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Spun

All Inside

(LSFM Music Group)


»All inside« – ein sehr treffender Titel für dieses Album, denn hier wird exzessiv in den letzten zwei Dekaden des Rock/Grunge gewildert. Extreme und Pearl Jam lassen grüßen. So wie das von Spun hier zelebriert wird, bereitet das Spaß und Ungemach gleichermaßen. Beim ersten Titel »No Inspiration« ist der Name Programm. Fast unverständlich, warum dieser als Opener gewählt wurde. Auch offenbart er ein Problem, dass sich fast durch die ganze Platte zieht: der Gesang ist viel zu weit im Vordergrund, bzw. stellenweise zu laut abgemischt. Daher klingt die Platte produktionstechnisch nach Pop und nicht nach Rock mit Ausflügen ins Deftige, die sie eigentlich sein will. Auch der Gitarre hätte etwas mehr Verzerrung gut getan. Das klingt ein wenig weichgespült und lässt die Stimmung manchmal ins Schmalzige kippen, insbesondere wenn ein Titel eine etwas härtere Gangart einschlägt. Live ist das glücklicherweise nicht so und man kann wirklich nur raten, sich die Jungs mal bei einem Konzert anzuschauen. Die Platte als handwerklich solide zu bezeichnen wäre untertrieben, hier weiß man, was man tut und insbesondere die Rhythmus-Fraktion liefert auf Konserve wie auch Live eine starke Leistung. Über allem trohnt der Gesang von Stefan Other, dessen stimmliche Verwandtschaft mit Eddie Vedder einfach nicht zu leugnen ist. Es fehlt aber die Schippe Dreck, das kleine Kratzen und so wirken selbst Uptempo-Nummern wie »Living In A Pit« poppig. Musikalisch wird Abwechslung geboten. Von der Ballade (»Fall Again«) bis zum Rock/Metal (»Roots«), das an Disturbed erinnert. »Roots« ist auch eine klare Anspielempfehlung. Der Titel hat viel zu bieten, instrumental und gesanglich. Ebenfalls einen sehr guten Eindruck macht der Titeltrack »All Inside«, der mit einem großartigen Refrain auftrumpft. Und dann ist da noch der Coversong. Eine wirkliche Überraschung. Spun versucht sich hier an »I´m The Walrus« von den Beatles. Erst einmal Chapeau für die Auswahl des Titels. Gut, dass hier mal nicht die üblichen Verdächtigen unter den Beatles-Songs herhalten mussten. Dennoch hinterlässt einen der Song mit gemischten Gefühlen. Musikalisch ist er dem Bandsound entsprechend umgesetzt, aber der Gesang ist etwas zu zaghaft. Insgesamt fehlen die Überraschungen und hier und da ein paar Ecken und Kanten. Potenzial und Spielfreude sind auf jeden Fall vorhanden und die zwei Highlights »Roots« und »All Inside« versprechen, dass diese Band noch viel vor hat.
R.A.
www.facebook.com/spunband
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