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Coincidenzia

17. Sui

(Zufall3177/ art-Erroist)


Elf in der ganzen Welt verstreute Musiker, die einander nicht kennen, alles andere wird dem Zufall überlassen. Das Projekt Coincidenza hat sich dieses Experiment zum Konzept gemacht und präsentiert mit Sui das zweite Album, das der Improvisation einen neuen Beigeschmack gibt: den der reinen Improvisation, die aus der Spontaneität und Verschrobenheit einander völlig fremder Künstler geboren wird. Mit Urgesteinen wie Jean-Hervé Peron (Faust) oder dem im Freejazz verwurzelten Hans Hartmann wagt Sui eine schizophrene Reise von Minimal, Folklore über Klassik und Freejazz zu Noise und Elektro – man merkt, das alles möglich ist. Im Vergleich zum selbstbetitelten Vorgänger, in dem die Improvisationen von 24 Musikern zu hören waren, ist Sui deutlich vokallastiger und verfeinerter, stimmliches Experiment trifft hier auf den raffinierten Umgang mit verschiedensten Instrumenten auf einer skurrilen Gratwanderung zwischen Melodie und Dissonanz. Jedes Stück hat einen ganz eigenen Charakter, weshalb man eher von einer Compilation, als von einem Album sprechen kann. Es erinnert etwas an das Projekt Cobra von John Zorn, nur ohne Dirigent. Alle Schranken fallen und was dabei herauskommt, ist im wahrsten Sinne einmalig. Oder wie Peron es selbst beschreibt: bizarr!
MP
zufall3177.com/de_Sui.htm
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