»Eine fremde Welt, direkt vor meiner Haustür«

Felix Räuber im Gespräch zu seinem Langzeitprojekt »Wie klingt Heimat?«

Drei Jahre lang war der Musiker Felix Räuber in seinem Heimatland Sachsen unterwegs, um Antworten zu finden auf die Frage: »Wie klingt Heimat?« Neben einer zehnteiligen Doku ist auch ein einzigartiges Live-Konzept aus dem Projekt gewachsen, das als »Sinfonie der Kulturen« mit 42 Künstlern auf der Bühne am 7. Juni im Kulturpalast uraufgeführt wurde. Dies hat DRESDNER-Autorin Kaddi Cutz zum Anlass genommen, um mit Felix über das Projekt und seine weiteren Pläne zu sprechen.

Du pendelst zwischen Dresden und Berlin – was ist Heimat für dich?

Felix: Meine Ur-Heimat habe ich durch das Pendeln ja nie ganz verlassen. Gleichzeitig kann ich sagen, dass Berlin für mich auch nie ganz neue Heimat sein wird. Das liegt zum einen daran, dass ich meine Wurzeln in Dresden habe, meine Familie hier lebt und ich selbst auch über zwei Jahrzehnte hier gelebt habe.

Heimat ist kein Begriff, der etwas ausschließt, sondern einer, der ganz viel einschließt. Für mich selber gibt es eine ganz klare, einfache Antwort: In dem Moment, wo ich 1997 mit der Gründung von Polarkreis18 meine erste Bassgitarre bekommen habe, war meine Heimat die Musik. Das Schreiben von Songs hat mir immer ein Gefühl der Sicherheit und des Vertrauens gegeben, ein Gefühl, das ich auch mit Heimat assoziiere. Daran hat sich bis heute nichts geändert. Hundertprozentig und allumfassend beantworten kann ich die Frage aber noch nicht, obgleich die Produktion für mich eine Art Heimreise ist, die mich der Antwort etwas näher bringt.

Wie klingt Heimat? Felix Räuber im Tagebau (Foto: Siegfried Michael Wagner)

Was hat dich an der Produktion oder in ihrem Entstehungsprozess besonders berührt?

Felix: Es ist vor allem eine musikalische Begegnung völlig unterschiedlicher Kulturen und Menschen. Ich durchreise zehn Kulturkreise meines Heimatlandes Sachsen und treffe dort Menschen und ihre Kulturen, lerne Eigenheiten und Traditionen kennen, mit denen ich vorher noch nie etwas zu tun hatte. Eine fremde Welt direkt vor meiner Haustür. Was mich da so sehr berührt hat und auch aktuell noch berührt – denn wir sind ja noch mitten in der Produktion – ist, dass ich vielleicht entgegen meiner eigenen Vorurteile, die ich natürlich auch hatte, gar keine Verschlossenheit erlebt habe. Vor allem die Musik war immer ein Türöffner, um Menschen mit ganz eigenen Werten offen gegenüberzutreten. Das ist das, was mich am meisten beeindruckt hat. Zum Beispiel in der Ferienwohnung des Kantors der sorbischen Ostersänger und -reiter Daniel Wessela, dort habe ich drei Tage und zwei Nächte mit der Familie in einem Mehrgenerationenhaus verbracht und wurde da unglaublich herzlich aufgenommen. Das war was ganz ganz Tolles.

Wie hast du selbst die Uraufführung am 7. Juni im Kulturpalast erlebt?

Felix: Das war eine musikalische Zusammenkunft auf der einen Seite und zum anderen das große Finale unserer zehnteiligen Doku-Serie »Wie klingt Heimat?«. Hier begegnen sich alle Protagonisten aus allen Episoden zum allerersten Mal. Es war schön zu erleben, wie auch da eine Verbindung entsteht und im Umkehrschluss zu sehen, dass Musik wirklich in der Lage ist, verschiedene Kulturen zu verbinden und über Kulturen hinweg zu kommunizieren. Das habe ich zum einen auf der Bühne gemerkt, wo vom professionellen Muster bis zum Laien sich alle gut miteinander verstanden haben und mit Leidenschaft und Hingabe dabei waren. Zum anderen konnte ich das auch hinterher in Gesprächen mit dem Publikum erleben; aus allen Kulturkreisen überall in Sachsen sind Leute angereist, die auch den Abend zu einem Gemeinschaftsmoment haben werden lassen. Das war ein Publikum, das es so in seiner Vielseitigkeit und Zusammensetzung im Kulturpalast wohl noch nie gegeben hat.

Der Heimatbegriff wird von vermeintlichen Patrioten etwas anders interpretiert, als es im Zusammenspiel der Kulturen in deinem Projekt auf der Bühne geschieht. Wie stehst du dazu?

