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Imperial State Electric

Reptile Brain Music

(Psychout/Soulfood)


Schon im Mai diesen Jahres verriet mir Frontmann Nicke Andersson, dass ein neues Album bereits fertig sei und im August erscheinen werde. Ohnehin sei er der Ansicht, dass man es wieder »wie in den 60ern oder 70ern handhaben und zwei Alben pro Jahr veröffentlichen« sollte. Ein Vorhaben, das die Band zumindest bislang nicht ganz umsetzen konnte. Immerhin steht mit »Reptile Brain Music« seit Ende November aber das bereits vierte Album (die Cover-Platte »In Concert!« mitgezählt) der Band im realen wie virtuellen Plattenladen. Seit Gründung 2010 macht das eine Veröffentlichung pro Jahr, was die Jungs ihren Vorbildern aus den 60ern und 70ern zumindest in puncto Arbeitsethos schon mal verdammt nahe bringt. Auf der neuen Platte erwarten den geneigten Hörer nun zwölf Songs, erwartungsgemäß allesamt gut geschliffene Rock'n'Roll-Diamanten, mit feinen Glam und BoogieWoogie-Einschlüssen, gefasst in einem massiven Ring, wie ihn nur die Könige des Rock stolz am hoch in die Luft gereckten Mittelfinger tragen dürfen. Etwas weniger pathetisch: »Reptile Brain Music« ist zum einen Rock'n'Roll, wie er zu klingen hat, zum anderen der verstärkte Beweis, dass die ganze Sache mit dem Ende von Bands wie Gluecifer, Adam West oder eben auch den Hellacopters natürlich längst nicht gegessen war. Umso erfreulicher, dass sich Imperial State Electric mehr und mehr vom Projekt eines scheinbar übermächtigen Frontmanns, hin zu einer verschworenen Gang mit gleichberechtigten Mitgliedern entwickelt – was schon allein daran erkennbar ist, dass bei der ersten Single »Reptile Brain« der Gesang von Bassist und Nebenjob-Frontmann der Datsuns Dolf de Borst und eben nicht Nicke zu hören ist. Summa summarum liefern Imperial State Electric mit dieser Platte das, was Nicke im Interview gern auch mal als seine ganz persönliche Philosophie des Rock'n'Roll angibt. Zitat: »Die Leute vergessen oft, das Musik Unterhaltung ist, gleichzeitig aber eben auch einen Sinn hat und wenn es nur bedeutet, für eine Stunde weniger gestresst zu sein.« In diesem Sinne: volle Punktzahl!
Matthias Hufnagl
www.facebook.com/imperialstateelectric
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