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Drangsal

Zores

(Caroline)


Das Debüt eine Huldigung, jetzt ein Ausblick. War Max Gruber mit »Harieschaim« fest im New Wave der frühen 80er verankert, funktioniert der Nachfolger »Zores« wie ein Hoffnungsträger. Einzeln wie als Kanon schüren die neuen Stücke das starke Gefühl, dass sich hiesiger Pop eben nicht nur an bierdünstigen Kalendersprüchen und fader Wohngemeinschafts-Nostalgie orientieren kann. Drangsal macht musikalisch wie textlich einen großen Schritt zur Seite und steht plötzlich mit Abstand alleine da. Hier dunkel, da liebesrot, um im nächsten Moment züchtig schwarz daherzukommen. Ermuntert von Produzent Markus Ganter singt Max Gruber nun überwiegend deutsche Texte – lautmalt sich durch morbide Atmosphären, klagt aufmüpfig gegen den Rhythmus der Masse. Das alles klingt so groß und durchdrungen, dass es trotz 50 Pfund Pathos vollends funktioniert. Eigensinn klang selten schöner. Man hört die Poster an der Wand in Grubers Jugendzimmer und weiß, dass er mit diesem Meisterwerk selbst zum Anti-Posterboy der hiesigen Poplandschaft aufsteigen wird. »Gegen die Decke meines Schädels schlägt ein Spalier junger Mädels«. »Zores« steht im pfälzischen für jemand, der Ärger will. Die Mittelmäßigkeit implodiert. Gekauft.
M.Hufnagl
www.drangs.al
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