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Gekommen, um zu bleiben – Im Interview mit Oliver Tschentscher zur Eröffnung des Konk Klubs
Im Interview mit Oliver Tschentscher zur Eröffnung des Konk Klubs
■ Wer den Konk betritt, wird zuerst einmal im Lounge-Bereich von wandfüllenden Graffitis überrascht. Die Wände wurden von zum Teil namhaften Künstlern wie Slider und Caparso gestaltet und weisen schon darauf hin, dass wir es hier im Eventwerk, das die Golden Door GmbH betreibt und vermarktet, neuerdings mit Subkultur zu tun bekommen. Drei Clubs und drei Veranstaltungsflächen unterschiedlicher Größe sollen im ehemaligen Solidoor ab 8. Oktober zur Verfügung stehen. Zweifellos eine Bereicherung für die Dresdner Konzert- und Partyszene. Bereits vorgeprescht ist der Konk Club, der unter Federführung von Oliver Tschentscher alias DJ Oliver Thrill die alternativen Szenen von Metal und Hardcore über Indie bis HipHop mit Live-Acts bedienen will. DRESDNER-Redakteur Heinz K. hat sich vorab der Eröffnung in dem Club umgeschaut und mit Oliver Tschentscher unterhalten.

Du hast mit dem Metronom als Clubbetreiber nicht nur positive Erfahrungen gesammelt und bist nun wieder aktuell als DJ unterwegs. Warum hast du dich auf das Wagnis eines neuen Clubs eingelassen?

Oliver Tschentscher: Seit 1994 bin ich als DJ unterwegs, seit 1997 in Dresden. 2002 habe ich den Thrillbeats Club betrieben und von 2007 bis 2012 das Metronom. Nach dem Verkauf des Metronom, was für mich ein harter Schnitt war, habe ich mich für drei Jahre zurückgezogen, um mich selbst zu finden. Mein Töchterchen ist nun auch schon drei. Als Veranstalter habe ich mit der Yeah! Party im letzten Jahr wieder begonnen, die inzwischen auch in anderen Städten funktioniert. Aufgrund dieser Aktivitäten kam der Eigentümer im Juni auf mich zu und fragte mich, ob ich konzeptionell für die alternative Szene Ansprechpartner werden möchte. Die Idee habe ich dankend angenommen, und fand es vom Risiko her überschaubar, insofern dass mir der Eigentümer schon Konditionen gemacht und mich in die Position des Bookers gebracht hat, sodass ich mir gut vorstellen konnte, das zu tun. Nach einem Monat haben wir dann gesagt: Okay, lass uns den Konk als alternativen Club entwickeln, um große Konzerte fürs Eventwerk zu realisieren.

Nun gibt es in der Neustadt viele Clubs, die sich über Jahre etabliert haben. Wo will sich da der Konk Klub inhaltlich positionieren?

Oliver Tschentscher: Grundsätzlich liegt der Fokus des Konk Klubs auf der Subkultur. Die erstreckt sich aus meinem Leben und meinen Kontakten eher auf die Metal-, Hardcore- und Punkrockszene. Das Eventwerk ist ein neutraler Raum, da kann alles stattfinden. Aber im Konk selbst wird es eher um Metal, Hardcore, Indie, Alternative und um HipHop gehen, weil der Club dafür auch den entsprechenden Rahmen bietet.

Wo würdest du denn gern als Clubbetreiber in einem Jahr stehen?

Oliver Tschentscher: Sehr gerne würde ich gefestigt dastehen. So wie es jetzt losgeht und wie es sich anfühlt und meine Connections noch funktionen, denke ich, dass Konzertagenturen diese Location entern, und genau so wie örtliche und regionale Veranstalter wie Aust Konzerte und In Move das Potenzial der Location für diese Musikrichtungen erkennen. Zum Beispiel ist die Persistance Tour vom Schlachthof zu uns verlegt worden. Das ist natürlich ein Ritterschlag und sehr schön, weil ich diese Tour zum Anfang mitveranstaltet habe. Und dann möchte ich ein gutes Booking machen. Ich würde mich freuen, wenn alle zwei bis drei Monate verschiedene Partys greifen und dass regelmäßig am Wochenende und unter der Woche Konzerte stattfinden. Der Club ist jetzt, bevor er eröffnet wird, schon präsent, weil die Bands für sich sprechen. Der Club soll schon im Vordergrund stehen, Emotionen wecken und Stammkunden ziehen, aber eigentlich soll es darum gehen, dass die Bands das Sprachrohr sind, um den Club zu beleben. Konzertlocations kommen in der Regel um zu bleiben. Diskos haben Halbwertzeiten.

Wie ist denn der Name Konk entstanden?

Die Londoner Konk Studios sind von den Kinks gegründet worden; für mich eine extrem wichtige Band. Die Musik, die in diesen Studios produziert wurde, begleitet mich schon ein Leben lang. Und als ich über den Namen gegrübelt habe, besann ich mich einfach darauf und hab nachgeschaut, ob es irgendwo in der Welt einen Club diesen Namens gibt. Und den gab es tatsächlich nicht! Viele haben sofort den Affen im Kopf, weil sie an King Kong denken müssen, deshalb heißt es dann auch zur Eröffnung: »King of Konk«.
Besten Dank für das Gespräch und viel Erfolg!

Am 8. Oktober eröffnet der Konk Klub im Eventwerk (Hermann-Mende-Str. 1) mit der 2-Floor-Party »King of Konk«; Konzerte im Oktober u.a. mit Dream On Dreamer (am 14.), Tonrausch Bandfestival (am 21.), Atari Teenage Riot (am 22.), Paisley (am 29.); weitere Highlights: Crowbar (19.11.), Ignite (25.11.), Eskimo callboy (26.11.); www.konk-dresden.com

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