten Sportarten.

Hintergrund: Seit 1. April gilt die aktuelle sächsische Corona-Schutz-Verordnung, nach der neben der vom RKI gemeldeten 7-Tage-Inzidenz auch die Anzahl der an Covid-19-Erkrankten in Normalstationen der Krankenhäuser in Sachsen relevant ist. Die Grenze liegt bei 1.300 Betten. Stand 5. April: 1.002 Betten in sächsischen Krankenhäusern sind mit Covid-19-Patienten belegt. Update: Stand 7. April: 1.100.

Quarantäne

Neues Onlinespiel des Erlebnislandes Mathematik ermöglicht Pandemieverläufe spielerisch zu verstehen

Aktuell sind Statistikerinnen und Statistiker sehr gefragt. Sie berechnen Inzidenzen und erstellen Prognosen über den weiteren Verlauf der Corona-Pandemie. Ein neues Onlinespiel des Erlebnislandes Mathematik in den Technischen Sammlungen Dresden greift diese Punkte auf. Die Spielerinnen und Spieler versuchen, die pandemische Ausbreitung eines Virus durch Maßnahmen, wie sie aktuell auch in der Realität zu finden sind, einzudämmen. Das Ziel ist dabei simpel: Die Zahl der Erkrankten soll so klein wie möglich ausfallen.

Ähnlich wie auf einer Karte stellen verschiedenfarbige Punkte den aktuellen Gesundheitsstatus dar. Nach dem Ausbruch des Virus kann man die weitere Verbreitung ausbremsen, in dem Schutzmaßnahmen ergriffen werden. Hier ist jedoch Vorsicht geboten. Je mehr Punkte geschützt sind, desto kleiner die allgemeine Vorsicht und das Pandemiegeschehen nimmt Tempo auf. Größere Infektionsherde können unter Quarantäne gesetzt werden. Irgendwann ist auch der Impfstoff bereit, um die Pandemie zu stoppen.

Nach Aussage der beteiligten Mathematiker der TU Dresden ist das Spiel keine Modellierung einer realen Pandemie, denn diese ist viel komplexer, als ein Spiel es darstellen kann. Die Version 1.0 von „Quarantäne“ ist auch eine Aufforderung an alle Interessierten mit Programmierkenntnissen, das Spiel weiterzuentwickeln und ihre Ideen einfließen zu lassen. Die Quelldaten stehen auf der Plattform github offen zur Verfügung.

Manifest der offenen Gesellschaft veröffentlicht

Eine Gruppe von Intellektuellen will die Kritik an der Pandemie-Politik nicht selbst ernannten Querdenkern überlassen. In ihrem „Manifest der offenen Gesellschaft“ plädiert sie für eine offenere Debattenkultur. Die derzeitig geführte Debatte über die Corona-Politik schade dem sozialen Frieden und dem gesellschaftlichen Zusammenhalt in Deutschland. Einer der Initiatoren des Manifestes ist der Historiker René Schlott. Seiner Meinung nach fehlt in der Diskussion ein „Dialog auf Augenhöhe“, in dem die „Kraft des besseren Argumentes“ gilt. Die Tageszeitung „Die Welt“ und die Wochenzeitung „Freitag“ haben das Manifest veröffentlicht. Die Unterzeichner wie u.a. die Publizistin Franziska Augstein, der Kabarettist Matthias Richling, Schauspieler und Regisseur Jan Josef Liefers und der Kommunikationswissenschaftler Michael Meyen treten darin für mehr Offenheit in der Corona-Debatte ein. 

Ein Gespräch mit dem Initiator ist auf Deutschlandfunk Kultur nachzuhören. Das Manifest wird zudem heute um 19 Uhr bei der Friedrich-Naumann-Stiftung diskutiert.

Ostpol wird zum Testpol

Testen für Kultur

Ostpol wird zum Testzentrum, Copyright Foto: Morning Glory Concerts

Mit Hilfe von Tests erhofft sich Morning Glory Concerts eine langsame Rückkehr zum kulturellen Spielbetrieb. Im Zuge dessen, hat sich die Agentur mit Ostpol Dresden, Dynamite Konzerte und Quartiermeister zusammengetan, um euch zu testen und dies möglichst lange kostenlos. Die zertifizierten Testerinnen und Tester bekommen einen normalen Stundenlohn und nach Abzug der Kosten für die Tests sowie das Material, wandert jeder weitere Euro zurück in kulturelle Veranstaltungen der Zukunft. Ihr tut also damit in doppelter Hinsicht etwas Gutes. Natürlich geschieht dies alles nach geltenden hygienischen Standards und in Abstimmung mit den Behörden, sowie unter Einhaltung der Datenschutzrichtlinien.

Terminvergabe über test-pol.de sowie test.morning-glory-conerts.com oder direkt vor Ort im Ostpol, Königsbrücker Straße 47. 1. Phase 26. bis 31.3.2021 jeweils 17-21 Uhr.

Dresden verschärft Quarantäneregeln

In der Landeshauptstadt Dresden gelten ab heute neue Quarantäneregeln. So müssen positiv getestete Menschen nicht mehr 10, sondern 14 Tage in Quarantäne. Während der Quarantäne müssen Kontaktpersonen der Kategorie I und die positiv getesteten ein Tagebuch führen, indem sie ihre Körpertemperatur zweimal täglich dokumentieren. Außerdem muss man 48 Stunden vor Ende der Quarantäne symptomfrei sein.