Ohne uns ist Stille

Veranstaltungswirtschaft in Not: am 5. Juni 2020, 11 Uhr am Theaterplatz

Erstmals demonstrieren Künstler, Veranstalter und Unternehmen der Veranstaltungsbranche wie Caterer, Barbetreiber und Techniker gemeinsam am 5. Juni vor der Semperoper. Mit einem LKW-Korso aus 30 Fahrzeugen fahren sie durch Dresden und kommen abschließend zu einer Aktion mit 1.000 leeren Stühlen und 1.000 Personen vor der Semperoper zusammen, um auf die Probleme und Wichtigkeit ihrer Branche aufmerksam zu machen.

Aktion Leere Stühle

Die Demonstration soll Forderungen der Veranstaltungsbranche an die Bundes- und Landesregierung untermauern, die das Überleben der Unternehmen und selbstständigen Einzelunternehmen sichern müssen, welche jetzt unverschuldet in eine wirtschaftliche Notlage geraten sind.

Um 11 Uhr werden namhafte Veranstalter und Theaterbetreiber gemeinsam mit Bühnenbauern, Licht- und Tontechnikern, Messebauern, Eventagenturen, Eventcaterern, Betreibern von Party-Locations, Barbesitzern, Schauspielern, Musikern u.v.a. die dramatische Situation, in der sich eine der größten Branchen Deutschlands befindet, darstellen. Erstmals finden sich vor einer großen Bühne alle zusammen; die Initiative SOS for Culture ist ebenso engagiert dabei wie die Initiativen „Stumme Künstler“, „Leere Stühle“ und der City Management Dresden e. V. Denn eines verbindet alle: Die Forderung nach Absicherung der Unternehmen und Soloselbstständigen.

Zur Aktion: https://www.facebook.com/ohneunsiststille

Stumme Künstler am Königsufer

Aktion für freie Künstler und die Veranstaltungswirtschaft

Mit der im Mai von Jazztage Dresden und Intendant Kilian Forster ins Leben gerufenen Plakat-Aktion wollen die Initiatoren auf die immer prekärerer werdenden Lage von freien Künstlern und die Veranstaltungswirtschaft aufmerksam machen. „Uns fehlen Worte und Stimme. Künstler und Veranstalter möchten wieder spielen und veranstalten, Steuern zahlen und vor allem für Sie, liebes Publikum, da sein und gemeinsam Kunst teilen. Bei den derzeitigen Hygiene-Vorschriften ist es jedoch wirtschaftlich, logistisch und oftmals künstlerisch unmöglich, Veranstaltungen durchzuführen. Selbst ohne Einschränkungen sind bereits jetzt viele der freien Veranstalter und Künstler ohne staatliche und städtische Hilfe existenziell bedroht.“, so heißt es in der Erklärung, an die auch ein Forderungskatalog geknüpft ist.

Bereits die ersten beiden Aktionen vereinten viele Künstler und Veranstalter, Techniker, Bühnenbildnern, darunter bekannte Namen wie Baby Sommer, Gunther Emmerlich, Manfred und Monika Breschke, Philipp Schaller, Tom Pauls, Rodney Aust, Johannes Vittinghof, Mirco Meinel und viele mehr. Die nächste Aktion startet am 27. Mai um 17 Uhr am Königsufer (Gelände der Filmnächte am Elbufer). Angekündigt hat sich dazu u. a. der sächsische Ministerpräsident Michael Kretzschmer. Nun kommt allmählich der Ton zu den stummen Künstlern. Mit „Freude schöner Götterfunken“ interpretieren sie sinnbildlich jeden nur 4. oder 5. aufgrund von Hygienevorschriften belegbaren Stuhl, indem sie nur jede 4. Silbe der Europahymne  singen und musizieren. Hintergrund und weitere Termine unter https://www.stumme-kuenstler.de/

Und wieder eine neue Corona-Schutz-Verordnung

Die Sächsische Staatsregierung hat am 12. Mai 2020 die zur Eindämmung der Corona-Pandemie erlassenen Beschränkungen und Verbote weiter gelockert und eine neue Corona-Schutz-Verordnung beschlossen, die ab 15. Mai gilt. Demnach bleiben der Grundsatz der auf ein Mindestmaß zu reduzierenden allgemeinen Kontakte, das Abstandsgebot von mindestens 1,5 Metern und die für bestimmte Bereiche erlassene Pflicht zur Mund-Nasen-Bedeckung weiter bestehen.