Felix: Es ist ja kein Geheimnis, dass der Heimatbegriff eine Bombe ist. Genau deswegen haben wir uns dem auch angenommen, um ihn kreativ zu entschärfen, ihn mit Diversität, Offenheit und Vielseitigkeit aufzuladen und ihn auch nicht den anderen zu überlassen. Ihn künstlerisch, musikalisch zu füllen und als vielseitiges Panorama abzubilden.

Was steht die nächste Zeit an?

Felix: Erstmal geht es jetzt darum, die restlichen Teile fertig zu drehen, das wird sich noch ein bisschen ziehen, die Serie soll ja 2023 rauskommen. Wir wollen das Live-Format auf Tour bringen und um noch mehr Künstler erweitern. Dazu gehe ich parallel als Solokünstler auf Tour. Am 29. Oktober bin ich im Beatpol, da ist das Mondëna Quartet aus Leipzig dabei, das auch bei der Sinfonie der Kulturen aufgetreten ist. Ansonsten bin ich auf vielen Baustellen musikalisch aktiv, mache viel Filmmusik. Zuletzt habe ich für zwei große amerikanische Serien den Soundtrack beigesteuert, zum einen für die Netflix-Produktion »How to get away with a murderer« und die miterfolgreichste amerikanische Serie aller Zeiten, »Grey’s Anatomy«. Das war‘s erst mal für den Moment – ich glaub, das ist auch genug (lacht).

Vielen Dank!

Mehr zum Projekt und zum Künstler unter heimatlieder.net bzw. felixraeuber.com

OB-Wahlbingo online

Wir haben mit unserer Juniausgabe die OB-Wahl zum Thema gemacht und möchten es euch überlassen, die 27 Statements, die wir den Programmen der neun Bewerber entnommen haben, dem jeweiligen Kandidaten beziehungsweise der Kandidatin (denn es tritt leider nur eine Frau an) zuzuordnen. Die Auflösung des Rätsels gibt es dann am 12. Juni, also am Tag der Oberbürgermeisterwahl in Dresden unter dresdner.nu/obwahl.

Welt-Offen Gedenken

Plakataktion Dresdner Kunst- und Kulturinstitutionen rund um den 13. Februar

Aus Anlass des Gedenkens an die Zerstörung Dresdens im Zweiten Weltkrieg lädt #WOD – Weltoffenes Dresden vom 9. bis 20. Februar zu einer großen gemeinsamen Plakataktion im öffentlichen Raum und verschiedenen weiteren Formaten der künstlerischen Auseinandersetzung mit den Ereignissen des 13. Februar 1945 ein. Die Sächsische Ministerin für Kultur und Tourismus Barbara Klepsch, die Dresdner Kulturbürgermeisterin Annekatrin Klepsch und Vertreterinnen und Vertreter der 19 beteiligten Kulturinstitutionen begleiteten die Eröffnung.

Auch TanzNetzDresden, Klubnetz Dresden und der Dresdner Illustrator und Grafiker Lars P. Krause beteiligen sich an der Plakataktion, Copyright Foto: Stephan Böhlig

19 Kulturinstitutionen präsentieren mit einer Plakatkunst-Aktion an 10 zentralen Orten im Stadtraum (Altmarkt, Neumarkt, Theaterplatz, Postplatz, Schlesischer Platz, Prager Str., Schlossstraße, Jorge-Gomondai-Platz, Terrassenufer) sowie in Radebeul (Landesbühnen Sachsen) individuell ausgewählte, großformatige Bildmotive mit zum Teil eigens für die Aktion von Künstlerinnen und Künstlern entworfenen Werken, mit Fotografien und mit Zitaten, die zum Innehalten und Nachdenken auffordern. Die Plakatkunst-Aktion wird durch das Zentrum für internationale Kulturelle Bildung des Goethe-Instituts Dresden und die Landeshauptstadt Dresden unterstützt.
HK

Drinnen & Draußen

Ein neuer Raum zur freien Gestaltung in nächster Nähe zum Alaunpark

Anne Schmutzler ist zuvorderst als Sängerin und Kinderbuchautorin Enna Miau bekannt. Doch in der Zeit, in der coronabedingt die künstlerischen Flügel eher gestutzt als ausgefahren werden, entwickelten sich bei der Dresdner Künstlerin gleich eine Handvoll neuer Talente: »Als Sängerin kann man ja im Moment eher mit Merchandise als mit Auftritten Geld verdienen«, sagt sie mehr heiter denn bitter, als sie am Abend ihrer ersten Ausstellungseröffnung – »Kunst und Blüten« von Ulrike Woschni – selbst entworfenen Schmuck auf dem Tisch in ihrem neu eröffneten Laden zurechtrückt. Die vielseitig talentierte Künstlerin wächst nun auch gleich noch in gänzlich neue Geschäftsfelder hinein. Denn durch die gemeinsame Ladeneröffnung mit ihrem Mann, dem Film- und Musikproduzenten Ludwig Schmutzler, ist sie nun auch Galeristin, Ladenbetreiberin und Vermieterin.

