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»Die Kunst pisst mir nie an den Karren« – Cäthe im Interview zu ihrem Sommerkonzert am Weißen Hirsch
Cäthe im Interview zu ihrem Sommerkonzert am Weißen Hirsch
■ Eine Frau geht ihren ganz eigenen Weg: Die Wahl-Hamburgerin Cäthe hat sich mit ihrer markant-ungezähmten Stimme und einer Attitüde zwischen rotzigem Punk und sinnlichen Chansons einen angesehenen Platz unter den deutschsprachigen Künstlerinnen erobert. Nach ihrem gefeierten Debüt »Ich muss gar nichts« wartet auch der Nachfolger »Verschollenes Tier« mit intensiven Kompositionen und persönlichen Texten auf. Hier hat sich jemand mit Leib und Leidenschaft der Musik verschrieben. DRESDNER-Autor Stefan Bast wollte von Cäthe vor ihrem exklusiven Sommerkonzert in Dresden unter anderem wissen, ob sie nach wie vor gar nichts muss und wie es sich anfühlte, mit den Scorpions auf Tour zu sein.

Worauf freust du dich besonders, wenn du an deinen kommenden Auftritt in Dresden denkst?

Cäthe: Dresden ist eines der schönsten Fleckchen, die Stadt strahlt auf mich eine unglaubliche Wärme aus. Ich freue mich besonders auf eine überragend schöne Location unter freiem Himmel.

Der Titel deines Debüts war »Ich muss gar nichts«. Kannst du diesem sympathischen Anspruch immer noch treu sein?

Cäthe: Ich mache nach wie vor mein eigenes Ding. Anders könnte ich gar nicht die Kraft entwickeln, die meinem Traum zu Grunde liegt: Künstlerin zu sein.

Du gehst am liebsten barfuß. Das lässt einen manches intensiver spüren, macht einen aber auch verletzlicher, oder?

Cäthe: Es ist ja so, dass kein Mensch gerne von sich sagen mag, er sei ängstlich oder fürchte sich. Doch klar, ich fürchte mich vor vielem, vor dir und mir, dem schlecht gelaunten Bäcker oder seiner überdrehten Frau. In der Kunst kann ich furchtlos sein, die Kunst pisst mir nie an den Karren, sie bricht mir auch nicht das Herz. In der Musik finde ich eine Balance, eine furchtlose Seele. Das bestärkt mich, auch im Alltag nicht so ängstlich zu sein.

Was treibt dich an, immer wieder neue Songs zu schreiben und damit auch neue Geschichten zu erzählen?

Cäthe: Mein Antrieb ist der Glaube an das individuelle Leben. Ich glaube, jedes Scheitern ist eine offene Stelle hin zum Herzen, hin zum Kind sein, hin zur Demut, hin zur Liebe. Erwachsen zu werden ist nicht zwangsläufig das, was uns »ganz« macht; es macht auch starr und scharf. Ich bin ein Kind, wenn ich Musik mache und gleichsam 1.000 Jahre alt. Das motiviert mich enorm.

Nach nunmehr zwei Albumveröffentlichungen: Was ist dir wichtig beim Musik machen, aber auch im Leben allgemein?

Cäthe: Was unausweichlich ist, egal ob privat oder beruflich: Freier Meinungsaustausch, Respekt, Initiative, Großmut, Hingabe, ein gesundes Verantwortungsgefühl und Loyalität. Du wirst keinen Erfolg genießen können, wenn das private Glück ausbleibt. Du kannst auch kein selbstständiger und liebevoller Lebenspartner sein, wenn du faul auf der Couch sitzt und die Welt verfluchst.

Wie hat es sich für dich angefühlt mit einer Band-Legende wie den Scorpions auf Tour zu sein?

Cäthe: Klaus Meine und Rudolf Schenker sind Unikate. Sie haben mich in ihre Welt eingeladen und ich konnte wirklich einiges dadurch viel klarer sehen: Geh deinen Weg und glaube an Etwas. Manchmal glaubst du vielleicht nicht an dich, doch dieses Etwas lässt dich dann nicht im Stich!
Besten Dank für das Gespräch!

DRESDNER Kulturmagazin präsentiert: Cäthe am 26. Juli um 20 Uhr auf dem Konzertplatz Weißer Hirsch; mehr zur Künstlerin: www.facebook.com/caethe.de

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