Demnach können künftig Theater, Musiktheater, Kinos, Konzerthäuser, Konzertveranstaltungsorte und Opernhäuser, sofern ein von der kommunalen Behörde genehmigtes Hygienekonzept vorliegt, wieder öffnen. Angebote in Literaturhäusern, Kleinkunst-Spielstätten, Soziokultur und Gästeführungen sind ebenso möglich.

Geöffnet und besucht werden dürfen Einrichtungen für Fachberatungen im sozialen und psychosozialen Bereich, Seniorentreffpunkte und Angebote der Kinder- und Jugendarbeit ohne Übernachtung, wenn ein mit dem zuständigen Gesundheitsamt abgestimmtes Konzept zur Hygiene vorliegt sowie professionellen Betreuung sichergestellt ist.  Zusätzlich zu den bisherigen Kontaktbeschränkungen ist künftig auch der Kontakt mit Angehörigen eines weiteren Hausstandes erlaubt. 

Tanzschulen, Fitness- und Sportstudios, Sportstätten ohne Publikum, Spielbanken, Spielhallen, Wettannahmestellen dürfen wieder öffnen. Freibäder sowie Freizeit- und Vergnügungsparks ebenso, sofern ein behördlich genehmigtes Hygienekonzept vorliegt. Gaststätten, Hotels und Pensionen sowie Hotels und Beherbergungsbetriebe dürfen wieder öffnen, wenn Hygiene- und Schutzvorschriften eingehalten werden. 

Geschlossen bleiben weiterhin Badeanstalten in geschlossenen Räumen, Saunen und Dampfbäder, Messeveranstaltungen, Spezialmärkte, Volksfeste, Jahrmärkte, Diskotheken, Clubs, Musikclubs, Reisebusreisen und Prostitutionsstätten. Bestehen bleibt grundsätzlich das Besuchsverbot für Krankenhäuser, Reha-Kliniken, Alten- und Pflegeheime, Einrichtungen und ambulant betreute Wohngemeinschaften sowie Wohngruppen mit Menschen mit Behinderungen, stationäre Einrichtungen und Wohnstätten der Kinder- und Jugendhilfe.  Der ganze Wortlaut der Verfügung ist hier nachzulesen.

 

Landesverbände fordern Schutzschirm für freie Kulturszene in Sachsen

In einem offenen Brief wenden sich die elf sächsischen Landeskulturverbände an den Ministerpräsidenten, die Kulturministerin und den Finanzminister. Darin fordern sie die Regierung auf, einen Schutzschirm von 20 Mio. Euro über die freie Kulturszene in Sachsen zu spannen. Das Spektrum der Szene reicht hier von Soziokulturellen Zentren und Kulturhäusern, Künstlerhäusern, freien Theaterensembles und Spielstätten, Kunstvereinen und kleinen Galerien, Kunstschulen, Amateurtheatergruppen, Festivals, Musikerinitiativen, Kunstwerkstätten bis hin zu Kulturvereinen aller Sparten. Die Interessengemeinschaft der Landeskulturverbände (IG) kritisiert, dass bisher keine Hilfsmaßnahmen für diesen Bereich greifen und bislang nur die Musikschulen mit 6 Mio. bedacht würden. In ihrem Offenen Brief verweisen sie darauf, dass die freie Kulturszene einen Großteil der fast 1.000 Kultureinrichtungen und Initiativen in Sachsen ausmacht. „ Jetzt muss auch diesen Vereinen geholfen werden. Sonst verlieren wir eine einmalige kulturelle Landschaft, die vor allem in der Kulturellen Bildung stark ist und den Menschen vor Ort Kulturangebote für jeden Geschmack ermöglicht“, so Anne Pallas, eine der beiden IG Sprecher. Die Einrichtungen hätten ebenfalls hohe Einnahmeverluste erlitten und sind damit existentiell bedroht. Allein in der Soziokultur und den freien Theaterspielstätten belaufen sich die Verluste auf monatlich 1.4 Mio. Euro. „Wir befürchten zudem, dass die Kommunen bei zunehmend knapper Kassenlage zunächst die kommunalen Einrichtungen schützen und die freien Träger darüber leer ausgehen. Es darf nicht sein, dass am Ende die Trägerschaft darüber entscheidet, ob eine Einrichtung überleben wird oder nicht.“ so Helge-Björn Meyer, ebenfalls Sprecher der IG.

