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Junge Choreographen in der Gläsernen Manufaktur
Angesichts der Fülle der Arbeiten, die mittlerweile im Rahmen der Reihe »Junge Choreographen« des Semperoper Balletts entstanden sind, lassen sich zwei gegensätzliche Tendenzen beobachten, die sich auch im diesjährigen Programm wiederfinden. Das eine sind introspektive Reflexionen nahe an der Grenze zum Traum, die vorrangig aus einem Bewegungsvokabular und einer Dramaturgie schöpfen, die jeweils als traditionell bezeichnet werden können.
Qualitativ lassen diese Arbeiten keine Wünsche offen. In der Gläsernen Manufaktur hat sich dieses Mal aber gezeigt, dass die anderen Arbeiten in der Gunst des Publikums höher stehen. Es sind die experimentellen, nach neuen Ausdrucksformen suchenden Choreographien. Und von denen sticht am meisten das raue »The Holding Light« von Caroline Beach heraus. Die Idee eines einzelnen, beweglichen Scheinwerfers ist zwar alles andere als neu (als der Klassiker schlechthin gilt wohl Forsythes »Enemy in the Figure«), aber die dramaturgische Umsetzung unterstützt hier die ungezähmte Formensprache auf simple wie verblüffende Weise. Die Tänzer selbst richten den Lichtkegel immer wieder neu, was aber an seiner Statik nichts ändert. Dadurch ist die Zügellosigkeit der Choreographie dem Licht mehr als nur einen Schritt voraus und schafft eine zusätzlich verstärkte Dynamik. Auch der Überflieger Johannes Schmidt, der es mühelos vom Elevenprogramm der Paluccaschule ins Ensemble des Semperoper Balletts geschafft hatte, beeindruckt mit einem sicheren Solo für Cindy Hammer. Seine unkonventionelle Musikwahl in Kombination mit einer eindringlichen Videosequenz überzeugt absolut. Der schroffe, in Punkten mechanische choreographische Ansatz verschafft seiner Tänzerin auffällige Präsenz. Von ihm wird man noch einiges hören.
Den Abschluss bildet eine fulminante Actionkiste von Claudio Cangialosi. Sein »Real D« ist der Blockbuster des Abends, der sämtliche räumliche Möglichkeiten ausnutzt, um eine Nummer à la »James Bond jagt Dr. No irgendwo durch den Orient“ zu inszenieren. Äußerst unterhaltsam. S.R.

Nächste Vorstellungen: 20.1.2013, 17 & 20.30 Uhr in der Gläsernen Manufaktur



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