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Ofrin und Eye Emma Jedi
am 4. Mai 2013 im Beatpol. Ein Doppelkonzert im Beatpol, zwei Bands, die völlig gegensätzliche Auffassungen von Populärmusik vertreten – leider vor nur rund 50 Besuchern. Gekommen waren wir hauptsächlich wegen Ofrin, einer dreiköpfigen Berliner Band. Kopf, Stimme und Mastermind dieser Formation ist Ofri Brin, eine junge Dame, die in den letzten Jahren zwei Alben veröffentlichte, und nun mit dem im April erschienen dritten, »The Bringer«, auf Tour ist. Zwei Kompagnons als Rhythmusgruppe, der Mac als treuer Begleiter und ihre sirenenhafte Bühnenpräsenz – das ist Ofrin. Mir fiel sie zum ersten Mal auf, als sie vor einem reichlichen Jahr in Hellerau mit den drei Jungs von Feature Ring kollaborierte und ein unvergessliches Konzert ablieferte. Seitdem, ich gebe es gern zu, bin ich »Fan«. Und leider war ich nicht schnell genug, mir für das dann ausverkaufte Konzert von Käpt`n Peng im Beatpol am 20. April ein Ticket zu sichern, denn dort war sie allein mit ihrem »Mäci« als Opener gebucht. Darum große Vorfreude auf das Konzert mit Band. Ofrin: Es ist schwer zu beschreiben, für was für eine Art Musik dieser Name steht, das neue Album ist an Vielfalt kaum zu überbieten. Es gibt Anklänge von Folk, Jazz und (aufgrund des mitunter eingesetzten bulgarischen Frauenchores) auch Elemente der sogenannten World Music zu hören. Das Ganze ist mit feinem Gespür für tanzbaren Electro gemischt, am Ende ergeben sich mitunter regelrechte Dancefloorburner – wie zum Beispiel »Shut Up«. Rhythmen, verschachtelt und versetzt mit niedlichen Einfällen wie dem Einsatz einer Vogelstimmenpfeife und witzigem selbstgebauten Instrumentarium. Die Alben »The Bringer« und »On Shore Remain« von 2008 seien jedermann empfohlen, der sich mit abwechslungsreicher und wirklich neuartiger Musik beschäftigen mag. Am ehesten vielleicht vergleichbar mit den frühen Veröffentlichungen von Moloko. Denn soweit entfernt von dieser berühmten Combo ist Ofrin auch in puncto Stimme und optischen Fesselungskünsten nicht: Das neue Album wurde adäquat auf die Bühne gebracht, zur Musik kam nun noch eine gänsehauterzeugende Performance. Sie als Energiebündel hinter ihrem Mikro derwischen zu sehen, ihre Stimme als das vielleicht wichtigste Instrument der Veranstaltung – ein Erlebnis sondergleichen! Schade, dass nur so wenige Besucher sich davon haben locken lassen.
Die zweite Band des Abends, Eye Emma Jedi, ging ganz anders an Tanzbares heran. Die fünfköpfige, norwegisch-englische Formation präsentierte straighten, sehr blueslastigen Rock. Teilweise waren vier (!) Gitarren in Aktion, unterstützt von Drums und Synthesizer. Nicht wirklich neu, aber dafür sehr energiegeladen. Eine Show, der man anmerkte, dass die fünf schon mehrfach vor größerem Publikum gespielt haben. Manche Musik brauch einfach mehr Zuschauer, sich bewegendes Publikum, um richtig zu funktionieren. Der Band ist nichts anzulasten, sie taten das, was sie wirklich gut können: Rocken! Tom Ehrlich/ Fotos: André Hennig




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