Ulrike Woschni und Enna Miau (Foto: René Seim)

So kann man im »Drinnen & Draußen«, das sich gleich neben dem Restaurant Maharadscha befindet, und bis zum Einzug der Familie Schmutzler auch als Lager für das Restaurant fungierte, nicht nur Kunst erwerben. Der Raum kann auch für kleinere Feste und Seminare angemietet werden. Inspiriert von der eigenen Erfahrung als Teilnehmerin eines musikalischen Babykurses, gibt sie, so wie es Corona natürlich zulässt, eigene musikalische Babykurse. »Es können sich aber auch Interessierte melden, die hier bei uns selber Kurse geben wollen. Auch Bewerbungen für zukünftige Ausstellungen nehmen wir gerne an. Sie sollten nur nicht zu düster sein, wir wollen den Raum ja auch für Kindergeburtstage vermieten.«

Die Ausstellung »Kunst aus Blüten« zeigt ebensolche Werke von Ulrike Woschni. Die Künstlerin aus Dresden, die seit 2019 jeden Dienstag über coloRadio mit ihrer Sendung »Abendschule« zur thematisch diversen Weiterbildung anstiftet, gab zur Ladenöffnung ihr Ausstellungsdebüt. Zu sehen gibt es geduldig arrangierte Werke, denen gemeinsam ist, dass sie allesamt mit getrockneten Blüten- und Pflanzenteilen gestaltet worden sind. Wer jetzt allerdings natur-naives Easy Watching erwartet, wird überrascht, denn durch die grafische Verbindung ornamentaler Hintergründe (in den Reihen »Blumen« und »Vögel«), die mittels digitaler Fotokopie entstehen und den malerischen Aquarellbuntstiftzeichnungen, mit denen die Blüten- und Pflanzenarrangements erst zum Gesamtkunstwerk werden, blättert sich eine rätselhafte, zwischen Kühle und Wärme balancierende Ästhetik auf, die an einen Retro-Futurismus denken lässt, wie man ihn auch vom Steampunk her kennt. Die Bilder sind oft rätselhaft, skurril, surreal und traumwandlerisch, aber verstören nicht und tragen häufig Wärme in sich. Manch Pflanzenkundler wird wohl sofort wissen, wie der Großteil der Bilder heißt, aber nicht jedes Bild gibt seinen Namen auf dem Tablett preis. Was mit dem Basteln für die eigenen Kinder und Familienmitglieder begann, entwickelte sich zu Kalendern, die ebenfalls Blütenkunstmotive enthalten und stets das Motto tragen: »Wie kann ich bildnerisch ein Wort wiedergeben?«

Wer also gerne um die Ecke denkt (und schaut) und sich auch für schöne Grafiken interessiert, der sollte einen Abstecher in den neuen, breit aufgestellten Laden am Alaunpark wagen.
René Seim

Drinnen & Draußen, Kamenzer Str. 62, Mo-Fr 10-12.30 Uhr und 13.30-16.30 Uhr, die Ausstellung »Kunst und Blüten« ist noch bis Ende März zu sehen; mehr unter: drinnen-draussen-dresden.de bzw. ulrike-woschni.com

Kunstfreiheit versus Auftragskunst

Lisa Maria Baier gibt im Streit um ihr Kunstwerk „Kulisse“ nicht auf

Lisa Maria Baier, freischaffende Künstlerin aus Dresden, befindet sich seit Sommer 2021 im Rechtsstreit um ihr Kunstwerk – die für die Görlitzer Art geschaffene Installation „Kulisse“. Die Stadt hat den Entwurf prämiert, lehnte das fertige Kunstwerk mit dem Plädoyer „Abortion without Boarders / aborcja bez granic“ und „Womensrights / Prava Kobiet“ für das Recht auf Abtreibung aber ab. Laut der Stadt Görlitz widerspricht ihr Kunstwerk dem von der Jury ausgewählten Konzept. Prämiert worden sei eine Arbeit zum Thema Filmstadt. Baier, gebürtige Görlitzerin und Alumni-Meisterschülerin der HfBK Dresden, wehrte sich auch juristisch gegen die Kündigung des Vertrages und den angedrohten Abbau. Das Sächsische Oberverwaltungsgericht (OVG) in Bautzen wies ihre Beschwerde jedoch zurück. „Die Kündigung des Vertrages durch die Stadt“ sei „auch unter Berücksichtigung der Kunstfreiheit wirksam, der ausgeführte entspreche nicht dem prämierten Beitrag, befanden die Richter.“ – dpa berichtet am 28. September darüber.  

