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Grizzly Bear

Shields

(Warp/ Rough Trade)


Nach dem Erfolg von »Veckatimest« 2009 und der dazugehörigen Tour in Europa war es um die vier New Yorker recht ruhig geworden. Das hatte seinen Grund, schließlich wollten sich Grizzly Bear nicht einfach dem hektischen Rhythmus der digitalen Welt unterwerfen und zum Anwachsen des Datenmülls beitragen, indem sie, wie so viele andere, die schnell gelangweilten Musiknutzer mit Variationen ihrer Erfolgsstücke beglückten. Nun kommt also das vierte Album; nicht als unerhörter Paukenschlag, aber doch als Offenbarung. Die Jungs sehen nicht gerade aus wie Waldschrate, die der Welt Heilung verheißen, indem sie ihr den Rücken zukehren. Sie sind auch keine Hippi-Folks, obwohl sie versehentlich in dieser Schublade gelandet sind. Zurückgezogen im texanischen Marfa, spielten sie neue Songs ein, verwarfen sie wieder und kamen schließlich dann doch auf eine gemeinsame Wellenlänge, was dem Album deutlich anzuhören ist. Der Gesang ist nicht so perfekt inszeniert wie auf dem Vorgänger, die Songs sind vielschichtiger und, ja, nachhaltiger geworden. Sie bohren sich bis auf zwei Ausnahmen (»Speak In Rounds«, »Yet Again«) nicht sofort ins Ohr. Was hängen bleibt, sind vereinzelte Harmonien, Bläserfetzen, mehrstimmige Refrains, verträumte Piano-Linien, zurückhaltende Streicher, schräg verzerrte Klang-Kombinationen aus Keyboard und Gitarre, ungerade Beats und ein Gefühl von Faszination beim Eintauchen in dieses organisch pulsierende Klanggewässer. Irgendwo zwischen Sigur Rós, Radiohead, Folk, Indie und Psychedelic erschaffen die Grizzlybären einen fantastischen Mikrokosmos an Stimmungen und Zwischentönen, der sowohl erhaben als auch zutiefst melancholisch, düster wie himmlisch ist. Das finale Stück ist zugleich der Gipfel der Mühen der Ebene und Essenz der Dinge: Vom Hauptmotiv, einer Piano-Elegie ausgehend, schrauben sich Keyboard, Stimme, Bass, Gitarre und Drums dynamisch in lichte Höhen, der Sonne entgegen.
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grizzly-bear.net
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