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Das Finale des »sound of dresden« 2013.
20 Minuten können eine verdammt lange Zeit werden, wenn man vorm Mikro zu aufgeregt ist und die Chance nicht zu nutzen versteht. Das Publikum wird schnell unaufmerksam, der Faden geht verloren. 20 Minuten können aber auch viel zu kurz sein, wie im Falle des Duos The Naked Hands, das mit vier Händen Schlagzeug und E-Gitarre exzellent bediente und mit fünf dynamischen Dreiminuten-Rock´n´Roll-Songs sowohl Publikum als auch Jury überzeugte, ja schlichtweg begeisterte und damit den Music Contest gewann.
Der Auftakt des denkwürdigen Abends des im neuen Modus daherkommenden »sound of dresden« blieb Rany vorbehalten, der für das erkrankte Singer/Songwriter-Talent No King. No Crown. kurzfristig einsprang und mit seiner direkten Ansprache, seinen emotionalen deutschen Texten und seiner, obwohl kaum eingespielten aber doch sehr gut interagierenden, Band gleich für beste Laune sorgte. EnVivo um die stimmlich und körperlich leider etwas verhuscht daher kommende Frontfrau Alexandra Kayser mühte sich danach, das eigentlich hohe musikalische Niveau ihrer catchy Songs auch live rüberzubringen. Mit mäßigem Erfolg, denn der Funke wollte nicht so recht überspringen. Da fiel es den erwähnten »Nackschen Händen« viel leichter, den Draht zum Publikum gleich mit den ersten Takten zu finden.
Spun, im Vorfeld hochgelobt für ihre dynamischen Live-Performances und ihren fetten, vom Grunge der 90er Jahre beeinflussten Sound, hielten das musikalische Niveau hoch, doch vermisste der eine oder andere bei ihrem Auftritt etwas mehr Eigenständigkeit und Innovation in Sound und Arrangements, schließlich ist die Hochzeit von Soundgarden und Pearl Jam längst vorbei. Elisa Weiß hatte es mit ihrer mit Geige, Piano, Drums und Bass besetzten Band, danach nicht leicht, die Spannung zu halten. Stimmlich nur punktuell präsent, ging leider auch das Piano- und Geigenspiel im drum- & basslastigen Groove baden, was schade ist. Allein an der Technik kann es nicht gelegen haben, dass sie so wenig Akzente setzen konnte.
Den Jüngsten blieb es vorbehalten, den Schlussakkord mit Kawumm zu setzen. The Smokkings rissen mit ihrer stürmischen Performance auch noch den letzten gemütlich plaudernden Gast vom Hocker. Ihr von 60´s Beat, Punkrock und Shoegaze infizierter Garagensound funktionierte hervorragend, was auch an der stets vorhandenen Präsenz ihres Frontmanns und Gitarristen Johnethen Fuchs lag. Als Fazit lässt sich festhalten, dass der 23. März in der ausverkauften Groove Station, von Moderator »Talkman« Jari unprätentiös zusammengehalten, ein äußerst kurzweiliger, intensiver Abend war, der einen aufschlussreichen Einblick in die lokale Musikszene gewährte, die sich auf erstaunlich hohem Niveau bewegt. Und davon wünscht man sich wirklich mehr. K.Nolting

PS: Um evtl. auftretenden Missverständnissen vorzubeugen: Die in diesem Artikel geäußerte Kritik des Autors ist seine persönliche Sicht und entspricht nicht unbedingt der Meinung der Jury.



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