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Festival-Feeling für Rhythmus-Menschen – Das Interview zum Dresdner Drum & Bass Festival 2014
Das Interview zum Dresdner Drum & Bass Festival 2014
■ Das nun zum 8. Mal stattfindende Drum & Bass Festival ist eine Herzensangelegenheit der beiden Initiatoren Robert Eisfeldt und Matthias Barthel. Fernab von großen Werbedeals und Gewinnabsichten schaffen sie gemeinsam mit ihrem Team den Nährboden für generationsübergreifenden, kreativen Austausch. Die vormals als Drum-Festival bekannte Veranstaltung hat sich national und international etabliert und an Renommé gewonnen, dabei aber kein bisschen an Engagement und Liebe verloren. Es bleibt ein Festival, das sich vielseitig, weltgewandt und familienfreundlich zeigt und die Scheune erneut in einen Ort der musikalischen Motivation, Weiterbildung und Inspiration verwandelt. Denn auch in diesem Jahr geben sich viele begnadete Musiker wie Jost Nickel, Felix Lehrmann, Moritz Müller, Mark Guiliana, Trilok Gurtu, Jeff Berlin oder Yossi Fine die Ehre. DRESDNER-Autor Tom Pätschke sprach mit den beiden Begründern, die sich trotz des Urlaubs auf Rügen zu einem Telefonat hinreißen ließen.

Es ist wieder an der Zeit, das achte Dresdner Drum & Bass Festival steht an...?

Robert Eisfeldt: Ich muss gleich mal dazwischen grätschen: der Name »Drum & Bass Festival« ist irgendwie eine Falle, die wir uns selbst gebaut haben. Mit der Musikrichtung Drum'n'Bass hat es ja nichts zu tun. Sondern es ist natürlich ein Drum- und Bass-Festival!
Habt ihr denn trotz aller Strapazen im Vorfeld wieder vollkommen euphorisiert vom

Festival 2013 direkt den Termin für 2014 festgemacht?

Matthias Barthel: Tatsächlich hatten wir mal einen Hänger, was die Weiterführung des Festivals angeht und haben überlegt: »Das wird uns irgendwie zu viel«. Dann haben wir uns aber noch am selben Abend entschieden, es doch weiterzumachen. Wir haben jetzt sogar schon den Termin für unser Zehnjähriges 2016 veröffentlicht!

Werden die Veranstaltungen dieses Jahr wieder auf mehrere Orte verteilt?

Matthias Barthel: Ja, 2014 haben wir wieder unsere schöne Aufteilung mit vier Bühnen: Open Air und im Saal der Scheune sind die Schwerpunkte Drums und Percussion. Im Foyer der Scheune sind die Bassisten untergekommen und in die Groove Station gehen die Rhythmusgruppen.
Robert Eisfeldt: Wir haben diesmal nicht die Bassisten, sondern die Kombi-Workshops ausgelagert– also die Schlagzeuger und Bassisten, die gemeinsam auf der Bühne stehen. Das heißt, die Drummer müssen auch mal laufen. Aber das ist eigentlich eine schöne Sache, da man ein wenig Festival-Feeling bekommt. Und außerdem lernt man die Neustadt etwas kennen – da ja auch viele Gäste aus dem Ausland kommen und so dieses Flair ein kleines bisschen einatmen können.

Was erwartet die Besucher beim Dresdner Drum & Bass Festival?

Matthias Barthel: Es erwarten uns diesmal viele Szene-Neulinge. Wir haben einen sehr jungen Altersdurchschnitt – unser jüngster Teilnehmer ist 12, kommt aus Polen und spielt, das einem echt das Hören und Sehen vergeht. Allgemein ein buntes Programm mit einer schönen, zünftigen Abschlussparty im Club Sabotage.
Robert Eisfeldt: Wir haben diesmal wirklich einen Fokus auf Newcomer gesetzt. Sonst haben wir ja meist eher alte Hasen, die in den 80ern schon bekannt waren.

Was sind eure persönlichen Highlights 2014?

Matthias Barthel: Ich freu mich am meisten auf den Drummer Mark Guiliana und seinen Bassisten. Ein wirklich innovativer Schlagzeuger.
Robert Eisfeldt: Für mich ist Moritz Müller irgendwie fast der beste Schlagzeuger in Deutschland, nach Benny Greb vielleicht. Ich habe ihn auch schon mit seiner Band The Intersphere nach Dresden geholt. Das ist auf jeden Fall ein kleiner persönlicher Liebling von mir. Und auf Anika Nilles natürlich, denn ich bin froh, wenn auch mal Ladys am Schlagzeug sitzen. Die sind immer ein wenig unterrepräsentiert und diesmal haben wir eine wirklich gute Schlagzeugerin.

Können die Besucher auch teilnehmen?

Matthias Barthel: Ja, natürlich. Das Thema wird wieder von allen Seiten beleuchtet und man kann viel mitmachen. Wir haben wieder den Roland-Stand mit vielen E-Drums, wo man ungestört mit Kopfhörern probieren kann. Man kann auch gern mit Kindern kommen, die wir auf eine musikalische Entdeckungsreise mitnehmen. Und durch Kinderschminken und Hüpfburg entsteht sicher keine Langeweile.
Robert Eisfeldt: Auch können die Kinder selber Trommeln basteln und wir haben einen Klangpark, wo man sich mit Alltagsgegenständen austoben kann.
Matthias Barthel: Am Abend gibt’s natürlich tolle Konzerte und ringsherum viel zum Thema Rhythmus. Gerade was die Rhythmusgruppen in der Groove Station machen, ist mehr als nur nerdiges Technik-Gelaber – da passiert schon viel, was in Richtung Bandmusik geht. Es wird auf jeden Fall auch für Nicht-Musiker unterhaltsam, oder für Musiker, die nicht Drummer oder Bassisten sind.
Robert Eisfeldt: Das Wichtigste für uns ist dieses Vernetzen, Kennenlernen und miteinander sprechen. Es ist eigentlich eine Informationsgeschichte – der Künstler erzählt, macht Sachen vor und antwortet auf Fragen. Es soll eine Interaktion stattfinden. Man kann sich da schon einbringen. Was die Drummer auch machen können: ein Übungs-Pad mitbringen und auf dem Schoß trommeln. Wenn die Künstler auf der Bühne das sehen, gehen sie da auch manchmal drauf ein.
Alles Gute für euch und herzlichen Dank für das Gespräch!

Das Drum & Bass Festival findet am 20. September in Scheune und Groove Station statt, Aftershowparty im Sabotage; komplettes Programm unter www.dresdner-drum-bass-festival.de

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