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Hanni El Khatib

Savage Times

(Innovative Leisure)


Ein paar Jahre ist es her, dass ich mich mit schlimmen Kater vom Vorabend ins White Trash an der Schönhauser Allee schleppte, um mir diesen Haudegen aus Los Angeles anzuhören. Es sollte sich lohnen. Die Platte »Head in the Dirt« wurde zum Soundtrack meines Sommers, Khatib zum Garagen-Rock-Komponisten verschlagener Großstadtträumereien. Ein Abend, ein Konzert als Initialzündung einer fortwährenden Euphorie über Khatibs Songs, erreicht die Freude mit der Veröffentlichung seines jüngsten Werkes ihren vorläufigen Höhepunkt. Unter der Überschrift »Savage Times« sind neben fünf bereits veröffentlichter EPs, eine knappe Hand voll Bonustracks für den breiten Markt gebündelt. Gut so. Auf Vinyl als Doppel-LP erschienen, präsentieren sich schließlich alle vier Seiten als Werkschau einer Rampensau, die es vermag, sich mühelos und mit einem unverschämt individuellen Sound innerhalb verschiedenster Genres zu bewegen, diese gar selbstbewusst vor sich herzutreiben. Alle repräsentierten Gattungen hier aufzuzählen wäre Nerd-Getue und somit fehl am Platz. Wichtig ist hingegen, dass »Savage Times« erneut das Zeug zum Soundtrack der staubig-heißen Zeit hat – in allen Gemütslagen, vom Morgengruß bis Abendsuff, das Board unter den Füßen oder vorm Rechner im Büro. Platten, bei denen man die Nadel getrost immer wieder auf die erste Rille legen kann, ohne ihrer müde zu werden. Dem nicht genug, liefert Khatib mit »Born Brown« unverhofft den stampfenden Beat für einen Marsch wider der Agenda des amtierenden US-Präsidenten. Respekt.
M.Hufnagl
hannielkhatib.com/
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