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Leider sehr fader »Spuk unterm Riesenrad«
Auf dem wunderschönen Konzertplatz am Weißen Hirsch ist mit der Bühnenadaption des DDR-Kult-Kinderklassikers alles in den Sand gesetzt worden. Das fing schon wunderbar an: Noch vor Beginn der Premiere waren die Fischbrötchen ausverkauft. Das Publikum blieb trotzdem. Für eine Authentizität stiftende Atmosphäre des Rummels ist ein »Gamecenter« aufgestellt worden. Älteren Herrschaften ist das noch unter dem mittlerweile antiquierten Begriff der »Losbude« bekannt. Vierzig Jahre alte »Witze« um Egon Krenz und Konsorten sind müde in den Text eingebaut worden. Und leider ist nicht vorher angekündigt worden, dass auch noch gesungen wird. So kann man einem natürlich auch das Gruseln lernen. Wer den gefühlt 72. Teil der »Hexe Baba Jaga« gesehen hat, weiß, wo hier die Niveaulatte liegt, also nicht mal hängt. Das Publikum fand sogar noch weniger Gefallen an den Gags als bei »Cat Ballou« in der Comödie.
Müde schleift sich der Rezensent durch diese Zeilen, so wenig gibt es zu dieser fahlen Geschichte zu sagen. Ach, da ist doch etwas: Pilgert in Heerscharen gen Konzertplatz! Zwei Dinge sind unschlagbar! Mangels einer Theaterklingel bittet eine weibliche Stimme aus dem Lautsprecher das Publikum, die Plätze einzunehmen. Deren französischer Akzent ist das mit Abstand Erotischste, was es momentan in Dresden zu hören gibt. Dann möge man recht viel Bier trinken, um einen Grund zu haben, die momentan in Dresden schönsten Klos aufzusuchen. Der derbe Containercharakter der Örtlichkeiten sollte dabei ignoriert werden. Es kommt auch hier auf die inneren Werte an: Hat schon mal jemand ein Klo mit Lampen im Fußboden benutzt? Edles Pinkeln. Oder wie sagt Oberwachtmeister Bullerjahn in der Inszenierung? »Sie amüsieren sich? Wieso weiß Ihr Gesicht dann nichts davon?« Tatsache. S.R.

Nächste Vorstellungen: zahlreiche Termine im August (bis 1. September).



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