Hier der offene Brief im Wortlaut: https://soziokultur-sachsen.de/78-news/news/1108-offener-brief

Corona-Lockerungen in Sachsen ab 4. Mai

Am 30. April haben die Bundeskanzlerin und die Ministerpräsidenten der Länder darüber beraten, wie sie in der Corona-Krise weiter vorgehen. Danach hat das sächsische Kabinett in Dresden bevorstehende Lockerungen für Sachsen beschlossen. Der MDR Sachsen hat die wichtigsten Änderungen übersichtlich dargestellt. Demnach dürfen Friseure und Kosmetiker ab 4. Mai unter strengen Hygiene-Regeln ebenso wieder öffnen wie Geschäfte bis 800 qm in Shoppingcentern sowie Spielplätze. Museen und Bibliotheken, Botanische Gärten und Zoos können unter strengen Auflagen wieder öffnen, bei Versammlungen sind bis zu 50 Personen erlaubt, in geschlossenen Räumen sind, abhängig von der Raumgröße, Veranstaltungen mit bis zu 30 Besuchern erlaubt.

Am 6. Mai will die Runde der Regierungschefs wieder diskutieren, was auf dem Themenplan steht. Etwa die Öffnung und ein eventueller Normalbetrieb von Kindertagesstätten und Schulen. Eine Öffnung weiterer Branchen wie Gastronomie und Tourismus soll erst in der darauffolgenden Beratung Mitte Mai diskutiert werden. 

#GemeinsamFüreinander

Dresdner Kreativagenturen starten Webcast zum Erfahrungsaustausch in der Krise

Seit Ausgangsbeschränkungen eingeführt wurden, sind auch Unternehmen im Krisenmodus, Mitarbeiter zum Großteil im Homeoffice. Schon jetzt zeichnet sich ab, dass sich Alltag und Arbeitsweise grundlegend verändern werden. Um Erfahrungen und Wissen der Wochen im Krisenmodus auszutauschen, starten Dresdner Kreativagenturen am 30. April 2020 von 9 bis 17 Uhr den Webcast #GemeinsamFüreinander.

»Wir freuen uns, dass wir 10 Referenten gefunden haben, die die Erfahrungen aus ihren Unternehmen und ihre Perspektiven selbstlos teilen, in der Überzeugung, dass damit eine bessere Zukunft entstehen kann.«, so der Initiator der Aktion, Christian Scheibe. Die Teilnahme am Webcast ist kostenfrei. Die Online-Vorträge der Referenten umfassen jeweils 30 Minuten. Im Anschluss besteht die Möglichkeit, Fragen zu stellen.

Anmeldung unter gemeinsamfuereinander.de

Programm „Denkzeit“ will sächsische Künstlerinnen und Künstler unterstützen

Unter dem Titel „Denkzeit“ können sächsische Künstlerinnen und Künstler ab dem 23. April 2020 bei der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen Stipendien in Höhe von je 2.000 Euro beantragen. Das Programm soll sie darin ermutigen, auch in Zeiten von Ausgangsbeschränkungen und Veranstaltungsverboten an ihrer künstlerischen Arbeit festzuhalten und individuelle Handlungsansätze für den Umgang mit der Corona-Krise zu entwickeln. Für die Umsetzung des Programms hat der Sächsische Landtag zwei Millionen Euro bewilligt.

Die Stipendien werden in Form einer einmaligen Zuwendung für die Dauer von zwei Monaten gewährt. Es sollen sächsische Künstlerinnen und Künstler aus den Sparten Darstellende und Bildende Kunst, Musik, Literatur und Film von der Förderung profitieren. Beantragt werden können die Stipendien ausschließlich über ein Online-Formular auf der Webseite der Kulturstiftung. Ein einfaches Antragsverfahren wird dafür sorgen, dass die Mittel zügig an die Antragstellerinnen und Antragsteller ausgereicht werden können.