Abbau der „Kulisse“ in Görlitz; Copyright: Lisa Maria Baier

Lisa Maria Baier versteht dies als Zensur. „Das Ansprechen von Frauen*rechten in Verbindung mit einer Filmstadt an der Grenze zu Polen führten zur Zensur meines Werkes.“, vermutet sie. Kunst im öffentlichen Raum müsse nicht gefallen, aber zur Auseinandersetzung anregen. Unterstützung bekam die Künstlerin u. a. von der Leiterin des Kunsthaus Dresden, Christiane Mennicke-Schwarz. Diese hält die Entscheidung der Stadt Görlitz für das falsche Signal. Baiers „Kulisse“ wurde inzwischen abgeholt und ins Depot nach Dresden verbracht. Nun soll die Künstlerin, die es bislang schaffte, die Gerichts- und Anwaltskosten selbst zu stemmen, noch 9.000 € für den Abtransport des Kunstwerks an die Stadt Görlitz zahlen. Um das Geld aufbringen zu können, hat sie eine Spendenkampagne gestartet. Auf der Webseite rekapituliert die Künstlerin noch einmal das Geschehen und erklärt die Intention ihrer Installation „Kulisse“. Wer Lisa Maria Baier unterstützen möchte, kann dies hier gerne tun.
HK

Bilder und Erinnerungen aus 70 Jahren Scheune gesucht

Im Dezember wird die Scheune 70 Jahre alt. Das ist ein Grund zum Feiern. Das Team des Neustädter Kulturzentrums hat zwar aufgrund der anstehenden Sanierung derzeit kein Haus und wegen Corona keine Veranstaltungen, aber das ist kein Grund Trübsal zu blasen. Die Scheune ruft dazu auf, Bilder und Erinnerungen aus 70 Jahren Scheune zu
schicken. „Wir hoffen, in den nächsten Wochen zahlreiche Zuschriften an info@scheune.org zu bekommen. Außerdem gibt es die Möglichkeit, Beiträge auch direkt in unsere Facebook-Gruppe scheune Dresden – History zu posten“, heißt es in der Pressemitteilung.

Scheune Blechschloss und Teststation


Im Rahmen des Jubiläums wird außerdem ein Film veröffentlicht, der während des
großen Scheune-Abriss im September entstanden ist. Die Filmemacher David
Campesino und Maks Pallas haben während der letzten Veranstaltung im alten Gebäude
zahlreiche Eindrücke gesammelt und Interviews geführt. Javier Sobremazas hat den
Schnitt übernommen. Der Film wird vermutlich punktgenau zum Scheune-Geburtstag am
21. Dezember 2021 vorgestellt. Auf dem Gelände steht übrigens auch wieder eine Corona-Teststation von „Corona Freepass“. Öffnungszeiten und weitere Informationen hier.

Quasi-Lockdown für Clubs

Trotz 2G und Testungen müssen die meisten Veranstaltungen mit Einführung der neuen Corona-Schutzverordnung und der seit 5. November erreichten Vorwarnstufe entfallen – Was heißt das für diese Kulturstätten? Ein Lagebericht.

Es hat sich schon wieder ausgetanzt in Sachsens Clubs und in den Konzerthäusern. Sobald laut der aktuellen Sächsischen Corona-Schutzverordnung vom 5. November die Vorwarnstufe oder die Überlastungsstufe erreicht ist, was seit 18. November in Dresden der Fall war, entfällt das bis dahin vorhandene 2G-Optionsmodell, das „keine Pflicht zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes, zur Kontakterfassung und zur Einhaltung des Abstandsgebotes sowie keine Beschränkung hinsichtlich der Auslastung der Höchstkapazität“ vorsieht, wenn nur Genesene oder Geimpfte Zutritt zur Veranstaltung haben. Für Tanz- und Stehkonzerte sind diese Auflagen nicht realisierbar, da dort keine Abstände eingehalten werden können und die geringe Raumkapazität und die Begrenzung der Auslastungskapazität einen Betrieb unmöglich gestaltet. Der für eine Veranstaltung nötige Personal- und Kostenaufwand bei einer solchen Veranstaltung steht in keiner Relation zu den geringer erwirtschafteten Einnahmen gegenüber einer vollen Auslastung, der sich durch die geringere Besucherzahl und bei gleichbleibenden Preisen zwangsläufig ergibt. Die sowieso schon hart betroffene Veranstaltungsbranche, die seit Anfang der Pandemie von Schließungen betroffen ist, muss nun schon wieder in die Zwangspause – nur dieses Mal nicht unter dem Begriff Lockdown, sondern wegen praktisch nicht umsetzbarer Maßnahmen.

Es hat sich ausgetanzt in Sachsens Clubs.

