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Deadheads

This one goes to 11

(High Roller Records/Soulfood)


Für Rock‘n‘Roll gibt es ein klares Qualitätsbarometer: schafft es eine Platte mit wenigen Takten, den Zuhörer aufgeheizt und auf der Suche nach Gefahr, Abenteuer und einem guten Drink vor die Tür zu treiben, bewegt man sich schon mal im roten Bereich. Rock‘n‘Roll als fiebriges Gegenteil von gesundem Verantwortungsbewusstsein – der Club, die Nacht, die Band als Verbündete tanzwütig Getriebener. Gelingt es einer Band darüber hinaus, der Welt Songs an die Hand zu geben, die mit ihrem arroganten Verve wie ein stets verfügbares Antidepressivum gegen die Tristesse des Alltags wirken, dann, aber nur dann, hat man es mit der Königsklasse zu tun. Willkommen bei den Deadheads! 2011 in Göteborg gegründet, überzeugte die Band schon mit ihrem ersten Album Fans und Kritiker, ihnen von nun an ihr Gehör zu schenken. Vollkommen zurecht. Schließlich ist da plötzlich ein Sound, der die Erinnerung an frühe Phasen von Gluecifer, Hellacopters und Turbonegro wieder spürbar macht. Gleichzeitig zerschlagen die Deadheads genug Porzellan, um Nostalgie gar nicht erst aufkommen zu lassen. Eine Tradition, die der schwedische Vierer auch mit der dritten Platte stoisch aufrecht erhält. Laut und plakativ, klar, aber eben kein einfältiger, aufgesetzter und prätentiöser Sound als Plagiat alter Helden. Authentisch kommt sie daher, die Genrevielfalt, welche die Deadheads trotzt fortgeschrittener Geschwindigkeit immer wieder durchblitzen lassen. Garage Rock trifft da schon mal auf Boogie-Woogie-Takte, bevor eine ordentliche Portion Glam à la Kiss die Schnoddrigkeit der New York Dolls umgarnt. Für Sänger Manne Olander eine klare Sache: »Wirkliche Musikliebhaber sind nicht auf ein einziges Genre fixiert. Gute Musik bleibt gute Musik. Wir spielen einfach nur Rock ‘n’ Roll.« Damit ist alles gesagt. Jetzt läuft Song Nummer 9. »Lucifer« ist sein Name und ich brauch erst mal einen Drink.
M.Hufnagl
www.deadheadsband.com/
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