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Das Eisenbahntheater»Das letzte Kleinod« erzählt vom Sommer 1989

Mit »Über den Zaun« wird die Geschichte von tausenden DDR-Bürgern, die im Sommer vor dem Fall der Mauer in den Westen fliehen wollten, lebendig. Unter freiem Himmel spielend, bezieht sich das Theaterprojekt dabei auf reale Ereignisse in der bundesdeutschen Botschaft in Prag, bei denen tausende Menschen buchstäblich über den Zaun kletterten und dort wochenlang auf ihre Ausreise hofften. Sie konnten damit nicht nur ihre persönliche Ausreise erwirken, ihr Handeln trug im erweiterten Sinne auch zur Öffnung der Grenzen und dem Fall der Mauer bei. 35 Jahre später wird ihre Reise in die Freiheit, die über Dresden und Plauen bis hin zu der damaligen Grenzstadt Hof führte, chronologisch rückwärts erzählt. Dabei ist Dresden als letzter Spielort nicht weniger besonders, im Gegenteil: Hier zu spielen ist für das Theater aus Niedersachsen eine Premiere.

Über den Zaun, Foto: J. Siemssen

Das besondere an ihrer Spielweise: Es handelt sich um ein Objekttheater. Auf der Bühne verwendete Gegenstände fungieren nicht als starre Requisiten, sondern bleiben stets in Bewegung und dadurch wandelbar. Neben dem örtlichen Bezug war auch das Aufgreifen persönlicher Erfahrungen für eine authentische Erzählweise von Bedeutung. Deshalb wurden sowohl die Rollen als auch ihre Dialoge aus verschiedensten Interviews mit Zeitzeugen konzipiert. So kann es gelingen, die gezeigten Ereignisse auf besonders eindrückliche Weise nachzuerleben. Diese Form des »Nahebringens« eines Stücks Geschichte macht in ihrer Wirkung nicht auf der Ebene des Publikums Halt. Schauspielerin Magarita Wiesner hält dazu fest: »Es macht etwas mit dir, auch auf der Bühne.«

Lucille Engelhard

Aufführungen finden vom 7. bis 11. Juli im Güterbahnhof Dresden-Friedrichstadt, Waltherstr. 34, jeweils um 18 Uhr statt. Die Vorstellung dauert ca. 90 Minuten und ist eingeschränkt barrierefrei. Tickets und mehr Infos unter das-letzte-kleinod.de.