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Ein bisschen dunkel und böse – Letzte Instanz im Interview zum 15-jährigen Jubiläum
Letzte Instanz im Interview zum 15-jährigen Jubiläum
■ Die sieben Brachialromantiker sind mit ihrer eigenen, lyrisch-sinfonischen Version von deutsprachiger Rockmusik über die schwarze Szene hinaus zu einer festen Instanz geworden. Vor 15 Jahren in Dresden gegründet, ist die Letzte Instanz ihren Wurzeln als ausgesprochen spielfreudige und musikalisch vielseitige Band stets treu geblieben – allen personellen Wechseln zum Trotz. Ihre im letzten Jahr vollendete Album-Trilogie »Schuldig – Heilig – Ewig« war ungemein erfolgreich und nachdem im September das erste Best-Of-Album der Bandgeschichte erschienen ist, erweisen sie mit der Show zum Bandjubiläum ihrer Geburtsstadt ihre Referenz. Im Vorfeld der einmaligen Show hat sich DRESDNER-Redakteur Heinz K. mit Gründungsmitglied Benni Cellini unterhalten. Fotcredit: Andrej Sonnenkalb.

Du stehst mit deinem Cello als zentrales Covermotiv der Letzten Instanz zum 15-jährigen Bandjubiläum im Mittelpunkt. Bist du so etwas wie das Aushängeschild oder Maskottchen der Band?

Benni Cellini: Also, ich bin ein ganz normaler Cellist. Vielleicht sehe ich etwas extrovertiert aus, was ich auch gerne auf der Bühne beweise, aber bei uns steht jeder für sich. Als wir vor 15 Jahren die erste Platte aufnahmen, da war ich auch schon auf dem Cover. Nur der Bart war damals noch nicht so lang. Das Motiv spiegelt vielleicht die Entwicklung der Musik: es bleibt bei klassischen Instrumenten im modernen Gewand, ein bisschen dunkel, ein bisschen böse. So würde ich mich auch gern sehen.

Du warst ja von Anfang an dabei. Gibt es da Episoden, die dir im Gedächtnis geblieben und die vielleicht typisch für die Instanz sind?

Benni Cellini: Ach, da gibt es so vieles. Als wir die Zusammenstellung der Lieder für unser Best-Of-Album gemacht haben, da haben wir alle Platten unabhängig voneinander durchgehört, und ich habe mich dabei gefühlt wie ein alter Opi. In den 15 Jahren ist so viel passiert; Gutes wie Trauriges oder Tragisches, Höhenflüge und Tiefen. Herausragend waren natürlich unsere Reisen nach China und Russland. Wir sehen die 15 Jahre als eine Etappe und sitzen schon wieder an neuen Werken, die 2014 kommen werden.

Nach welchen Kriterien erfolgte die Auswahl der Songs zur Best-Of-CD?

Benni Cellini: Es ging schon darum, welche Lieder am besten ankommen, sonst wäre es ja keine Best-Of. Unsere liebsten Partylieder und ein paar ältere Songs, die wir in ein neues Soundgewand gesteckt haben, mussten auch dabei sein. So ist es ein kompaktes Stück Musik geworden, was uns recht gut widerspiegelt. Wenn es nach mir ginge, dann würde ich ganz gerne mal eine Best-Of mit den Lieblingsliedern der Musiker herausbringen, die manchmal nicht so gut beim Publikum ankommen.

Eure Jubiläumsshow im Eventwerk ist mit zahlreichen Gästen gespickt. Was können die Dresdner da erwarten?

Benni Cellini: Die Leute kommen längst nicht nur aus Dresden. Wir waren echt erstaunt, wie viele die Reise auf sich nehmen und das gleich noch mit einem Kurzurlaub in Dresden verbinden, also wird das ganz multikulturell und international. Erwarten kann man zuerst den zweiten Gewinner des »sound of dresden«, The Smokkings, und eine zweite Anheizerband. Dann kommen wir. Wir werden zwei Stunden lang sehr viele Lieder spielen von frühen Songs bis hin zu ganz aktuellen und einen guten Querschnitt bilden. Wir kennen die Setlist ja schon, aber es wird von der ersten Minute an spannend; Wegbegleiter und Freunde kommen und gehen und zum Schluss stehen alle zusammen auf der Bühne.

Die Album-Trilogie und die dazugehörigen Touren sind so erfolgreich gelaufen wie nie zuvor. Wo führt es die Letzte Instanz noch hin?

Benni Cellini: Die Trilogie war gut und hat uns sehr weit nach oben und die höchste Chart-Platzierung gebracht, aber der Zenit ist noch nicht erreicht. Wir gehen geradeaus neuen Aufgaben entgegen.

Manchmal stellt man sich doch als Musiker die Frage, ob das musikalische Konzept nicht schon ausgereizt ist?

Benni Cellini: Ich sage ja auch nicht, dass wir in dem Stil weitermachen werden. Insofern war die Trilogie wirklich ein Abschluss. Wir haben noch einmal alles auf den Prüfstand gestellt und uns gefragt, in welche Richtung es künftig geht. Für die nächste Platte haben wir uns einige Änderungen vorgenommen. Wir wollen etwas rockiger und kantiger daherkommen. Nicht mehr ganz so pompös mit vielen Streicherspuren, sondern ein bisschen erdiger und dafür wuchtiger. Trotzdem werden wir das Letzte Instanz-Fahrwasser nie verlassen. Doch werden wir uns nach wie vor unsere kleinen Seitenbewegungen erlauben. Dafür sind wir zu vielfältig und zu weit gefächert. Wir kommen ja auch alle aus verschiedenen Gegenden und musikalischen Hintergründen und deswegen wollen und können wir uns das einfach auch leisten.
Besten Dank für das Gespräch!

15 Jahre Letzte Instanz, die Show zum Jubiläum steigt am 19. Oktober im Eventwerk mit Gästen wie Eric Fish & Frau Schmidt (Subway To Sally), Ally Storch (Haggard, Asp u.a.), Felix Räuber (Polarkreis 18), Ria (Eisblume), The Smokkings u.a.; Aftershowparty nebenan im Bunker der Reithalle; mehr zur Band: www.letzte-instanz.de Die Jubiläumsshow wird aufgezeichnet und als DVD veröffentlicht, die über Crowdfunding finanziert werden soll: www.pledgemusic.com/projects/letzte-instanz-dvd

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