Soweit die Lage, die sich für die betroffenen ausrichtenden Spielstätten ergibt. Weil eben solche Auflagen nicht mit der Realität vereinbar sind, wurden während der Öffnung in den letzten Monaten andere alternative Maßnahmen von den Clubbetreibenden überlegt und umgesetzt. Überblickt man diese Konzepte wird ersichtlich, dass diese mindestens den geforderten Auflagen entsprachen, vielerorts wurden zusätzliche Schutzmaßnahmen getroffen, die über die geforderten Regelungen hinaus gingen. In Dresden haben der Club Gisela und das objekt klein a beispielsweise schon frühzeitig die 2G-Regel umgesetzt, vor vielen Veranstaltungen wurden in Eigeninitiative Schnelltestungen organisiert, Kontakterfassungen wurden bei Eintritt aufgenommen. Diese Vorgehen lassen erkennen, dass eine Verantwortlichkeit von Veranstaltenden gegenüber dem Schutz von Gästen vorhanden gewesen war und immer noch ist, solch ein Schutz muss aber anders stattfinden als in der aktuellen Corona-Schutzverordnung auferlegt.

Die Live Initiative Sachsen (LiSA) prangert diese Einschränkungen an und will der „gesamtgesellschaftlichen Verantwortung nachkommen und alles tun, um kollektiven Musikgenuss, exzessives Tanzen und das so lange erschütterte Grundbedürfnis nach Zerstreuung und außeralltäglichen Begegnungen in verantwortungsvollem Rahmen möglich zu machen.“ Sie fordert Maßnahmen, die keine Schließung erfordern. Eine davon wäre neben 2G der zusätzliche Nachweis eines tagesaktuellen Schnelltests, also 2G+.

Mit der unfreiwilligen Schließung der betroffenen Räume, die durch die finanziellen Ausfälle wieder um ihre Existenz fürchten und Personal kündigen müssen, gehen zudem noch andere Konsequenzen einher, die das Pandemiegeschehen auf lange Sicht nicht eindämmen. So wird laut LiSA die Feierkultur weg von öffentlichen Plätzen mit bestehenden und kontrollierten Schutzmaßnahmen hin zu illegalen Party-ähnlichen Privattreffen ohne jegliche Einschränkungen verlagert und Impfanreize entfallen für vor allem junge Leute. Die Grundlage eines zugrundeliegenden Hygienekonzeptes und den daraus folgenden Einlasskontrollen kann natürlich nie eine komplette Sicherheit vor Ansteckung garantieren, es stellt aber die beste und ausgewogendste Organisation für den Erhalt von Zusammentreffen in der Pandemie dar.

Da genau solche öffentlichen Räume des Aufeinandertreffens nicht öffnen können, fallen zudem andere soziale Komponenten weg, denn damit werden wieder einmal der jungen Bevölkerung Orte für Begegnungen genommen. Genau diese Komponente betont auch Julia Voigt vom Kulturbündnis „Hand in Hand“ aus Chemnitz auf der Pressekonferenz: „In einem Land wie Sachsen, wo Kultur oft der letzte Halm ist Menschen zueinander zu bringen, einen Dialog zu fördern, Schutzräume anzubieten, Demokratie-bildende Prozesse loszutreten – in so einem Land hätte ich mir ein bisschen Weitsicht gewünscht.“ Deshalb steht die beschlossene Schutzverordnung wieder einmal exemplarisch für die sächsische politische Handhabe gegenüber den Umgang mit gesamtgesellschaftlichen Themen: Probleme kurzsichtig lösen, ohne nachhaltige Effekte und die Akteure mit einzubeziehen.

Jenny Mehlhorn

Die Petition: Zweiten Lockdown sächsischer Clubs und Livemusikspielstätten stoppen! kann hier unterzeichnet werden.
Update vom 22. November: Der „harte Wellenbrecher“ tritt mit der neuen Notfallverordnung in Sachsen in Kraft. Das heißt konkret: Sämtliche Kultureinrichtungen müssen bis einschließlich 12. Dezember schließen. Veranstaltungen finden nicht statt. Der Lockdown ist Realität.

Großes Stelldichein für eine Kultur jenseits aller Grenzen

13. KulturInvest!-Kongress vom 10. bis 12. November im Kraftwerk Mitte

Kraftwerk Mitte

Grenzenlos! Welch’ magisches Wort in Zeiten, in denen die Grenzen der persönlichen Freiheit ziemlich nahe gerückt sind. Doch dies ist nicht das Thema des Kultur-Invest!-Kongresses. Dort sollen sich im Kraftwerk Mitte Kuratoren, Hochschullehrer, Vertreter von Stiftungen, kulturellen Einrichtungen und Unternehmen mit den Themen »Transnationalismus, Transformation und Glokalisierung« auseinandersetzen. Sie diskutieren, ob die Idee des Transnationalen eine Alternative zum Kosmopolitismus sein könne, welche Chancen und Risiken damit verbunden wären und wie man mit der Besinnung auf lokale Themen globalen Herausforderungen begegnen könnte. Damit will der 13. KulturInvest!-Kongress, der erstmalig in Dresden stattfindet, einen Beitrag zur Entwicklung von Innovationen und Investitionen im globalen und lokalen Kulturmarkt für eine Gesellschaft leisten, die über Grenzen hinaus blickt und in der der interkulturelle Diskurs zum Alltag wird.

