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Zum Leben zu wenig, zum Sterben zu viel! - Impressionen einer Dresdner Familie im Boulevardtheater
10. März 2015 – Mit ein paar Kirsch-Schnäpschen und auf dem Balkon gekühltem Bier feierte Familie Bernd Seifert vergangenen Sonntag ihre Premiere im Boulevardtheater – ganz nach dem Motto »Wer Sorgen hat, hat auch Likör.«. Müsste man die Intention des Stücks benennen, wäre diese wohl »Entertainment«, besonders oder fast ausschließlich für ein bestimmtes Publikum: Die Dresdner. »Zum Leben zu wenig, zum Sterben zu viel« – die Maxime des Bernd Seifert. Kaum ist die Familie in ihr neues Heim gezogen, beginnen schon die Probleme. Das Unternehmen des Klempners läuft zwar gut, sogar einen Lehrling hat er, doch der Umzug war teuer, und plötzlich sitzt ihm auch noch das Steueramt im Rücken. Darauf erst mal zwei Kurze. Jedes Familienmitglied hat dazu noch seine ganz eigenen Schwierigkeiten zu überwinden. Frau Seifert hat neben den täglichen Ehe- und Haushaltsproblemen nun auch noch mit der Planung für den 50. Hochzeitstag ihrer Eltern zu kämpfen. Tochter Linda, als einziges von drei Kindern noch im Hause Seifert, hat wie jeder Teenager das eine Auge auf das Handy, das andere auf Jungs geworfen. Die Freunde der Familie, wie der arbeitslose Heiko und Saunamitarbeiterin Sonja runden das Bild der Stereotypen ab.


Unter der Regie von Olaf Becker und dem Bühnenbild von Anna Beck, wird die Komödie »Familie Bernd Seifert« zum ausgelebten Klischee einer Dresdner Familie. Entgegengesetzt der Regel, dass zwischen Darsteller und Rolle unterschieden wird, gilt diesmal eine Ausnahme, denn dem Darsteller Bernd Seifert als waschechtem Dresdner wird die Hauptrolle der Komödie zu Teil: Er spielt sich selbst. Bernd Seifert ist »Bernd Seifert«. In der Aufführung als Klempner und Unternehmer dargestellt, ist er auch im echten Leben Gas- und Wasserinstallateur, mit einer Schwäche für das Theater. Erst nur für den Umbau der sanitären Einrichtungen im Boulevardtheater zuständig, wird er plötzlich selbst zum »Star« auf der Bühne. Wie könnte man einem Stück eine noch persönlichere Note geben? Nach einem visuellen Stadtrundgang durch Dresden wird die Bühne zum Wohnzimmer umgestaltet. Immer wieder wird der regionale Bezug zu Dresden hervorgehoben, sei es für die Optik der Bautz'ner Senf auf dem Esstisch und einschlägige Tagespresse auf der Couch oder das prägnante »Nu!« am Ende eines Satzes. Neben dem Wohnzimmer wird auch der Rest der Bühne, sogar das Parkett, als Spielraum genutzt. Abwechslung wird durch gelegentliche Tanz- und Gesangseinlagen geboten.


Das Stück bleibt, was es zu sein behauptet: Eine »Dresdner« Komödie. Eine Aufführung gemacht für ein breites Publikum mit besonders hohem Identifizierungsgrad für Einheimische. Mal etwas lauter, mal etwas leiser, aber gelacht hat jeder im Publikum an irgendeiner Stelle. Stoff für einen Abend mit Unterhaltung bietet die überspitzte Komödie allemal. Mit Konfetti, Luftballons und Beifall endete die Premiere genau so, wie Familie Bernd Seifert es mag: bunt, heiter und laut.

Lisa-Marie Laux / Fotos: Robert Jentzsch

Nächste Vorstellungen: 10., 21., 25., 28., 29.3.2015 Boulevardtheater.



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