Weitere Details zur Antragsstellung finden sich unter www.kdfs.de. Fragen zum Programm beantworten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kulturstiftung unter denkzeit@kdfs.de sowie der Telefonnummer 0351-88480-33

Positionspapier der Initiative Kulturschaffender in Deutschland

Für Solo-Selbstständige und freie Kulturschaffende muss es ein Programm zur Soforthilfe zum Ausgleich der existenzbedrohenden Einbußen geben, das unabhängig von der Grundsicherung funktioniert, die in vielen Ländern, so auch in Sachsen oft gar nicht greift, weil sie den Honorar- und Verdienstausfall, der in nicht wenigen Fällen drastisch und bis zu hundert Prozent ausfällt, nicht berücksichtigt. Daher fordert die Initiative ein durch Landes- und Bundesmittel abgedecktes bundeseinheitliches Soforthilfeprogramm, in dem ein monatlicher Bedarf zur Lebenshaltung in Höhe von 1.180,00 Euro integrierbar ist.

Es kann und darf nicht im Interesse der Gesellschaft liegen, dass für die Mehrheit der Kulturschaffenden der Gang zur Arbeitsagentur, zum Jobcenter oder Sozialamt die einzige Möglichkeit bleibt. Und dieser Gang steht einer Vielzahl weiterer Betroffener Ende diesen Monats bevor, wenn keine schnelle Abhilfe geschaffen wird. Daher fordern wir die Fraktionen des Deutschen Bundestages und die Bundesregierung auf, dieser ersten Debatte schnellstmöglich Taten folgen zu lassen.“ , verlautbart die Initiative am 22. April.

Neue Allgemeinverfügung in Sachsen ab 20. April

Die sächsische Landesregierung hat am 17. April eine neue Corona-Schutz-Verordnung beschlossen. Eine völlige Aufhebung aller Beschränkungen und Schließungen wurde als verfrüht verworfen, um das Infektionsrisiko nicht zu erhöhen. Demnach wird das Tragen eines Mund-Nase-Schutzes im öffentlichen Personennahverkehr und im Einzelhandel verpflichtend. Das Ausgangsverbot wird in ein Kontaktverbot umgewandelt, das vorläufig bis 3. Mai gilt. Damit gemeint ist, dass man weiterhin nur mit Menschen, die zum eigenen Haushalt gehören, und maximal einer weiteren Person unterwegs sein darf. Der einschränkende Radius von 15 km Entfernung vom Wohnort wurde aufgehoben, jetzt sind auch wieder Tagesausflüge in die weitere Umgebung möglich. Alle Veranstaltungen sind nunmehr bis 3. Mai untersagt (Ausnahme: Gottesdienste bis 15 Personen, Trauungen, Beerdigungen).

Kitas bleiben mindestens bis 3. Mai geschlossen. In Sachsen werden die Schulen nach den Osterferien für Schüler aller Abschlussklassen an den Gymnasien, Berufsbildenden Schulen, Oberschulen und Förderschulen wieder geöffnet. Ein regulärer Unterricht findet aber nicht statt. Im Vordergrund stehen die Vorbereitungen auf die Abschlussprüfungen. 

Ab 20. April können Einzelhandelsgeschäfte mit einer Fläche bis zu 800 Quadratmeter sowie Bau- und Gartenmärkte wieder öffnen. Einkaufszentren und auch große Möbelhäuser bleiben geschlossen, da dort ein zu großer Menschen-Auflauf befürchtet wird.  Handwerksbetriebe, Tankstellen, Autohäuser, Fahrradläden, Kfz- und Fahrradwerkstätten dürfen unabhängig von der Fläche öffnen.

Friseure und Kosmetikstudios könnten sich darauf vorbereiten, den Betrieb am 4. Mai wieder aufzunehmen.  Gastronomie und Hotels müssen noch länger warten. Bars, Restaurants, Cafés, Biergärten, Kneipen und Diskotheken bleiben auf unbestimmte Zeit geschlossen.

Die ganze Verfügung ist im bürokratischen Wortlaut hier sowie kurz und verständlicher hier nachzulesen