In drei Hauptforen und 18 Parallelforen werden die aktuellen Trends im europäischen Kulturmarkt aufgezeigt und Entwicklungsperspektiven des grenzüberschreitenden Zusammenwirkens von Kultur und Wirtschaft sowie Öffentlicher Hand und Medien und der digitalen Revolution reflektiert. Dabei diskutieren Fachleute untereinander und mit dem Publikum über Transnationalismus und seine Bedeutung für Kultur und Wirtschaft, für Lokalität und Globalität sowie neue, innovative und zukunftsweisende Lösungen. Auf dem Programm stehen unter anderem Diskussionsrunden zu Bürgerbeteiligungen und transnationalen Kulturprojekten sowie Fachvorträge zu Kulturfinanzierung und kulturellem Erbe.

Aber natürlich wird es auf Europas größtem Kulturkongress, veranstaltet von der Agentur Causales und deren Mastermind Hans-Conrad Walter, viele Möglichkeiten des Gespräches und Austausches zwischen Kulturveranstaltern und Kulturförderern aus Politik und Wirtschaft geben. So beispielsweise beim Grand Opening im Albertinum oder auch bei der Preisverleihung des 16. Europäischen Kulturmarken-Awards, bei dem auch die Dresdner Sinfoniker gesetzt sind.
JB

Weitere Informationen zu Causales und dem 13. KulturInvest! – Kongress vom 10. bis 12. November 2021 und dem Kulturmarken-Award unter: kulturmarken.de sowie cultural-brands.com

Update: 8. November: Der KulturInvest!-Kongress in Dresden ist abgesagt, teilten die Veranstalter mit. „Aufgrund der sehr angespannten Inzidenzlage in Sachsen hat die Staatsregierung am 5. November 2021 eine neue Corona-Schutzverordnung beschlossen, die zur heutigen Absage des KulturInvest!-Kongresses mit der Preisverleihung der Europäischen Kulturmarken-Awards vom 10. bis 12. November 2021 geführt hat. Die Veranstaltung wird voraussichtlich auf den November 2022 unter demselben Leitmotiv „#transnational – Solutions for a culture beyond“ verschoben. Die gebuchten Tickets können 2022 für eine Teilnahme genutzt werden. Die Verleihung der Europäischen Kulturmarken-Awards 2021 an die Preisträger*innen erfolgt noch in diesem Jahr medienwirksam innerhalb individueller Formate. www.kulturmarken.de“

Ein Tribute-Album mit den größten Hits

Dresden hat keine Banksy-Ausstellung

2006 organisierte Banksy eine Ausstellung in Los Angeles, bei der Angelina Jolie ein kleines Vermögen für drei Werke bezahlte und die sein Schicksal als berühmtester Straßenkünstler der Welt besiegelte. Eigentlich waren es aber die Stunts, die ihn berühmt machten. Der Einbruch in den Zoo von Barcelona, die Veröffentlichung seiner eigenen Version der CD von Paris Hilton, das Aufstellen eines aufblasbaren Guantanamo-Gefangenen in Disneyland, die Aufschrift »Mind the crap« auf den Stufen der Tate Gallery und das Eindringen in mehrere große Museen, um seine eigenen Werke aufzuhängen, sorgten für Aufmerksamkeit in den Medien. Er machte aus der Straßenkunst eine Art Performance-Kunst und ahmte die Arbeitsweise der großen Marken nach, um etablierte Werte anzugreifen.

Ein Blick in die Ausstellung; Copyright: Dominik Gruss

Die Ausstellungen, die Banksy produziert, haben nie die Form einer »traditionellen« Kunstausstellung. Sie dauern in der Regel nur ein paar Tage und – wichtiger Punkt – sind kostenlos. Dresden hat also keine Banksy-Ausstellung. Das, was in der Zeitenströmung zu besichtigen ist, sind Reproduktionen seiner Graffitis, Stencils, Drucke, Skulpturen und Installationen. Der Anspruch der Ausstellungsmacher ist es, »einen umfassenden Überblick und Einblick in das Gesamtwerk« zu geben. Die Firma »Cofo Entertainment«, die sonst auf Musicalbiografien spezialisiert ist (»Falco – Das Musical«, »Die Udo Jürgens Story«), hat in erprobter Manier also ein Tribute-Album mit den größten Banksy-Hits zusammengestellt: Mit dabei sind der »Flower Thrower«, das »Balloon Girl« und das »Devolved Parliament«. Es gibt einen Nachbau der Eingangshalle des Walled Off Hotels in Bethlehem und einen U-Bahn-Waggon mit Corona-Graffitis: ein großes Kuriositätenkabinett mit handwerklich gut gemachten Kopien.

