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The Wedding Present
am 2. Oktober 2012 im Beatpol. Das erlebt der geneigte Konzertbesucher auch nicht alle Tage: Eine Band hat ein Dutzend Alben aufgenommen, darunter ein ganz aktuelles. Mit »Seamonsters« stellen The Wedding Present jedoch eine vermeintlich olle Kamelle in den Mittelpunkt ihres Live-Auftritts. Es ist nicht das erste Mal, dass die Combo – oder besser gesagt ihr Kopf David Gedge – das Publikum mit dieser Idee konfrontiert. Vielleicht sollen so ja Nachwuchshörer an den Backkatalog herangeführt werden. Bei einem Blick durch die Beatpol-Publikumsreihen geht diese Theorie zumindest in Dresden nicht auf. Es dominieren graue bis gar keine Haare. Doch bei den Fans der ersten Stunde (Bandgründung war 1985) schlägt nach wie vor das Rock(er)herz. Letzteres wird bestens bedient vom Meister des Hochzeitsgeschenks und seinen deutlich jüngeren, aber nichtsdestoweniger wunderbaren Mitspielern Graeme Ramsay an der Gitarre, Charlie Layton am Schlagzeug und der Schweizerin Pepe le Moko am Bass. Letztere bringt David Gedge nicht nur ein paar deutsche Worte bei, sie sorgte auch für die gesangliche Umsetzung der überraschenden Coverversion eines Klee-Songs. Dieser war Teil der ersten guten halben Konzertstunde, in der »monsterfreie« Stücke erklangen. Danach wurde die dritte Studioplatte der Band, die seinerzeit Steve Albini (The Pixies) produziert hatte, performt. Die gesamte Show kam musikalisch wie aus einem Guss. Will heißen: Stilistische (Alters-)Unterschiede zwischen den Seamonster-Kompositionen und neueren Stücken ließen sich kaum ausmachen. Kraftvoller Indie-Pop-Rock, gern auch mal geschrammelt, das macht die John-Peel-Lieblinge aus. Was gut ist, kann so bleiben. Und so gab es traditionell auch keine Zugaben. Stefan Bast/ Fotos: André Hennig




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