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»Dagegen hilft nur Liebe« – Im Interview mit Letzte Instanz-Violinist Rico Schwibs zu »Liebe im Krieg« (Foto-Credit: Andraj Sonnenkalb)
Im Interview mit Letzte Instanz-Violinist Rico Schwibs zu »Liebe im Krieg« (Foto-Credit: Andraj Sonnenkalb)
■ Vor drei Jahren feierte die in Dresden gegründete Letzte Instanz ihr 15-jähriges Bandjubiläum mit einer opulent arrangierten und mit zahlreichen Gästen gespickten Show. Zuvor war die Album-Trilogie »Schuldig – Heilig – Ewig« erschienen. Nun hat sich das auf zwei Positionen neu besetzte Sextett mit dem 12. Album »Liebe im Krieg« eindrucksvoll zurück gemeldet. Anlass genug für DRESDNER-Redakteur Heinz K., um das Gespräch mit Geiger Rico Schwibs alias Muttis Stolz (im Bild links) zu suchen.

Ihr geltet als sehr produktive und spielfreudige Band. Was treibt euch an?

Rico Schwibs: Wir waren mit dem letzten Album nicht ganz glücklich. Das Publikum hat auf die neuen Songs nicht so reagiert wie erhofft und wir hatten mit einigem Abstand ein paar Sachen entdeckt, die uns selber nicht mehr so richtig gefallen haben. Die Musik hat nicht mehr dem entsprochen, was wir uns eigentlich erhofft hatten. Und das wollten wir mit dem neuen Album besser machen. Es sagt sich ja so leicht, das aktuelle Album sei das beste, aber diesmal ist es wirklich besser als das vorhergehende. Eines der besten Alben, die wir je gemacht haben! Das hat verschiedene Gründe. Wir haben uns mehr auf gute Songs und eingängige Melodien konzentriert als auf Virtuositäten und sperrige Song-Strukturen. Zudem sind Schlagzeuger und Gitarrist neu, beide kommen aus Nürnberg. Noch nie war das Bandklima so gut wie jetzt.

Es ist schon auffällig, dass auf »Liebe im Krieg« ungewöhnlich viele Balladen zu hören sind und die eingängigen Melodien von Streichern dominiert werden...?

Rico Schwibs: Ja. Dazu muss man sagen, dass unser Gitarrist während der Produktion ausgestiegen ist, weil wir uns als Band dafür entschieden haben, dass die Gitarre ein bisschen zurückfährt; nicht von der Fülle des Sounds her, sondern mit weniger komplizierten Riffs und Einzellinien. Wir haben das Album dann notgedrungen mit einem Studiogitarristen eingespielt. Im Prinzip ist es so, dass wir die Besonderheit der Band, also den deutschsprachigen Gesang und die Streicher vorn halten wollen. Das treibt uns an und wir denken schon jetzt übers nächste Album nach.

»Liebe im Krieg« – Was ist damit konkret gemeint?

Rico Schwibs: Der Syrien-Konflikt und die Dinge, die hier vor Ort passieren sind beunruhigend: Dort findet ein Krieg statt und bei uns gibt es Hass gegen Kriegsflüchtlinge. Das Einzige, was dagegen hilft – um es universal zu sagen – ist die Liebe. Das ist ein guter Titel, um ein Zeichen zu setzen. Wir sind eigentlich eine unpolitische Band, begreifen uns aber selbst als politisch denkende Menschen. Mit dem Lied »Steh auf« mischen wir uns nun ein. Man kann es als Anti-Pegida-Song werten. Es kam einfach dazu, weil ich mich bildungspolitisch engagiere und Benni auf einer Anti-Pegida-Veranstaltung auf dem Neumarkt eine Rede gehalten hat, als die Einladung an uns als Band erging.

Ihr bezeichnet euren Sound als »Brachialromantik«. Jetzt, beim Hören des neuen Albums, finde ich, passt diese Bezeichnung besser denn je!?

Rico Schwibs: Ja, unsere früheren Alben waren entweder sehr düster oder sehr verkopft-rockig, diesmal ist es ein richtig romantisches Album geworden, mit vielen Songs, die sich um die Liebe drehen, wo wir trotzdem nicht auf rockige Parts verzichten. »Brachialromantik« ist für uns zu einer Art Leitlinie geworden, an der wir uns entlang hangeln. Das ist der Sound der Band und diesen Weg werden wir auch nicht mehr verlassen.

Dresden ist ja diesmal nicht der erste, sondern der letzte Ort auf eurem Tourplan. Was kann denn das Publikum bei eurem Konzert erwarten?

Rico Schwibs: Das Konzert wird schon um die neuen Songs gestrickt. Es gibt aber so viele ältere Lieblingssongs unserer Fans, dass wir die nicht einfach unter den Tisch fallen lassen können. Daher wird es wohl eher ein rockiges Best-Of-Konzert mit einem Kern von sieben neuen Songs werden. Das werden dann auch eher die rockigen Nummern sein als die ruhigen. Kommt zahlreich! (lacht).
Vielen Dank für das Gespräch!

Letzte Instanz ist am 12. November mit Sündenklang (München) und dem Broken Soldiers Project (Dresden) live in der Reithalle (Strasse E) zu erleben; www.letzte-instanz.de/

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