Nicht autorisierte Ausstellungen mit seinen Bildern sind rund um den Globus zu finden. Man kokettiert mit dem Zitat »Copyright is for losers« und macht sich die Gesetzgebung im Bild- und Medienrecht zunutze, wonach illegal in den öffentlichen Raum eingebrachte Kunst keinen Eigentumsrechten unterliegt. Der Künstler selbst sagt dazu: »There has been a recent spate of Banksy exhibitions none of which are consensual. Please treat them accordingly.«

So fragwürdig das Geschäftsmodell auch ist, die größere Frage ist: Was bietet die Ausstellung tatsächlich? Banksys Werke haben viel schwarzen politischen Humor und satirischen Witz; sie sind Reaktionen auf aktuelle gesellschaftliche und politische Themen. Ohne diesen Kontext können sie nicht gelesen werden, und hier ist auch der Punkt, die Ausstellung zu kritisieren. Fotografien der Werke sind alle im Internet zu finden. Wofür sollen Besucher den happigen Eintrittspreis bezahlen, wenn nur wenig kuratorische Mühe aufgewendet wurde? Die Bilder und Objekte sind zwar mehr oder weniger thematisch geordnet, doch die Erläuterungen zu den Zusammenhängen und Hintergründen fallen sehr mager aus.

Es ist ein heikles Unterfangen, Werke, die eigentlich auf die Straße gehören, in eine Galerie zu holen. Die klugen Beobachtungen, Witze und Unverschämtheiten, die im Einzelnen überraschen und schockieren können, summieren sich nicht zu einem noch größeren Erlebnis. Im Gegenteil: Die Energie, die von einem einzelnen Werk ausgeht, verschwindet. Zusammengenommen wird alles ein bisschen monoton und belanglos.

Annett Groh

The Mystery of Banksy ist bis 9. Januar 2022 in der Zeitenströmung (Königsbrücker Str. 96) zu sehen.

Finallesung der DRESDNER Miniaturen

Am 18. Juli entscheidet sich live im riesa efau, wer den Preis gewinnt

Der Sommer kommt und endlich gibt es wieder Literaturveranstaltungen – juhu! Nach der langen Dürre freue ich mich besonders, in diesem Jahr erstmalig eine sehr schöne Veranstaltung moderieren zu dürfen: Das Finale des Literaturwettbewerbs »DRESDNER Miniaturen« nebst Preisverleihung nämlich. Bereits zum viertem Mal wird der Preis für die beste Kurzgeschichte verliehen.

Mit dem Ziel, Dresdner Autoren untereinander zu vernetzen, anzuspornen und gleichzeitig stärker ins Stadtgespräch zu bringen, hat der Verein arts up e.V. im Herbst 2019 die vierte Ausschreibung des Kurzgeschichtenwettbewerbs gestartet. Aus allen Einsendungen wurden 13 Texte ausgewählt, die seither fortlaufend hier im Heft abgedruckt wurden. Aus allen veröffentlichten Miniaturen der aktuellen Wettbewerbsrunde hat unsere Jury, bestehend aus der freien Journalistin Annett Groh, Autorin Josefine Gottwald, DRESDNER-Chefredakteur Heinz K., Buchhändler Jörg Stübing und dem Vorsitzenden des Vereins Literarische Arena und Mitherausgeber der Zeitschrift »Ostragehege« Aron Koban ihre sechs Favoriten ausgewählt. Am 18. Juli, treten diese live und vor Publikum mit ihren Texten gegeneinander an – Wer sich am Ende die Miniaturenkrone auf’s vor Freude strahlende Haupt setzen darf, entscheidet das Publikum sowie die schon genannte Jury, die um den Vorjahressieger Hans-Haiko Seifert ergänzt wird.

Es lesen: Manuela Bibrach, Katharina Goetze, Elke Egger, Xaver Grimplini, Willi Hetze und Patrick Wilden. Alle Autoren haben einen Bezug zu Dresden und bereits Texte veröffentlicht. In der Finallesung präsentieren sie zunächst ihren eingereichten Text sowie neue Texte. Neben der Jury gibt das Publikum via Stimmzettel sein Votum ab. Der Preis in Höhe von 600 Euro wird gestiftet vom DRESDNER Kulturmagazin, vergeben werden außerdem Sachpreise.
Kaddi Cutz

Die Autoren der Final-Lesung:

