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DRESDNER Interviews / O-ton!
DRESDNER kreativ – Im Portrait: Das Schau Schau Kollektiv
Im Portrait: Das Schau Schau Kollektiv
■ Unter dem Namen »Schau Schau Kollektiv« haben sich Lena Wegmann, Martina Remlinger, Camillo Gulde und Leyla Nabi (Foto v.l.n.r.) aus den »Tagträumer Productions« heraus zusammengeschlossen, um in Löbtau und der Friedrichstadt Veranstaltungen und Ausstellungen zu organisieren und Vernetzungsarbeit zu leisten. DRESDNER-Autor Stephan Zwerenz traf sich mit dem Kollektiv infolge des »Roads Kiez ist Happening«-Festivals, das sie Anfang Oktober organisiert hatten.

Wie ist es zur Idee vom Roads-Festival gekommen?

Schau Schau Kollektiv: Die Idee ist aus einem Ausstellungsprojekt entstanden, das wir »Schau Schau« genannt hatten. Wir wollten weg von dem White-Cube-Prinzip und das ganze ein bisschen persönlicher machen, so dass es auch mal ein paar andere Leute anspricht. Wir hatten damals eine Woche lang in einer Privatwohnung und in den Kellerräumen der Institutsgasse 6 eine Kunstausstellung gemacht. Damals waren eigentlich schon alle Partner des Roads-Festivals mehr oder weniger mit vertreten. Das war schon die Kernidee, die dann größenwahnsinnig mit vielen anderen Leuten im Festival umgesetzt wurde.

Haben bereits Kooperationen zwischen den einzelnen Locations bestanden?

Schau Schau Kollektiv: Es gab ganz viel Eigeninitiative der einzelnen Locations. Wir haben dann teilweise die Formate, die dort schon bestanden, übernommen aber auch neue Formate mit ihnen entwickelt. Teilweise haben uns dann aber auch die Leute direkt angeschrieben. Es hat von vornherein großes Interesse gegeben und war auf jeden Fall eine gute Gelegenheit, um mal alle Initiativen an einen Tisch zu kriegen und darüber zureden, was es bedeutet Kunst- und Kulturabeit in Stadtteilen jenseits der Neustadt zu leisten.

Auf welche Resonanzenen seid ihr gestoßen?

Schau Schau Kollektiv: Auf überraschend positive. Das Vernetzungsprinzip ist aufgegangen. Jeder weiß jetzt von den anderen Orten, weiß, dass sie existieren und was dort passiert. Es sind Zusammenarbeiten entstanden und ganz neue Synergien. Zum Beispiel hat sich für unsere Eröffnungsparade extra ein Orchester gegründet, das aus Leuten bestand, die vorher noch nie zusammengearbeitet hatten. Es haben sich auch sonst Leute zusammengefunden, die spontan eine Ausstellung organisiert oder einfach gemeinsam ausgestellt haben. Es war auch einfach schön zu sehen, wie jeder mal bei den anderen vorbeigeschaut hat.

Was waren für euch die Höhepunkte des Roads-Festivals?

Schau Schau Kollektiv: Eines unseres Lieblingsformate war ein Ausstellungsabend, an dem wir drei Locations gedanklich miteinander verbunden haben. So konnte man auch mal ein Gefühl dafür gewinnen, welche Strecken und Distanzen zwischen den einzelnen Orten liegen. Viele waren auch von der Eröffnungsparade überrascht und haben sich gewundert, dass so etwas überhaupt möglich ist. Aber es war natürlich alles angemeldet. Warum soll es dann nicht gehen? Ein weiterer Höhepunkt war die Abschlussparty, die wir unter der Nossener Brücke gefeiert haben. Die Polizei war auch kurz da, aber überraschenderweise hat ihnen sehr gut gefallen, was dort passiert ist und sie sind wieder weggefahren. Die Party kam wohl auch am nächsten an das Motto »Kiez ist Happening« heran.

Wie sieht die Zukunft vom Schau Schau Kollektiv aus? Habt ihr konkrete Pläne, wie es mit eurem Kollektiv weitergeht?

Schau Schau Kollektiv: Wir werden unser Projekt während des Umundu Festivals vorstellen und uns in monatlichen Treffen mit den Teilnehmern austauschen und weiter an unserer Vision von einer lebendigen linken Elbseite arbeiten. Wir möchten einen mündigen Gegenpol zu bisherigen städtischen Entscheidungsprozessen bilden und eine starke Stimme für Kultur und Freiraum sein, die in Beteiligungsprozessen Beachtung findet. Ah, und das Roads Festival wird es nächstes Jahr natürlich wieder geben. Stay tuned.
Besten Dank!

www.roads2016-kiezisthappening.tumblr.com und www.facebook.com/profile.php?id=100012887746186&fref=ts

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