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Backyard Babies

Four by Four

(Gain Records)


Die englische Presseinformation zu dieser Platte gebraucht den Terminus »hiatus«, um die vorgelagerte Auszeit der Band zu benennen. Umso treffender, dass dieses Wort im Deutschen auch mit »Lücke« übersetzt werden kann – denn die hätten Nicke, Dregen & Co. definitiv hinterlassen, wenn sie sich in die vorzeitige Quieszenz verabschiedet hätten. »Wir haben kein großes Aufhebens darum gemacht, sondern einfach angefangen«, kommentiert der Mann hinter dem Kajal dann auch überraschend tiefstapelnd meine Frage danach, wie Freunde, Fans und Kritiker nach fünf Jahren Wartezeit reagiert haben, als es an die Arbeit für ein neues Album ging. So bescheiden die Aussage, so herrlich größenwahnsinnig das Ergebnis. Neun Stücke, etwas über eine halbe Stunde Spielzeit, keine Kompromisse. Kurzum: The boys are back in town. »Four by Four« ist ob seiner Geradlinigkeit dabei weit davon entfernt die sichere Bank vier älterer Herren zu sein. Vielmehr ist es ein laut-kratziger Aufschrei nimmermüder Rocker wider unser aller Endlichkeit. Zu pathetisch? Gut so. Rock'n'Roll war schließlich immer schon eine Ode an die Liebe, die Jugend, den Wahnsinn und den Raum dazwischen. Dass man diese auch nach über 25 Jahren Bandgeschichte noch mit ordentlich Druck zelebrieren kann, beweisen Songs wie der Opener »Th1rt3en or Nothing« oder das nicht minder treibende »White Light District«. So fällt die Antwort Dregens auf die Frage, wo er sich in 15 Jahren sieht mit »auf der Bühne« nicht wirklich überraschend aus. Zu wünschen ist es ihm. Und uns. Hell Yeah!
Matthias Hufnagl
backyardbabies.com/
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