Katharina Goetze (* 1984 in Dresden). Nach Stationen in England, Ägypten, Laos, lebt sie seit 2015 zwischen Dresden und Wien. Studium der Journalistik, Soziologie und der Modernen Nahostwissenschaften in London, Kairo, Oxford. Preisträgerin beim Bundeswettbewerb Treffen junger Autoren, Lyrik in Fahrt und zeilen.lauf-Wettbewerb 2017. Finalistin des Open Mike 2018 und unter den Top20 beim FM4-Wortlaut 2017. Veröffentlichungen in diversen Literaturzeitschriften und Anthologien (darunter Der Maulkorb, Lichtungen, Karussell). Schreibt Prosa, Lyrik und Theaterstücke. Ihr Dramolett I heart Gorbitz wurde im Juni 2019 als Teil von PPNews: Gerüchte in Kooperation mit Armada of Arts und dem Europäischen Zentrum für Künste Hellerau in Dresden-Gorbitz aufgeführt. Sie arbeitet derzeit an ihrem ersten Roman, dessen Arbeitstitel jeden Montag wechselt.

Elke Egger wurde in Geislingen an der Steige (Baden-Württemberg) geboren und zog nach dem Abitur Ende der 80er Jahre nach West-Berlin, wo sie Publizistik, Romanistik und Geschichte studierte. Persönliche, aber auch mediale Erlebnisse, die schwerer wiegen als andere, werden in ihren Geschichten verarbeitet, so auch in der vorliegenden der Amoklauf in der Albertville-Realschule in Winnenden 2009. Ganz in der Nähe hatte sie als Schülerin ihr erstes Praktikum bei einer Tageszeitung absolviert. Seit 1994 lebt und arbeitet sie als Journalistin und Malerin in Dresden.

Willi Hetze, geboren 1985 in Dresden, studierte Soziologie und Psychologie und promovierte an der Universität Erfurt. Er arbeitet heute als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der TU Dresden. Seit 2012 ist er Vorsitzender des Schriftstellervereins Dresdner Literaturner e.V. Literarisch befasst er sich mit der Digitalisierung und modernen Lebensentwürfen. 2015 erschien sein Erzählband Das Unbegreifliche der Katzenwege und er erhielt den Jury-Preis bei den Dresdner Miniaturen. 2018 folgte sein Roman Die Schwärmer, mit dem er für den SERAPH-Preis und den Kurd-Laßwitz-Preis nominiert war.

Xaver Grimplini, 1987 geboren, wuchs in Görlitz auf. Zog nach Abitur und einer Ausbildung zum Krankenpfleger hundert Kilometer westwärts. Heute lebt er mit seiner kleinen Familie in Dresden, arbeitet seit ein paar Jahren auf einer Palliativstation und studierte nebenher Philosophie und Geschichte. Dadurch verband er Broterwerb und brotlose Kunst miteinander und weiß seither noch weniger, wo das eine aufhört und das andere beginnt. Mit dieser Ungewissheit begibt sich der Autor schreibend auf die Reise, versucht gedanklichen Neben- und Lebensgeräuschen aus Beruf und Alltag eine textliche Form zu geben.

Manuela Bibrach, geboren 1971 in Dresden, ist Diplomingenieurin für Umweltbildbildung und -psychologie. Sie hat Gedichte und Prosatexte in diversen Zeitschriften und Anthologien veröffentlicht(u.a. in Der Maulkorb, entwürfe, Krautgarten, Dreischneuß, die Novelle, Versnetze, Ostragehege, Am Erker, Dichtungsring, Ort der Augen). 2012 war sie 1. Preisträgerin des 14. Irseer Pegasus, 2018 2. Preisträgerin des Feldkircher Lyrikpreises, 2019 3. Preisträgerin der Dresdner Miniaturen, und 2020 2. Preisträgerin des Prosawettbewerbs Antho?-Logisch! 2018 erhielt sie ein Auslandsstipendium (Breslau) der Sächsischen Kulturstiftung. Sie ist Mitglied der Oberlausitzer Autorenrunde sowie Mitglied im Dresdner Literaturforum.

Patrick Wilden, geboren 1973 in Paderborn, aufgewachsen in der Region Kassel. Nach einem Studium in Tübingen und einem Verlagsvoluntariat in Stuttgart arbeitete er viele Jahre in einem Antiquariat in Dresden und ist dort heute für eine Bibliothek und ein Archiv sowie als Redakteur in einer Literaturzeitschrift tätig. Im November 2019 erschien als Raniser Debüt sein Gedichtband Alte Karten von Flandern, woraus er seitdem auch auf Lesereisen vorträgt.

Die Finallesung der DRESDNER Miniaturen findet am 18. Juli um 17.30 Uhr im riesa efau statt, bei schönem Wetter als Open Air im Hof; Schlechtwettervariante: Runde Ecke. Moderation: Kaddi Cutz, Musik: DJ Cramér. Karten können zum Preis von 8 Euro / ermäßigt 6 Euro via E-Mail an arts.up@gmx.de vorbestellt oder an der Abendkasse erworben werden.